Unkeler Dreisprung 2012

Doxi beim Abstieg entlang des Hähnerbachs durch die Unkeler Schweiz

Puh, das war anstrengend: Unsere letzte Wanderung in Unkel sollte mit 24 Kilometern auch die längste werden. Wir folgten dabei dem Unkeler Dreisprung von 2012 hinauf zum gut zehn Kilometer entfernten Arsberg.

Gleich hinter dem Ortsausgang geht es steil den Leidenberg hoch bis zum Bruchhausener Plateau. Wir passieren den Haanhof und steigen dahinter durch alte Buchen- und Eichenbestände langsam nach Rheinbreitbach hinab.

Ab jetzt geht es stetig bergauf, zunächst am stillgelegten Naturfreibad vorbei und dann zur alten Ziegelei. Der Wald wird dichter und urwüchsiger. Nach einem langen Anstieg erreichen wird die Reste einer V1-Abschussrampe aus dem Zweiten Weltkrieg und kurz dahinter das „Auge Gottes“, einen Bildstock, der um 1890 errichtet wurde.

Der nächste Anstieg bringt uns zum höchsten Punkt der Tour. Es geht einmal um den Arsberg herum und an einem der beiden Seen vorbei, die nach dem Ende des Basaltabbaus am Arsberg entstanden sind. Ganz still und verwunschen liegt der teilweise zugewachsene See da. Doxi lässt es sich natürlich nicht nehmen, erst einmal die Qualität des glasklaren Seewassers zu testen.

Es folgt ein langer Abstieg zu einem Waldparkplatz an der L252 und von dort wieder leicht ansteigend um den Allerscheid ins Tetzelbachtal. Bald darauf erreichen wir die Grillhütte St. Laurentius am Waldrand, die einen Ausblick weit in die Eifel hinein bietet.

Dem Weg durch die Felder folgend, geht es vorbei am Wallfahrtsort Bruchhausen. Bevor wir ins Hähnerbachtal hinabsteigen, labe ich mich an einem großen Kirschbaum auf öffentlicher Fläche. Die Hälfte der Kirschen sind  von Vögeln angefressen oder schon verfault, aber der Rest schmeckt einfach wunderbar. Eine köstliche Stärkung.

Dann folgen wir dem idyllischen Bachlauf des Hähnerbachs durch die Unkeler Schweiz. Kurz vor dem Ortsrand  passieren wir den Unkeler Wasserfall und erreichen bald darauf nach sechs Stunden wieder unseren Womo-Stellplatz im Ortszentrum von Unkel.

Gut 80 Kilometer sind wir in den vergangenen vier Tagen rund um Unkel gewandert. Schön war das, aber ich glaube, jetzt habe ich erst einmal genug geunkelt 🙂

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Mit dem Fahrrad nach Bad Honnef

Historische Häuser am Alten Markt von Bad Honnef gegenüber der Kirche St. Johann Baptist

Heute ist das Auftaktspiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Fußball-WM in Russland.  Während ich im Radio das glücklose Spiel gegen Mexiko verfolge, radele ich mit Doxi im Fahrradanhänger von Unkel nach Bad Honnef. Unterwegs ist erstaunlich wenig los, vermutlich weil die meisten Menschen zu dieser Stunde vor dem Fernseher sitzen.

Bad Honnef liegt am rechten Rheinufer zwischen Königswinter und Rheinbreitbach am Fuße des Siebengebirges. Dort beginnt des Übergangs vom Mittelrhein zum Niederrhein. Alexander von Humboldt hat die Kurstadt aufgrund ihres ganzjährigen milden Klimas einst als „rheinisches Nizza“  gerühmt. Doch damit enden die Parallelen mit der mondänen französischen Hafenstadt auch schon.

Ich will mir die Altstadt von Bad Honnef anschauen, die auf einem Hügel oberhalb des Rheins liegt und sich rund um die Kirche St. Baptist erstreckt. Um mit Doxi im Schlepptau vom Rheinuferweg dort hinauf zu kommen, muss ich mich ganz schön in die Pedale werfen, da hilft auch der Motor meines Pedelecs nur sehr bedingt.

An der Kirche angekommen, stelle ich das Fahrrad ab und drehe mit Doxi eine Runde durch die Altstadt. Abseits des Marktplatzes an der Kirche sind nur wenige historische Häuser erhalten.  Die Fußgängerzone dominieren Bauten, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Ein wahre Schmuckstück ist diese Altstadt im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden nicht, aber trotzdem finde ich es interessant, das alles einmal gesehen zu haben.

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Unkeler Dreisprung 2014

Blick hinunter nach Unkel. In der Mitte der Astgabel geht der Blick zu unserem Womo-Stellplatz.

Unser dritter Tag in Unkel. Heute sind wir den Unkeler Dreisprung von 2014 gelaufen. Auf einer Länge von 19 Kilometern bei 500 Höhenmetern ging es wieder durch das Waldgebiet östlich von Unkel, allerdings auf ganz anderen Wegen und Pfaden als gestern beim Unkeler Dreisprung von 2016 .

Wir starten mit einem strammen Anstieg hinauf zum 140 Meter hohen Stuxberg. Dort genießen wir die Aussicht nach Remagen zur Apollinariskirche, zum Rolandsbogen und hinunter nach Unkel, wo wir auch unser Womo auf dem Stellplatz sehen.

Weiter geht es durch den von Vogelgesang erfüllten Wald Richtung Orsberg und dann Richtung Bruchhausen. Bald laufen wir auf schmalen Pfaden hinab in das Tal des Kasbaches. Wir folgen dem malerischen Bach bergan und kreuzen mehrmals die Gleise der historischen Kasbachtalbahn.

Nach einem Anstieg durch den Wald erreichen wir die Feldflächen rund um Bruchhausen. Eine Schleife durch den angrenzenden Wald führt uns zur Laurentius Grillhütte, die wir jedoch links liegen lassen.

Statt dessen folgen wir einem Weg unterhalb der Stromtrasse in nördlicher Richtung bis zu einer kleinen Schutzhütte und biegen dann auf einen schmalen Pfad ein, der uns zum höchsten Punkt der Wanderung in die Nähe des Eischeiderkopfes bringt.

Anschließend laufen wir auf einem dicht bewachsenen Rückeweg wieder ins Tal Richtung Rheinbreitbach. Bald steigt der Weg erneut an und führt uns zurück in die Gemarkung Eischeid zu der Schutzhütte, an der wir schon einmal abgebogen sind.

Nun folgen wir dem Weg und streifen den Orstrand von Bruchhausen,. Vorbei am Soldatenfriedhof und über den Haanhof erreichen wir die Talkante oberhalb von Scheuren. Steil bergab durchs „Katzenloch“ geht es durch Scheuren und zurück nach Unkel, wo wir nach fünf Stunden wieder an unserem Womo-Stellplatz eintreffen.

Das war wieder eine sehr schöne Tour bei perfektem Wanderwetter: 20 Grad und teils Sonne, teils Wolken. Für morgen habe ich mir den Unkeler Dreisprung von 2102 vorgenommen, mit 24 Kilometern eine der längsten dieser Touren bislang. Ich vermute, anschließend haben wir auch erst einmal genug vom Unkeler Wald, aber mal sehen …

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Auf nach Linz

Restaurants und Ausflugslokale am Burgplatz gegenüber der Burg Linz

Wir stehen noch immer mit dem Wohnmobil in Unkel. Am frühen Abend baue ich den Fahrradanhänger für Doxi auf, um mit ihr in das sieben Kilometer entfernte Linz am Rhein zu radeln. Die Strecke hat es durchaus in sich, denn es geht entlang der vielbefahrene Bundesstraße 42. Einen Fahrradweg gibt es dort nicht und die abseitig gelegenen Fahrradwege durch die Berge sind für mich mit Doxi im Anhänger nicht zu schaffen.

Immerhin sind an diesem Samstagabend keine LKWs auf der Bundesstra0e unterwegs und so kommen wir unbeschadet in Linz an. Ich stelle das Fahrrad mit Anhänger am Rande der Altstadt ab und mache mich mit Doxi zu Fuß auf eine Tour durch die sehenswerte Innenstadt.

Wegen ihrer vielen farblich und künstlerisch ausgestalteten Altstadthäuser nennt sich Linz selbst auch „Die Bunte Stadt am Rhein“. Im Altstadtbereich haben sind zahlreiche historische Fachwerkhäuser erhalten.

Als wir den Marktplatz erreichen, habe ich ein Deja-Vu. Hier war ich doch schon Mal!? Ja, natürlich, auf unserem Schiffsausflug in Linz anlässlich des 70. Geburtstags meiner Mutti. Damals haben wir hier Halt gemacht und das Ausflugsschiff für eine Ortsbesichtigung verlassen.

Doch so weit wie heute, waren wir damals nicht gekommen. Ich entdecke viele Gebäude und Ecken, die ich seinerzeit nicht gesehen habe. Dieser kleine Fahrradausflug hat sich auf jeden Fall gelohnt.

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Rauf zur Erpeler Ley

Ausblick in südlicher Richrung auf den Rhein von der Erpeler Ley

Unsere erste Wanderung an unserem Standort in Unkel führt uns auf einer Länge von 12 Kilometern in einer großen Schleife hinauf zur Erpeler Ley, einem Aussichtsfelsen südlich von Unkel. Wir folgen dabei auf Teilstücken dem Rheinsteig und dem Rotbäckchen-Rundwanderweg, der um Unkel führt

Am Ostrand von Unkel laufen wir zunächst durch den Orsteil Scheuren mit seinen historischen Fachwerkhäusern und der hübschen Kapelle. Dann geht es durch Wald stetig bergauf zu den Höhen über dem Rheintal und zum Ort Bruchhausen mit der Kirche St. Johann Baptist im Ortszentrum.

Anschließend führt uns der Weg zwischen Feldflächen und kleinen Waldabschnitten zur Erpeler Ley, die eine tolle Aussicht in das Rheintal und auf Remagen am anderen Flussufer bietet. Unmittelbar gegenüber ist der verbliebene Brückenpfeiler der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnbrücke von Remagen (Ludendorff-Brücke) zu sehen.

Neben dem Drachenfels gehört die 191 m.ü.N.N hohe Erpeler Ley zu den bekanntesten Vulkanruinen im Mittelrheintal. Die Ausbildung der Gesteine ist auf die Abkühlung und Erstarrung im Innern der Lavaströme zurückzuführen. Schon in römischer Zeit diente der Fels als Steinbruch. Seit 1941 steht er unter Naturschutz.

Unten, im Berg der Erpeler Ley, befindet sich noch der Tunnel, durch den die Eisenbahngleise nach der Rheinquerung über die Ludendorff-Brücke weiter gen Osten liefen. Der Tunnel diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker für die lokale Bevölkerung und ist seit Kriegsende verschlossen.

Hinter der Erpeler Ley laufen wir auf den Höhen zum Unkeler Ortsteil Orsbach und steigen dann zum Südrand von Unkel herab. Dort folgen wir dem Rheinuferweg in nördlicher Richtung ins Zentrum von Unkel, wo wir nach knapp vier Stunden wieder unseren Startpunkt erreichen.

Das war schon einmal ein vielversprechender Auftakt zu unserem Wanderwochenende in Unkel. In den nächsten Tagen wollen wir noch längere Toren gehen. Ich bin gespannt, was uns dann noch erwartet.

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Unkeler Dreisprung 2015

Bildstock „das Auge Gottes“ von 1890 am Eischeider Kopf

Unsere zweite Wanderung ab Unkel folgt der Route des „Unkeler Dreisprungs“ aus dem Jahre 2015. Unter diesem Titel findet seit 2008 jährlich im September eine Volkswanderung durch die Wälder und Berge rund um Unkel statt.

Es werden jeweils drei Touren mit unterschliedlicher Länge angeboten. Wir folgen heute der mit knapp 17 Kilometern und 440 Höhemetern längsten Variante, die im Internet als GPX-Datei verfügbar ist.

Schnell zeigt sich, dass die Tour von lokalen Experten geplant wurde, denn es geht durch versteckte, aber gut gehbare Wege abseits der stark frequentierten Strecken.

Die Tour startet an unserem Womo-Stellplatz am Rande der Altstadt von Unkel und führt zunächst in südlicher Richtung zu den Weinbergen und daran vorbei zur ehemaligen Wasserburg Vilzelt aus dem 13. Jahrhundert

Dahinter geht es steil bergan entlang der Flanke der Heisterer Ley in Richtung Stuxberg. Anschließend laufen wir in Richtung des Wallfahrtortes Bruchhausen und dahinter durch Felder in den Bruchhausener Wald und zur St. Laurentius Grillhütte.

Kurz dahinter kommen wir an einer ehemaligen Abschussrampe der Deutschen Wehrmacht für V1-Raketen aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei. Weiter geht es ständig bergauf bis zum Eischeider Kopf mit dem  Bildstock „das Auge Gottes“ von 1890. Hier erfahren wir , dass Gott wirklich alles sieht.

Damit haben wir den südlichen Rand des Naturparks Siebengebirges erreicht.  Von dort folgt der Weg ein Stück dem Rheinsteig Richtung Bad Honnef, bis er abbiegt und am Rand des Rheinbreitbacher Katzenloches bzw. Honnefer Grabens zur Breiten Heide abwärts führt.

Der anschließende Weg bergab führt an den Überresten einer ehemaligen Kupfererz-Aufbereitungsanlage vorbei. Der Bergbau dort geht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Aus dem gewonnenen Kupfer wurde u.a. die Glocke St. Martin im Bonner Münster gegossen.

Bald kommen wir an einem Soldatenfriedhof  vorbei, auf dem 74 deutsche Soldaten während des 2. Weltkrieges beigesetzt wurden. Vorbei an Gut Haanhof führt der Weg anschließend über den Rheinsteig zur Abbruchkante des Schiefergebirges am Rande des Rheintals.

Der Abstieg vom Leidenberg geht vorbei an neu angelegten Weinbergen und führt uns zurück zu unserem Startpunkt, den wir nach knapp fünf Stunden wieder erreichen. Das war eine durchaus anspruchsvolle aber wirklich ganz hervorragend geplante Tour.

Morgen wollen wir den Unkeler Dreisprung aus dem Jahr 2014 laufen. Ich bin schon gespannt, was uns dann erwartet.

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Unkel am Rhein

Marienstatue, ehemalige Burg und Pfarrkirche von Unkel an der Uferpromenade

Wir sind für ein Wochenende mit dem Wohnmobil nach Unkel gefahren. Die Stadt am Mttelrhein 20 Kilometer südöstlich von Bonn ist für ihren Rotwein und als Wohnort namhafter Persönlichkeiten bekannt. Hier lebe u.a. Willy Brandt, Stefan Andres und Annette von Droste-Hülshoff.

Der Name Unkel stammt aus dem Lateinischen oder Fränkischen und bedeutet in beiden Sprachen so viel wie  „Bogen“ oder „Krümmung“. Da der Rhein bei Unkel einen großen Bogen macht, wurde zunächst das ganze Gebiet rechts und links des Rheinbogens „uncus“ genannt.

An der Rheinpromenade von Unkel legen heute mehrmals täglich die Ausflugsschiffe der „Köln-Dusseldorfer“ an und bringen Gäste in die Stadt. Wir sind vor allem zum Wandern nach Unkel geommen und haben uns für das Wochenende mehrere Touren vorgenommen. Diese starten praktischerweise direkt am Großparklatz am Rande der Altstadt, der auch einige kostenlose Stellplätze für Wohnmobile bereithält.

Als erstes aber schauen wir uns das hübsche kleine Städtchen an, das erkennbar schon bessere Zeiten erlebt hat, aber immer noch durchaus zu gefallen weiß.

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Rund um Neviges

Auf den Höhen rund um Neviges sind zahlreiche Gestüte und Pferdehöfe angesiedelt

Heute waren wir in schöner Natur rund um Neviges am Nordrand des Bergischen Landes unterwegs. Leider wies die 14 Km lange Tour, die ich aus dem Internet geladen hatte, einige nicht-begehbare Passagen auf. Auf teils langen Umwegen mussten wir diese „umschiffen“.

Insebesondere zwischen den kleinen Siedlungen Schwagerscheidt, Krüdenscheid und Sombeck sollen laut Tourplan mehrere Gehöfte durchquert werden. Die Durchfahrten sind aber eindeutig als Privatweg gekennzeichnet und die Besitzer finden es gar nicht lustig, wenn ihnen Wanderer mitten über den Hof stapfen.

Ganz zu schweigen von den freilaufenden Hofhunden, die sich Doxi gegenüber sehr aggressiv zeigten. Einmal mußte ich und der Hofbesitzer sogar einschreiten, damit aus einer kleinen Beißerei keine große wurde. Das war nicht so toll.

Irgendwann sind wir dadurch so weit vom geplanten Weg abgekommen, dass es keinen Sinn mehr machte, zu diesem zurückzukehren. Wir haben dann ein kleines Stück der geplanten Tour ausgelassen und sind auf direktem Wege zu unserem Startpunkt zurück gelaufen.

Aber wie das manchmal so ist: Auch Unpässlichkeiten können zu schönen Erlebnissen führen. Bei uns in Form eines großen freistehenden Kirschbaums auf einer öffentlichen Wiese, die wir sonst gar nicht durchquert hätten. Der Baum hing voller süßer, praller, roter Kirschen, von denen ich ausgiebig gekostet habe. Und das waren mit Abstand die besten Kirschen, die ich in diesem Jahr bisher hatte. Ein echter Genuß!

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Von Melick nach Sint Odilienberg

Die Prinz-Bernhard-Mühle am Rande von Melick

Auf nach Holland! Heute geht es zu einer Wanderung in die Provinz Limburg. Südlich von Roermond sind wir zwischen den Orten Melick und Sint Odilienberg unterwegs. Auch heute Wieder ist die Luft sehr feucht und dunstig, genau wie gestern, als wir in den belgischen Ardennen gewandert sind. Aber dafür haben wir heute in der flachen Landschaft im Südosten der Niederlande nur ganz wenige Höhenmeter zu bewältigen.

Wir starten am Rande von Melick an der Prinz-Bernhard-Mühle, eine 1999 nach historischem Vorbild wiederrichtete Bockwindmühle. Von dort laufen wir in einem großen Bogen über Feld- und Wirtschaftswege nach Sint Odilienberg.

Am Rande des Ortes überqueren wir zum ersten Mal die Rur, die aus der Eifel kommt und sich bei Roermond („Rur-Mündung“) mit der Maas vereinigt.

Der Ort geht auf eine römische Siedlung zurück. 706 gründeten die Missionare Wiro, Plechelmus und Otgerus hier eine Abtei, die bedeutsam für die Christianisierung der Niederlande wurde. Diese befand sich auf einem als Sint-Petrusberg bezeichneten Hügel unmittelbar an der Rur.

Heute stehen dort zwei römisch-katholische Gotteshäuser, zum einen die den Heiligen Wiro, Plechelm und Otger geweihte Basilika und daneben die Kapelle „Onze Lieve Vrouwekapel“.  Am Fuße des Hügels machen wir kurz Rast.

Doxi möchte gerne aus dem Brunnen auf dem Dorfplatz trinken, doch sie kommt nicht an das Wasser heran. Eine freundliche Anwohnerin sieht das und bringt uns spontan eine Schüssel mit Wasser. Ich kratze meine wenigen Brocken Holländisch zusammen und bedanke mich ganz herzlich. Wirklich sehr nett!

Weiter geht es durch kleine Waldabschnitte und zwischen landwirtschaftlich genutzten Feldflächen zurück in Richtung Melick. Auf halber Strecke kreuzen wir auf der erst vor wenigen Jahren errichteten „Fiedsbrug“ (Fahrradbrücke) erneut die Rur, die sich in diesem Abschnitt ganz naturbelassen präsentiert.

In der Ferne können wir auf einem Hügel bereits wieder die Prinz-Bernhard-Mühle erkennen, die wir schließlich nach knapp drei Stunden und 11 Wanderkilometern wieder erreichen. Das war eine schöne entspannte Tour, die ich demnächst bestimmt noch einmal mit Freunden oder Verwandten wiederholen werde.

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Auf Pfaden um Chaudfontaine

Installation im sehenswerten Kunstpark von Chaudfontaine

Heute waren wir rund 20 Kilometer südöstlich von Lüttich in Belgiens einzigem Kurort mit Thermalquellen unterwegs. Chaudfontaine liegt an der Vesdre (Werder) im Vorvennland der belgischen Ardennen und lockt schon seit 1676 Gäste mit seinen heißen Quellen.

Wir starten am Kunstpark gegenüber dem Kasino und steigen in engen Serpentinen durch dichten Laubwald auf die vennartige Hochebene oberhalb des Ortes auf. Dabei passieren wir mehrere Bäche, die sich tief ins Kalkgestein eingegraben haben.

Schon bald lassen wir die breiten Waldwege hinter uns. Nun geht es auf schmalen Pfaden durch die Landschaft, vielfach mit Kontakt zum regennassen Gras.

Es ist nicht heiß, aber die Wege sind schwierig zu gehen und die Atmosphäre ist unglaublich feucht. Schnell komme ich so richtig ins Schwitzen. Viele Insekten sind in der Luft unterwegs, und auch am Boden ist eine Menge los. Mehrmals kontrolliere ich Doxi auf Zecken und werde schon bald fündig. Vorsichtshalber behalte ich auch meine halbnackten Beine gut im Auge.

So geht es knapp vier Stunden, bis wir nach 15 Kilometern wieder unseren Startpunkt erreichen. Die Wanderung ist toll geplant, aber das Wetter war heute leider nicht perfekt, um die vielen möglichen Fernblicke auf der Tour richtig genießen zu können. Dafür war es einfach zu diesig. Da müssen wir vielleicht noch ein anderes Mal wiederkommen.

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Broichweiden und Propsteier Wald

Offne Feldflächen am Rand des Probsteier Waldes

Wenn ich wandern möchte und es heiß wird, fühle ich mich im schattigen Wald am besten aufgehoben. Und da für heute 30 Grad vorhergesagt sind, habe ich eine Waldwanderung bei Aachen heraus gesucht  Im Grenzgebiet der Städte Würselen, Stolberg und Eschweiler befindet sich der Propsteier Wald, eines der letzten größeren Waldgebiete in der dicht besiedelten Region östlich von „Öcher“.

Bereits seit dem Jahr 973 n.Chr. gehörte der Wald aufgrund einer Schenkung durch Kaiser Otto I. dem Kölner Domkapitel unter Vorsitz des Kölner Erzbischofs. Die Verwaltung der weltlichen Güter der Kölner Kirche oblag dem Dompropst, und so entstand der Name „Propsteier Wald“, der bis heute geläufig ist.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde im Propsteier Wald Steinkohlenbergbau betrieben. Auf dem Zechengelände legte die Deutsche Wehrmacht im Dritten Reich ein großes Materiallager für den Bau des Westwalles an. Dessen Überbleibsel sind an einigen Stellen in der Aachener Region in Form der berühmten „Drachenzähne“ noch heute präsent.

Nach dem zweiten Weltkrieg errichteten die belgischen Streitkräfte im Propsteier Wald das „Camp Astrid“ mit zahlreichen Munitionsdepots. Erst im Gefolge der Deutschen Wiedervereinigung wurde das Militärlager Anfang der 1990er Jahre aufgegeben. Seit 1995 befindet sich dort ein umzäuntes Gewerbegebiet, das wir im Mittelteil dieser Wanderung eigentlich umlaufen wollen.

Doch dazu kommt es nicht, weil eine entscheidende Passage des Wanderweges 5 an dieser Stelle nicht mehr existiert. Ein möglicher Umweg würde uns über offenes Feld am Rande der Autobahn A4 entlang führen. Doch darauf möchte ich angesichts des heißen Wetters lieber verzichten.

Also laufen wir ein Stück des Weges zurück und kürzen dann westlich des ehemaligen Lagers ab. Anstelle der geplanten 13 Km werden es auf dieser Wanderung dann nur 11 Km, doch das reicht uns bei diesem Wetter vollkommen aus.

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Hoher Bruch – Niederkamper Wald – Leucht

Unterwegs in der Leucht

Heute bin ich zum ersten Mal einer selbstgeplanten Wanderroute gefolgt – nach Hunderten von Touren und Tausenden von Wanderkilometern, die ich auf den Routen anderer zurückgelegt habe. Normalerweise stammen meine Wanderungen aus Internet-Portalen (vorzugsweise OutdoorActive.com und GPS-tour.info) oder aus den von mir sehr geschätzten Rother-Wanderführern.

Die heutige Tour durch drei Waldgebiete nördlich von Kamp-Lintfort hatte ich jedoch auf Basis einer GPS-Software am PC selbst geplant und dann zum Nachwandern als GPX-Datei auf mein Wander-Navi überspielt. Ich war gespannt darauf, welche Tücken und Hindernisse ich dabei erleben würde.

Tatsächlich ließen die ersten Überraschungen nicht lange auf sich warten. Schon nach wenigen Kilometern entpuppten sich einige bei der Planung harmlos erscheinende Feldwege bei Niederkamp als total verwachsene Randwege zwischen Wald und Feld. Keine Chance, dort unbeschadet durchzukommen.

Ein anderer Waldweg in der Leucht erwies sich als unpassierbar, weil er durch eine eingezäunte Baumschule führte. In beiden Fällen konnte man diese Hindernisse weder auf den Landkarten, noch auf den Satelliten-Bildern am PC so ohne weiteres erkennen.

Mit Hilfe der vorinstallierten Karten in meinem Wander-Navi war es jedoch kein Problem, diese Stellen zu umlaufen, umnd anschließend wieder zur geplanten Wegführung zurück zu kehren. Nach der Rückkehr von der Tour habe ich diese Passagen mit Hilfe der GPS-Software entsprechend umgeplant.

Nun ist mir auch klar, wieso ich bei meinen Touren aus dem Internet manchmal auf solche Hindernisse stoße: Die Urheber haben die Touren zwar am PC geplant, sind sie aber möglicherweise gar nicht abgelaufen. Oder die Hindernisse bzw. Beschränken sind erst im nachhinein entstanden, was natürlich auch sein kann.

Auf jeden Fall war es eine sehr interessante Erfahrung und ein schönes Gefühl, auch mal eine Tour in fremder Umgebung selbst geplant zu haben. Das werde ich in Zukunft bestimmt noch öfters machen.

14 Kilometer sind wir auf diese Weise heute durch frisch ergrünten Wald gelaufen. Nicht spektakulär, aber mit ganz vielen Vogelstimmen als wunderschöne Begleitung auf dem Weg. Das  war schon sehr nett.

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An der Sengbachtalsperre

Sperrmauer der Sengbachtalsparre (Foto Michael Tettinger, Solingen | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Heute ist Fronleichnahm und bei uns im Westen soll es wieder ein für den Monat Mai ungewöhnlich heißer Tag werden. Bereits früh am Morgen breche ich deshalb mit Doxi zu einer Wanderung ins Bergische Land auf. Unser Ziel: Die Sengbachtalsperre in einem abgeschiedenen Seitental der Wupper zwischen den Solinger Ortslagen Höhrath und Glüder.

Die von Wäldern umschlossene Talsperre zählt zu den ältesten deutschen Trinkwasserspeichern. Sie wurde zwischen 1900 und 1903 errichtet und versorgt die Bewohner der Stadt Solingen mit Trinkwasser. Bei den Einheimischen ist sie deshalb auch als „Solinger Talsperre“ bekannt.

Der Stausee ist zwischen 100 und 180 m breit und hat eine Längsausdehnung von ca. 2,4 km. Bei Vollstau werden darin rund 2,8 Mio. m³ Wasser gespeichert. Von der Gründungssohle ragt die Staumauer 43 m in die Höhe. Ihre Breite beträgt an der Sohle 36,6 m und an der 178 m langen Krone 5 m.

Als wir nach einstündiger Fahrt auf dem Wanderparkplatz am Waldrand oberhalb der Talsperre eintreffen, ist dieser bereits gut gefüllt. Offensichtlich waren wir nicht die einzigen, die die „Kühle“ des frühen Vormittags nutzen wollen. Neben Wanderern und  Spaziergängern mit ihren Hunden auf Morgenrunde sind sehr viele Mountainbiker unterwegs, wie sich bald herausstellt.

Wir laufen eine zehn Kilometer lange Runde um die Talsperre und queren dabei zahlreiche Bäche, die in die Talsperre münden. Die Luft im dichten Wald ist entsprechend feucht. An manchen Stellen kommt es mir fast wie im tropischen Regenwald vor. Immer wieder begegnen uns am Wegesrand kleine Kolonien von Fingerhüten mit ihren charakteristischen lilafarben Blüten. Ganz bezaubernd sieht das aus.

An einer Lichtung oberhalb des Stausees öffnet sich der Blick hinunter ins Tal der Wupper. Am Horizont erscheint Schloss Burg, wo wir bereits einige Male waren. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Da wir zügig unterwegs sind, haben wir die Tour schon nach zwei Stunden beendet.  Für unsere Verhältnisse eine sehr kurze, aber landschaftlich durchaus reizvolle Runde.

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Am Nevigeser Wallfahrtsdom

Vorplatz des Doms mit den Pilgerhäusern, dahinter der Dom

Sie ist ein herausragendes Werk des Brutalismus, jenem neuzeitlichen Architekturstil, der sich vom französischen Begriff des „béton brut“ (roher Beton) herleitet: Die Wallfahrtskirche Maria, Königin des Friedens, auf dem Hardenberg im Velberter Ortsteil Neviges.

Die Marienwallfahrt nach Neviges geht auf eine Erscheinung des Dorstener Franziskaners Antonius Schirley zurück, der im Jahre 1676 beim Beten eine Stimme vernommen haben will.  „Bring mich nach dem Hardenberg, da will ich verehret sein“, soll die Jungfrau Maria zu ihm gesprochen haben.

Als der Fürstbischof von Paderborn und Münster, Ferdinand von Fürstenberg, 1688 nach schwerer Krankheit unerwartet genesen war, unternahm er zum Dank eine Pilgerfahrt nach Neviges. Anschließend finanzierte er die Fertigstellung des dort bereits im Bau befindlichen Franziskanerklosters. Im gleichen Jahr wurde die Pilgerfahrt durch den Kölner Generalvikar offiziell genehmigt. Papst Clemens XII. versprach allen Hardenberg-Pilgern völligen Ablass der Sündenstrafen.

Besonders in Krisenzeiten kamen viele Pilger nach Neviges. So wurden vor dem Ersten Weltkrieg jährlich 100.000 Pilger, 1935 340.000 und 1954 300.000 Pilger gezählt.

Die Wallfahrt wird bis heute von Franziskanern betreut. die die ursrpüngliche Wallfahrtskirche St. Mariä Empfängnis auch weiterhin nutzen. Daneben aber steht seit 1968 der imposante Nevigeser Dom. Er wurde vom Architekten Gottfried Böhm entworfen, der sich bei einem Architekturwettbewerb unter Vorsitz des damaligen Kölner Erzbischofs Joseph Kardinal Frings durchgesetzt hatte. Das Kirchengebäude ist mit mehr als 6.000 Plätzen nach dem Kölner Dom das zweitgrößte im Erzbistum Köln.

Die äußere Form des Doms erinnert an ein großes Zelt mit glatten Flächen aus Sichtbeton. Im Innern scheint der Hauptaltar im Zentrum eines weiten Marktplatzes zu stehen. Die großen Lampenpfeiler wirken wie Straßenlaternen und die Emporen erinnern an fensterreiche Häuser.

Ein häufig wiederkehrendes Symbol ist die Rose, das Zeichen der Gottesmutter Maria. das die großen Fensterverglasungen dominiert. Das sehr kleine ursprüngliche Gnadenbild, das im Mittelpunkt der Verehrung steht, ist in eine große Marienstele eingelassen, aus der Maria mit dem Kind wie aus einem Lebensbaum herauswächst.

Im September 1978 besuchte Kardinal Karol Wojtyla, ein großer Verehrer der Gottesmutter, mit einer Krakauer Pilgergruppe die Kirche, drei Wochen vor seiner Wahl zum Papst. An diese Begebenheit erinnern eine Gedenktafel nahe der Marienstele.

Ich bin ganz ergriffen von diesem Bauwerk und seiner markanten Architektur. Das ist wirklich ein ganz besonderer Ort zum Beten. Spontan zünde ich ein Kerzlein für meine Mutti und meinen kürzlich verstorbenen Schwager an. Möge er in Frieden ruhen.

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Rund um den Wülfrather Kalksteinbruch

Luftbild des Kalksteinbruchs Rohdenhaus bei Wülfrath (Foto Teta | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Heute war ich mit Doxi rund um den größten Kalksteinbruch in Europa am Rande von Wülfrath unterwegs. Die Stadt liegt im Niederbergischen Land zwischen Rhein, Ruhr und Wupper. Am Stadtrand verlief im Mittelalter der bedeutende Höhenweg der Kölnischen Straße von der Werdener Ruhrbrücke über Velbert und entlang der Düssel weiter in Richtung Köln.

Die Stadt sitzt auf riesigen Vorkommen aus hellen, dickbankigen oberdevonischen Massenkalken. Die in dem Kalkgebiet aufgefalteten Kalkrücken heißen Wülfrather Sattel, Rohdenhauser Sattel und Rützkauser Sattel.

Um sich die Kalksteinvorkommen für die Stahlproduktion an der Ruhr zu sichern, gründete August Thyssen im Jahre 1903 die Rheinischen Kalksteinwerke Wülfrath. Diese gehören heute als Firma Rheinkalk zur belgischen Lhoist-Gruppe und bilden den Schwerpunkt der Industrie in der Region um Wülfrath.

Obwohl wir auf unserer 14 km langen Wanderung den Steinbruch Rohdenhaus und das angrenzende Rheinkalk-Werk Flandersbach einmal komplett umrunden, bekommen wir von dem riesigen Loch in der Landschaft fast gar nichts zu sehen. Die erhöhten Randbereiche sind wieder renaturiert und der dichte Grüngürtel verhindert jetzt im Frühling einen Blick in die rundum mit Zäunen gesicherte Grube.

Einzig am Start unserer Wanderung können wir einen Blick in das neu erschlossene Abbaugebiet am Silberberg erhaschen. Anders als es der Name vermuten lassen würde, wird dort kein Silber, sondern wiederum Kalk abgebaut. Ein beliebter Wanderweg musste dafür gesperrt und verlegt werden.

Dennoch war es eine schöne Wanderung durch grüne Natur, die uns gut vor der starken Sonne und den heißen Temperaturen an diesem Mai-Sonntag schützte. Auf den offenen Feldflächen fühlte es sich an, wie im Hochsommer, doch unter den Bäumen war es erträglich.

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