Zurück in Völklingen

Nach und nach erobert die Natur das Gelände zurück

Die ehemalige Völklinger Hütte im Saarland, 1994 von der UNESCO in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit erhoben, ist immer einen Besuch wert.

Das ehemalige Stahlwerk mit seinen sechs fast 50 Meter in den Himmel ragenden Hochöfen beeindruckt durch die Größe der Einrichtungen und den morbiden Charme einer verfallenden Indstrieanlage, die langsam wieder von der Natur zurückerobert wird. Sogar ganz oben auf den stählernen Kaminen, aus denen einst die giftigen Abgase der schmelzenden Erze in die Umwelt entlassen wurden, wachsen in Nischen und Spalten die ersten Farne, Flieder und Birken.

Rund vier Stunden war ich heute mit Jutta auf dem Gelände unterwegs, um die technischen Anlagen und die dort gerade stattfindende Urban-Art-Biennale zu erkunden. Über rund 7 Kilometer erstreckt sich der ausführlich beschilderte Rundweg: Von der Sinteranalge, über die Erzhalle, die Möllerhalle, die Hochöfen, die Koksöfen, die Schrägaufzüge für den Kohletransport in die Hochöfen, bis zur Gebläsehalle. Alles hier ist gigantisch.

Wenn man bedenkt, dass auf der Hütte einmal 17.000 Menschen gearbeitet haben, wieviel Ingenierkunst in den Anlagen steckt und welch unvorstellbaren Mengen von Erzen, Schlacke und Stahl hier innerhalb von einhundert Jahren verarbeitet wurden, das ist wirklich imposant.

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Urban Art Biennale 2017

Eines von mehr als 150 Ausstellungsstücken der Urban-Art-Biennale 2017

Vor zwei Jahren habe ich mit großer Begeisterung von der Urban-Art-Biennale 2015 in der Völklinger Hütte berichtet. Jetzt bin ich wieder hier zur Urban-Art-Biennale 2017, die 100 Künstler mit 150 Werken aus 17 Ländern und 4 Kontinenten präsentiert. Sogar ein echter „Banksy“ ist darunter, gut bewacht von einer Videokamera.

Die meisten Bilder und Objekte werden in der 10.000 Quadratmeter großen Möllerhalle ausgestellt, in der früher der Erze für die Verhüttung gelagert wurden. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden diesmal UrbanArt-Werke aus Südamerika und der interventionalen „UrbanArt 2.0“

Darüber hinaus sind auf dem Gelände der Völklinger Hütte mehr als 20 ortsfeste Installationen geschaffen worden, die man bei einem Rundgang über das riesige Gelände entdecken kann.

Beim letzten mal war ich mit Doxi und dem Wohnmobil im Rahmen einer ausgedehnten Saarland-Reise hier. Diesmal bin ich mit Jutta extra für diese Ausstellung 300 Kilometer aus dem Rheinland angereist.

Die Anfahrt war recht lang, hat sich aber absolut gelohnt. Viele der ausgestellten Werke gefallen mir ausnehmend gut und ihre Präsentation im Rahmen der Völklinger Hütte ist absolut gelungen. Mein Ausstellungs-Highlight 2017!

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Im Bentheimer Forst

Der Bentheimer Forst

Ich bin mit Doxi unterwegs auf einer Tagestour durch die Grafschaft Bentheim am Südwestrand von Niedersachsen, rund 150 Kilometer von unserem Zuhause entfernt. Damit es für Doxi nicht langweilig wird, beginnen wir unseren Ausflug mit einer Wanderung durch den Bentheimer Forst.

Wir starten an der Therme Bad Bentheim und kommen gleich in einen eingezäunten Bereich des Waldes, der traditionell als Hutewald für Rinder und Schweine genutzt wird. Die zahlreichen uralten Eichen in diesem Wald spenden im Spätsommer und Herbst viel Futter für das Nutzvieh. Doch an diesem späten Vormittag ist von den Rindern und Schafen nicht viel zu sehen.

Der große Wald diente früher als Jagdforst für die Grafen von Bentheim und Steinfurt und wird noch heute für diese Zwecke genutzt. Abseits der großen Hauptachsen sind deshalb viele Wege als „Wildschutzgebiet“ für Wanderer gesperrt. Tatsächlich höre ich in der Ferne bereits einen Hirsch röhren. Und Greifvögel sind hier auch jede Menge unterwegs.

Von der großen Bedeutung des Waldes bis in die Neuzeit zeugt auch der „Höltingstuhl“, früher ein Ort der Waldgerichtsbarkeit für alle Streitigkeiten rund um die Jagd und den Holzeinschlag. In der Nähe des heutigen Waldrandes stoßen wir auf dieses Monument, das in seiner heutigen Form in der Zeit des Barocks von den Grafen errichtet wurde.

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Rund um die Burg Bentheim

Links der Batterieturm der Burg

Eine weithin sichbare Landmarke in der flachen Landschaft der Grafschaft Benthein ist die Burg Bentheim, eine frühmittelalterliche Höhenburg aus dem 11. Jahrhundert. Sie gilt als eine der größten und schönsten Burganlagen Nordwestdeutschlands.

Die Burg steht auf einem großen Felsen aus Bentheimer Sandstein hoch über der Stadt. Dieser „Bentheimer Höhenrücken“ ist der letzte westliche Ausläufer des Teutoburger Waldes.

Die gesamte Anlage ist heute als Museum besuchbar. Bis auf einen kleinen privaten Teil, in dem weiterhin Angehörige der Grafen von Bentheim und Steinfurt wohnen, können alle Bereiche der Burg von Besuchern erkundet werden. Weil ich Doxi dabei habe, muss ich darauf heute aber leider verzichten.

Der gute Erhaltungszustand der Burg und ihre Nähe zu den relativ „burgenarmen“ Niederlanden locken viele Niederländische Besucher in die Stadt. Deshalb ist die gesamte Anlage in Deutsch und in Niederländisch beschildert.

Auch um mich herum wird an diesem sonnigen Feriennachmittag sehr viel Niederländisch gesprochen. Aber da ich die Sprache gut verstehe, stört mich das ganz und gar nicht. Denn auch ich bin der Meinung: „Diet is een hejlemal prachtelige burg.“

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In Nordhorn an der Vechte

Vechtepartie in der Innenstadt

Von Bentheim fahren wir weiter nach Nordhorn an der Vechte. Die Kreisstadt des Landkreises „Grafschaft Bentheim“ liegt im äußersten Südwesten Niedersachsens unweit der nordrhein-westfälischen Landesgrenze, Die Stadt grenzt direkt an die Niederlande. Entsprechend viele Niederländer sind an diesem herrlich sonnigen Sommertag mit ihren Fahrrädern in der Stadt unterwegs.

DIe Innenstadt wird durch die Vechte geprägt, die im südlchen Münderland entspringt und der Region bis in die Neuzeit einen wertvollen schiffbaren Zugang zum Meer verschaffte. Bei Zwolle floss sie in die Zuiderzee, die damals noch in die Nordsee überging.

Grabungsfunde aus der jüngeren Steinzeit und der Bronzezeit bezeugen, dass sich bereits vor sechstausend Jahren Menschen auf der Nordhorner Sandebene angesiedelt hatten. Aufgrund ihrer geographischen Lage südlich des Bourtanger Moors und kleinerer emsländischer Moorgebiete führte im Mittelalter ein stark frequentierter Heer- und Fernhandelsweg von Bremen nach Amsterdam durch das Stadtgebiet.

Auf einer Tour durch die Innenstadt schaue ich mir die verschiedenen Sehenswürdigkeiten an. Doxi ist bei diesem Wetter ganz schön warm. Deshalb machen wir es relativ kurz und sind bald wieder zurück im klimatisierten Auto, wo angenehme Temperaturen herrschen 🙂

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Auf Schloss Ahaus

Seitenansicht auf den Zugang zum Schloss

Von Nordhorn fahren wir weiter nach Ahaus im westlichen Münsterland, um das Schloss Ahaus zu besuchen. Auf dem Schlossgelände befand sich seit dem Beginn des 11. Jahrhunderts eine Burg der Edelherrn von Ahaus, die im Jahr 1406 an den Fürstbischof von Münster fiel. Seitdem diente die Anlage am Rande der Innenstadt als Residenzschloss der Fürstbischöfe von Münster.

Das heutige Schloss Ahaus ist eine Anlage mit symetrischen Achsen, die von einem Park umgeben ist. Die Vorburg und das zweigeschossige Hauptschloss liegen auf separaten Inseln.

Das dreiflügelige Hauptgebäude besitzt eine Hufeisenform, die sich in Richtung der Vorburg und der Innenstadt von Ahaus öffnet. Die Hoffassade wird durch einen dreigeschossigen Mittelrisalit bestimmt. Am Gebäude stechen Elemente des französischen und niederländischen Barocks hervor. Die Anlange macht auf mich einen sehr harmonischen Eindruck. Wirklich ein kleines Juwel barocker Baukunst.

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Am Wasserschloss Lembeck

Blick auf das Schloss Lembeck aus dem wunderschönen Schlosspark

Letzte Station auf unserer heutigen Tagestour ist das Wasserschloss Lembeck an der Grenze von nördlichem Ruhrgebiet und südlichem Münsterland. Es ist kurz vor 17:00 und wir haben Glück, dass wir noch eingelassen werden. Für heute sind wir die letzten Besucher im Schloss und dem liebevoll gestalteten Schlosspark.

Lembeck steht ursprünglich für „Lehmbach“, was auf den einstigen Standort des Schlosses inmitten eines Sumpf- und Moorgebietes hindeutet. Der Lembecker Wiesenbach wird auf dem Schlossareal zu einem rechteckigen, die Anlage umgebenden Teich gestaut. Die einzelnen Teile des Schlosses liegen so auf Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden sind.

Die heutige Gestalt der Schlossanlage geht auf den Grafen Dietrich Conrad Adolf von Westerholt-Lembeck zurück, der eine bereits bestehende, ältere Anlage, in der Zeit von 1674 bis 1692 im Stil des Barocks aus- und umbauen ließ. Ein wirklich sehenswerte Kombination von Schloss und Park.

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