Bei uns im Rheinland startet gerade die Kirschblüte. Heute Vormittag habe ich die Langen Foundation besucht, um zu schauen, wie weit die Blüte der Japanischen Zierkirschen dort bereits gediehen ist. Die Blüten sind tatsächlich alle da, einige haben sich auch bereits geöffnet, aber die ganz große Blüte startet wohl erst in den kommenden Tagen. Trotzdem haben sich bereits jetzt einige sehr schöne Fotomotive ergeben, finde ich.
Die Kirchblüte: Ausdruck des wiedererwachenden Lebens
Eingang zur Ausstellung im Museum Küppersmühle, Duisburg
In einer frisch eröffneten Wechselaustellung präsentiert das Museum Küppersmühle rund 80 Arbeiten aus dem umfassenden Schaffenswerk von Gerhard Hoehme (1920-1989) , Künstler und Kunstprofessor an den Universitäten Düsseldorf und Gießen.
Hoehme zählt zu den richtungsweisenden Künstlern der Abstraktion und des Informel in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Er hat ein facettenreiches, experimentelles Werk am Übergang zwischen Malerei und Objektkunst geschaffen. Seine frühen Bilder sind tachistisch-lyrisch, und ab 1957 begann er, das konventionelle Bildformat zu verlassen und verschiedene plastisch-malerische Erscheinungsformen von Farbe zu erproben.
Ab 1965 entstanden erste Raumobjekte und -installationen mit Schnüren und Schläuchen aus Kunststoff. Die aus dem Bild heraus weisende Schnur wird zu einem essenziellen Ausdrucksmittel. Hoehme sah seine Werke als Energiefelder, die unmittelbare Verbindungen zwischen Raum und Betrachter herstellen. Seine poetischen, assoziativen Bildtitel steigern die Vielschichtigkeit seiner Arbeiten und verweisen auf den intensiven Austausch mit Literatur und Musik.
Hoehme in seinem Atelier
Gerhard Hoehme setzte sich mit Geschichte, Politik und Mythos auseinander. Er war ein artiste engagé, dessen Einfluss weit über die rein formalen Aspekte seines Werkes hinausreichte. Als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf prägte er jüngere Künstler wie Sigmar Polke oder Chris Reinecke.
Zur Zeit der Studentenunruhen 1968 und der revolutionären Lehransätze von Joseph Beuys überdachte Gerhard Hoehme an der Kunstakademie Düsseldorf in zahlreichen Texten die Situation der Akademie und entwickelte Gedanken zu Reformen.
Das früheste Bild der Schau stammt von 1951, das späteste entstand 1988, ein Jahr vor Hoehmes Tod an seinem Wohnort Neuss. Die Schau ist auf besonderen Wunsch des MM-Stifterehepaars Sylvia und Ulrich Ströher zustande gekommen, wobei Ulrich Ströher im Herbst 2025 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.
Ausstellungsplakat
Hoehme-Zitat
Hohme malend, Pollock-Style
Gerhard Hoehme, Lebensraum, 1960
Gerhard Hoehme, Ökotop, 1957
Gerhard Hoehme, Hymne an Heraklit, 1959
Gerhard Hoehme, die Ableitung zur Abmessung, 1981
Gerhard Hoehme, der Lauscher (Lauscher auf die Schwingungen des Raums), 1969
Gerhard Hoehme, rrr . sss . ttt = 3 Systeme, 1975
Gerhard Hoehme, Zazzaruto-Billy, 1970
Gerhard Hoehme, Ohne Titel, 1972
Gerhard Hoehme, an der Schwelle zu Heliopolis – an jedem Ufer ein anderes Bild, 1988
Gerhard Hoehme, Spuren im Kosmos paroxistische Spuer, 1953
Titelbild zur Ausstellung: Bodo Boden, Whoom (Mondfähre), 1970
An der Zufahrtsstraße zum Konsumheiligtum „Centro Oberhausen“ liegt auch die Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen. Das Museum geht auf das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig zurück, die bereits während ihres Studiums in den 1960er Jahren begannen, erste Werke zusammenzutragen. Heute sind es tausende von Objekten, die in der Stiftung Ludwig gebündelt sind, die mehrere Ludwiggalerien und Ludwigmuseen im Rheinland und darüber hinaus unterhält.
Der Stiftungsableger „Ludwiggalerie Oberhausen“ zeigt derzeit eine viel beachtete Schau, die sich der Druckgrafik aus den Siebzigern widmet, die man gemeinhin der Deutschen Pop Art zurechnet. Diese Sammlung geht auf den Düsseldorfer Rechtsanwalts Heinz Beck zurück und wird sonst im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum aufbewahrt. Die weit über 100 Werke machen deutlich, dass sich die German Pop Art im internationalen Vergleich nicht verstecken muss.
Neben Motiven des Alltags und der Konsumwelt sind die gezeigten Arbeiten von Künstler*innen wie Almut Heise, Bodo Boden, Peter Sorge, Gerno Bubenik, Klaus Staeck, Joseph Beuys oder Sigmar Polke, geprägt von Kritik am politischen Zeitgeist, Anti-Kriegs-Haltungen und Vergangenheitsbewältigung. Es handelt sich um Werke, die vielfach Bewegungen wie Fluxus, ZERO oder dem Kapitalistischem Realismus zugeordnet werden. In ihnen drückt sich der radikale Wille zu einer Demokratisierung der Kunst aus, das viele deutsche Künstler*innen dieser Zeit verfolgten. Indem sie sich der Druckgrafik, Auflagenkunst und Multiples bedienen, erreichten sie eine breite Öffentlichkeit – und heute wieder, mit dieser gelungenen Ausstellung.
Ludwiggalerie im Schloss Oberhausen
Bodo Boden, Elefant, 1970
Bodo Boden, Racing, 1969
Peter Sorge, Wege zu Kraft und Schönheit (Black Power), 1970
Peter Sorge, Auf dem Markt wird wieder scharf geschossen, 1969
Peter Sorge, Gute Besserung für Andy, 1968
Wolf Vostell, Objekt B 52, 1968
WolfVostell, Atombombe, 1967
Fritz Köthe, Superstar (Kawasaki), 1973
Carl Bianga, Vestsommer, 1974
Michael Jens Barge, Fernsehen Studienblatt, 1973
Ferdinand Kriwet, Peom print blau und weiß, 1969
Gernot Bubenik, Organische Form, 1967
Gernot Bubenik, Gehirn des Universums, 1965
Hans-Peter Alvermann, Die Freiheit beginnt unterm Rasen, 1966
Hans-Peter Alvermann, Brot für den Hunger in der Welt, 1966
Thomas Bayrle, Herzensbrecher, 1970
Thomas Bayrle, VW Käfer, 1969
Sine Hansen, Schere, 1967
Rissa, Der Koch II, 1969
Peter Brüning, Autobhahndenkmal, 1968
Reinhard Voigt, Tulpen, 1974
Uwe Lause, Interieur, 1967
Werner Berges, Hund, 1967
Klaus Staeck, Direkte Werbung (Nikitinarm), 1970
Hans Jürgen Diehl, Paar, 1965
Lampert Wintersberger, Ohne Titel, 1973
Werner Höfer, Schiff for T., 1968
Gernot Bubenik, Blütezeit der integrierten Schaltung, 1969
Peter Brüning, Landkarte, 1964
Mary Bauermeister, Sketch for Tanglewood, 1966
Joseph Beuys, Heiden und Mythen, 1971
Almut Heise, Wohnzimmer mit Fernseher, 1968
Klaus Staeck, Vietnamesische Vegetation nach der Berührung mit der US-Kultur, 1970
Gerhard Richtrer, Mao, 1969
Klaus Staeck, Postkarten, 1971
Timm Ulrichs, Ich kann keine Kunst mehr sehen, 1975
Showdown vor der Badewanne: Neu (links) gegen Alt (rechts)
Manchmal nützt es ja nichts, wenn die Farbe stimmt – auch das Design muss was hermachen. Schon lange hat mich die große gelbe 10-Liter Gießkanneim Bad gestört. Einfach zu sehr industrial und zu wenig lieblich für dieses Umfeld. Jetzt habe ich endlich Ersatz gefunden: Die Xala-Gießkanne „Chai“ im Design einer überdimensionalen Kaffeekanne. Gibt es in vielen Baumärkten und im Versandhandel. Passt doch gut, oder? Darf die gelbeendlich wieder in den Garten 🙂
Zufahrt zu Schloss Nörvenich, die frühere Burg Gymnich
Für den 100 km langen Rückweg von Gemünd/Schleiden nach Neuss habe ich heute einmal nicht wie gewohnt die Autobahnen A1 und A61 gewählt. Vielmehr bin ich quer durch die Zülpicher Börde über die Bundesstraße 477 gefahren, die von Neuss nach Tondorf verläuft. In wesentlichen Teilen folgt diese moderne Bundesstraße der Route einer alten römischen Heerstraße von Neuss nach Trier, die zwischen 22 und 19 v. Chr. von Marcus Vipsanius Agrippa erbaut wurde.
Für mich ist die B477 eine legendäre Straße, weil ich darüber in der Kindheit mit meinen Eltern gerollt bin, wann immer wir Tagesausflüge in die Eifel unternommen haben.
Kurz hinter Neuss ging es rauf auf die Bundesstraße und dann immer weiter einfach geradeaus, bis wir nach zwei Stunden in einer fremden Welt ausstiegen – in der Eifel. Dort gab es viel zu sehen und zu erleben und immer auch ein feines Picknick mit kalten Schnitzelchen und Muttis geliebten Blechkuchen. Unvergessliche Eindrücke, die ich heute nach einmal nacherleben wollte.
Vor allem wollte ich das Dörfchen Nörvenich auf halber Strecke der B477 besuchen, an dem ich bislang immer vorbeigefahren bin. Bekannt ist Nörvenich vor allem für den Fliegerhorst Nörvenich, auf dem heute das Taktische Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“ mit seinen 30 Eurofightern stationiert ist.
Doch ich habe ich mir das hübsche Schloss am Nesselbach in der Nähe des Marktplatzes angeschaut und bin ein wenig mit Doxi im angrenzenden Wald spazieren gegangen. Alles nichts Besonderes, aber irgendwie ganz süß dieses Nörvenich, eine „Kleine Gemeinde mit großem Herz“, wie sich der Ort selbst beschreibt.
Das Schloss befindet sich seit 1980 im Besitz der Familie Bodenstein, die die ursprüngliche „Gymnicher Burg“ in jahrelanger Arbeit vollständig renoviert und darin unter dem Namen „Museum Arno Breker Schloß Nörvenich“ die einzige öffentlich zugängliche Sammlung von Kunstwerken des Bildhauers Arno Breker in Deutschland eingerichtet hat. Doch die habe ich heute leider verpasst.
Der Neffelbach durchläuft Nörvenich von Süd nach Nord
Heute trockengefallener Wassergraben um das Schloss
Ziemlich komplexe Apperatur, ein solches WordPress-System
Dieser WordPress-Blog ist so etwas wie mein persönliches Tagebuch. Fast viertausend Beiträge sind in den letzten 20 Jahre entstanden. Wenn man bedenkt, dass jeder Beitrag grob gerechnet eine Arbeitsstunde in Anspruch nimmt, für Fotos und Text, sowie die gesamte Wartung und Pflege des Systems, dann kommen für die 4.000 Beiträge annähernd zwei Arbeitsjahre á 40 Wochenstunden zusammen. Das hätte ich auch nicht gedacht.
Vielleicht nachvollziehbar, dass ich da ein wenig nervös werde, wenn der Blog plötzlich nicht mehr funktioniert. Backups habe ich genug, aber meistens entstehen ja Schwierigkeiten, wenn eine neue Software-Version von WordPress, eine neue PHP-Version (die Programmiersprache von WordPress) oder einzelne wichtige Erweiterungen (sogenannte Plugins) aktualisiert werden. Und dann geht es meistens nicht so einfach zurück, ohne Inhalte oder Funktionen zu verlieren.
Gerade hatte ich für zwei Wochen eine richtige Blog-Krise mit WordPress 6.9 und PHP 8.4. Leser werden es vermutlich gar nicht bemerkt haben, weil der Abruf der bisherigen Beiträge weiterhin einwandfrei funktionierte. Aber hinter den Kulissen knirschte es gewaltig – ich konnte keine neuen Fotos mehr hochladen, keine alten Beiträge editieren oder neue erstellen.
Und weil ein ausgefeilter WordPress-Blog ein komplexes Stück Software ist, bei dem auch so manches unsichtbar parallel im Hintergrund läuft, habe ich zwei Wochen immer wieder herumbasteln müssen, bis ich die ganze Maschinerie wieder gut am Laufen hatte. Kleine Defizite bleiben, aber mit denen kann ich erst einmal lesen. Gott sei Dank.
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