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Chained to the Rhythm – Von Mensch und Natur

Chained to the Rhythm – Von Mensch und Natur
Leverkusen, 11. Juni 2026

Gabriela Oberkofler, A Piece of (Wild) Life, 2024

Am vorletzten Tag der viermonatigen Ausstellung „Chained to the Rhythm – Von Mensch und Natur“ glückt mir doch noch der Besuch im Kunstmuseum Schloss Morsbroich. Die Ausstellung feiert das 75-jährige Bestehen des Museums mit einem nach eigenen Worten radikalen Experiment: „Wir lassen zu, was wir sonst unterbinden, wir öffnen das Museum und lassen hinein, was sonst draußen bleiben muss – Sonnenlicht, Wind und Wetter, Pflanzen und Tiere, außergewöhnliche Werke und ungewöhnliches Verhalten…„.

Mit seiner Solitärstellung innerhalb eines weitläufigen Englischen Parks und den vielen Fenstern, ist das Museum ein ganz besonderer Ort für die Präsentation von Kunst im Dialog mit der Natur. Dabei wirkt das Haus wie eine Art überdimensionale Sonnenuhr. Im Tagesverlauf umrundet die Sonne das Gebäude, während sich der Wechsel der Jahreszeiten im Blick auf die nahestehenden Bäume widerspiegelt.

Ziel der Ausstellung war, diese Erfahrung den Besucher:innen im Jubiläumsjahr zu vermitteln, indem die Ausstellungsräume in der Beletage des Schlosses zunächst komplett leergeräumt wurden. Erst danach und Schritt für Schritt füllten die eingeladenen Künstler:innen diesen Raum, wobei die üblichen Regeln des Museumsbetriebs weitgehend außer Kraft gesetzt wurden. So wurden die Grenzen von Innen und Außen verwischt und die Wechselwirkungen von Kultur und Natur in der ausgestellten Kunst thematisiert.

Gezeigt wurden Arbeiten von Enya Burger, Jason Dodge, Stefan Draschan, Sebastian Gräfe, Rubin Henkel & Niklas Bolten, Dieter Kiessling, Timo Klos, Herlinde Koelbl, Johanna von Monkiewitsch, Gabriela Oberkofler, Bill Viola, Andy Warhol und Lois Weinberger. Nicht alles hat sich mir sofort erschlossen, dazu hätte es vermutlich einer öffentlichen Führung bedurft. Aber bei einigen Werken habe ich das Konzept der Ausstellung unmittelbar als perfekt erfüllt erlebt.

( Michael Tischer )

Schloss und Park Morsbroich

Schloss und Park Morsbroich
Leverkusen, 10. Juni 2026

Seitlicher Blick auf das Schloss

Jetzt habe ich es endlich einmal geschafft und das Schloss Morsbroich in Leverkusen-Schlebusch besucht. Der heute prächtig renovierte Bau wurde ab 1775 als Lustschloss im Stil des Rokoko errichtet. Bauherr war seinerzeit Ignaz Felix Freiherr von Roll zu Bernau, Leiter und Verwalter des Deutschritterordens für den Großbereich Koblenz.

Das Schloss steht an der Stelle eines verrotteten Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert, der dafür abgerissen wurde.  Als Vorbild für den Neubau diente das Jagdschloss Falkenlust in Brühl.

Das Schloss ist umgeben von einem zur gleichen Zeit errichteten Englischen Landschaftspark mit einem prächtigen, teils uralten Baumbestand. Im Park werden heute moderne Skulpturen präsentiert.

Nach einer wechselvollen Geschichte befinden sich Schloss und Park seit 1948 im Besitz der Stadt Leverkusen. Im Schloss wurde 1951 ein bis heute bestehendes Museum für Gegenwartskunst errichtet – damals die erste derartige Neueröffnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland.

Überregionale Aufmerksamkeit erlangte das Museum, als im November 1973 zwei Mitglieder des gerade im Schloss feiernden SPD-Ortsvereins ungewollt ein eingelagertes Kunstwerk von Joseph Beuys zerstörten.

Auf der Suche nach einer Schüssel zum Gläserspülen entdeckten sie die scheinbar sinnlos mit Heftpflaster und Mullbinden „verzierte“ Baby-Badewanne, ohne zu realisieren, dass diese ein gewolltes Kunstwerk darstellte. „Wir dachten, das alte Ding könnten wir schön sauber machen und dann benutzen, um darin unsere Gläser zu spülen“, erinnerten sich die beiden Damen später. Der Künstler war „not amused“ und die Stadt kostete das Malheur in einem späteren Vergleich rund 40.000 D-Mark.

( Michael Tischer )

Japanische Rhododendren

Japanische Rhododendren
Leverkusen, 11. Mai 2026

Das Teehaus im Zentrum des Japanischen Gartens Leverkusen

Im vergangenen Jahr habe ich zum ersten Mal den bezaubernden Japanischen Garten im Carl-Duisburg-Park Leverkusen besucht. Damals war ich drei Wochen früher dran, als jetzt, und das macht für die Frühjahrsblüte durchaus einen Unterschied.

Während seinerzeit noch die Japanischen Kirschen in voller Blüte standen, sind es nun die Rhododendren und Azaleen, die alle Blicke auf sich ziehen.

Und natürlich das knapp bekleidete Manga-Girl in fantasievoller Verkleidung, das begleitet von einem Fotografen im Park posiert, als ich dort eintreffe.

Bei so viel Freizügigkeit können die im Park verteilten Buddha-Figuren nicht mithalten – optisch zumindest. Spirituell liegen sie dafür ganz weit vorne, versteht sich 🙂

Der Park wurde vom Bayer-Konzern angelegt und wird aufwändig gepflegt. Nirgendwo eine verwelkte Blüte am Boden, alle Sträucher und Gehölze perfekt kupiert, die Skulpturen, Wege und Brücken top in Schuss. Wer noch nie da war, dem kann ich die Anlage wärmstens empfehlen. Einfach wunderschön dort.

( Michael Tischer )

Nasse Füße an der Wupper

Nasse Füße an der Wupper
Leverkusen, 19. November 2023

Landschaft an der Wupper, 4 km vor der Mündung in den Rhein

Das gibt es auch selten, dass ich mir beim Wandern nasse Füße hole und erst einmal die Socken auswringen muss, um überhaupt weiterlaufen zu können.

Doch kurz vor der Mündung der Wupper in den Rhein bei Leverkusen war nicht nur der Radweg am Fluss überschwemmt.

Auch in dem etwas höher gelegenen Grünstreifen, den ich als Ausweichstrecke erkoren hatte, stand bereits ordentlich Wasser. Doch das habe erst bemerkt, als es bereits zu spät war🙂

Das Hochwasser kam vom Rhein, der seine Fluten in den Mündungstrichter drückt und den Abfluss der Wupper damit beinahe zum Stillstand bringt.

Auch die letzte Fußgängerbrücke über die Wupper vor dem Rhein stand komplett unter Wasser. Das machte meine Routenplanung schlagartig zunichte.

Nach Rücksprache mit ortskundigen Spaziergängern war klar: Hier ging es für mich nicht weiter. Ich musste umkehren und mehr oder weniger auf der gleichen Strecke zu meinem Startpunkt zurückkehren.

Schade eigentlich, denn die Tour solle mich noch am Rhein und an der Dhünn vorbeiführen. Na, vielleicht beim nächsten Mal.

( Michael Tischer )

Obstweg bei Leverkusen

Obstweg bei Leverkusen
Leverkusen-Opladen, 10. April 2019

Eingang zum NaturGut Ophoven, das vom NABU betrieben wird

Auf der Spur der Obstblüte bin ich heute mit Doxi den neun Kilometer langen Obstweg am Ostrand von Leverkusen gelaufen. Der Weg will zur Erhaltung der Streuobstwiesen beitragen und führt entlang zahlreicher Obstbäume, die teilweise extra zu diesem Zweck im Jahre 2008 gesetzt wurden.

Jetzt gerade blühen bereits die Kirsch- und Pflaumenbäume, sowie die Quitten in voller Pracht. Die verschiedenen Sorten von Apfel- und Birnenbäumen entlang des Weges zeigen schon ihre Knospen, sind aber noch nicht erblüht.

Der Rundwanderweg beginnt und endet dem von NABU betriebenen NaturGut Ophoven in Leverkusen-Opladen. Er folgt zunächst dem Wiembach, steigt dann bei Biesenbach zum Claashäuschen auf.

Von dort führt er durch Felder in Richtung Nordosten an Schöne Aussicht und Burscheid-Großhamberg vorbei. Heute war es trotz des Sonnenscheins etwas diesig. Trotzdem konnten wir in der Ferne den Kölner Dom und die markanten Hochbauten im Herzen von Köln erkennen.

Nach einem Schwenk in Richtung Norden liefen wir durch Atzlenbach ins Ölbachtal nach Grund hinab. Von dort ging es nach Südwesten durch das Ölbachtal an der Grunder Mühle (Kornbrennerei) und Flabbenhäuschen vorbei zurück zum Ausgangspunkt.

Eigentlich wollte ich im Anschluss noch den Leichlinger-Obstbaumweg laufen, der sich nur wenige Kilometer weiter nördlich erstreckt. Aber das spare ich mir auf, bis auch die Apfel- und Birnenbäume blühen. Lange kann es nicht mehr dauern. Ich schätze, in ein bis zwei Wochen ist es soweit.

( Michael Tischer )