Narzissenpracht im Oleftal

Doxi zwischen den Narzissen entlang der Olef

Zwischen Mitte April und Anfang Mai blühen in der Eifel die wilden Narzissen. Besonders große Bestände gibt es im Fuhrtsbachtal bei Monschau und im Oleftal bei Hellenthal. Dort sind die feuchten Wiesen links und rechts der Olef jetzt mit tausenden gelb blühender Narzissen durchsetzt. Tatsächlich sind wir fast schon ein wenig spät dran, denn in diesem Jahr hat die Narzissenblühte relativ früh begonnen.

Wir starten am Wanderparkplatz Hollerather Knie, einem historischen Ort, denn genau hier begann im Dezember 1944 mit der Deutschen Aredennenoffensive der letzte Versuch des Naziregimes, den bevorstehenden Zussamenbruch der Kriegsfront im Westen doch noch abzuwehren. Noch heute ist die Gegend von den Panzersperren des Westwalls, den sogenannten „Drachenzähnen“, durchsetzt, die das NS-Regime ab Mitte der 1930er-Jahre errichten ließt.

Wir wandern zunächst mehrere Kilometer über bequeme Waldwege Richtung Norden, bis wir entlang schöner kleiner Waldbäche hinunter ins Olaftal steigen. Wir kommen genau dort aus, wo die Olef in die Oleftalsperre mündet. Von dort folgen wir dem Bachlauf sieben Kilomenter flußaufwärts. Die Olef bildet hier die Grenze zwischen Deutschland und Belgien.

Anfangs begegnen wir nur kleinen Gruppen von Narzissen, doch mit jedem Kilometer werden es mehr. Irgendwann stehen wir in einer Wiese, die in ein unendliches Meer gelber Blüten getaucht ist. Ein wunderbares Schauspiel.

 

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Ein sonniger Nachmittag in Malmedy

Seitenansicht auf das Heimatmuseum und die Kathedrale Saints-Pierre

Nach unserer Wanderung durch das Oleftal cruise ich mit Doxi noch ein wenig durch den unmittelbar angrenzenden Ostteil von Belgien. Wir landen im schönen Malmedy, das auf eine wechselhafte Geschichte im Kräftespiel großer Mächte zurückblickt.

Die Stadt geht auf den Heiligen Remaclus zurück, der hier im Jahre 648 ein Kloster gründete. Jahrhundertelang war Malmedy Teil eines geistlichen Territoriums im Heiligen Römischen Reich. Im Gefolge der Napoleonischen Kriege gehörte die Stadt von 1795 bis 1815 zu Frankreich. Ab 1820 war Malmedy dann als Resultat des Wiener Kongresses für einhundert Jahre Teil der preußischen Rheinprovinz, bevor es 1920 durch den Versailler Vertrag zum Königreich Belgien kam.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Malmedy im Mai 1940 beim Angriff deutscher Verbände auf das neutrale Belgien besetzt. Vier Jahre später wurde die Stadt zunächst durch US-Truppen befreit, dann aber nach Beginn der Deutschen Ardennenoffensive von der Wehrmacht und SS-Truppen überrannt. Nach der erneuten Rückeroberung durch amerikanische Truppen bombardierten US-Bomber dreimal versehentlich die Stadt. Fast die Hälfte der Häuser von Malmedy wurden dabei zerstört.

Heute präsentiert sich die Stadt rund um den Martkplatz und die Kathedrale Saints-Pierre wieder in ihrer alten Pracht. An diesem sonnigen Samstagnachmittag sind die Cafes und Plätze gut besucht. Auch wir genießen für eine Weile die berühmte Belgische Gastlichkeit.

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Gerresheim und das Rotthäuser Bachtal

Bellis und Doxi vor dem malerisch im Bachtal gelegenen Gut Papendelle

Heute habe ich mit Bellis und Doxi eine schöne Wanderung am Ostrand von Düsseldorf unternommen, keine 25 Kilometer von unserem Zuhause entfernt. Wir starteten in Gerresheim, das sich an die Randhöhen des Niederbergischen Landes schmiegt. Die ehemals eigenständige Stadt ist eine von vier städtischen Siedlungen, die sich im Mittelalter auf dem heutigen Düsseldorfer Stadtgebiet entwickelt haben.

Die Ursprünge des Ortes liegen in einem Frauenstift des 9. Jahrhunderts. Überregional bekannt wurde Gerresheim durch die dort ansässige Gerresheimer Glashütte. 1909 wurde Gerresheim nach Düsseldorf eingemeindet. Der Ort hat den Charakter einer eigenständigen Kleinstadt bewahrt und besitzt einen schönen alten Ortskern rund um den Gerricusplatz und die Basilika St. Margareta. Dort fand 1738 der letzte Hexenprozess am Niederrhein statt.

Wir wandern zunächst rund um den sehenswerten Gerresheimer Waldfriedhof am Hang der Gerresheimer Höhen und des Waldes. Hier endet die flache Rheinische Tiefebene mit dem Einzugsgebiet des Ur-Rheins und beginnen die „Gerresheimer-Alpen“. Die Gegend ist reich an Bächen und Sümpfen.  Wir steigen von den Höhen hinab ins Morper Bachtal und begegnen dort zum ersten Mal dem Rotthäuser Bach, wo Bellis und Doxi sofort die Wasserqualität prüfen und für gut befinden.

Parallel zum Rotthäuser Bach geht es in nördlicher Richtung wieder hinauf auf die Höhen und am Restaurant Kaiserhaus vorbei ins schöne Rotthäuser Bachtal. Das Naturschutzgebiet wird von zahlreichen Wiesen, Weideflächen, Fischteichen und sumpfigen Stellen geprägt, die auch den Wanderweg erreichen. Gut, dass ich festes Schuhwerk und meine Wandergamaschen angezogen habe.

Kurz vor dem Erreichen der Bundesstraße B7 drehen wir nach Westen ab und kommen durch einen schönen, uralten Hohlweg wieder an den Orstrand von Gerresheim. Entlang des malerischen Pillebachs und hübscher Kleingartensiedlungen geht es anschließend wieder zu unserem Parkplatz zurück. Ich hätte gar nicht erwartet, dass es am Stadtrand von Düsseldorf so malerisch und geschichtsträchtig zugeht. Eine sehr schöne Wanderung.

 

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Am Ostersonntag im Höddelbachtal

Am Morgen sitzen die Osterhasen direkt vor unserem Wohmnobil

Der Ostersonntag beginnt für mich mit zwei Überraschungen: Zum einen hat die Stellplatzbetreiberin über Nacht eine kleine Ostertüte vor meiner Womo-Tür abgestellt  – vielen Dank dafür. Und zum Zweiten sitzen drei (Oster-) Hasen direkt vor dem Womo auf der Wiese und lassen sich das Gras schmecken. Doxi ist natürllich völlig empört, was sich die kleinen Viecher rausnehmen,  Das ist doch ihr Revier!

Unsere heutige Wanderung führt uns über Olef und Schleiden ins schöne Höddelbachtal südlich von Herhahn. Es ist ziemlich kalt und zwischendurch bekommen wir sogar etwas Eisregen ab. Ich bin froh, als wir nach vier Stunden und 17 Wanderkilometern wieder im Womo eintreffen.  Erst mal aufwärmen …

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So blüht nur der Frühling

Gelb blüht der Raps auf den Feldern bei Kirchhasel

Endlich wieder Frühling. Und überall blüht es. Ist das nicht herrlich?  Hier eine Auswahl aus den schönsten Frühlingsbildern in diesem Blog.

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Die schönsten Osterfotos

Osterdeko ist in den Orten hier überall präsent

Frohe Ostern! Wieder ein Jahr ohne Krieg, Hunger und Naturkatastrophen. Wir haben echt Glück in dieser Zeit und auf diesem kleinen Flecken unseres Planeten.

Heute vor einem Jahr war ich mit Doxi und dem Wohnmobil  in Oberfranken und im südlichen Thüringen unterwegs. In den Dörfen und teilweise auch in den Städten waren dort viele Brunnen zu Ostern feierlich geschmückt. Hier die schönsten Fotos

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Auf den Spuren des Erzbergbaus in der Eifel

Die Olef am Rand des historischen Ortskerns von Olef

Heute Mal eine Eifelwanderung zwischen den Flüssen Urft und Olef. Wir starten am Kurpark in Gemünd und wandern zunüchst in südlicher Richtung entlang der Urft in Richtung Kall. Bei Mauel, einem Ortsteil von Gemünd, verlassen wir die Urft und steigen in westlicher Richtung hinauf  auf den Wackerberg. Leichter Sprühregen setzt ein, doch damit haben wir gerechnet und sind ensprechend angezogen.

Wir steuern den Kammrücken des Wackerbergs an und laufen über Waldwege Richtung Kall. Infotafeln am Weg informieren darüber, dass hier im Mitelalter primitiver Eisenerzbergbau in kleinen Gruben betrieben wurden. Oft waren es Familienbetriebe, die Schächte bis zur Grundwasserlinine in 20 bis 30 Metern Tiefe nach unten in den Berg trieben und pro Grube und Jahr 400 bis 600 Tonnen Gestein abbauten.

Die schwere manuelle Arbeit lohnte sich, weil das Gestein in der Eifel bis zu 40 Prozent Eisenerz erhält und genug Holz für die anschließede Verhüttung vorhanden war. Man schätzt heute, dass zu jener Zeit fast 10  Prozent des Europa produzierten Eisens aus der Eifel stammten.

Aufgegebene Schächte werden als „Pingen“ bezeichnet. Bis zu 2.000 davon soll es im Wald rund um Kall geben. Noch heute trifft man an vielen Stellen auf charakteristische Mulden. Man könnte sie für Bombentrichter aus dem zweiten Weltkrieg halten, doch es sind die Reste längst eingestürzter Schächte. Man erkennt sie auch an den zumeist ringförmigen Halden rund um den Schachteingang, wo das geförderte, aber wertlose Gestein zurückgelassen wurde.

Bald erreichen wir eine Asphaltstraße, die mehrere kleine Siedlungen im Wald anbindet. Wir verlassen die Asphaltstraße und steigen durch das Selbachtal und Geisbachtal zwischen Broich und Olef hinab in  Richtung Schleiden. Kurz vor Schleiden drehen wir in östlicher Richtung ab und laufen auf Olef zu.

Das kleine Dorf mit einem hübschen historischen Ortskern liegt zwischen Schleiden und Gemünd am gleichnamigen Fluss. Mitten durch den Ort verläuft die Oleftalbahn, die heute nur noch als Museumsbahn und für den Güterverkehr genutzt wird. Bundesweit einmalig ist die Streckenführung mitten über den Olefer Dorfplatz. Bei jeder Überfahrt muss dem Zug zur Sicherung ein Rangierer mit Warnflagge vorausgehen.

Von Olef sind es nur noch wenige Kilometer zurück nach Gemünd, wo wir nach vier Stunden und 16 Wanderkilometern wieder eintreffen. Die heutige Strecke sind wir zum ersten Mal gegangen, aber sicher nicht zum letzten Mal.

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