Meine erste richtig lange Wanderung im neuen Jahr führt mich von zu Hause zur Mündung der Erft in den Rhein bei Neuss-Grimlinghausen. Gemeinsam mit Doxi benötige ich für die 25 km lange Strecke exakt 5 Stunden.
Wir laufen von Büttgenüber Lanzerath, den Eselspfad und die Neusser Pomonanach Reuschenberg.
Am Selilkumer Kinderbauernhoftreffen wir auf die Erft, der wir anschließend auf ihren letzten Kilometern bis zur Mündung folgen.
Nach einer kurzen Pause am dampfenden Rheinstrom geht es durch den Rheinpark am Neusser Sporthafen weiter zur Neusser Rennbahn mit dem Globe-Theater und anschließend durch die Neusser Innenstadt zum Nordkanal.
Hinter dem Jostenbusch erreichen wir wieder die Feldflächen zwischen Büttgen und Neuss.
Immer mit Fernblick zum Büttger Kirchturm geht es durch die Felder zurück nach Hause. Die Sonne haben wir auf dieser winterkalten Tour nicht gesehen, aber dafür wirkte die Landschaft im Nebel stellenweise sehr poetisch. Richtig schön war das.
Das Groov’sche Loch in der Pomona – eine ehemalige Tongrube
Der Erftgraben im Reuschenberger Wald
Marienkapelle am Pilgerweg zur Cornelius-Kapelle
Prächtig gewandte Gottesmutter in der Marienkapelle
Schnullerparade am Kindernbauernhof
Zutrauliche Hühner
Die Ziegen machen sich über die ausgedienten Weihnachtsbäume her
Aufgeblähter Truthahn am Kinderbauernhof
Schloss Reuschenberg an der Erft
Innenraum der Cornelius Wallfahrtskapelle am Schloss Reuschenberg
Dieser Herr wartet auf den Frühling – aber das dauert noch
Wildwasser-Kanuten auf der Erft
Blick über die Erftmündung zum Rheindeich
Doxi hat ein Stöckchen aus dem Rhein gefischt
Doxi auf dem Rheindeich gegenüber von Düsseldorf
Das Globe-Theater an der Neusser Rennbahn – hier finden jeden Sommer die Shakespeare-Festspiele statt
In so vielen deutschen Städten habe ich schon Ausschau nach schönen und historischen Haustüren und Portalen gehalten – aber noch nicht in der Stadt vor meiner Haustür, in Neuss.
Das habe ich heute nachgeholt, bei einer sonntäglichen Fahrradttour durch die noch schlafende Quirinusstadt am Rhein. Dabei bin ich auf eine überraschende Vielfalt verschiedener Stile gestoßen.
Und wo ich schon einmal unterwegs war, konnte ich es nicht lassen, und habe auch gleich einige schöne Streetart-Motive fotografiert. Hier also meine Ausbeute einer dreistündigen Tour durch Neuss:
Mit Doxi habe ich heute die Raketenstation Hombroich auf den Kapellener Höhen zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen besucht. Dort, vor den Toren von Düsseldorf, befindet sich das international anerkannte Museum „Langen Foundation“, das derzeit wg. des Corona-Lockdowns geschlossen ist.
Aber das große Freigelände der Raketenstation mit seinen Ateliers und Künstlerhäusern ist zugänglich.
Es ist Teil des visionären Projektes des Sammlers Karl-Heinrich Müller (1936 – 2007), auf einem „vernachlässigten Fleckchen Erde“ in Nordrhein-Westfalen Kunst und Natur zu einer einmaligen Synthese zusammenzubringen.
Jahrzehntelang diente das auf keiner Landkarte verzeichnete Gelände in den Erftauen bei Neuss der NATO zu Abwehrzwecken und zur Lagerung von Spreng-Köpfen für Cruise Missiles und Pershing-Raketen.
1992/93 wurde die Einrichtung im Zuge der Abrüstungsabkommen zwischen den NATO-Staaten und der ehemaligen UdSSR stillgelegt.
1994 erwarb Karl-Heinrich Müller die 13 Hektar große Fläche und entwickelte gemeinsam mit Erwin Heerich, Oliver Kruse und Katsuhito Nishikawa ein einmaliges Kultur- und Kunstraumprojekt.
1994besuchte der Star-Architekt Tadao Ando die Raketenstation und sah diese in ihrem Urzustand. Begeistert von Müllers Plänen entwickelte Ando ein Architekturmodell, das 1996 auf der Biennale in Venedig vorgestellt und bis heute in wesentlichen Teilen umgesetzt wurde.
Die Architektur ist ein Meisterwerk aus Glas, Beton und Stahl, in dem die Besucher ein faszinierendes Spiel von Innen und Außen, Kunst und Natur, Licht und Schatten erleben. Ein wirklich einzigartiger Ort, der sich bei unserem Besuch heute durch die kräftige Herbstsonne in all seiner Strahlkraft präsentieren konnte.
Der Turm „Begiari“ des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida (von 2001) mit Blick zur Skihalle Neuss und der Skyline von Düsseldorf im Hintergrund
Betonskulptur „Eingang/Ausgang“ vor der Raketenstation Hombroich
See vor dem Eingang zur Langen Foundation mit Skulptur von Alicja Kwade
Großer Glaspaviilon im Eingangsbereich der Langen Foundation
Blick auf das Gartengelände der Langen Foundation
Blick in das Innere der derzeit geschlossenen Langen Foundation
Auf dem Gelände verteilen sich die verschiedenen Künstlerhäuser und Ateliers
Kunst vor einem der Ateilierhäuser
Einer der „2 Türme“
Im Fontana-Haus: Ausstellungsraum wie in einer Kapelle
Das von Raimund Abraham entworfene „Haus der Musiker“
Hier leben und arbeiten in vier Wohnräumen und Studios jährlich wechselnde Künstler und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen
Erst war ich fünf Tage krank, dann wollte sich die Sonne nicht zeigen. Aber heute Morgen passt endlich wieder alles für eine große Runde durch unsere Region.
Es geht zu Fuß und mit Doxi an meiner Seite von Büttgen über Grefrath, Holzheim, Kapellener Höhen (Hombroich), Lüttgenglehn und dem Rittergut Birkhof zurück nach Büttgen – insgesamt 17 km.
Und die ganze Zeit erstrahlt über uns ein tiefblauer Himmel, während die Sonne die herbstlich bunt gefärbte Landschaft zum Leuchten bringt. Einfach herrlich ist das.
Das Kloster Kreiz am Rande von Holzheim
Doxi auf den Kapellener Höhen mit Blick in Richtung der Kraftwerke bei Grevenbroich
Am Eingang zur Langen Foundation
In den Feldern zwischen Grefrath und Lüttenglehn
Denkmal für die Hahnenkönige von Lüttenglehn
Hier wird gerade ein Hinterhof in Lüttenglehn adventlich geschückt
Tief steht die Herbstsonne über der Langen-Foundation zwischen Neuss-Holzheim und Kapellen
Mehr als 300 km bin ich in diesem Monat gewandert, größtenteils von zu Hause aus und immer auf der Suche nach den Farben des Herbstes.
Am Monatsanfang trugen die meisten Bäume noch ihr grünes Sommerkleid. Doch zwei Wochen später wurde es unübersehbar bunt an den Wegen, in den Gärten und in den Baumschulen rund um mein Heimatdorf Büttgen.
Der Himmel war vorwiegend grau, doch die Natur leuchtete in immer kräftigeren Gelb- und Rottönen dagegen an. Und in den Vorgärten konnte man sogar noch die eine oder andere spät blühende Pflanze entdecken.
Hier eine kleine Auswahl meiner schönsten Herbstimpressionen des Monats Oktober aus dem Rhein-Kreis Neuss.
Große Kastanie bei uns im Feld
Diese Bäume können sich noch nicht richtig entscheiden
Langsam wird es bunt
Heike und Doxi in einer Baumschule an der Neusser Bauerbahn
Hier dominiert das Gelb
Dort wird Orange bevorzugt
Ahorn-Laub am Boden nach einer kalten Nacht
Bäume am Nordkanal in Neuss
Wasserfläche im Stadtpark Neuss
Wasserfläche im Stadtpark Neuss
Hübsch buntes Graffiti am Obertor in Neuss
Upps, hier blüht ja noch etwas
Pilze in einer Baumschule zwischen Büttgen und Holzbüttgen
Eine der beliebtesten Flächen für Streetart in Neuss ist die Hammer Eisenbahnbrücke auf den Rheinwiesen in Richtung Düsseldorf. Der Zufall will es, dass ich hier bei einer Radtour Unterschlupf suche, um einem überraschenden Starkregen aus dem Weg zu gehen.
Auf Neusser Seite ist jeder der zwölf massiven Brückensockel aus Beton beidseitig bemalt, und ich staune nicht schlecht beim Anblick der aktuellen Motive. Denn vor einigen Jahren wirkten die Graffitis noch viel fröhlicher und strahlten richtig viel Lebensfreude aus.
Die alten Motive sind längst übermalt, mehrfach vermutlich. Die aktuellen „Paintings“ haben eine eher dystopische, teilweise verstörende Anmutung. Zwei Arbeiten bringen es auf den Punkt: Endzeit.
Ja, so ändert sich der Zeitgeist und mit ihm die Motive und Inspirationen der Streetart-Künstler. Sogar das Thema Corona hat hier bereits seinen Niederschlag gefunden. Interessant.
[Update 19.07.2022: Weitere Streetart aus dem Neusser Stadtgebiet aufgenommen.]
Gesehen in Neuss
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