Unterwegs im Leinebergland

Unterwegs im Leinebergland
Northeim, 8. April 2026

Brauereiturm, das frühere östliche Eingangstor zur Stadt

Zwischen dem Solling im Westen und dem Harz im Osten erstreckt sich das Leinebergland, eine Mittelgebirgslandschaft entlang des Flusses Leine zwischen den Großstädten Göttingen und Hannover.

Ein bedeutendes Mittelzentrum in dieser Region ist die ehemalige Hansestadt Northeim mit knapp 30.000 Einwohnern.

Die Stadt verfügt nicht nur über eine sehenswerte mittelalterliche Altstadt, sie hat bei mir auch die langgehegte Frage gelöst, wofür das KFZ-Kennzeichen „NOM“ wohl stehen mag.

Die Altstadt besteht hauptsächlich aus Fachwerkhäusern des 16. bis 18. Jahrhunderts, dazu sind große Teile der ehemaligen Stadtmauer erhalten. Auf aktuellen Karten kann man noch den typisch mittelalterlichen Grundriss der Stadt erkennen.

Nach einem großen Brand 1892 entstanden aber auch zahlreiche Steinbauten im damals üblichen Wilhelminischen Stil. Auffallend ist, dass sich nahezu alle Bauten in den historischen Kernbereichen in einem exzellenten Erhaltungszustand befinden. Das macht Northeim zu einem lohnenden Ausflugsziel.

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Die Türen von Northeim

Die Türen von Northeim
Northeim, 8. April 2026

Doppeltüren-Ensemble in der Mittelstraße

Endlich mal wieder eine Stadt, die richtig viel an schönen historischen Türen und Portalen zu bieten hat. Von Barock bis Biedermeier reicht die Pracht. Seht selbst.

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Hardegsen, das Tor zum Solling

Hardegsen, das Tor zum Solling
Hardegsen, 8. April 2026

Zufahrt zur Burg Hardegsen, der früheren Sommerresidenz der Welfen

Ich bin dabei, den Solling zu verlassen. Auf dem Weg von meinem Übernachtungsort Uslar zur nächsten Station in Northeim mache ich spontan in Hardegsen halt, das sich selbst als „Tor zum Solling“ bezeichnet.

Die Kleinstadt mit 7.000 Einwohnern ist bekannt für ihre Fachwerkhäuser und die Burg Hardeg, die dem Welfengeschlecht 200 Jahre lang als Sommerresidenz diente.

Hardegsen liegt westlich der Leine und östlich des Sollings, direkt am südwestlichen Rand des Höhenzuges Weper. Der Ort wird von der Espolde durchflossen, in die im Stadtgebiet der Schöttelbach mündet.

Wie so viele Orte wurde Hardegsen im Mittelalter immer wieder Opfer von Brandkatastrophen. Der letzte Großbrand vom 24. Dezember 1678 gilt als das einschneidendste Ereignis. Weil der Brand zum Zeitpunkt der heiligen Messe begann, kam kein Mensch zu Schaden, doch ein Großteil des Stadtkerns fiel der Feuersbrunst zum Opfer.

Das große Geld ist hier bis heute nicht zu Hause, und so sind nicht alle Häuser im historischen Ortszentrum perfekt gepflegt bzw. renoviert. Doch dadurch kann man sich einen Eindruck verschaffen, wie es in den Dörfern und Kleinstädten der strukturschwachen Region des Sollings früher aussah. In dieser Hinsicht hat sich der Abstecher deshalb absolut gelohnt.

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Am Südrand des Sollings

Am Südrand des Sollings
Uslar, 7. April 2026

Osterbrunnen vor dem Rathaus von Uslar

Von den Hannoverschen Klippen bin ich 25 km in östlicher Richtung an den Südrand des Sollings gefahren, dem riesigen Waldgebiet im Süden Niedersachsens, das auch ein klein wenig nach Hessen und nach Nordrhein-Westfalen hineinragt.

In der dünnbesiedelten Region bildet die 14.000 Einwohner-Stadt Uslar ein Mittelzentrum.

Der Stadtname kann historisch als „Waldstück in feuchter, sumpfiger Lage“ gedeutet werden. Die Bezeichnung passt, denn das waldreiche Gebiet wird von mehreren Wasserläufen durchflossen: Schwülme, Ahle, Martinsbach, Katzbach und Rehbach.

Dank der Lößböden ist das umliegende Becken sehr fruchtbar und hat einen hügeligen, ländlichen Charakter mit vielen Laub- und Nadelwaldflächen und Bachläufen.

Weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg von größeren Zerstörungen verschont blieb, hat sich im Ortszentrum vielfach die historische Bebauung erhalten. Dies gilt insbesondere für den Bereich um das hübsche Fachwerkrathaus, dem Heimatmuseum und der Stadtkirche St. Johannis. Nett ist das hier.

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Hoch über der Weser

Hoch über der Weser
Bad Karlshafen, 7. April 2026

Blick von den Klippen hinunter Richtung Würgassen. Neben der Weser die Trasse der Sollingbahn.

Dort, wo sich die Landesgrenzen von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen treffen, liegen hoch über dem Wesertal die „Hannoverschen Klippen“.

Von dort hat man einen eindrucksvollen Blick nach Westen Richtung Würgassen und nach Osten Richtung Bad Karlshafen, der nördlichsten Gemeinde von Hessen.

Die Weser trennt hier die Landschaft das Sollings im Norden vom südlich gelegenen Rheinhardswald.

In der vielfach flachen Landschaft Niedersachsens stellten die mehr als 80 Meter hohen Klippen eine geologische Besonderheit dar. Die Bezeichnung stammt noch aus dem 19. Jahrhundert, denn heute liegen sie ganz knapp auf Nordrhein-Westfälischem Gebiet. Doch der Name ist geblieben.

Es sind sieben Klippen im hoch aufragenden Wesersandstein, wobei die östlichste seit 2011 von der Aussichtsplattform des Weser-Skywalk gekrönt wird. Die Stahlkonstruktion schiebt sich noch ein paar Meter über die steil abfallende Felsformation in Richtung Fluss hinaus. Darunter die Weser und die Fahrtrasse der Sollingbahn. Ein wirklich sehenswerter Ort.

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Zwischenstopp in Brakel

Zwischenstopp in Brakel
Brakel, 6. April 2026

Marktplatz von Brakel mit dem historischen Rathaus und davor die Rolandsäule. Das weiße Gebäude links daneben ist die Alte Waage von 1350.

Auf halber Strecke zwischen Schwalenberg in Ostwestfalen und dem Dreiländereck von NRW, Niedersachsen und Hessen bei Bad Karlshafen mache ich in Brakel Station. 

Brakel mit seinen 16.000 Einwohnern gehört zum Kreis Höxter, dem östlichsten Kreis von NRW, zwischen Eggegebirge und Weser. Das Stadtgebiet erstreckt sich im Tal der Nethe.

Die Stadt gehörte im 14. Jahrhundert zur Hanse und war zu dieser Zeit gleichrangig mit Paderborn, Borgentreich und Warburg, was sich in einem eigenen Gerichts- und Marktrecht widerspiegelte. Bedeutende Handelswege kreuzten sich hier.

Aus dieser Zeit hat sich noch die Alte Waage am Marktplatz von 1350 erhalten. Daneben befindet sich das historische Rathaus mit Rolandsäule und dahinter die katholische Pfarrkirche St. Michael.

Mehrere Klöster prägten bis in die Neuzeit das Stadtbild von Brakel, darunter ein Kapuzinerkloster, ein Benediktinerinnenkloster und das Kloster Mariae Opferungstal. Wirkt auf mich alles ein wenig verschlafen hier, insbesondere an diesem frühen Ostermontag, aber durchaus ansehnlich.

( MITI )