Semesterende mit großem Finale

Semesterende mit großem Finale
Büttgen, 26. August 2026

Hier teste ich mein Wissen in Psychoneuroendokrinologie mit meinem Quizsystem AfA

Mein viertes Studiensemester in Psychologie endet mit einem großen Finale: Zum ersten Mal überhaupt habe ich zwei Module in einem Semester belegt und deshalb auch zwei Klausuren geschrieben – innerhalb von nur 24 Stunden. Am Montag Allgemeine Psychologie Kognition I und am Dienstag Allgemeine Psychologie Kognition II, das auch den Themenbereich Biologische Psychologie umfasst. Vor allem In diesem Lerngebiet fühlt man sich unverhofft ins Medizinstudium versetzt.

Aber nun ist ja alles vorbei, denn nach meinem Gefühl sind beide Klausuren ordentlich für mich gelaufen. Allerdings habe ich in den letzten Monaten auch wahnsinnig viel gepaukt und kaum etwas anderes gemacht, weshalb ich jetzt erst einmal mental ein wenig k.o. bin.

Zum ersten Mal habe ich in diesem Semester intensiv mit meinem selbstprogrammierten Quizsystem Afa (Anki für Arme) gelernt. Und das hat sich ausgezahlt: Die Antworten auf die meisten Klausurfragen schossen regelrecht aus mir heraus, sodass ich weit vor der Zeit fertig war.

Nur bei einem von 25 Themenbereichen in der zweiten Klausur hat sich mein Geist komplett ahnungslos gezeigt, sodass ich raten musste. Diese Lerninhalte hatte ich wohl bei der Aufstellung der Fragen für mein Quizsystem übersehen. Und was man gar nicht erst paukt, das hat man dann hinterher auch nicht präsent – irgendwie logisch. So kann’s gehen.

( Michael Tischer )

In Gedenken: die feine Bellis

In Gedenken: die feine Bellis
Büttgen, 24. August 2026

Bellis als Streetart-Girl

Heute vor fünf Jahren ist die feine Bellis (Berta vom Niederrhein) in die ewigen Jagdgründe aufgestiegen. Sie stammte aus dem B-Wurf unserer Zucht von 2007. Bellis war Claudias Hund und mit ihr sehr erfolgreich im Fährtenhundesport unterwegs. Außerdem war sie die Mutter unseres C- und D-Wurfes und damit auch unserer geliebten Doxi (aktuell, Stand 2026, im vierzehnten Lebensjahr).

Bellis war ganz oft bei mir und ihrer Mama Bloxi zu Gast und später dann hier bei ihrer Tochter Doxi, teilweise für mehrere Wochen am Stück, wenn Claudia in Urlaub weilte oder auf Kur. Ich bin dann immer mit beiden Hunden spazieren gegangen, was eine ganz schöne Show war. Insbesondere Bellis und Doxi haben regelmäßig wild miteinander getobt und dabei ordentlich Spaß gehabt – viele Jahre lang.

Claudia, Jutta, meine Mom, Heike und ich – wir alle haben Bellis geliebt. Heute denken wir noch einmal mit diesen schönen Bildern ganz intensiv an die süße Blondine zurück. Ich glaube, sie hatte ein wunderbares Hundeleben. Da gab es nicht viel auszusetzen.

( Michael Tischer )

Rock gegen Rechts Dussi 2026

Rock gegen Rechts Dussi 2026
Volksgarten Düsseldorf, 23.08.2026

Großer Andrang am Abend bei den Busters

Gestern habe ich zum ersten Mal das kostenlose OpenAir-Festival „Rock gegen Rechts“ im Düsseldorfer Volksgarten besucht. Nachdem ich erneut den ganzen Tag über ordentlich für die anstehenden Semesterklausuren geübt hatte, war das dann sozusagen meine Belohnung.

Das durch Spenden und städtischen Mitteln finanzierte Festival gibt es mittlerweile seit über 20 Jahren. Es geht auf den rassistisch motivierten Sprengstoffanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn im Jahr 2000 zurück, bei dem zehn überwiegend jüdische Zuwanderer teils lebensgefährlich verletzt wurden und eine schwangere Frau ihr ungeborenes Kind verlor.

Daraufhin formierte sich das ehrenamtliche Bündnis „Rock gegen Rechts Düsseldorf“ und etablierte ein jährlich stattfindendes, eintägiges Umsonst-und-Draußen-Festival. Neben Live-Konzerten bildet eine große „Meile der Initiativen“ mit NGOs, Gewerkschaften und Aufklärungsständen das Herzstück. Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt. Für Kinder ist ein Karussell aufgebaut.

Ich war am Nachmittag kurz da und kehre am Abend zum Headliner-Act zurück. Es spielen die Busters, die vielleicht bekannteste Deutsche Ska-Band. Die Gruppe aus Baden-Württemberg engagiert sich seit vielen Jahren gegen Rassismus und Faschismus. Mit ihren pulsierenden Rhythmen heizt die neunköpfige Combo dem Publikum ordentlich ein – um mich herum wird extatisch rumgesprungen und gefeiert.

Gleich neben mir geht plötzlich eine stark angetrunkene junge Frau zu Boden. Die Band pausiert, während rasch ein Team aus Security und Sanitätern anrückt, um sich zu kümmern. Alles sehr professionell organisiert hier und wirklich ein tolles Fest.

( Michael Tischer )

Pauken zwischen Richter & Picasso

Pauken zwischen Richter & Picasso
Düsseldorf, 22. August 2026

Studierzimmer mit Bibliothek im K20

Der finale Countdown hat begonnen: In 48 Stunden schreibe ich die erste von zwei Abschlussklausuren meines vierten Studiensemesters in Psychologie. Zwar habe ich in den vergangenen Monaten gut gelernt, doch ein paar Dinge muss ich noch Pauken, damit sie besser sitzen und ich bei der Klausur nicht ins Schleudern komme. Beispielsweise den Unterschied zwischen parvozellulärem und magnozellulärem Pfad bei der visuellen Wahrnehmung. Die Beiden verwechsle ich immer.

Ich habe mir zwei Seiten mit Merksätzen zum Auswendiglernen aufgeschrieben und einen stillen und erhabenen Ort zum Pauken gesucht, das Kunstmuseum K20 in Düsseldorf. Dort gibt es zwei Säle, in denen man wunderbar Lernen kann: Ein Studierzimmer mit Blick auf die Düsseldorfer Altstadt und eine kleine Empore mit Sitzecke, umgeben mit renommierter Kunst von Richter bis Picasso. Und jetzt, am späten Nachmittag, ist es im Museum auch nicht mehr so voll. Ich liebe es!

( Michael Tischer )

Extrem-Sommer endlich vorüber?

Extrem-Sommer endlich vorüber?
22. August 2026

Feuer, so weit das Auge reicht:

Der Sommer in diesem Jahr war echt anstrengend für die Menschen und die Natur. Er war lang und heiß und extrem trocken. Zwischen dem achten Juli und dem siebzehnten August hat es in NRW praktisch nicht geregnet. Flüsse wie Rhein, Main und Oder sind auf historisch nicht gekannte Pegel gefallen, die Binnenschifffahrt beinahe zum Erliegen gekommen.

Bauern, die ihre Feldfrüchte nicht regelmäßig mit Grundwasser beregnen lassen konnten, müssen mit erheblichen Ernteeinbußen rechnen, insbesondere beim Mais und bei den Kartoffeln, den Möhren und den Rüben. Das wird sicherlich die Verbraucherpreise weiter ansteigen lassen.

Regional, insbesondere an Rhein und Main, gab es mehr als 25 Hitzetage mit über 30 Grad. Vielerorts wurden historische Höchstmarken von mehr als 40 Grad übertroffen. Auch ich habe an einigen Tagen zum ersten Mal seit Jahren wieder meine mobile Klimaanlage zum Einsatz gebracht, um bei nächtlichen Temperaturen nahe 25 Grad schlafen zu können.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle für den Sommer 2026 bislang auf rund 14.000 Menschen – ein historischer Höchststand in Deutschland. Bundesweit ist eine Diskussion über den besseren Hitzeschutz in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen entbrannt.

Extrem-Sommer endlich vorüber?

Brand im Hohen Venn

Verheerend auch die Waldbrände Mitte August in der Nordeifel (Hürtgenwald mit 300 bis 400 Hektar Schadensfläche) und im belgischen Hohen Venn nahe der deutschen Grenze mit bis zu 3000 Hektar verbrannter Natur – die größten Brände seit mehr als einhundert Jahren. Sie haben Feuerwehren und Hilfskräfte an ihre Belastungsgrenzen gebracht und für Rauchbelästigungen bis hin zur Kölner Bucht, dem Bergischen Land, dem Siegerland, der Vulkaneifel sowie Main und Mosel gesorgt.

Erst der einsetzende Regen ab Mitte August hat dazu beigetragen, dass sich die Feuer nicht weiter ausbreiten konnten. Und er hat hoffentlich das Ende dieses Mega-Sommers eingeleitet. Von anhaltender Hitze und Trockenheit haben wir auf jeden Fall erst einmal genug. Aber mit dem menschengemachten Klimawandel hat das natürlich gar nichts zu tun, haha.

( Michael Tischer )

Patrizia Casagranda: Berühre mein Herz

Patrizia Casagranda: Berühre mein Herz
Kaiserswerth, 21. August 2026

Baloon Girl – Embrace Love

Das ehrenamtlich geführte Kunstmuseum Kaiserswerth präsentiert derzeit in seinen Räumen eine Ausstellung der Krefelder Künstlerin Patrizia Casagrande. Gezeigt werden großformatige Frauenportraits und weitere zentrale Themen Ihres Schaffens.

Die Werke wurden in Ihrer einzigartigen Technik des „Sculptural Dot Painting“ realisiert, die Casagrande in Indien entwickelt hat. Sie basieren auf recyceltem Material und weisen eine markante, punktartige dreidimensionale Struktur auf. Die Hintergründe sind flächig gemalt und mit pastosen Farbstrichen oder collagierten Teilen akzentuiert.

In etwas Abstand vom Bild erkennt man das gesamte Motiv, während sich die Werke bei näherer Betrachtung in abstrakte Reliefs auf Malgründen wie Holztafeln, LKW-Planen oder Pappe verwandeln, die aus vielen Schichten aus Pigmenten und Gips aufgebaut sind.

Ursprünglich in zurückhaltenden Farben gemalt, strahlen ihre neueren Werke in stärkeren Tönen, seit die Künstlerin in den Niederlanden den Restbestand einer aufgegebenen Pigmenthandlung erworben hat.

Immer wieder zitiert Casagrande in dieser Technik berühmte Motive aus der klassischen Malerei, etwa von van Gogh, Vermeer oder Leonardo da Vinci. Die Liste ihrer Ausstellungen ist lang. Anerkennung fanden die Werke bereits auf der Biennale in Venedig im Jahre 2024. 2026 wurde sie erneut eingeladen – eine große Auszeichnung.

( Michael Tischer )