Durch die Märkische Schweiz

Durch die Märkische Schweiz
bei Buckow, 4.06.2024

Am Großen Turowsee

Heute habe ich den Osten von Brandenburg mal auf eine ganz andere Art kennengelernt: In der Märkischen Schweiz hat es richtige kleine Berge mit eingefassten Seen und ausgedehnten Bachtälern.

Die Landschaft knapp 30 km nordöstlich von Berlin auf der Hochfläche des Barnim wurde in den Eiszeiten geformt und durch die Gletscher stellenweise tief eingekerbt.

Das größte Fließgewässer im Süden der Märkischen Schweiz ist der Stobber, der bei Buckow in den Schermützelsee mündet.

Von Buckow aus sind wir am Nachmittag rund 12 km entlang der Stobber auf zwei der umliegenden Berge gewandert. Das Gebiet ist reich an naturkundlichen Sehenswürdigkeiten: Dachsberg, Wolfsschlucht, Stobbertal, Teufelsstein, Poetenweg, Großer und Kleiner Tornowsee und mehr.

Mitten im Steilhang liegt dann schon einmal ein riesengroßer Findling, den die Gletscher aus Skandinavien bis hierhin vorgeschoben und auf seiner langen Reise glatt geschliffen haben, wie einen kleinen Kieselstein.

Nur die Mücken sind echt nervig. Am besten im Wald gar nicht stehen bleiben, auch nicht zum Fotografieren oder Wasserlassen, dann geht es 🙂

( MITI )

Am Schermützelsee

Am Schermützelsee
Buckow, 4.06.2024

Pfarrhaus an der ‚Kirche

Wir sind in Buckow eingetroffen, dem Hauptort des Naturparks Märkische Schweiz. Die Stadt liegt in einem Talkessel zwischen dem Schermützelsee und waldreichen Bergen, die zum Tal der Stobber steil abfallen.

Das Tal wurde durch eine glaziale Schmelzwasserrinne geformt, die sich in den letzten beiden Phasen der Weichsel-Eiszeit zwischen dem von Toteis gefüllten Oderbruch und dem Berliner Urstromtal (heutiges Spreetal) gebildet hat.

Buckow ist Kneippkurort und Sitz mehrerer Rehabilitationskliniken. Der hübsche Ortskern, der von der Stobber durchflossen wird, ist touristisch gut erschlossen. Am Ortsrand ist das Naturparkzentrum Märkische Schweiz angesiedelt. Richtig nett ist es hier.

( MITI )

Forschungsstadt Müncheberg

Forschungsstadt Müncheberg
Müncheberg, 4.06.2024

Stadtpfarrkirche Sankt Marien, Südansicht

Auf dem Weg von Fürstenwalde in die Märkische Schweiz kommen wir an einem gar nicht so großen Ort mit einer wirklich sehr großen Kirche vorbei. Ich trete spontan auf die Bremse und parke ein, um mir den Ort gemeinsam mit Doxi ein wenig anzuschauen.

Wir sind in Müncheberg gelandet, einer Stadt, die zu DDR-Zeiten landesweit für ihre Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Landwirtschaft bekannt war.

Wir folgen zunächst der mittelalterlichen sieben Meter hohen Stadtmauer, die noch fast vollständig enthalten ist und uns zum Berliner Tor führt.

Über den Marktplatz mit dem Rathaus geht es anschließend zur Stadtpfarrkirche Sankt Marien, die auch deshalb sie mächtig wirkt, weil sie auf einem Hügel errichtet ist.

Es handelt sich um einen gotischen Backsteinbau aus dem Mittelalter, der in der Neuzeit nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel um einen Turm ergänzt wurde.

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche wurde in den 1990er Jahren wiederaufgebaut und dient seither sowohl kirchlichen wie kulturellen Zwecken. In der Kirche befindet sich auch die Stadtbibliothek, die architektonisch sehr interessant eingegliedert ist.

Hat sich also gelohnt, dass wir hier für ein Stündchen Station gemacht haben.

( MITI )

Grüne Stadt an der Spree

Grüne Stadt an der Spree
Fürstenwalde / Spree, 4.06.2024

Doxi testet die Wasserqualität der Spree

Auf dem Weg nach Norden überquere ich in Fürstenwalde die Spree. Die Domstadt ist ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum im Landkreis Oder-Spree und auf drei Seiten von Wäldern und Parks umgeben. Deshalb ist sie auch als „grüne Stadt an der Spree“ bekannt.

Wahrzeichen der Stadt sind das historische Rathaus und der ev. Dom im Zentrum. Drumherum gibt es aufgrund der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nicht mehr viel historische Bausubstanz, wohl aber in den äußeren Vierteln außerhalb des Zentrums. Dort haben sich viele Bürgerhäuser und Stadtvillen aus der Gründerzeit erhalten.

( MITI )

In der Altstadt von Beeskow

In der Altstadt von Beeskow
Beeskow, 3.06.2024

Tor der mittelalterlichen Stadtmauer

Mit Eisenhüttenstadt habe ich den südlichsten Punkt meiner aktuellen Tour erreicht. Ab jetzt geht es wieder Richtung Norden. Ich fahre 30 Kilometer über Land durch den waldreichen Südosten von Brandenburg nach Beeskow, der Kreisstadt des Landkreises Oder-Spree.

Beeskow entstand an der Stelle, wo der Fernweg von Frankfurt / Oder nach Leipzig die Spree kreuzt. Stadtgründer und erste Stadtherren waren im 13. Jahrhundert die Ritter von Strele, die dort eine Burg anlegten.

Neben der Burg wurde später eine Planstadt errichtet, deren schöne Altstadt und Stadtmauer weitgehend erhalten sind. Die Stadt gehörte bis ins frühe 17. Jahrhundert zur Niederlausitz, später dann zu Brandenburg.

Im 19. Jahrhundert erlebte Beeskow vor allem durch Tuche, Leinen und Bier eine wirtschaftliche Blütezeit. Zu DDR-Zeiten war hier ein großes Spanplattenwerk sowie die Hochschule für Zivilverteidigung angesiedelt.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde die erhaltene historische Bausubstanz der Altstadt einschließlich der Marienkirche restauriert. Deshalb und aufgrund seiner romantischen Lage an der Spree ist Beeskow heute ein beliebtes Ausflugsziel.

( MITI )

Als die DDR noch Träume hatte

Als die DDR noch Träume hatte
Eisenhüttenstadt, 3.06.2024

Rathaus von Eisenhüttenstadt

Was heute gerne vergessen wird: Die DDR hatte in den 1950er Jahren noch den ernst gemeinten Wunsch und auch die Hoffnung, das bessere Deutschland zu werden. Und das bei deutlich schlechteren Startbedingungen als die Bundesrepublik – in vielerlei Hinsicht.

So fehlte es beispielsweise komplett an einer Stahl- und Schwerindustrie, weil die im Westen an der Ruhr lag.

Deshalb beschloss man bald nach dem Krieg die Errichtung eines gigantischen Eisenhüttenkombinats Ost (EKO), das südlich von Frankfurt/Oder angesiedelt werden sollte. Im Jahre 1950 erfolgte der erste Spatenstich.

Und weil es dort im Lausitzer Sand nichts gab, wo man die vielen Stahlarbeiter (geplant waren bis zu 45.000) unterbringen konnte, wollte man gleich daneben die erste sozialistische Musterstadt auf deutschem Boden errichten: Stalinstadt, später in Eisenhüttenstadt umbenannt.

Bei der Städteplanung gab man sich richtig viel Mühe, weshalb die Stadt heute als Baudenkmal gilt: Keine hässlichen achtstöckigen Plattenbauten, so wie später in den 1970er Jahren, sondern drei bis viergeschossige Wohn- und Verwaltungsgebäude, dezent sozialistisch geschmückt.

Dazwischen viel Grün, Kunst im öffentlichen Raum, sowie Parks, Kultur-, Sport- und Erholungseinrichtungen, damit die Einwohner ihr ganzes Potenzial als Werktätige und Kulturmenschen entfalten konnten.

Deshalb sieht Eisenhüttenstadt bis heute ganz anders aus, als man sich zumindest im Westen Deutschlands die DDR vorgestellt hat. Ich finde das sehr spannend. Nur schade, dass der DDR bald schon das Geld ausging, um weiterhin so anspruchsvoll zu bauen.

( MITI )