Ein Aublick, der zum Yoga praktizieren geradezu einlädt
Eichstätten, 30. April 2025
Als ich von meiner Wanderung mit Doxi hinauf zum Eichelspitzturm zurückkehre und noch einmal den herrlichen Ausblick vom Wanderparklatz Fohrenbuck hinunter ins Rheintal und hinüber zum Schwarzwald genieße, kommt mir spontan in den Sinn: Warum nicht noch Yoga praktizieren, bevor du weiterfährst? Schließlich, wann kann man seine Matte schon einem so schönen Ort auslegen?Gesagt, getan, bei herrlichem Vogelgezwitscher aus dem Wald, perfektem Fernblick und durchdringendem Sonnenschein. Om, om, om.
Wanderparkplatz am Eichelspitzturm (kein offizieller SP)
Ort:
Eichstetten am Kaiserstuhl
Geo-Koordinate:
48.0947N, 7.70558E
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 22.05.2025)
Zusatzinfo:
Offizieller Wanderparkplatz ohne Verbotsschilder. Anfahrt durch die Weinberge. Unglaublicher Ausblick ÜBER die Weinberge, die Rheinebene und hinüber zum Schwarzwald. Platz für max. zwei Wohnmobile. Empfehlenswert nicht für Fahrzeuge deutlich über 6 M. Keinerlei Infrastruktur.
Jetzt sind wir im Herzen des Kaiserstuhls angekommen, dem kleinsten Mittelgebirge Deutschlands, rund 20 km nordwestlich von Freiburg. Das Gebirge ist vulkanischen Ursprungs und bedeckt eine Fläche von gerade einmal 20 km mal 15 km. Mit seinem Entstehen endete der Vulkanismus am Oberrheingraben im späten Tertiär.
Im Kaiserstuhl befinden sich einige der wärmsten Orte Deutschlands. Wo es die Steilheit der Berge zulässt, hat man die Landschaft terrassiert, um Wein anzubauen, der hier ganz hervorragend gedeiht.
Die Dörfer rund um den Kaiserstuhl sind deshalb fast ausnahmslos Winzergemeinden. Einige von Deutschlands international anerkannten Spitzenweinen kommen aus dieser Region.
Bevor es wieder zu heiß wird, fahre ich mit Doxi am frühen Morgen zum Fuchsbuck, der zweithöchsten Erhebung des Kaiserstuhls westlich von Eichstätten. Wir wollen hinauf wandern zum 2006 erbauten Eichelspitzturm, der eine tolle Rundumsicht bieten soll.
Und tatsächlich, von der Aussichtsplattform in knapp 30 Meter Höhe auf der Spitze des Berges (521 m ü. NHN) kann man nicht nur den Kaiserstuhl überblicken, sondern weit darüber hinaus in den Schwarzwald und die Vogesen schauen.
Leider ist der Blick ins Rheintal noch ein wenig von Dunst getrübt, aber dennoch: Der Ausblick belohnt für den schweißtreibenden Aufstieg in der starken Frühlingssonne und der im Frühling ergrünte Bergwald rund um den Gipfel ist einfach nur schön.
Startpunkt unserer Tour
Infotafel am Wanderparkplatz
Das Brunderhäusle, eine verfallene Einsiedelei ehemals mit Kapelle
Infotafel am Brunderhäusle
Wir nähern uns dem Turm
Der Aufstieg ist schweißtreibend
Blick nach Osten über den Kaiserstuhl zum Rheintal und dem Schwarzwald
Blick nach Norden zum Beginn des Schwarzwalds (rechts oben)
Blick nach Südosten zu den Ausläufen des Schwarzwalds
Rathaus von Riegel im typisch badischen Stil des 19. Jahrhunderts
Riegel am Kaiserstuhl, 30. April 2025
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Parkplatz am Badesee
Ort:
Malterdingen
Geo-Koordinate:
48.1557N, 7.7732E
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar
Zusatzinfo:
Schotter- und Grasparkplatz 2 km außerhalb von Riegel nahe der Autobahn A5. 200 Meter entfernt von einem Badesee. Perfekt für eine Nacht. Keine Infrastruktur.
Wir haben die Nacht vor den Toren des Kaiserstuhls an einem Baggersee verbracht. Am folgenden Morgenschauen wir uns auf dem Weg zum Aussichtsturm Eichelspitz zunächst das kleine Winzerdorf Riegel mit rund 4.000 Einwohnern an.
Riegel liegt am Nordostrand des Kaiserstuhls, wo die Glotter in die Dreisam mündet. Die fruchtbare Gegend ist nachweislich seit mehr als 7.000 Jahren besiedelt.
Die Häuser im historischen Zentrum und das Rathaus zeugen von einem gewissen Wohlstand durch den Weinanbau. Auf der hübschen Dorfkirche brüten mehrere Storchenpaare, die jetzt bereits Nachwuchs haben. Ich zähle mindestens sieben Nester.
Am Ortsrand befand sie einst eine bedeutende Brauerei, die zweitgrößte in Baden. Doch seit 2003 wird das Riegler Bier in Donaueschingen gebraut. Auf dem großen ehemaligen Brauereigelände ist nun die Kunstsammlung Messmer und hochwertige Wohnungen beheimatet.
Mir wird Riegel lange in Erinnerung bleiben, weil ich hier in der Dorfkonditorei den besten Mohnkuchen meines Lebens gegessen habe: verfeinert mit Rum und Marzipan, ein unglaublicher Gaumenschmaus. Sollte ich in diesem Leben noch Mal ans Backen kommen, diesen Kuchen würde ich unbedingt nachbacken wollen.
Abends vor den Toren der Stadt
Brunnen im Ortszentrum
Die Alte Apotheke
Haus im Zentrum
Dorfkirche von Riegel
Storchennester auf der Kirche
Haus im Zentrum
Die frühere Riegeler Brauerei
Hof der Riegeler Brauerei
Hier haben hochwertige Wohnungen Einzu gehalten
Der weithin sichtbare Schornstein der ehemaligen Brauerei
Das Zentrum ist geprägt von prächtigen Gründerzeitbauten
Landau in der Pfalz, 29. April 2025
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Parkplatz am Freibad (kein offizieller SP)
Ort:
Landau in der Pfalz
Adresse:
Prießnitzweg 14
76829 Landau in der Pfalz
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 22.05.2025)
Zusatzinfo:
Einige kostenlose Parkplätze im äußeren Bereich der Parkplätze am Freibad bzw. hinten hinaus an den Sportanlagen. Fußläufig zur Innenstadt und zu schönen Parks. Keine Infrastruktur.
Der Pfälzerwald wird von mehreren größeren Städten eingerahmt. Im Norden liegt Kaiserslautern, im Südwesten Pirmasens und im Südosten Landau in der Pfalz. Dort habe ich heute als letzte Station meiner kleinen Tour durch den Pfälzerwald halt gemacht.
Landau liegt an der Queich, die vom Pfälzerwald kommend dem Rhein zustrebt. Die Stadt verbindet eine lange und wechselvolle Geschichte mit Frankreich. Seit dem Westfälischen Frieden von 1648 war Landau mit kurzen Unterbrechungen eine Exklave des Königreichs Frankreich im Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Die Stadt wurde zwischen 1688 und 1691 vom berühmten Festungsbaumeister Vauban zur französischen Festung ausgebaut. Dabei wurde das mittelalterliche Zentrum zum großen Teil niedergebrannt.
Später wurde Landau wieder kaiserlich (Deutsch), dann in der Revolutionszeit ab 1789 wieder französisch und schließlich nach dem Ende Napoleons und dem Wiener Kongress 1815 bayerisch. So kam die Stadt 1871 mit der Reichsgründung ins Deutsche Reich.
In dieser Zeit entwickelte sich Landau zum Zentrum des pfälzischen Weinhandels und galt bald als wohlhabendste Stadt der Pfalz. Die Stadt blühte auf, die alten Festungsanlagen wurden geschleift, es wurde Platz für Parks und neuen Wohnraum geschaffen. Aus dieser Epoche stammen noch zahlreiche prächtige Gründerzeitbauten im Zentrum, denn im Zweiten Weltkrieg wurde Landau nur verhältnismäßig wenig zerstört.
Bei mir hat die Stadt einen lebendigen Eindruck hinterlassen, auch wenn ich mir heute nur die Hälfte des Zentrums anschauen konnte. Am Nachmittag war es einfach schon viel zu warm für Doxi, auch wenn ich immer die Schattenseite der Straße gesucht habe. Na, vielleicht gibt es einmal ein Wiedersehen.
Auf Stadtendeckung in Landau – leider war es zu warm für mehr
Die ehemalige Reichsburg Trifels gehört zu den meistbesuchten historischen Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz. Die heute wenn auch nicht originalgetreu, aber doch vollständig restaurierte Burganlage, spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Adelsgeschlechter der Salier, der Staufer, der Wittelsbacher und des Hauses Pfalz-Zweibrücken.
Bekannt ist sie, weil dort der englische König Richard Löwenherz eine Zeit lang gefangen gehalten wurde. Auf seiner Rückreise von einem Kreuzzeug im heiligen Land war er nach einem Schiffbruch gezwungen, den Landweg über die Alpen zu nehmen.
Im Herrschaftsgebiet seines Intimfeindes Herzog Leopold V. von Österreich wurde er trotz Verkleidung erkannt und gefangen genommen. Erst nach zweijähriger Haft und Zahlung eines Lösegelds von 100.000 Mark in Reinsilber konnte Richard die Heimreise antreten.
Ein weiterer Anziehungspunkt für viele Besucher bildet die Ausstellung von Nachbildungen der Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reichs. Dazu gehören u.a. die Reichskrone, die Heilige Lanze, das Reichsschwert und der Krönungsmantel.
Vom Hochmittelalter bis 1792 waren sie ein unverzichtbarer Bestandteil bei allen Krönungen der römisch-deutschen Könige und Kaiser in Aachen und Frankfurt am Main. Ihr Besitz galt als wichtiges Kennzeichen der Legitimität des Herrschers. Die Originale befinden sich heute in Wien, wohin sie zu ihrem Schutz während der Wirren der napoleonischen Freiheitskriege gebracht wurden.
Das erste Mal, dass ich heute dem Fluss Queich begegne, ist im beschaulichen Ort Annweiler am Trifels. Der Ort liegt im Queichtalunterhalb des Bergmassivs mit dem Trifels und der gleichnamigen Burg.
Aufgrund seiner Nähe zur Reichsburg Trifels war Annweiler im 18. Jahrhundert die kleinste aller Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.
Die Queich ist ein linker Nebenfluss des Rheins, der später auch durch Landau fließt. Im Stadtgebiet münden einige Nebenbäche in die Queich, wodurch der Fluss hier bereits genügend Wasser führt, um im Mittelalter mehrere Wassermühlen anzutreiben.
Diese befanden sich früher im Herzen der hübschen Altstadt und gehören heute zu den Sehenswürdigkeiten des sehenswerten kleinen Orts.
Eine der alten Mühlen an der Queich
Protestantische Stadtkirche
Rathaus
Sehenswertes Fachwerkhaus am Marktplatz
Hübsche Bürgerhäuser an der Queich
Durchlass Schipkapass an der Queich
Mächtiges altes Mühlrad
Spätmittelalterlich Häuser
Alles so schön lieblich, hier
Wehr an der Queich
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