So schön gerade, abends im Feld

So schön gerade, abends im Feld
Büttgen, 28. Mai 2026

Deutschland erlebt die erste Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen von mehr als dreißig Grad – und das bereits Ende Mai. Tagsüber verkrieche ich mich in meinem abgedunkelten Büro und lerne vor mich hin. Unterdessen hat sich Doxi im Garten mehrere Kuhlen gegraben und verdöst dort unter Hecken und Bäumen den Tag.

Aber Abends wird es dann richtig lieblich, wenn die Sonne untergeht und aus dem Boden eine leichte Kühle aufsteigt. Auf meiner Abendrunde im Feld staune ich, wie weit das Wachstum des Korns auf einigen Flächen bereits fortgeschritten ist. Ich vermute, keine vier Wochen mehr, und die ersten Ähren werden unter dem Getöse der Mähdrescher fallen. 

( Michael Tischer )

Ordentlich vor die Wand gesetzt

Ordentlich vor die Wand gesetzt
Büttgen, 27. Mai 2026

Da hat es sicher ordentlich Rumms gemacht

Oh wei, o wei, kürzlich habe ich mein Wohnmobil wegen einer Kleinigkeit in die Werkstatt gebracht. Die Reparatur war in kaum einer halben Stunde erledigt. Doch dann hat der Meister das Fahrzeug beim Rangieren in seiner Halle voll vor einen Wandvorsprung gesetzt. 

Ordentlich vor die Wand gesetzt

So sieht’s noch einmal etwas schrecklicher aus

Ist dabei ein ordentlicher Schaden an der Außenhaut des Alkovens entstanden. Und so wurde aus der Kleinigkeit eine Drei-Wochen-Aktion. Eigentlich wollte ich über Pfingsten unterwegs sein, aber das war dann nicht. Gut, dass ich noch nichts gebucht hatte.

Der Werkstatt war das Ganze natürlich hochnotpeinlich. Und sie konnten den Schaden auch gar nicht selbst reparieren, sondern nur eine spezialisierte Lackiererei.

Doch nun ist das Fahrzeug wieder zurück, und man sieht den Schaden kaum noch. Allerdings hat mein feines Womo zwei graue Zierstreifen am Dach verloren. Na, sei’s drum.

Wichtig ist natürlich, dass alles dicht ist und die innere Struktur des Alkovens ihre Stabilität nicht verloren hat. Doch das wird erst die Zeit zeigen. Soll ich nun den entstandenen Wertverlust einfordern? Ich weiß nicht. Wir alle machen Fehler.

( Michael Tischer )

Universität, Himmelgeist, Rheinbogen

Universität, Himmelgeist, Rheinbogen
D-Himmelgeist, 26. Mai 2026

Rheinstrand im Himmelgeister Rheinbogen. Gegenüber liegt auf Neusser Gebiet der Ortsteil Stürzelberg.

Nach meinem Besuch im Botanischen Garten Düsseldorf starte ich von dort eine 14 km lange Freestyle-Wanderung in den Himmelgeister Rheinbogen.

Vom Universitätsgelände geht es zunächst am lauschigen Brückenbach entlang, dann weiter zum Fleher Wasserwerk (leider abgesperrt) und zum Ortseingang des Düsseldorfer Stadtteils Himmelgeist. Dort entdecke ich einen kleinen Seitenweg, der mich direkt an den Rhein heranführt.

Genau wie im Düsseldorfer Norden bei Wittlaer und Kaiserswerth stehen auch hier im Düsseldorfer Süden in der ersten Reihe am Rhein einige großzügige, wunderschöne Häuser mit tollen Gärten

Bald erreiche ich die Himmelgeister Fähre die seit Jahrhunderten rüber auf „meine“ Seite des Rheins führte, heutzutage aber nur noch an Wochenenden verkehrt. Gegenüber liegt Uedesheim, das zu Neuss gehört. Der Rheinstrand neben dem Fähranleger Himmelgeist ist bereits ordentlich gefüllt, denn schon am Vormittag sind es heute wieder 28 Grad. Die ersten Menschen baden auch bereits im Rhein.

Ich laufe in südlicher Richtung erst am Stand entlang und später auf dem etwas höher gelegenen Feldweg, der die mit Kühen belegten Uferwiesen im Himmelgeister Rheinbogen umschließt. Bald erreiche ich den asphaltierten Rad- und Spazierweg, der quer durch den Rheinbogen verläuft. Diese Allee mit frisch ergrünten Bäumen soll heute mein Wendepunkt sein.

Wieder am Ortsrand von Himmelgeist angekommen, laufe ich zunächst durch den Park von Schloss Minkel, heute eine Wohnresidenz der Düsseldorfer Universität. Von dort geht es erneut quer durch Himmelgeist bis zur Uni, die ich nach knapp drei Stunden wieder erreiche. Gut, dass ich noch am Vormittag unterwegs war, denn am Ende dieser schönen Tour ist es in der hochstehenden Mittagssonne bereits fast schon ein wenig zu heiß zum Wandern.

( Michael Tischer )

Botanischer Garten der HHU

Botanischer Garten der HHU
Düsseldorf, 25. Mai 2026

Pflanzen im Kaltgewächshaus des Botanischen Gartens, einem großen Kuppelbau aus Glas

Heute habe ich endlich einmal den Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf besucht. Das 8 ha große Areal ist Teil des Universitätsgeländes im Süden der Landeshauptstadt unweit des Himmelgeister Rheinbogens.

Der Garten wird vom Institut für Botanik unterhalten und zeigt rund 6.000 Arten vor allem aus den gemäßigten Klimazonen. Für Smartphones gibt es einen kostenlosen Audioguide, mit dem man sich das Gelände und die Anpflanzungen wunderbar erschließen kann.

Im Herzen der Anlage steht ein Kaltgewächshaus in Form eines gläsernen Kuppelbaus mit einer Grundfläche von ca. 1000 m². Darin sind Pflanzen aus Gebieten mit warmen, trockenen Sommern und regenreichen Wintern beheimatet. Dies sind einerseits Pflanzen des Mittelmeerraums und der Kanarischen Inseln, aber andererseits auch Pflanzen aus Australien, Neuseeland, Asien, Südafrika, Chile und Kalifornien.

In der weitläufigen Anlage gibt es darüber hinaus eine Orangerie, ein Südafrika-Haus und in den Außenanlagen separate Bereiche für Pflanzen aus verschiedenen Erdregionen. In einem geschützten Bereich wird in größerem Umfang Bienenzucht betrieben. Durch den Zaun konnte ich eine Imkerin bei der Arbeit beobachten. Das fand ich besonders spannend.

( Michael Tischer )

Meisterschüler der Kunst in NRW

Meisterschüler der Kunst in NRW
Kornelimünster, 24. Mai 2026

Im großen Saal: Barocke Raumgestaltung trifft auf moderne Kunst

Im vergangenen Herbst habe ich im Kunsthaus NRW eine interessante Ausstellung gesehen, die der Entwicklung der Kunsthochschulen in NRW nach 1945, ihrer Professoren und Meisterschülern bis hin zu Joseph Beuys gewidmet war. Jetzt, im Frühjahr und Sommer 2026, folgt der zweite Teil, den ich gestern besucht habe.

Viele Ausstellungsräume sind erneut jeweils einem Professor:in und den Werken seiner/ihrer Meisterschüler:in gewidmet. Es sind wieder bekannte Namen dabei, und die Urheber einiger Werke erkenne ich sofort am Malstil. In meinen Augen eine sehr sehenswerte Ausstellung, die durch ein tolles Booklet ergänzt wird.

Darin erfährt man alles über die Professoren an der Kunstakademie Düsseldorf in der Zeit nach Beuys (1972), ihre Klassen, Lehransprüche, den Umgang mit ihren Schülern und welche heute bekannten Künstler daraus hervorgegangen sind.

In einigen Fällen sind aus den Meisterschülern später sogar selbst Professoren der Kunstakademie geworden. Dies gilt etwa für Gerhard Richter, Jörg Immendorff, Katharina Fritsch, Andreas Gursky, Thomas Schütte, Katharina Grosse und Gregor Schneider.

Hier eine Auswahl der Werke, die mir in der Ausstellung am besten gefallen haben. Einige davon habe ich bereits in anderen Ausstellungen gesehen. Das finde ich dann immer ganz lustig. Aus der Sicht eines Psychologie-Studenten würde ich sagen: Das Gehirn mag das 🙂

( Michael Tischer )

An Inde und Iterbach

An Inde und Iterbach
Kornelimünster, 23. Mai 2026

Das fruchtbare Iterbachtal ist reich an lauschigen Plätzen entlang des Flusses

Ich darf das ganze Pfingstwochenende durchstudieren, aber wenn ich bei dem herrlichen Wetter nicht auch ein wenig rauskomme, drehe ich durch. Also bin ich um 5:30 mit der Sonne aufgestanden, habe bis zum Mittag eine Vorlesung durchgearbeitet (Biologische Psychologie 5: Psychoneuroendokrinologie) und bin dann zum Wandern in die Nordeifel gefahren, nach Kornelimünster vor den Toren von Aachen. Hier beginnt auch der beliebte Eifelsteig.

Die 15 km lange Wanderung startet im Ortszentrum am Münsterplatz und führt mich zunächst hinauf zum Gallorömischen Tempelbezirk Varnenum aus der Zeit um Christi-Geburt. Von dort geht es in Richtung des Ortes Hahn und dahinter weiter durch das Naturschutzgebiet Wahlheim. Am Rande des Schutzgebiets steht das hübsche und aufwändig renovierte Schloss Friesenrath.

Kurz dahinter erreiche ich den südlichsten Punkt der Tour. Wieder Richtung Norden geht es durch die Ortsbebauung von Wahlheim ins grüne Tal des Hasbachs, der in Richtung Kornelimünster dem Iterbach zustrebt. Der Wanderweg führt jetzt durch eine Reihe von Kuhwiesen, die teilweise schon mit genüsslich wiederkauenden schwarz-weißen Holsteiner Kühen belegt sind. Der Iterbach nährt hier die saftigen Wiesen und strebt dabei der Inde entgegen.

Nach einer Passage durch die Randbebauung von Kornelimünster erreiche ich nach gut drei Stunden wieder meinen Startpunkt im Herzen von Kornelimünster. Eine schöne Tour mit einem gelungenen Mix aus Wald, Wiesen und Wasser, wobei ich sicher bin, einige Teilstrecken schon mit Doxi gelaufen zu sein. Ist aber bestimmt acht bis zehn Jahre her. Schade, dass mein geliebtes Doxi-Mädchen jetzt alt ist und nicht mehr mitkann.

( Michael Tischer )