
Fruchtbares Land an der Saar
Sie zählt zu den touristischen Highlights des Saarlandes: Die baumbestandene Saarschleife bei Mettlach. Auf einer meiner ersten großen Womo-Touren vor 11 Jahren war ich schon einmal hier. Damals am Erlebniszentrum, von dem aus man die Schleife wunderbar betrachten kann. Das Zentrum wurde in der Zwischenzeit durch einen Baumwipfelpfad erweitert und ist weiterhin ein echter Besuchermagnet.
Doch heute bin ich auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses unterwegs, auf der von der Saar umflossenen Halbinsel mit ihren steil zum Fluss abfallenden Hängen.Die Talverengung der Saarschleife zwischen Besseringen und Dreisbach rührt daher, dass die aus dem Buntsandstein des Merziger Beckens kommende Saar dort in einen Abschnitt harten Quarzitgesteins eintritt.
Es ist nicht genau geklärt, warum es der Saar in der Vorzeit nicht gelang, den direkten Weg zwischen Besseringen und Mettlach zu wählen. Eine Möglichkeit wäre, dass die Saar bei ihrem Weg Klüften des devonischen Quarzit, also einer Schwächezone, gefolgt ist, und so die Saarschleife entstand.
Meine Wanderung heute startet am Ortsrand von Mettlach, das überregional als Firmensitz des Porzellanherstellers Villeroy und Boch bekannt ist. Vom Ortszentrum steige ich an der großen Kirche St. Lutwinuskirche vorbei über den Friedhof auf den Bergrücken der Halbinsel auf. Mein Ziel ist die Ruine der Burg Montclair, rund 1.500 Meter von der Spitze der Saarschleife entfernt.

Brombeerblüte im Wald
Die Burg war im Mittelalter eine der bedeutendsten Befestigungen an der unteren Saar und diente der Kontrolle des Flusses als Verkehrsader. Mit annähernd 900 Metern Länge zählte die im Jahr 1351 geschleifte Vorgängeranlage „Alt-Montclair“ zu den größten Burgen des Hochmittelalters in Deutschland.
Die später entstandene und wesentliche kleinere Neuburg „Neu-Montclair“ ist ebenfalls nur noch als Ruine erhalten, doch die Reste wurden im 19. Jahrhundert konserviert und sind heute begehbar. Von den zwei Türmen hat man einen wunderbaren Blick auf die Saar und die gegenüberliegende Seite mit dem Saarschleifen-Besucherzentrum und dem Baumwipfelpfad.
Hinter der Burg geht es für mich über steile und eng bewachsene Wege inmitten des Hangwalds hinunter an die Saar und über die Staustufe Mettlach zurück in den Ort. Eine wirklich vortreffliche 11 km lange Tour, die mich die Saarschleife jetzt auch einmal von der anderen Seite hat erleben lassen.

