Haben den Winter und die Umsetzung doch überlebt: unsere Teichrosen.
Im letzten Herbst hatte ich unseren Gartenteich saniert und mit Folie ausgelegt, weil die Betondecke über die Jahre Risse bekommen hatte. Dadurch verlor er immer mehr an Wasser. Doch dafür mussten erst einmal alle Pflanzen raus, die Seerosen und der gesamte Schilfbewuchs.
Nicht alles konnte ich hinterher wieder einsetzen. Ich hatte schon Befürchtung, die schönen Seerosen seien durch die Aktion kaputtgegangen. Doch jetzt sind wieder frische Knospen und auch die ersten Blüten da. Haben sie also doch überlebt. Wunderbar! Nur beim Schilf muss ich mir noch etwas einfallen lassen.
Die schwarze Teichfolie ist nicht wirklich hübsch, hält aber schön dicht.
Armin Mueller-Stahl im Interview zu seiner Werkgruppe mit den Portraits jüdischer Persönlichkeiten
Armin Müller-Stahl, vielfach geehrter Schauspieler mit Ost-Westdeutscher Biografie, ist heute 95 und immer noch bemerkenswert rüstig und geistig super präsent. Vor 20 Jahren, 2006, hat er seine Filmtätigkeit offiziell beendet und sich nach eigenen Worten einen neuen Beruf gesucht: Als Maler und Zeichner.
Das Schloss Moyland zeigt derzeit eine umfangreiche Ausstellung seiner Werke, die auch sein Filmschaffen und die biografischen Hintergründe des künstlerischen Multitalents (Schauspieler, Musiker, Maler) nicht ausspart.
Mueller-Stahl selbst kommt in einigen Videos zu Wort, in denen er die Hintergründe ausgewählter Werkgruppen beschreibt, beispielsweise die bemerkenswerten Portraits herausragender jüdischer Künstler, Intellektueller und Persönlichkeiten.
Mich hat diese Ausstellung mit starken Gefühlen zurückgelassen. Nicht nur, weil mir viele Werke von A.M.S und sein Malstil ausgezeichnet gefallen. Es rührt mich, einen so alten Menschen zu erleben, der noch voll da ist, die Potenziale seines Menschseins bis zuletzt verwirklicht und dabei weiterhin Großes schafft. Ganz großen Respekt und auch ein Stück weit Bewunderung für dieses ausgefüllte Leben!
Ausstellungsplakat
Armin Mueller-Stahl als Filmschaffender
Plakat zu einem berühmten DEFA-Film von 1963 mit A.M.S in einer der Hauptrollen
DEFA-Film von 1977 mit A.M.S in der Hauptrolle
A.M.S in seinem Atelier
A.M.S hat Violine und Musikwissenschaft studiert, bevor er zur Schauspielerei wechselte
A.M.S., Portrait von Paul Kohner (einflussreicher Talentagent in Hollywood), 2020
A.M.S, Portrait von Franz Kafka, 2020
A.M.S, Protrait von Bruno Walter, 2020
A.M.S, Portrait von Yeshayahu Leibowitz, 2019
A.M.S., Portrait von Billy Wilder, undatiert
A.M.S., Portrait von Karl Marx, 2020
A.M.S, Europaparlament, 2019
A.M.S, Night on Earth -Helsinki, 2003
A.M.S, Kinder des Olymp, undatiert
A.M.S., Terror in Paris, 2015
A.M.S., Urfaust – Die Vergänglichkeit des Irdischen, undatiert
A.M.S., Illuminati, 2009
A.M.S, Wenn aus 80 Millionen ein Weltmeister wird, 2015
A.M.S, Allegro furioso (München New York), 2017
A.M.S., Allegro expressiv (Porgy and Bess), 2015
A.M.S., die Nazis und der Nahe Osten, 2015
A.M.S., Kardinäle diskutieren über Sex in der Kirche, 2014
A.M.S, Er selbst im Film ’12 Geschworenen‘, undatiert
A.M.S., Er selbst im Film ‚Die Treuhänderin‘, undatiert
A.M.S, Er selbst im Stück ‚Arzt wider Willen‘, undatiert
A.M.S., Er selbst im Film ‚Die Königskinder‘, undatiert
A.M.S., Er selbst im Film ‚Nackt unter Wölfen‘, undatiert
A.M.S., Er selbst im Film ‚Das Geisterhaus‘, 2023
A.M.S., Er selbst im Film ‚Das unsichtbare Visier‘, undatiert
Schloss Moyland umringt von Pavillons der „Frühlings-Partie“
Immer wieder ein Genuss, Schloss Moyland mit seinen herausragenden Ausstellungen, dem imposanten historischen Gebäudeensemble und dem tollen Park mit Skulpturen namhafter Künstler zu erleben.
Bei meinem Besuch der Ausstellung von Armin Mueller-Stahl lief im Park gleichzeitig die „Frühlings-Partie“ mit zahlreichen Ausstellern und Anbietern von Garten- und Mode-Acessoires bis hin zu Gemälden und lokalen Spezialitäten von nah und fern.
Mich hat das alles nicht so wahnsinnig interessiert, und trotzdem habe ich die Veranstaltung gerne mitgenommen, als bunte Umrahmung meines Kunstbesuchs. Schön, dass ich nach fünf Jahren wieder einmal auf Moyland war.
Udo, gesehen an einem Verkaufsstand der Frühlings-Partie
Gestern war ich in einem ganz spannenden Naturschutzgebiet in den Niederlanden am Rhein unterwegs, kurz nachdem dieser das Deutsche Staatsgebiet verlassen und sich auf holländischer Seite in Waal und Pannerdensch Kanaal aufgespalten hat.
Beim Eintreffen am Wanderparkplatz zwischen den niederländischen Gemeinden Kekerdom und Millingen aan de Rijn trifft mich ein Deja-Vu: Hier war ich doch schon einmal!?
Und tatsächlich, ein Blick in den Blog erinnert mich daran, dass ich hier im Spätherbst 2008 schon einmal wandern wollte. Nur war es damals so kalt, matschig und stürmisch, dass ich die Wanderung nach kurzer Zeit abgebrochen habe.
Also, heute auf Neues, und das bei perfektem Wanderwetter. Es geht entlang einer knapp 10 Kilometer langen Route, die einmal rund um die Millinger Waard und entlang des Rheins führt. Das Gebiet dient als Überflutungsfläche bei Rheinhochwassern, um die angrenzende Großstadt Nimwegen zu schützen.
Skulptur im Theetuin
Die Millinger Waard ist durchzogen von Wald, Seen, Kanälen und Weideflächen, die von Wildrindern und Wildpferden beweidet werden. Von den Tieren bekomme ich heute aber nichts zu sehen.
Dafür machen die Führungsdalen (Gleitstäbe) an einer schwimmenden Vogelbeobachtungshütte deutlich, wie hoch das Wasser hier steigen kann: Bestimmt sieben Meter ragen die massiven Metallsäulen beim aktuellen eher niedrigen Wasserstand in die Lüfte. Wenn Hochwasser die Vogelbeobachtungsstation entlang dieser Stäbe nach oben drückt, stehen hier bald alle Wege metertief unter Wasser.
Mein Ziel auf halber Strecke ist der weithin bekannte Theetuin (Teegarten) ein privat geführter Park mit Gastronomie am Rheinufer, der viele Besucher anzieht und im Prinzip nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar ist. Als ich dort eintreffe, öffnet die Anlage gerade und auf einer der Zierflächen wird noch fleißig Yoga praktiziert. Könnte ich doch eigentlich gut mitmachen … 🙂
Windmühle am Rande des Gebiets
Kleine Tümpel …
Kleine Seen …
Schwimmende Vogelbeobachtungsstation
Ein Paradies für Wasservögel
Eingang zum Theetuin
Bauten im Theetuin
Überall gibt es abgeteilte Flächen mit Sitzecken
Die reiche Zahl an Stühlen lässt auf viele Besucher schleßen
Überall gibt esSkulpturen
Dort hinten wird gerade noch im Freien Yoga praktiziert
Der Rhein mit Fahrradweg am Rande der Millinger Waard
An manchen Stellen im NSG blüht es sogar noch
Ohne diesen Damm müsste ich 9 Kilometer zurücklaufen
Weithin sichtbar: Der Turm von St. Peter uznd Paul, hier vom Marktplatz in Kranenberg
Ich finde es immer spannend, wenn in relativ kleinen Gemeinden übergroße Kirchen stehen. Da steckt dann meist etwas Besonders dahinter. So auch in der 11.000-Einwohner-Gemeinde Kranenburg am nördlichen Niederrhein bei Kleve.
Der Ort liegt nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt. Mittlerweile sind fast ein Drittel der Einwohner Niederländer, die auch täglich zum Arbeiten in die Niederlande pendeln und ihre Kinder in niederländischen Gemeinden zur Schule schicken. Es sind die günstigeren Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten in Deutschland, die die Familien zum Wohnen über die Grenze locken.
Die enorm große Kirche im Ortszentrum ist St. Peter und Paul geweiht und offiziell die Wallfahrtskirche zum Wundertätigen Kreuz. Der Legende zufolge soll ein Hirte aus Kranenburg zu Ostern 1279 eine geweihte Hostie in einen Baum im nahegelegenen Reichswald fallen gelassen haben. Bei der Fällungdieses Baumes 1308 sei dann die Christusfigur am Kreuz gefunden und in der Kirche von Kranenburg aufgestellt worden, wo sie schnell zum Ziel zahlreicher Pilger wurde.
Pilgerpforte der Kirche
Historisch nachweisbar ist die Kreuzverehrung in Kranenburg seit dem Ende des 14. Jahrhunderts. Ihren Höhepunkt erreichte sie in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als die Spendengelder den Bau einer großen dreischiffigen Kirche ermöglichten, was dann auch meine Frage beantwortet, wie die imposante Kirche in den kleinen Ort kommt.
In der Frühen Neuzeit war die Kranenburger Wallfahrt besonders für Katholiken aus den protestantisch dominierten Niederlanden attraktiv. Auch die 1666 erschienene Geschichte der Kranenburger Kreuzverehrung des Stiftsdekans Johannes van Wanray in niederländischer Sprache verfasst, wie ich hier erfahre.
Die Wallfahrt gibt es bis heute und findet jährlich am ersten Sonntag nach Kreuzerhöhung (14. September) statt. Dann ziehen Pilger von nah und fern durch das große Pilgertor an der Frontseite der Kirche unter Gesang in die Kirche ein und feiern dort eine heilige Messe.
Anne Dean Truitt (1921-2004) war eine US-amerikanische Bildhauerin und Schriftstellerin, die als Pionierin des Minimalismus gilt und derzeit in einer großen Ausstellung im K20, Düsseldorf, gewürdigt wird.
Präsentiert werden Truitts bahnbrechende Skulpturen der frühen 1960er-Jahre, ihre farbig leuchtenden Arbeiten auf Papier, ihre Weiß-auf-Weiß Malerei und ihre tiefschwarzen Piths, eine ihrer letzten Bildserien.
Als die Minimal Art nach dem Zweiten Weltkrieg in New York entstand, schockierte sie mit ihren klaren Formen, seriellen Objekten und industriell produzierten Materialien. Truitt war einer der Wegbereiter dieser Bewegung. Besonders eindrücklich präsentieren sich die tiefdunklen Farbnuancen, die ihren Werken aus Holz Sinnlichkeit und Bedeutung verleihen.
In ihren Arbeiten verzichtete Truitt auf die Kälte der industriellen Minimal Art und transformierte Farbe und Form stattdessen zu Bedeutungsträgern für ihre persönlichen Erfahrungen und Gefühle.
Manche ihrer Bilder sind so reduziert, dass ich spontan an die Geschichte von „des Kaisers neue Kleider“ denken musste. Vielleicht ist da ja in Wirklichkeit gar nichts. Doch wenn man näher herantritt (soweit die Saalwächter das zulassen), entdeckt man auch in ihren fast wie monochrome Flächen wirkenden Werken feine Strukturen.
Ich finde, man muss sich ein wenig darauf einlassen, um in den reduzierten Formen und Farben der Werke von Truitt Schönheit zu entdecken. Aber es funktioniert.
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