vor einer Woche:
Abi 40 Treffen

Gruppenfoto nach 40 Jahren
Heute vor einer Woche hatten wir Abitreffen anlässlich des vierzigsten Jubiläums unseres Schulabschlusses. Nun sind auch die Fotos da. 1986 haben wir am Georg-Büchner-Gymnasium in Vorst die Abiturprüfungen abgelegt. Ich mit Mathe und Physik als Leistungskurs, sowie Englisch und Geschichte als Nebenfächer.
Erst wollten sie mich damals gar nicht zu den Klausuren zulassen, weil ich in einigen Kursen zu wenig präsent war. Einfach, weil ich zu dieser Zeit bereits kommerziell Software entwickelt habe. Da blieb nicht genug Zeit für so viel Schule 🙂
Damals, 1986, hat noch niemand ernsthaft mit einer baldigen Deutschen Wiedervereinigung gerechnet, Internet und Smartphones gab es noch nicht und Helmut „die Birne“ Kohl regierte als Kanzler einer konservativen Koalition von Bonn aus.
Vierzig Jahre ist das nun schon her. Die 30-Jahr-Feier vor zehn Jahren hatte ich leider verpasst und so habe ich einige der Mitschüler von damals mindestens 20 Jahre nicht gesehen, andere sogar noch länger. Es war ein schönes Fest mit viel Hallo und guter Stimmung bei herrlichem Wetter.
Viele von uns werden an diesem Abend sicherlich hin und wieder gedacht haben: Mann, wie alt wir nun schon sind. Mich hat es stellenweise sehr gerührt zu erfahren, was aus den jungen Menschen von damals geworden ist, was sie gelernt haben, wie sie in die Welt hinaus gezogen sind, um ihr Glück zu finden und Familien zu gründen.
Irgendwie schien ich an diesem Abend einer der ganz wenigen zu sein, die nie geheiratet und niemals Kinder bekommen haben. Aber auf jeden Fall war ich der einzige, der schon seit vielen Jahren nicht mehr im Berufsleben steht und nun, mit 59, sein Erststudium absolviert. Dafür habe einige ungläubige Blicke geerntet. Ist aber wahr. Wie das Leben halt manchmal so spielt.
vor zwei Wochen:
Work in Progress #3

Erste Ausmalung der Kunsthalle für das Rheinland und Westfalen im April durch Navot Miller aus Israel
Was macht ein Museum ohne eigenen Bestand, wenn es eine Woche vor der lange angekündigten mehrjährigen Schließung wegen Komplettsanierung erfährt, dass diese erst einmal ausfällt und der Spielbetrieb trotz fehlender Vorbereitung auf neue Ausstellungen ganz normal aufrechterhalten werden soll?
Dann ist guter Rat teuer. So geschehen dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf mit seiner großen Kunsthalle am Grabbeplatz, nachdem der Rat der Stadt Düsseldorf im Frühjahr 2026 kurzfristig seine weitreichenden Ankündigungen und Pläne auf unbestimmte Zeit verschoben hat.Der Kunstverein hat deshalb flugs aus der Not eine Tugend gemacht und fünf Künstler gesucht, um die gesamte Ausstellungsfläche des Gebäudes auszumalen – nicht gemeinsam, sondern nacheinander und jeder für sich für jeweils vier Wochen.
Anschließend werden alle Flächen wieder weiß getüncht und der nächste Künstler:in darf ans Werk. So will man fünf Monate überbrücken – Zeit genug, um die nächste große Ausstellung mit den Werken eines Künstlers vorzubereiten.
Aktuell ist der dritte Zyklus von „Work in Progress“ mit dem Künstler Federico Herrero (*1987) aus Costa Rica abgeschlossen. Davor war Rosilene Luduvico (*1969) aus Brasilien einen Monat am Werk und davor als erster Künstler Navot Miller (*1991) aus Israel.
Im Juli folgen nun Stefan Marx (*1979) aus Hamburg und zum Abschluss im August Joelle Dubois (*1990) aus Belgien. Eine wirklich kreative Aktion, die das Innere des Gebäudes alle vier Wochen in ganz neuen Farben und Ausmalungen erstrahlen lässt. Dreimal war ich schon dabei und die letzten beiden Runden möchte ich mir ebenfalls nicht entgehen lassen.
vor einem Monat:
Alles Fake, millionenfach

So viel Betrug wie heutzutage im Internet gab es nie
So ein Mist, jetzt bin auch ich zum ersten Mal hereingefallen. Millionen Phishing-Mails landen täglich in deutschen Postfächern. E-Mail-Nachrichten, die fälschlicherweise vorgeben, sie stammen von der eigenen Bank, von einem Paketdienstleister oder vom ADAC. Und die alle nur eines wollen, dass man einen Link in der E-Mail anklickt, dadurch auf original aussehende, aber nachgemachte Webseiten gelangt und dort seine Kunden- oder Kontodaten eingibt. Damit die Kriminellen mit diesen Daten Böses anstellen können, im allerschlimmsten Fall das eigene Konto plündern.
So erging es mir heute mit einer vorgeblichen Mail meiner Online-Bank, dem größten Neo-Broker Deutschlands. Noch während ich auf der Fake-Webseite meine PIN und meine Handynummer eingab, bekam ich ein mulmiges Gefühl, blickte auf die URL im Browser, erkannte den Fake und brach den Vorgang ab.
Doch da hatten die Verbrecher schon meine PIN und die zugehörige Telefonnummer eingesammelt. War ich natürlich ganz schön elektrisiert und auch verärgert über mich selbst. Wo ich doch solche Phishing-Mails sonst zehnmal am Tag routiniert erkenne und sofort lösche. Aber mindestens genauso unangenehm wurde es im Anschluss, als ich sofort die Hotline meiner Bank anrief.
Nachdem ich mein Anliegen erklärt hatte, wollte man mich zur Betrugsabteilung weiterleiten. Ich wartete zehn Minuten in der Leitung, doch nichts geschah. Na gut, das Ganze nochmal – wieder alles erklären, aber erneut vergebliches Warten auf die Betrugsabteilung. Und nochmal. Und nochmal. Nach vierzig Minuten habe ich entfernt aufgegeben. Das darf doch nicht wahr sein! Wenn man sie mal wirklich braucht, lassen sie einen hängen.
Doch dann kam es noch doller. Eine Berliner Nummer rief mich zurück. Ein freundlicher Herr, angeblich von der Bank, der mich fragte, ob ich gerade hereingefallen sei und mich nun durch die App auf dem Smartphone lotsen wollte. Aber wohin? Das alles kam mir auch schon komisch vor und noch krasser wurde es, als die Smartphone App der Bank in fetter roter Schrift anzeigte: Sie werden gerade nicht von uns angerufen. Oh, Gott, so professionell sind die Betrüger mittlerweile geworden, betreiben Call-Center und können Rufnummern fälschen. Habe ich natürlich sofort aufgelegt.
Das Ende vom Lied: Ich habe meine PIN in der Smartphone-App der Bank selbständig geändert, sodass die Betrüger auf keinen Fall auf mein Konto Zugriff erhalten. War auch noch nicht zu spät, aber ich bin jetzt natürlich achtsam, ob etwas Unerwartetes mit meinem Konto geschieht. Und ganz schön erbost über die schlechte Performance meiner Bank in dieser hochnotpeinlichen Krisensituation. Vielleicht sollte ich einfach das Konto kündigen und mein Geld auf ein anderes Bankinstitut transferieren. Dann ist wenigstens garantiert, dass die Betrüger garantiert keinen Schaden mit den erbeuteten Daten mehr anstellen können.
vor drei Monaten:
Blütenmeer in Weiß

Blühende Kirschbäume an der L32
Dort, wo viele Kirschbäume beisammen stehen, kann man derzeit ein Blütenmeer in Weiß beobachten, etwa an der Straße zwischen dem Nikolauskloster bei Aldenhoven und dem Schloss Dyck. Doch man muss sich ranhalten, denn die Pracht währt ganze zehn Tage. Dann ist der Blütentraum bereits wieder vorbei.
vor neun Monaten:
Stadtwald und Baldeneysteig

Immer wieder bin ich überrascht, welch interessante Wanderungen das Stadtgebiet von Essen und sein Umland zu bieten haben. Heute waren wir auf einer 10 km langen Tour rund um die Essener Stadtteile Stadtwald und Baldeney unterwegs, ein gutes Stück davon auf dem Baldeneysteig.
Eigentlich hatten wir auf schönes Wetter gehofft, doch die Sonne kam nur bis ins Münsterland. Nachdem wir bereits einen halben Tag vergebens auf Lichtblicke gewartet hatten, sind wir doch noch spontan in den Essener Süden aufgebrochen. Ein wenig spät, wie sich später herausstellen sollte, dann am Ende unserer Tour hat uns die Dunkelheit auf holprigen Waldwegen eingeholt. Ist aber nichts passiert.Obwohl die Tour durch einen dicht bebauten Siedlungsraum führt, ist man vor allem auf ruhigen Waldwegen unterwegs und überwindet dabei mehr als 200 Höhenmeter. Vom Starpunkt bei Rüttenscheid geht es zunächst steil hinab ins Walpurgistal und weiter auf breiten Pfaden durch den Stadtwald.
Am Rande von Baldeney treffen wir auf die Klusenkapelle St. Aegidius, die hier bereits seit etwa 1.300 n.Chr. steht. Dahinter erreichen wir den Baldeneysteig. Bald geht es oberhalb des Baldenaysees regelmäßig steil auf und ab, immer wieder vorbei an beliebten Ausflugslokalen mit schönen Fernblicken über den größten der sechs Ruhrstauseen.
Dahinter erreichen wir den Schellenberger Wald und streben anschließend zwischen den Stadtteilen Stadtwald und Rellinghausen wieder auf das Walpurgistal zu. Der steile Wiederaufstieg zu unserem Startpunkt ist etwas mühsam, weil der Weg unbeleuchtet und es mittlerweile stockdunkel ist. Doch nach knapp drei Stunden und einer wirklich schönen Wanderung erreichen wir wieder wohlbehalten unser Fahrzeug.
vor einem Jahr:
Preisträgerin 2025: Birgit Jensen

Werke von Birgit Jensen
Bei der Düsseldorfer Künstlerausstellung „Die Große“ wird jährlich ein Preisträger aus den Reihen der lokalen Künstler ausgezeichnet. In diesem Jahr ist dies Birgit Jensen, die 1957 in Würzburg geboren wurde, in Berlin Malerei studiert hat und seit 1985 in Düsseldorf lebt.
Jensens Werke aus den letzten Jahren sind in den Motiven plakativ und in der Darstellung hintergründig. Sie malt ohne Pinsel und arbeitet ausschließlich mit Siebdruck. Dennoch sind ihre Bilder keine Massenproduktionen, sondern Unikate, die mit der Hand auf Leinwand gedruckt werden. Traditionelle Grenzen verwischen dabei.

Mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten, klassischen Bildkompositionen und hervorstechenden Farben bezieht sich Jensen auf japanische Holzschnitte des 19. Jahrhunderts. Durch den Einsatz verschiedener Rastern und Siebe fingiert die Künstlerin eine malerische Gestik, die die Nähe zur expressiven Abstraktion sucht.
Ihre Motive sind Konstruktionen, die eine Idee der Natur – und keinen realen Ort – darstellen. Dieser künstliche Charakter wird noch durch die bewusste Sichtbarmachung des technischen Hintergrunds betont. Bei näherer Beobachtung ist die siebdrucktypische Rasterung, die einen Verfremdungseffekt bewirkt und damit die Illusion von Realität unterläuft, deutlich zu erkennen.
Schnell spürt man: Die konstruierte Natur auf der Leinwand hat mit der echten Natur wenig zu tun. Die Realität des Bildes ist eine andere als die Realität der Natur, und wir sind gehalten, die beiden Realitäten nicht miteinander zu verwechseln.
vor zwei Jahren:
Meisterwerke im K20

Blick aus dem Museum über den Grabbeplatz Richtung Altstadt
Raus ins Museum! Rein in Deine Sammlung, so lautet der Titel der aktuellen Ausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. 180 Meisterwerke aus dem Bestand des Hauses werden neu präsentiert, erstmals auch digital.
Die Gegenüberstellung von historischen und zeitgenössischen Werken lädt zur Neubetrachtung von Geschichte und Gegenwart ein. Highlights sind die Neuerwerbungen, die seit 2017 ins Haus gekommen sind. Präsentiert werden ausschließlich Arbeiten der Klassischen Moderne und der Nachkriegskunst von 1904 bis 2023.
Darunter befinden sich wegweisende Meisterwerke von Künstlern wie Paul Klee, Henri Matisse, Pablo Picasso, Jackson Pollock, Andy Warhol und Gerhard Richter, sowie bedeutende Neuerwerbungen von Künstlerinnen wie Etel Adnan, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Alice Neel und Lygia Pap.
vor drei Jahren:
Heiß und dampfig

Heute habe ich meinen neuen Schnellkochtopf eingeweiht. Die Inder kochen traditionell viel im Schnellkochtopf, weil es deutlich rascher geht und Energie spart.
Bei uns ist diese Methode nicht so verbreitet und so hatte auch ich gewisse Berührungsängste. Denn wenn etwas schiefläuft, kann man sich am heißen Dampf ordentlich verbrennen.
Vielleicht habe ich mich deshalb für ein Markengerät entschieden. Und die Bedienungsanleitung sorgfältig studiert 🙂
Als Erstes habe ich mich an einem indischen Dal mit fünf verschiedenen Sorten von Linsen versucht. Und, was soll ich sagen, die waren tatsächlich viel schneller weich gekocht, als in einem herkömmlichen Topf: in nur 15 Minuten statt sonst 30 Minuten.
Das hat sich schon einmal gelohnt, denn das Dal war sehr lecker. Und es ist nichts passiert!
vor fünf Jahren:
Wildrinder am Rodebach

Schottische Hochlandrinder im Wald am Rodebach
Nach dreieinhalb Jahren bin ich wieder im schönen Naturschutzgebiet am Rodebach bei Gangelt unterwegs. Diesmal ist Sommer, nicht Winter, wie beim letzten Mal, und Heike ist mit dabei.
Außerdem hat Gangelt, der kleine Grenzort zu den Niederlanden im Selfkant, seitdem als Ausgangspunkt der Corona-Epidemie in Deutschland bundesweit Bekanntheit erlangt.
Wir starten am Rodebach, der seit dem Wiener Kongress von 1814 die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden bildet und auf Limburger Seite als „Rode Bek“ bekannt ist.Der Bach war früher eine wichtige Lebensader für die Region des Selfkants. 14 Wassermühlen wurden hier zwischen den Orten Stahe und Isenbruch betrieben.
Heute markiert der Rodebach den Einstieg in den 700 Hektar umfassenden Natur- und Landschaftspark „Rodebach / Roode Beek“.
Ein besonderes Highlight sind die frei laufenden schottischen Hochlandrinder. Sie halten die Heidelandschaft frei von Strauch- und Baumtrieben und sind auch im Wald unterwegs.
Dieser wird von zahlreichen Bächen durchzogen und beinhaltet mehrere schöne Waldseen. Schatten und Wasser – das sind die Orte, an denen sich die Rinder jetzt im Sommer bevorzugt aufhalten.
Wir begegnen auf unserer Wanderung drei größeren Gruppen von Tieren. Teilweise liegen die Rinder mitten auf den Wegen und lassen sich von Wanderern und Radfahrern nicht beeindrucken. Bei einer Gruppe im Wald entdecken wir zwei kapitale Bullen, die sich bei ihrer Begegnung vernehmbar anschnauben, dann aber doch freundlich bleiben.
Kaum haben wir die Herde ein paar Hundert Meter hinter uns gelassen, setzt ein unglaubliches Gebrüll ein. Ich glaube, ich habe Rinder noch nie so durchdringend im Wald röhren gehört. Vielleicht ist gar nicht viel passiert, aber das ultralaute archaische Rufen geht einem durch Mark und Bein.
vor sechs Jahren:
Abendtour nach Düsseldorf

Annäherung an das Zentrum von Düsseldorf auf den Rheinwiesen zwischen Neuss und Düsseldorf-Heerdt
Wochenende, ein lauer Sommerabend. Unter normalen Umständen wäre ich jetzt gerne in „kultureller Mission“ in Düsseldorf unterwegs, in „meiner“ geliebten Jazz-Schmiede beispielsweise, oder im Theater oder bei einer anderen Veranstaltung. Nur fällt das wegen Corona ja alles im Moment aus, genau wie die Düsseldorfer Kirmes, die sonst an diesem Wochenende gestartet wäre.
Aber über den Rhein zieht es mich dennoch. Also mache ich mich gemeinsam mit Heike auf, um in die 14 Kilometer entfernte Landeshauptstadt zu radeln.Schon auf den Rheinwiesen am Übergang zwischen Neuss und Düsseldorf-Heerdt wirft die Abendsonne ein überaus schmeichelndes Licht auf die Silhouette der großen Stadt.
Noch eindrucksvoller wird es beim Überqueren der Rheinknie-Brücke: Rechts der Landtag, der Funkturm, die Gehry-Bauen und der Medienhafen, links die Altstadt-Promenade am Rheinufer. Toll sieht das aus.
Und es ist richtig viel los. Corona, war da was? Ich wundere mich über die Sorglosigkeit vieler Menschen.
Wir cruisen erst durch das Stadtzentrum und anschließend lange durch die nördlichen Stadtteile von Düsseldorf. Dann wählen wir den Weg über die Flughafenbrücke und Meerbusch-Büderich zurück nach Büttgen. So werden es am Ende doch fast 45 Kilometer auf dieser schönen Abendrunde bei herrlichem Sommerwetter.
