Die Türen von Pasewalk

Die Türen von Pasewalk
Pasewalk, 8. Juni 2024

Gerne auch mit Ziergittern vor den Glaselementen

Hier meine Ausbeute an Türen und Portalen aus Pasewalk, der früheren Heimat des geschichtsträchtigen pommerschen Kürassier-Regiments „Königin“ nahe der polnischen Grenze an der Oder.

( MITI )

Kürassierstadt Pasewalk

Kürassierstadt Pasewalk
Pasewalk, 8.06.2024

Prenzlauer Tor  mit Heimatmuseum

Unser Übernachtungsort heute ist Pasewalk an der mittleren Uecker, rund 20 km westlich der polnischen Grenze.

Der mittelalterliche Stadtkern bildet eine Ellipse, die heute noch an der weitgehend erhaltenen Stadtmauer mit vier Toren nachvollzogen werden kann.

Die Stadt bestand aus der von Wenden gegründeten Unterstadt sowie einer sich daran anschließenden neueren, von deutschen Siedlern gegründeten Oberstadt.

In der Preußenzeit blühte die Stadt auf. Wegen des zu dieser Zeit berühmten Pommerschen Kürassier-Regiments Nr. 2, das in Pasewalk beheimatet war, trug die Stadt auch den Namen „Kürassierstadt Pasewalk“.

Das Regiment genoss hohes Ansehen, nachdem es 1745 während des Zweiten Schlesischen Krieges einen vorentscheidenden Sieg gegen Österreich errungen hatte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das historische Stadtzentrum bei einer Offensive der Roten Armee im April 1945 weitgehend vernichtet.

Das sorgt bis heute für einen kuriosen Stilmix: zwischen zahllosen DDR-Nachkriebsbauten – von anspruchsvoll bis hässlich – reihen sich immer wieder einzelne oder kleine Gruppen erhaltener Bauwerke der Vorkriegszeit ein. So eng durchmischt habe ich das auf meinen Reisen im Gebiet der ehemaligen DDR so bisher nicht erlebt.

( MITI )

Im Land der Ukranen

Im Land der Ukranen
Torgelow, 8. Juni 2024

Typische slawische Siedlung der Ukranenzeit

Auf dem Weg von Ueckermünde Richtung Süden folgen wir der Uecker in Richtung Pasewalk. Auf halber Strecke liegt Torgelow, wo sich die Uecker idyllisch durch den Orstkern schlängelt.

An der Ueckerbrücke liegt das historische Zentrum mit der Christuskirche, der Schlossruine Torgelow, der hübschen Villa Friedrichstraße und dem Freilichtmuseum Castrum Turglowe, in dem das Leben slawischer Siedler im 13. Jahrhundert nachempfunden werden kann.

Viel mehr zu sehen gibt es in der 9000-Einwohner-Gemeinde nicht, aber dieses Ensemble ist wirklich hübsch.

( MITI )

Strandbad am Haff

Strandbad am Haff
Ueckermünde, 8. Juni 2024

Hier gehts zum Hundestrand

Wow, das ist ja ein richtiger Strand! Zum ersten Mal auf dieser Tour kommt bei mir richtiges Sommer-Feeling auf.

Ueckermünde verfügt über ein großes Strandbad mit Liegeflächen, Strandkörben, Restaurants sowie einen FKK- und einen Hundestrand. Den steuern wir natürlich als Erstes an.

Der Strand befindet sich am Südrand des Stettiner Haffs und ist – wie das gesamte Gewässer – ziemlich flach. Ich werfe ein Stöckchen nach Kräften weit hinaus, damit Doxi mal wieder etwas schwimmen kann.

Doch auch nach 15 Metern reicht ihr das Wasser kaum über die Pfoten. Da muss man wohl ein Stückchen laufen, um richtig ins Wasser einzutauchen. Das ist natürlich wunderbar für alle, die mit Kindern unterwegs sind.

Auf der anderen Seite des Strandareals liegt ein großer Park und daneben die kanalisierte Mündung der Uecker ins Haff. Ein kleiner Leuchtturm scheint mir eher folkloristisch gemeint, aber wer weiß ….

( MITI )

An der Uckermündung

An der Uckermündung
Ueckermünde, 8. Juni 2024

Binnenhafen von Ueckermünde

Nach einer wunderbar ruhigen Nacht am Stettiner Haff fahren wir früh am Morgen weiter nach Ueckermünde. Hier mündet der Fluss, der weiter südlich noch Ucker heißt, und der Region Uckermark ihren Namen gab, in das Stettiner Haff.

Der ursprüngliche Fischerort liegt rund drei Kilometer landeinwärts der Mündung. Im Vergleich zu anderen Orten der Umgebung lockt Ueckermünde durch seinen Hafen, die gut erhaltene Altstadt sowie das Strandbad am Haff viele Touristen an.

Südöstlich der Stadt erstreckt sich mit der Ueckermünder Heide das größte Waldgebiet Vorpommerns auf mehr als 50 Kilometer Breite bis zum polnischen Police (Pölitz).

Die Stadt blühte Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts nach der Entdeckung von Raseneisenerz in der Region auf. Es entstanden Eisengießereien und Ziegeleien. Ueckermünde wurde zu einem bedeutenden Umschlagplatz. Auch der Schiffbau kam voran.

Durch den wachsenden Wohlstand entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele neue Gebäude, die auch heute noch die Altstadt um Markt und St.-Marien-Kirche prägen. In der Gegenwart ist es vor allem der (Wasser-) Tourismus, der Geld und Besucher in die hübsche Stadt bringt.

( MITI )

Sonnenuntergang über dem Haff

Sonnenuntergang über dem Haff
Rieth, 7.06.2024

Doxi stakst durch das Wasser des Stettiner Haffs

Wir folgen der Deutsch-polnischen Grenze in Richtung Norden bis an den Südrand des Stettiner-Haffs, wo es nicht mehr weitergeht. Im Örtchen Rieth finden wir einen Stellplatz neben einer kleinen Marina direkt am Wasser.

Das Stettiner Haff ist ein inneres Küstengewässer im Mündungsbereich von Oder und Peene, das durch die Halbinsel Usedom von der Ostsee getrennt ist. Wir sind hier in einem südlichen Teilabschnitt, der Riether Werder genannt wird.

Durch das auch als Oderhaff oder Pommersches Haff bekannte große Binnengewässer verläuft seit 1945 die Grenze zwischen Polen und Deutschland. Der östliche polnische Teil wird als Großes Haff, der westliche deutsche Teil als Kleines Haff bezeichnet.

Leider ist das Wasser noch zu kalt und auch das Wetter nicht so wirklich schön, als dass man bereits baden möchte. Also unternehme ich mit Doxi eine kleine Wanderung durch den Ort und die Wälder in der näheren Umgebung.

Ich wundere mich zunächst, dass hier alle trotz des warmen Wetters in langen Hosen herumlaufen, doch bald verstehe ich warum: Es gibt einfach unglaublich viele Mücken in der Gegend. Auf freiem Feld geht es noch, doch im Wald werden wir ständig umlagert. Da hilft nur eines: Nicht stehenbleiben und sich mit Armen und Beinen möglichst permanent bewegen.

Im Wald stoßen wird bald auf die durch Zäune und Tore markierte Grenze. Diese sollen nicht Menschen aufhalten, sondern dem Schwarzwild einen Übertritt unmöglich machen, denn in Polen herrscht unter Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest.

Zurück im Wohnmobil erleben wir dann doch noch so etwas wie einen Sonnenuntergang über dem Haff. An Tagen, wo sich der Himmel nicht komplett bewölkt gibt, sieht das sicher wunderschön aus.

Kaum ist die Sonne untergegangen und die Menschen in ihren Womos verschwunden, übernimmt auch schon der Fischreiher das Revier. Überall springen Fische aus dem Wasser, um sich Insekten zu schnappen, und wenn sie nicht aufpassen, werden sie dabei selbst zu Beute.

( MITI )