Kranenburger Kreuzwallfahrt

Kranenburger Kreuzwallfahrt
Kranenburg, 30. Mai 2026

Weithin sichtbar: Der Turm von St. Peter uznd Paul, hier vom Marktplatz in Kranenberg

Ich finde es immer spannend, wenn in relativ kleinen Gemeinden übergroße Kirchen stehen. Da steckt dann meist etwas Besonders dahinter. So auch in der 11.000-Einwohner-Gemeinde Kranenburg am nördlichen Niederrhein bei Kleve.

Der Ort liegt nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Mittlerweile sind fast ein Drittel der Einwohner Niederländer, die auch täglich zum Arbeiten in die Niederlande pendeln und ihre Kinder in niederländischen Gemeinden zur Schule schicken. Es sind die günstigeren Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten in Deutschland, die die Familien zum Wohnen über die Grenze locken.

Die enorm große Kirche im Ortszentrum ist St. Peter und Paul geweiht und offiziell die Wallfahrtskirche zum Wundertätigen Kreuz. Der Legende zufolge soll ein Hirte aus Kranenburg zu Ostern 1279 eine geweihte Hostie in einen Baum im nahegelegenen Reichswald fallen gelassen haben. Bei der Fällung dieses Baumes 1308 sei dann die Christusfigur am Kreuz gefunden und in der Kirche von Kranenburg aufgestellt worden, wo sie schnell zum Ziel zahlreicher Pilger wurde.

Kranenburger Kreuzwallfahrt

Pilgerpforte der Kirche

Historisch nachweisbar ist die Kreuzverehrung in Kranenburg seit dem Ende des 14. Jahrhunderts. Ihren Höhepunkt erreichte sie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als die Spendengelder den Bau einer großen dreischiffigen Kirche ermöglichten, was dann auch meine Frage beantwortet, wie die große Kirche in den kleinen Ort kommt.

In der Frühen Neuzeit war die Kranenburger Wallfahrt besonders für Katholiken aus den protestantisch dominierten Niederlanden attraktiv. Auch die 1666 erschienene Geschichte der Kranenburger Kreuzverehrung des Stiftsdekans Johannes van Wanray in niederländischer Sprache verfasst, wie ich hier erfahre.

Die Wallfahrt gibt es bis heute und findet jährlich am ersten Sonntag nach Kreuzerhöhung (14. September) statt. Dann ziehen Pilger von nah und fern durch das große Pilgertor an der Frontseite der Kirche unter Gesang in die Kirche ein und feiern dort eine heilige Messe.

( Michael Tischer )

Anne Truitt im K20

Anne Truitt im K20
Düsseldorf, 29. Mai 2026

Anne Dean Truitt (1921-2004) war eine US-amerikanische Bildhauerin und Schriftstellerin, die als Pionierin des Minimalismus gilt und derzeit in einer großen Ausstellung im K20, Düsseldorf, gewürdigt wird.

Präsentiert werden Truitts bahnbrechende Skulpturen der frühen 1960er-Jahre, ihre farbig leuchtenden Arbeiten auf Papier, ihre Weiß-auf-Weiß Malerei und ihre tiefschwarzen Piths, eine ihrer letzten Bildserien.

Anne Truitt im K20Als die Minimal Art nach dem Zweiten Weltkrieg in New York entstand, schockierte sie mit ihren klaren Formen, seriellen Objekten und industriell produzierten Materialien. Truitt war einer der Wegbereiter dieser Bewegung. Besonders eindrücklich präsentieren sich die tiefdunklen Farbnuancen, die ihren Werken aus Holz Sinnlichkeit und Bedeutung verleihen.

In ihren Arbeiten verzichtete Truitt auf die Kälte der industriellen Minimal Art und transformierte Farbe und Form stattdessen zu Bedeutungsträgern für ihre persönlichen Erfahrungen und Gefühle.

Manche ihrer Bilder sind so reduziert, dass ich spontan an die Geschichte von „des Kaisers neue Kleider“ denken musste. Vielleicht ist da ja in Wirklichkeit gar nichts. Doch wenn man näher herantritt (soweit die Saalwächter das zulassen), entdeckt man auch in ihren fast wie monochrome Flächen wirkenden Werken feine Strukturen. 

Ich finde, man muss sich ein wenig darauf einlassen, um in den reduzierten Formen und Farben der Werke von Truitt Schönheit zu entdecken. Aber es funktioniert.

( Michael Tischer )

So schön gerade, abends im Feld

So schön gerade, abends im Feld
Büttgen, 28. Mai 2026

Sonnenuntergang zwischen Büttgen und Neuss

Deutschland erlebt die erste Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen von mehr als dreißig Grad – und das bereits Ende Mai. Tagsüber verkrieche ich mich in meinem abgedunkelten Büro und lerne vor mich hin. Unterdessen hat sich Doxi im Garten mehrere Kuhlen gegraben und verdöst dort unter Hecken und Bäumen den Tag.

Aber Abends wird es dann richtig lieblich, wenn die Sonne untergeht und aus dem Boden eine leichte Kühle aufsteigt. Auf meiner Abendrunde im Feld staune ich, wie weit das Wachstum des Korns auf einigen Flächen bereits fortgeschritten ist. Ich vermute, keine vier Wochen mehr, und die ersten Ähren werden unter dem Getöse der Mähdrescher fallen. 

So schön gerade, abends im Feld

Das gibt gutes Heu für die Pferde

( Michael Tischer )

Ordentlich vor die Wand gesetzt

Ordentlich vor die Wand gesetzt
Büttgen, 27. Mai 2026

Da hat es sicher ordentlich Rumms gemacht

Oh wei, o wei, kürzlich habe ich mein Wohnmobil wegen einer Kleinigkeit in die Werkstatt gebracht. Die Reparatur war in kaum einer halben Stunde erledigt. Doch dann hat der Meister das Fahrzeug beim Rangieren in seiner Halle voll vor einen Wandvorsprung gesetzt. 

Ordentlich vor die Wand gesetzt

So sieht’s noch einmal etwas schrecklicher aus

Ist dabei ein ordentlicher Schaden an der Außenhaut des Alkovens entstanden. Und so wurde aus der Kleinigkeit eine Drei-Wochen-Aktion. Eigentlich wollte ich über Pfingsten unterwegs sein, aber das war dann nicht. Gut, dass ich noch nichts gebucht hatte.

Der Werkstatt war das Ganze natürlich hochnotpeinlich. Und sie konnten den Schaden auch gar nicht selbst reparieren, sondern nur eine spezialisierte Lackiererei.

Doch nun ist das Fahrzeug wieder zurück, und man sieht den Schaden kaum noch. Allerdings hat mein feines Womo zwei graue Zierstreifen am Dach verloren. Na, sei’s drum.

Wichtig ist natürlich, dass alles dicht ist und die innere Struktur des Alkovens ihre Stabilität nicht verloren hat. Doch das wird erst die Zeit zeigen. Soll ich nun den entstandenen Wertverlust einfordern? Ich weiß nicht. Wir alle machen Fehler.

( Michael Tischer )

Universität, Himmelgeist, Rheinbogen

Universität, Himmelgeist, Rheinbogen
D-Himmelgeist, 26. Mai 2026

Rheinstrand im Himmelgeister Rheinbogen. Gegenüber liegt auf Neusser Gebiet der Ortsteil Stürzelberg.

Nach meinem Besuch im Botanischen Garten Düsseldorf starte ich von dort eine 14 km lange Freestyle-Wanderung in den Himmelgeister Rheinbogen.

Vom Universitätsgelände geht es zunächst am lauschigen Brückenbach entlang, dann weiter zum Fleher Wasserwerk (leider abgesperrt) und zum Ortseingang des Düsseldorfer Stadtteils Himmelgeist. Dort entdecke ich einen kleinen Seitenweg, der mich direkt an den Rhein heranführt.

Genau wie im Düsseldorfer Norden bei Wittlaer und Kaiserswerth stehen auch hier im Düsseldorfer Süden in der ersten Reihe am Rhein einige großzügige, wunderschöne Häuser mit tollen Gärten

Bald erreiche ich die Himmelgeister Fähre die seit Jahrhunderten rüber auf „meine“ Seite des Rheins führte, heutzutage aber nur noch an Wochenenden verkehrt. Gegenüber liegt Uedesheim, das zu Neuss gehört. Der Rheinstrand neben dem Fähranleger Himmelgeist ist bereits ordentlich gefüllt, denn schon am Vormittag sind es heute wieder 28 Grad. Die ersten Menschen baden auch bereits im Rhein.

Ich laufe in südlicher Richtung erst am Stand entlang und später auf dem etwas höher gelegenen Feldweg, der die mit Kühen belegten Uferwiesen im Himmelgeister Rheinbogen umschließt. Bald erreiche ich den asphaltierten Rad- und Spazierweg, der quer durch den Rheinbogen verläuft. Diese Allee mit frisch ergrünten Bäumen soll heute mein Wendepunkt sein.

Wieder am Ortsrand von Himmelgeist angekommen, laufe ich zunächst durch den Park von Schloss Minkel, heute eine Wohnresidenz der Düsseldorfer Universität. Von dort geht es erneut quer durch Himmelgeist bis zur Uni, die ich nach knapp drei Stunden wieder erreiche. Gut, dass ich noch am Vormittag unterwegs war, denn am Ende dieser schönen Tour ist es in der hochstehenden Mittagssonne bereits fast schon ein wenig zu heiß zum Wandern.

( Michael Tischer )

Botanischer Garten der HHU

Botanischer Garten der HHU
Düsseldorf, 25. Mai 2026

Pflanzen im Kaltgewächshaus des Botanischen Gartens, einem großen Kuppelbau aus Glas

Heute habe ich endlich einmal den Botanischen Garten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf besucht. Das 8 ha große Areal ist Teil des Universitätsgeländes im Süden der Landeshauptstadt unweit des Himmelgeister Rheinbogens.

Der Garten wird vom Institut für Botanik unterhalten und zeigt rund 6.000 Arten vor allem aus den gemäßigten Klimazonen. Für Smartphones gibt es einen kostenlosen Audioguide, mit dem man sich das Gelände und die Anpflanzungen wunderbar erschließen kann.

Im Herzen der Anlage steht ein Kaltgewächshaus in Form eines gläsernen Kuppelbaus mit einer Grundfläche von ca. 1000 m². Darin sind Pflanzen aus Gebieten mit warmen, trockenen Sommern und regenreichen Wintern beheimatet. Dies sind einerseits Pflanzen des Mittelmeerraums und der Kanarischen Inseln, aber andererseits auch Pflanzen aus Australien, Neuseeland, Asien, Südafrika, Chile und Kalifornien.

In der weitläufigen Anlage gibt es darüber hinaus eine Orangerie, ein Südafrika-Haus und in den Außenanlagen separate Bereiche für Pflanzen aus verschiedenen Erdregionen. In einem geschützten Bereich wird in größerem Umfang Bienenzucht betrieben. Durch den Zaun konnte ich eine Imkerin bei der Arbeit beobachten. Das fand ich besonders spannend.

( Michael Tischer )