Kunsterlebnis Lenbachhaus

Kunsterlebnis Lenbachhaus
München, 14. April 2024

Im Garten der Lenbachvilla

Ich war ja schon einige Mal in München, aber noch nie im Lenbachhaus im großen Kunstareal in der Maxvorstadt. Da habe ich echt was verpasst, wie ich nun weiß.

In der wunderschönen Villa mit einem architektonisch prämierten zeitgenössischen Anbau aus dem Jahr 2009 ist die „Städtische Galerie im Lenbachhaus“ untergebracht.

Dort werden u.a. Werke der Künstlervereinigung Der Blaue Reiter, Arbeiten von Josef Beuys, moderne Kunst und Wechselausstellungen gezeigt.

Im Garten der ganz in einem warmen Gelbton gehaltenen Villa fühlt man sich an einen italienischen Palazzo erinnert. Der denkmalgeschützte Wohnsitz des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach wurde zwischen 1887 und 1891 errichtet und seitdem mehrmals erweitert.

Das Lenbachhaus besitzt 28 000 Kunstwerke, von denen nur ein ganz kleiner Teil ständig gezeigt werden kann. Seinen Weltruhm verdankt es der einmaligen Sammlung von Werken der Gruppe Der Blaue Reiter mit zahlreichen Bildern von Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Marianne von Werefkin und Paul Klee.

Von Kandinsky habe ich jüngst in der aktuellen Düsseldorfer Ausstellung schon viel gesehen, von Klee, Marc, Macke und den rheinischen Impressionen in der Kunstsammlung Bonn ebenfalls, dennoch ist diese Zusammenstellung hier wirklich einmalig. Ein ganz tolles Kunsterlebnis!

( MITI )

Jugendstil in München

Jugendstil in München
München-Schwabing, 14. April 2024

Prächtiger Jugendstilbau in der Schwabinger Ainmillerstraße

Neben Darmstadt und Wien ist München eine der Hochburgen für Jugendstil-Architektur im deutschsprachigen Raum. Tatsächlich ist der Begriff in der bayerischen Landeshauptstadt entstanden, geprägt durch die im Hirth-Verlag erschienene Zeitschrift „Jugend“.

Besonders im Stadtteil Schwabing, in dem am Beginn des 20. Jahrhunderts viel gebaut wurde, finden sich prachtvolle Jugendstilbauten und viele weitere Bürgerhäuser, an denen man Bezüge zum Jugendstil erkennen kann.

In München war besonders der Architekt Martin Dülfer aktiv. Ein von ihm entworfenes und auch selbst bewohntes Paradebeispiel für den Münchner Jugendstil steht in der Leopoldstraße direkt an der Münchner Freiheit.

Hier lassen sich viele typische Jugendstil-Elemente festmachen: Geschwungene Formen bei Türen, Fenstern, Simsen, Umrahmungen. Dazu Girlanden, Blumen, Laubwerk und Bäume als Fassadenschmuck in Form von Stuckelementen.

Bei vielen Jugendstilbauten in München ist die Fassade in der Technik des sogenannten Kammzugs von Rillen durchzogen und durch rote, grüne und goldene Ornamente farblich akzentuiert.

Weitere Architekten, die Jugendstil-Bauten in Schwabing hinterlassen haben, sind Ernst Haiger, Anton Hatzl, Henry Helbig, Eugen Hönig, Karl Söldner und beispielsweise Franz Popp.

Ein Copyright auf den Jugendstil besitzt keiner dieser Schöpfer – der Stil war einfach en vogue in der Zeit etwa zwischen 1902 und 1914 bei Bauherrn, die den Historismus der frühen Kaiserzeit hinter sich lassen wollten.

( MITI )

Die Türen von München

Die Türen von München
München, 14. April 2024

Eine der vielleicht wichtigsten Türen in der Landeshauptstadt

Na, ob das hier was gibt? Auf meinen ersten Kilometern mit dem Fahrrad durch den Münchner Süden kamen mir Zweifel, ob ich hier wohl sehenswerte Haustüren und Portale entdecken würde. Alles sehr zweckmäßig und wenig erquickend, obwohl ich auch links und rechts der Hauptstraßen geschaut habe.

Doch die Stadt ist groß. Und mit dem Übergang zwischen den Stadtteilen wechselt auch der Wohlstand der Einwohner und mit ihm die Architektur. Irgendwann wurden die Häuser prächtiger und die Haustüren verspielter und verzierter. Und so ist am Ende doch noch eine erkleckliche Anzahl schöner Türen zusammengekommen. Hier meine Ausbeute von zwei mal drei Stunden Tür-Safari in München.

( MITI )

Pinakothek der Moderne

Pinakothek der Moderne
München, 13. April 2024

Medusen im Foyer der Pinakothek

Nachdem ich in München angekommen bin, mache ich mich gleich auf den Weg zur Pinakothek der Moderne. Das 2002 eröffnete Museum im Kunstareal München wollte ich schon lange einmal besuchen.

Beim Betreten des modernen, lichtdurfluteten Baus aus Sichtbeton erwarten mich zwei Überraschungen: Zum einen ist der Eintritt für die ersten 500 Gäste an diesem Tag frei, wozu auch ich gehöre.

Und zweitens schweben im großen Foyer sich bewegende Medusen von der Decke auf und ab – eine Kunstinstallation, die mich im Herbst 2022 auf dem Lichtfestival Glow in Eindhoven schon total begeistert hat. Dort seilten sich die aus lichtdurchlässigen, aus Stoff gefertigten Wesen von einer Kirchendecke auf die Besucher herab.

Die Pinakothek der Moderne ist ein sehr großzügiger Bau, der viel Raum auch für großformatige Kunst bietet. Zwei Ausstellungsschwerpunkte bilden die Sammlung Moderne Kunst und die Sammlung Modernes Design mit Produkten vom Eierbecher über Möbel bis zu Sportwagen, Motorrädern und Fahrrädern (wovon ziemlich viele im Bestand sind).

Ich habe mich vor allem auf die Moderne Kunst konzentriert und bin relativ zügig durch die Designausstellung gehuscht, weil ich Doxi nicht ewig im Wohnmobil auf dem Campingplatz allein lassen wollte.

Aber der Museumsbesuch hat sich dennoch voll gelohnt. Ein tolles Haus und viel zeitgenössische Kunst, für die ich mich begeistern kann.

( MITI )

Flaucher und Hinterbrühler Park

Flaucher und Hinterbrühler Park
München, 13. April 2024

Sonnenaufgang über den Münchner Isarauen

Wir sind mit dem Wohnmobil auf dem Campingplatz im Münchner Süden im Stadtteil Taufkirchen abgestiegen.

Gleich nebenan befindet sich der Hinterbrühler Park und ein kleines Stück weiter der Flaucher, ein beliebtes Naherholungsgebiet an den Isarauen. Im Süden grenzt das Gelände an den Münchner Zoo Hellabrunn.

Am schönen See im Hinterbrühler Park und auf den trocken liegenden Kiesflächen zu beiden Seiten der Isar tummeln sich bei Sonnenschein die Menschen und genießen den Frühling.

Für uns ist das Areal ein wunderbares Spaziergelände am frühen Morgen und am späten Abend, wenn sich die Massen zurückgezogen haben und Jogger und Spaziergänger wieder unter sichg sind.

Doxi genießt es, durch das seichte Isar-Wasser zu staksen und Stöckchen hinterherzujagen. Ein Stück weiter hat sich eine Schwanen-Kolonie versammelt. Ich zähle mehr als 40 Tiere.

Auch die Krähen finden hier gute Nahrung. Am Morgen machen sie sich über die Hinterlassenschaften der Besucher her, die hier bis in die Dunkelheit vielfach gegrillt und gepicknickt haben.

( MITI )

Kufstein, die Perle Tirols

Kufstein, die Perle Tirols
Kufstein (AT), 12. April 2024

Blick über den Inn zur Festung Kufstein

Er gilt als der meistverkaufte und meistübersetzte volkstümliche Schlager der letzten einhundert Jahre: Das Kuftsteinlied, 1947 von dem Tiroler Karl Ganzer komponiert und durch die Schallplattenaufnahme des bayerischen Sängers und Jodlers Franzl Lang im Jahr 1968 unsterblich geworden. Die Auflage soll mittlerweile 100 Millionen Exemplare überschritten haben.

Die Gemeinde unmittelbar an der Deutsch-Österreichischen Grenze wird darin als Perle Tirols und Stadt am grünen Inn beschrieben. Nun bin ich hier, um dies ein für alle Mal zu überprüfen 🙂

Mit 20.000 Einwohnern ist Kuftstein die zweitgrößte Stadt des österreichischen Bundeslands Tirol. Sie befindet sich am Ausgang des alpinen Inntales nur wenige Kilometer vom bayerischen Alpenvorland entfernt.

Die Stadt wird weithin sichtbar von der Festung Kufstein überragt. Darunter erstreckt sich die hübsche Altstadt und der Inn hat wirklich eine türkisgrüne Färbung.

Doch die hat er in Innsbruck auch, und die Tiroler Landeshauptstadt hat optisch und kulturell tausendmal mehr zu bieten, als das kleine Kufstein. So viel zur Wahrhaftigkeit von Schlagern … (nur, wer es noch nicht wusste, haha)

Für mich ist Kufstein die letzte Station in Österreich, bevor es über München so langsam zurück ins Rheinland geht. Noch einmal decke ich mich beim Discounter mit den wunderbaren Linzer Keksen ein, die ich auf der Reise so genossen habe. Denn zu Hause gibt es die dann nicht mehr.

( MITI )