Parkplatz unmittelbar am Quai an der Alten Oder. Sehr ruhig.
So nahe wie in Mescherin bin ich der Oder mit dem Wohnmobil noch nicht gekommen. In dem kleinen Ort am Nordrand des Nationalparks Unteres Odertal kann man direkt am Quai stehen.
Zwei Kilometer weiter verlässt die Grenzziehung zwischen Deutschland und Polen die Oder und dreht nach Westen ab. Im weiteren Verlauf fließt die Oder dann komplett auf polnischen Staatsgebiet ihrer Mündung 40 km weiter nördlich bei Stettin entgegen.
Wo die Grenze den Fluss verlässt, befinden sich die Köstiner Wiesen. Dort kann man auf einem Aussichtsturm in die Auenlandschaft, auf den Fluss und hinüber nach Polen blicken. Auch wir verlassen hier die Oder und wenden uns in Richtung des Stettiner Haffs.
Schwedt an der Oder kannte in der DDR jeder, der irgendwie motorisiert war, weil von dort das Benzin kam, das an den Minol-Tankstellen verkauft wurde. Noch heute liefert die riesige Raffinirie vor den Toren der Stadt fast 10 % des bundesdeutschen Benzin- und Diesel-Kraftstoffs.
Die Stadt in der Uckermarkgeht wie viele Städte in der Region auf eine slawische Ansiedlung von Fischern an der Oder zurück. Ihr Name bedeutet auf Slawisch „Licht“.
Im Mittelalter bildete Schwedt einen wichtigen Kreuzungspunkt der Straßen von Stettin und Prenzlau nach Berlin und Frankfurt (Oder).
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, der die Stadt schwer verwüstet hatte, holte die Kurfürstin Dorothea französischen Hugenotten ins Land, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, und begründete mit ihnen die Tradition des Tabakanbaus in der Uckermark.
Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Schwedt über zwei Monate lang heftig umkämpft. Dabei wurde ein Großteil der Stadt inklusive des prächtigen Stadtschlosses komplett zerstört. An seiner Stelle befindet sich heute das Uckermarkische Landestheater.
Zwischen der Stadt und der Oder erstrecken sich die Auen des Nationalparks Unteres Odertal. Aus diesem Grund darf sich die Stadt seit 2013 Nationalparkstadt nennen. Die Auen sind hier von zahlreichen Wasserflächen durchzogen, die auf alte Oderarme zurückgehen.
Mit Doxi laufe ich erst ein wenig durch die Auenlandschaft und schaue mit dann die Altstadt an. Zwischen einigen wenigen gut erhaltenen bzw. wiederrichten Vorkriegsbauten erheben sich hohe Plattenbauten aus der DDR-Zeit. Krass sieht das aus – ein ziemlicher städtebaulicher Kontrast.
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 9.06.2024)
Zusatzinfo:
Großer Parkplatz am Park in der Nähe des Nationalparkhauses Unteres Odertal. Keine Infrastruktur. Ruhig.
Nördlich von Stolpe befindet sich in Criewen der nächste Zugang zum Nationalpark Unteres Odertal mit einem Nationalparkzentrum für Besucher.
Der kleine Ort Criewen mit nur 500 Einwohnern gilt als eines der ältesten slawischen Fischerdörfer an der Oder und wurde 1354 erstmals urkundlich erwähnt.
Das Nationalparkzentrum befindet sich im ehemaligen Schafstall einer hübschen Gutsanlage mit Herrenhaus, das um etwa 1750 für den Rittmeister Otto von Arnim errichtet wurde.
Die Anlage ist eingebettet in den schönen Lenné-Park mit einem wertvollen Baumbestand und idyllischen Teichen, aus denen uns ein wahres Froschkonzert empfängt. Im Park befindet sich auch die kleine Dorfkirche.
Wie schon in Stolpe kommt am Ortsrand zunächst der Kanal (Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße), dahinter der Winterdeich und schließlich die Überflutungsflächen der Oder, die jetzt kurz vor Sommeranfang noch ein wenig parkartiger wirken, als in Stolpe.
Am Horizont erhebt sich eine Hügellandschaft, die östlich der Oder liegt und bereits zu Polen gehört. Es ist eine Landschaft, die pures Naturvergnügen verspricht.
In Eberswalde hat der Zweite Weltkrieg viel Bausubstanz zerstört, doch wo die prächtigen Häuser geblieben sind, sind es auch die eindrucksvollen Türen und Portale. Hier meine Ausbeute einer längeren Radtour durch die Innenstadt.
Von Angermünde sind wir knapp zehn Kilometer nach Stolpe gefahren. Die kleine Gemeinde liegt am südlichen Rand des Nationalparks Unteres Odertal, der sich von hier entlang der Oder hinauf bis nach Schwedt zieht.
Geschützt ist ein Streifen mit einer Breite von zwei bis acht Kilometer links der Oder. In diesen Überflutungsflächen (Polder)werden im Herbst die flussnahen Deiche geöffnet, damit sich der Fluss bei Hochwasser ausbreiten kann.
Im Frühjahr werden die Deiche dann wieder geschlossen und verbleibendes Restwasser abgepumpt, damit die Weiden in diesem Streifen bewirtschaftet werden können. Es ist das größte zusammenhängende Poldergebiet in der Bundesrepublik.
Stolpe liegt an der Bruchkante zum Odertal. Dort, wo die Hügel enden und in die flache Landschaft übergehen, befindet sich die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Der Kanal folgt weitgehend dem früheren Verlauf der Oder und begleitet sie in 2 bis 3 Kilometer Abstand.
Gleich hinter dem Kanal folgt der Winterdeich (der nie geöffnet wird), dann die Polderwiesen, der Sommerdeich (der im Winter geöffnet wird) und schließlich die Oder, die auch hier die Grenze zu Polen bildet.
Am Nachmittag unternehme ich mit Doxi eine Wanderung durch diese Landschaft. Es geht zunächst hinauf auf eine Anhöhe am Rand von Stolpe, auf der seit dem frühen Mittelalter eine Burg stand. Heute ist noch ein Rest des Bergfries erhalten.
Durch dichten Buchenwald steigen wir anschließend hinab zu großen Fischteichen, die zu DDR-Zeiten von einer LPG für die kommerzielle Fischzucht genutzt wurden. Zwischen den Teichen und der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße gibt es einen Wirtschaftsweg, dem wir bis zur nächsten Brücke über den Kanal folgen.
Dahinter geht es in die Überflutungsflächen und bis zum Sommerdeich an der Oder. Auf dem Deich führt auch der Oder-Radweg entlang, dem wir ein kleines Stück folgen, bevor wir durch den Polder zurück nach Stolpe laufen. Eine ganz bezaubernde Tour war das.
Wanderkarte unserer Tour
Infotafel in Stolpe
Unser Stellplatz am Kanal, der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße
Ausgewiesene Stellplätze auf Asphaltparkplatz an der Stadtmauer. Wenige Gehminuten zum Marktplatz. Ruhig.
Nun habe ich die Uckermark erreicht. Das hübsche Angermünde am Mündesee bildet den Südosten des Landkreises Uckermark. Die Stadt gehört zu den größten Gemeinden Deutschlands und ist bezogen auf ihre Fläche inklusive aller Teilgemeinden kaum kleiner als Dresden.
Auf dem Stadtgebiet gibt es zahlreiche Seen. Beliebt ist Angermünde aufgrund der gut erhaltenen Altstadt mit vielen gepflegten Fachwerkhäusern. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Gebäude saniert. In der Stadtansicht dominieren das frühere Franziskaner-Kloster und die Sankt-Marien-Kirche mit ihrem äußerst mächtigem Turm.
Findlinge am Mündesee
Blick auf den Mündesee
Franziskaner-Klosterkirche Peter und Paul
Steinskulptur zwischen Klosterkirche und Stadtmauer
Stadtpfarrkirche Sankt Marien
Geschäfte in der Haupteinkaufstraße
Motorrad vor einem dieser Geschäfte
Rathaus von Angermünde
Ratswaage, 1752 errichtet, heute Tourist-Information
Haus am Marktplatz
Altstadthalle
Heilig-Geist-Kapelle
Gut erhaltene Fachwerkhäuser
Gut erhaltene Fachwerkhäuser
Gut erhaltene Fachwerkhäuser
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