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Kunstpalast: Die Grosse 2023

Kunstpalast: Die Grosse 2023
Düsseldorf, 7. Juni 2023

Seit mehr als einhundert Jahren bietet der Düsseldorfer „Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen“ einmal im Jahr Künstlern die Gelegenheit, aktuelle Arbeiten vor einem größeren Publikum zu präsentieren.

Alle Arbeiten können erworben werden. Wie üblich markiert ein roter Punkt Werke, die bereits vergeben sind.

Die Auswahl der Künstler erfolgt durch eine wechselnde Jury. Außerdem werden jährlich Kunstpreise, Förderpreise und Publikumspreise vergeben.

Die Ausstellung findet heuer wieder im Kunstpalast mit Werken aus Malerei, Fotografie, Grafik, Bildhauerei, Installation und Video statt. Hier die Werke, die mir in diesem Jahr am besten gefallen haben.

( MITI )

Refik Anadol im Kunstpalast Dus

Refik Anadol im Kunstpalast Dus
Düsseldorf, 22. März 2023

Refik Anadol erklärt seine Kunst in einem Video

Als Programmierer und Kunstliebhaber bin ich fast zwangsläufig ein Fan der „generative art“, von Computern erzeugter Kunst. Vor einigen Jahren habe ich ein Programmier-Handbuch zu diesem Thema ins Deutsche übersetzt und auch selbst schon viel mit generativen Algorithmen herumexperimentiert.

Sehr gespannt war ich deshalb auf die Ausstellung mit Werken des türkischen Media-Künstlers Refik Anadol, der als Professor an der US-amerikanischen Westküste lehrt.

Die Ausstellung besteht im Wesentlichen aus drei Werken, allesamt Animationen mit fließenden Formen, die sich fortlaufend verändern und die Grenzen der Vorstellungskraft ausloten.

Zwei werden von Beamern auf riesige Wandflächen projiziert, die Dritte läuft auf drei großen Flachbildschirmen. Dazu wird im Hintergrund passende Ambient-Musik abgespielt.

Die Animationen sind sehr farbenfroh und laden in ihrer fortwährenden Veränderungen zum anhaltenden Betrachten ein. Ich konnte beobachten, dass sie viele Museumsbesucher ganz in ihren Bann ziehen.

Mir hat die Präsentation der Werke sehr gut gefallen, es war aber nichts dabei, was ich in der einen oder anderen Form noch nie gesehen hätte. Schön, dass diese Kunstform jetzt auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Das Thema profitiert auf jeden Fall vom aktuellen Hype um das Thema Künstliche Intelligenz.

Refik Anadol im Kunstpalast Dus
Refik Anadol im Kunstpalast Dus

( MITI )

Helge von hinten

Helge von hinten
Düsseldorf, 19. März 2023

Helge Schneider mit Band

Die Tonhalle am Rheinufer in Düsseldorfer verfügt über 1854 Sitzplätze. Als ich dieser Tage nach Kulturveranstaltungen für das Wochenende Ausschau hielt, war für das anstehende Konzert von Helge Schneider und Band noch genau ein Platz frei. Den habe ich mir geschnappt.

War natürlich nicht der beste denkbare Sitzplatz, sondern im Oberrang hinter der Bühne. So sitze ich nun keine fünf Meter von Helge Schneiders Rücken entfernt.

Aber während der zweistündigen Show dreht er sich immer mal wieder um und wenn er am Klavier sitzt, kann ich ihn schön von der Seite beobachten.

Nicht unerwartet präsentiert Schneider, der im 25 km entfernten Mülheim an der Ruhr beheimatet ist, einen abwechslungsreichen Mix aus Klamauk und ganz viel Jazz.

Im Verlauf des Konzerts wechselt er immer wieder zwischen Gesang und den verschiedensten Instrumenten: Klavier, Keyboard, Trompete, Saxophon, Gitarre, Xylophon, Schlagzeug und Perkussion.

Als regelmäßiger Jazz-Konzertgänger ist das Programm für mich keine Offenbarung. Aber es ist ein kurzweiliger Abend mit immer wieder überraschenden Requisiten und Einlagen, der das Publikum stellenweise zu lang anhaltendem Applaus animiert. Und das in einem architektonisch wirklich tollen Ambiente.

( MITI )

Tote Hose am Grab derselben

Tote Hose am Grab derselben
Düsseldorf, 12. März 2023

Das Gemeinschaftsgrab der Toten Hosen

Eigentlich bin ich ja kein so großer Fan der Toten Hosen. Doch das hat sich geändert, seit ich im letzten Jahr einen zehnteiligen Podcast zu 40 Jahren Band-Geschichte der „Hosen“ gehört habe. Seitdem finde ich die Düsseldorfer Punk-Rocker echt cool und habe auch einige Hosen-Alben in meine persönliche Playlist aufgenommen.

Mich hat beeindruckt, dass die Hosen bereits eine Bandgrabstätte auf dem Düsseldorfer Südfriedhof eingerichtet haben. Die wollte ich gerne einmal in Augenschein nehmen, und so habe ich an diesem Sonntagmorgen auf dem Rückweg von einem Rheinspaziergang am besagten Friedhof haltgemacht.

Der Friedhof ist riesengroß und das Wetter könnte für einen Totenbesuch kaum besser sein. Es ist kalt, grau, und es nieselt.

Man findet die Bandgrabstätte ganz leicht, indem man vom Eingang zur rechtsseitigen Friedhofsmauer läuft und dieser folgt, bis man ein kleines Rasenrondell erreicht.

Rechts daran angrenzend liegt das Grab und es sind dort bereits drei Menschen aus dem Bandumfeld bestattet: Uwe Faust, enger Freund, Soundmischer und Fahrer, verstarb im Alter von 53 Jahren 2009.

2015 kam ein weiterer Grabstein hinzu, als Jochen Hülder verstarb, der langjährige Manager, Freund und Mentor der Band, auf dessen Plattenlabel die Toten-Hosen-Alben erscheinen.

Im Jahr darauf, 2016, traf es nach langer Krankheit Wolfgang „Wolli“ Rohde, den Drummer der Toten Hosen.

Das Gemeinschaftsgrab ist nicht pompös, doch was es auf dem Friedhof einzigartig macht, ist der große grüne fünfzackige Stern aus Buchsbaum. Die Band ist sich ihrer Endlichkeit offensichtlich bewusst.

Möge es noch lange dauern, bis das Grab komplett gefüllt ist, denke ich, während ich noch ein wenig über den Friedhof schlendere. Viele alte, ehrenwerte Gräber gibt es dort. Am besten gefallen mir die Grablagen mit säkularisierten Symbolen. Einige davon sind hier abgebildet…

( MITI )

Die Türen am Hofgarten (Dus)

Die Türen am Hofgarten (Dus)
Düsseldorf, 6. März 2023

Das Viertel am Düsseldorfer Hofgarten ist seit 200 Jahren eine der feinsten Wohnadressen der Stadt. Hier stehen reichlich mit Stuck verzierte Bürgerhäuser, die größtenteils vom Krieg verschont geblieben sind. Auch die Türen und Portale sind eine wahre Pracht. Schaut selbst …

( MITI )

Heinrich Heine. Lebensfahrt.

Heinrich Heine. Lebensfahrt.
Düsseldorf, 15. Januar 2023

Der junge Heinrich Heine mit Blumenkranz im Haar

Im Herzen von Düsseldorf, in der Carlstadt südlich der Altstadt, gibt es noch einige wenige Straßenzüge, in denen man sich in das frühe 19. Jahrhundert zurückversetzt fühlt: Kopfsteinpflaster, klassizistische Häuserfassaden, Gaslaternen – alles wie im Biedermeier.

Dort ist auch das Heinrich-Heine-Institut untergebracht, das sich dem Leben und Werk des großen Düsseldorfer Dichters und Literaten widmet.

Neben einer Dauerausstellung mit mehr als 250 Exponaten zum Leben Heines gibt es dort auch ein Archiv, eine Bibliothek, sowie Platz für Wechselausstellungen.

Zurzeit werden dort Bilder aus einer Graphic-Novel gezeigt, die zum 225. Geburtstag des Dichters in diesem Jahr erscheinen wird und sein Leben nacherzählen soll.

Das Projekt wird von dem Künstlerpaar Gaby von Borstel und Peter Eickmeyer aus Melle bei Osnabrück mit Unterstützung des Instituts entwickelt.

Mir hat der Stil der Zeichnungen sehr gut gefallen, aber auch die Exponate in der Dauerausstellung. Erstmals habe ich hier auch historische Stadtpläne des alten Düsseldorfs und seiner Umgebung gesehen. Man spürt sehr deutlich: Die Welt war noch eine ganz andere damals. Alles sehr interessant.

( MITI )