Bergringstadt Teterow

Bergringstadt Teterow
Teterow, 14. Juni 2024

Blick über den Mühlenteich

Bevor wir die Urlaubsregion Mecklenburgische Schweiz verlassen, besuchen wir noch den Hauptort Teterow am Teterower See.

Teterow ist überregional bekannt für seine Altstadt mit vielen Baudenkmalen. Ein wiederkehrendes Highlight ist das traditionsreiche Pfingst-Motorradrennen auf dem Bergring, das Tausende von Besuchern anzieht.

Teterow rühmt sich, den geografischen Mittelpunkt von Mecklenburg-Vorpommern zu bilden. Seit 2017 trägt die Stadt den Beinamen „Bergringstadt“.

Nicht sichtbar, aber zeithistorisch interessant sind die Aktivitäten der DDR-Staatssicherheit in einer als „Erholungsheim Bergring“ getarnten Ausbildungsstätte am Stadtrand.

Seit den 197er Jahren wurden dort insgesamt mehr als 1000 Kämpfer des südafrikanischen African National Congress im Guerilla- und Nahkampf ausgebildet. Viele der Absolventen stiegen nach 1994 in leitende Positionen der südafrikanischen Streitkräfte auf.

( MITI )

Landstadt Malchin

Landstadt Malchin
Malchin, 14. Juni 2024

Stadtpark hinter der St.-Johannis-Kirche

Ich arbeite mit weiter durch die Mitte von Mecklenburg Richtung Westen voran.

Am Rande der waldreichen Mecklenburger Schweiz, zwischen Kummerower See und Malchiner See, liegt die Kleinstadt Malchin.

Aus einer slawischen Fischersiedlung hervorgegangen, wurde das Dorf 1215 erstmals urkundlich unter dem Namen „Malekin“ erwähnt.

Ab 1220 wurde die Stadt planmäßig mit rasterförmigem Straßennetz angelegt. Im Mittelpunkt des Rasters befanden sich der Markt und die Kirche, außen herum wurde nach und nach eine Wehrmauer angelegt.

Diese Anordnung ist bis heute erkennbar. Mit dieser Struktur entspricht Malchin zahlreichen weiteren Städten in der Region, die ich in den letzten zehn Tagen besucht habe.

( MITI )

Reiz der Ruinen

Reiz der Ruinen
Dargun, 13. Juni 2024

Schlossruine Dargun

Wir beschließen den zwölften Tag unserer Reise in Dargun. Die kleine Stadt liegt in einem Seitental der Peene, wenige Kilometer nördlich des Kummerower Sees, in dem die Peene ihren Ausgang nimmt.

Überregional ist Dargun für seine große und eindrucksvolle Schlossruine bekannt, in der jährlich in den Sommermonaten Kulturveranstaltungen stattfinden.

Das Schloss ging auf ein Zisterzienserkloster zurück, das bereits 1552 säkularisiert wurde und fortan als Nebenresidenz des Herzogs Ulrich von Mecklenburg und seiner Nachfahren diente.

Die Klosteranlage wurde ab 1590 zunächst als Jagdschloss und später zur Renaissanceresidenz umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss erheblich zerstört, später aber in noch größerer Pracht wiederaufgebaut.

Doch den Zweiten Weltkrieg überlegte die Anlage nicht. In den letzten Kriegstagen 1945 fiel der gesamte Komplex der Brandschatzung durch Rotarmisten zum Opfer.

Der Abbruch der Ruinen konnte jedoch verhindert werden. Seit den 1990er Jahren engagieren sich Bürger und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für die Erhaltung und Sicherung der Ruinen. Es wurde Raum für Stadtinformation, die Stadtbibliothek und das Archiv geschaffen. Heute ist die Anlage ein beliebter Aufführungsort.

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Hansestadt Demmin

Hansestadt Demmin
Demmin, 13.06.2024

Hebebrücke über die Peene („Kahldenbrücke“) am Hafen

Unsere nächste Station an der Peene flussaufwärts ist die alte Hansestadt Demmin. Auf dem Weg von Loitz kommend, passieren wir entlang der Bundesstraße zunächst die markante Peene-Schleife im Ortsteil Randow kurz vor Demmin.

Am Hafen von Demmin stehen wir dann einige Minuten vor der geöffneten Kohldenbrücke, die gerade einem Sportboot auf der Peene den Weg frei macht.

Die Stadt und ihre nähere Umgebung sind ein beliebtes Urlaubsziel für Nautrliebhaber. Im Ort fließen die drei Flüsse Peene, Trebel und Tollense zusammen.

Demmin gehört heute verwaltungstechnisch zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, war aber über Jahrhunderte fester Bestandteil von Vorpommern.

1283 trat Demmin der Hanse bei. Von mittelalterlicher Blüte und Reichtum zeugen bis heute das mächtige Luisentor und die große St. Bartholomaei-Kirche. Sieht man einmal von dem prächtig wiedererrichteten Rathaus ab, dominiert ansonsten die typische DDR-Nachkriegsbebauung.

Unter dem Stichwort „Massenselbstmord von Demmin“ ging die Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte ein. Obwohl die Stadt kampflos an die Rote Armee übergeben worden war, kam es zu massiven Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, auch als Vergeltung für die heimtückische Vergiftungsaktion eines deutschen Apothekers an russischen Offizieren.

Aus Angst vor Gräueltaten und der Rache der Sieger sollen sich bis zu 1.000 Mensen – fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern – erhängt oder in der Peene ertränkt haben. In den folgenden Jahrzehnten wurde diese Ereignisse mehrfach verfilmt. Schrecklich dieses Leid.

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Fast wie in Holland

Fast wie in Holland
Loitz, 13.06.2024

Das wirkt ja ein wenig wie in Holland, hier

Tag
12
Am Lauf der Peene wurden seit der Deutschen Wiedervereinigung mehrere Klappbrücken errichtet. Das lässt die Hafenansichten  stellenweise wirken, als befände man sich in Holland. So auch an den Quais von Loitz.

Der Ortsname geht auf die slawischen Lutizen zurück, deren Siedlungstätigkeit rund um den Hafen für das 10. Jahrhundert n.Chr. archäologisch nachgewiesen wurde.

Die Loitzer Stadtkirche St. Marien fand 1299 erstmalig Erwähnung in den Chroniken. In der historischen Altstadt ist bis heute das enge Straßenraster aus dieser Zeit prägend, deshalb gibt es zahlreiche Einbahnstraßen.

In Ermangelung große Arbeitgeber ist die Stadt nach der Deutschen Wiedervereinigung nicht wirklich aufgeblüht.

Doch man ist bemüht, ein ansprechendes Stadtbild zu schaffen. Beispielsweise durch subventionierte Sreetart-Arbeiten auf leerstehenden Häusern und Häuserwänden. Das sieht an einigen Stellen wirklich ansprechend aus, finde ich.

( MITI )

Dorfidyll an der Peene

Dorfidyll an der Peene
Stolpe / Peene, 13. Juni 2024

Doxi schaut den Gänsen auf der Peene hinterher

Ist das eine Seelenruhe hier: Fährt man die Peene von Anklam flussaufwärts, kommt man nach wenigen Kilometern in das idyllische Dorf Stolpe.

Dort gibt es gerade einmal ein paar Dutzend Häuser. Und unten am Fluss hat es eine saisonal betriebene Personenfähre über die Peene sowie eine kleine Marina mit Bootsverleih.

Zwischen Fähre und Sportboothafen befindet sich – liebevoll wiederhergerichtet – der alte Dorfkrug und gegenüber die Ruine eines mittelalterlichen Klosters.

Gleich daneben residiert ein nobles, aber zurückhaltendes Landhotel auf dem riesigen Gelände eines ehemaligen Gutshofs.

Kein Wunder, dass es hier kaum Parkplätze gibt – die Einheimischen genießen es offensichtlich, unter sich zu bleiben. Kann man in diesem kleinen Paradies irgendwie auch nachvollziehen.

( MITI )