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Rundwanderung bei Maria Hoop

Die Basilika von St. Odilienberg an der Rur

 Maria Hoop (NL), 29. März 2026

Wenn das Wetter schön ist und die Vöglein fleißig zwitschern, können auch ganz unspektakuläre Wanderungen durch Wald und Feld ihren Reiz haben. Eine solche Tour bin ich heute auf niederländischer Seite an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Heinsberg und Roermond gelaufen.

Die Grenze verläuft hier entlang eines langgezogenen, bewaldeten Hangs, der den Bruch zum Urstromtal der Maas markiert.

Auf einer Länge von 13 km geht es durch lichtdurchfluteten Wald „Annadaalsbosch“, dann über Feldflächen und schließlich wieder in den Wald in Richtung der deutschen Grenzgemeinde Haaren.

Nach der Tour besuche ich noch den nur wenige Kilometer entfernten Ort St. Odilienburg an der Rur, kurz vor Roermond.

Dort gibt es einen historischen Ortskern rund um zwei Kirchen aus dem 11. Jahrhundert, die auf einem flutsicheren Hügel neben der Rur stehen: eine zweitürmige romanische Basilika, die den Heiligen Wiro, Plechelmus und Otgerus geweiht ist und die kleine „Onze Lieve Vrouwekapel“. Ein malerischer Flecken, fünf Kilometer vor  der Mündung der Rur in die Maas im alten Zentrum von Roermond.

( MITI )

Let’s party – seit 1852

Die Ausstellung zeigt historische Exponate und aktuelle Arbeiten von Malkasten-Künstliern

 Düsseldorf, 27. März 2026

Unter dem Titel „Dioniysisches Denken – Die Kunst der Feste“ erinnert der Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten derzeit in einer Ausstellung an die rauschenden Feste, die er seit 1852 jeweils am Karnevalssamstag mit aufwändig gestalteten Festumzügen, Kostümen, Kulissen und Aufführungen veranstaltet hat.

Die historischen Malkasten-Redouten hatten jeweils ein bestimmtes Thema. Die Erste im Jahr 1852 stand unter dem Motto „Aschenbrödels Hochzeit“. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs fanden dieser Feiern in der Tonhalle, Düsseldorfs größtem Festsaal statt, der bis zu 2000 kostümierten Besuchern Platz bot.

Die Feste wurden jeweils als großes Gesamtkunstwerk inszeniert, mit Schauspielaufführungen vor phantasievoller Kulisse und einem Festumzug vor und nach der Veranstaltung. Der Erste Weltkrieg brachte eine Unterbrechung der Tradition, die man ab 1927 fortsetzte.

Doch da brachte der zunehmend konservativer und nationaler werdende Zeitgeist bereits Einschränkungen, die auch zu Friktionen innerhalb der Künstlergemeinschaft des Malkastens führte. Mehr als ein Drittel der Mitglieder trat damals unter Protest aus dem Verein aus. Unter den Nazis war dann schnell Schluss mit Lustig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veranstaltete man ab 1949 wieder regelmäßig die Redouten, doch die Festspieltradition mit Bühnendarbietungen nahm man nieder wieder auf. Bis zum Anfang der 1990er Jahre richtete der Malkastenverein jährlich eine Redoute aus.

In diesem Jahr 2026 wurde die ehrwürdige Tradition unter dem Motto „Multiversum“ erstmals wieder fortgesetzt, initiiert vom Künstler Alex Wissel und ausgestaltet vom Künstlerkollektiv FORT der Kunstakademie Kiel. Heike und ich hatten die Gelegenheit, bei dieser Party dabei zu sein, und es war wirklich ein tolles Erlebnis. Aber nie hätten wir gedacht, dass diese Tradition mehr als 170 Jahre zurückreicht. Von daher fand ich es sehr spannend, diese Hintergründe in der aktuellen Ausstellung im Malkasten erleben zu können.

( MITI )

Jazz: Düsseldorf/Palermo

Plakat zum 6. Deutschen Amateur Jazz-Festival in Düsseldorf 1960

 Düsseldorf, 26. März 2026

Jazz in Düsseldorf, das sind für mich vor allem die mitreißenden Konzerte in der Jazz-Schmiede, wo ich seit bald 20 Jahren Vereinsmitglied bin, aber auch die kostenlosen Hofgarten-Konzerte im Sommer oder die pulsierende Jazz-Rallye. Dass die Geschichte viel länger zurückreicht, zeigt derzeit eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf, die den Jazz in den Partnerstädten Düsseldorf und Palermo feiert.

Vor der Naturkulisse des Speeschen Grabens erzählen zahlreiche Exponate aus Malerei, Grafik, Fotografie, Musikinstrumente, Video und Audio urbane Jazz-Geschichten. Kostenlose Live-Konzerte jeweils donnerstags 18:00 machen die Ausstellung einmal im Monat zur Bühne.

Jazz war in Düsseldorf seit Mitte der 1920er Jahre präsent und stieß als musikalische Revolution in der live-gespielten Tanzmusik vor allem beim jungen Publikum auf enthusiastische Begeisterung.

In den Wilden Zwanzigern hieß das vor allem Feiern, Tanzen, Alkohol, Drogen und sich gehen lassen, wie es auch in den Bildern des italienischen Malers Alessandro Bazan zum Ausdruck kommt.

Doch nach 1933 verschwand der von den Nazi als ‚undeutsch‘, ‚entartet‘ und ‚Negemusik‘ diffamierte Jazz wieder aus der Öffentlichkeit, um erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiederzukehren.

Bereits im Januar 1948 wurde der Hot Club Düsseldorf ins Leben gerufen, in dem Jazz gespielt und über Jazz diskutiert wurde. Bald machten auch die amerikanischen Stars bei ihren Europatourneen Station in der Landeshauptstadt.

Mit dem 1955 begründeten Amateur Jazz-Festival legte Düsseldorf den Grundstein für eine bis heute anhaltende Tradition regelmäßiger Veranstaltungsformate im Jazz. Dazu gehört der kostenlose Jazz im Hofgarten (seit 1988) oder die eng mit Klaus Doldinger verbundene Jazz-Rally (ab 1993).

Seit 1995 hat der Jazz in der mit Unterstützung der Stadtverwaltung begründeten Jazz-Schmiede auch von Amts wegen eine feste Adresse in Düsseldorf. In der Spielzeit bin ich ganz oft einmal in der Woche dort, um einem live-Konzert zu lauschen. Ich liebe es!

( MITI )

Mein erster Houellebecq

Deutsche Hardcover-Ausgabe aus dem Dumont-Verlag von 2019

 Büttgen, 24. März 2026

Obwohl ich gerade Semesterferien habe, bin ich schon wieder am Vor-Lernen. Doch parallel treibt mich das Gefühl, ich müsse die nur scheinbar freie Zeit ebenfalls nutzen, um endlich Mal wieder ein wenig Belletristik zu lesen – damit mir nicht immer nur dieser ganze „fachspezifischen Kram“ vor die Linse kommt (pardon).

Meine Wahl ist auf „Serotonin“ von Michel Houellebecq gefallen, einem viel diskutierten französischen „Skandalautor“, der nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch international hohe Auflagen erzielt und bereits zahlreiche Literaturpreise gewonnen hat. Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. So muss es bei einem guten Schriftsteller sein, finde ich 🙂

Ich habe die Lektüre von Serotonin in weiten Teilen genossen, denn Houellebecqs Sprache und Erzählweise ist schön drastisch und explizit, sein 47-jähriger Protagonist radikal in der Ablehnung seines bisherigen Lebens und dem Streben, die bürgerliche Existenz hinter sich zu lassen und in die vollständige Bezugslosigkeit zu entschwinden. Nur das Antidepressiva Captorix muss bleiben, sonst geht sein Serotonin zu stark runter.

Parallelen zu Houellebecq selbst sind dabei unverkennbar. Im Mittelteil hätte der Autor die Handlung nach meinem Geschmack etwas mehr vorantreiben können, doch das sei ihm verziehen. Ich glaube, ich werde demnächst auch seinen Romane „Elementarteilchen“, „Karte und Gebiet“ und „Unterwerfung“ eine Chance geben, denn ich bin neugierig geworden. Aber erst, wenn ich das nächste Mal wieder Semesterferien habe. Bis dahin muss ich „Serotonin“ erst einmal verdauen.

( MITI )

Narzissenweg Brüggen

Narzissenweg in Höhe des Borner Sees

 Brüggen, 22. März 2026

Während Heike mit einer Freundin über das Wochenende die Ewige Stadt Rom heimsucht 😉 , halte ich die Stellung am Niederrhein und nutze den wunderbaren Frühlingssonntag für eine ausgedehnte Wanderung rund um Brüggen. Das beliebte Ausflugsziel nahe der niederländischen Grenze in Höhe von Roermond hat mit seiner Altstadt, der historischen Burg und der angrenzenden Wassermühle viele pittoreske Ecken zu bieten.

Vor allem wird der Ort von der Schwalm und ihren Nebenarmen durchflossen, die in mehreren Seen aufgestaut werden.

Ich laufe vom Ortszentrum zunächst in östlicher Richtung zum Nachbardorf Born und dem Borner See. Dabei folge ich dem Narzissenweg, der jetzt, kurz vor Ostern, von unzähligen gelb blühenden Narzissen gesäumt wird.

Anschließend orientiere ich mich entlang der Schwalm in westlicher Richtung zurück zum Ortskern und laufe darüber hinaus. Diesmal leitet mich der Planetenweg über den Dahmensee zum Venekotensee, nur wenig Kilometer vor der Deutsch-niederländischen Grenze.

Der hübsche See ist heute mein Wendepunkt. Anschließend geht es durch die Felder zurück zu meinem Startpunkt an der Burg Brüggen, den ich nach 16 km Strecke und etwas weniger als drei Stunden wieder erreiche. Eine ganz bezaubernde Wanderung, gerade zu dieser Jahreszeit mit den vielen Narzissen am Wegesrand.

( MITI )

Frühlingsrunde bei Burscheid

Blick hinunter zum naturbelassenen und noch winterlich verschlafenen Wald-Campingplatz im Wersbachtal

 Burscheid, 21. März 2026

Den Frühlingsanfang heute wollte ich keinesfalls ohne eine schöne Wanderung verstreichen lassen. Meine Wahl fällt auf eine 11 km lange Runde bei Burscheid zwischen Solingen und Leverkusen, 60 km von meinem Zuhause entfernt. Hier zeigt das Bergische Land bereits sein markantes Landschaftsbild.

Bei frischer Luft und herrlichem Sonnenschein führt mich die Tour durch mehrere lauschige Bachtäler und über die Höhen, die sie trennen. Los geht es am mäandernden Murbach nördlich von Burscheid.

Ich laufe zunächst stromaufwärts in östlicher Richtung durch das Murbachtal bis zur Classmühle und schwenke dort nach Norden ein.

Am Naturschutzgebiet Herkensiefen führt mich der Weg erst auf die Höhen mit weiten Fernblicken und anschließend hinunter in das Wersbachtal, dem ich nun in westlicher Richtung folge.

Bald erreiche ich den hübschen kleinen Wersbachstausee und dahinter einen naturbelassenen Campingplatz im Talgrund.

Es folgen die hübschen kleinen Siedlungen Oberwetsche und Unterwetsche, bevor ich wieder auf den Murbach treffe. In den Dörfern dominiert die typische bergische Architektur mit Fachwerk und schieferverkleideten Fassaden, sowie den markanten Hauseingängen, das alles in Schwarz, Weiß und Grün.

Dem Murbach stromaufwärts folgend, gelange ich über die Siedlung Grünscheid und die Mummekampsmühle wieder zu meinem Startpunkt. Obwohl die Tour nur 200 Höhenmeter im Aufstieg abruft, bin ich am Ende überraschend k.o. Vielleicht, weil ich in den letzten Tagen intensiv körperlich an Haus und Garten gearbeitet habe. Aber kein Problem, trotzdem eine herrliche Tour.

( MITI )