Teenager auf Abwegen

Teenager auf Abwegen
Herhahn, 19. Juli 2026

Oberhalb des Braubachtals: Drei Holsteiner Jungbullen auf Entdeckungstour

Heute Mittag hatte ich eine nette Begegnung mit drei Holsteiner Kühen auf einer Wanderung von Gemünd hinauf nach Herhahn. Ich wollte einen Abzweig oberhalb des Braubachtals ausprobieren, den ich bis dahin noch nie gelaufen bin.

An einer T-förmigen Abzweigung des Weges traf ich auf eine Frau in Wanderbekleidung, die mitten in der prallen Sonne erstarrt zu sein schien und leicht verunsichert dreinblickte. Ich fragte, ob ich helfen könne, worauf die Dame energisch nach rechts zeigte: „Ja, da“.

Tatsächlich standen rechts drei kräftige Jungbullen auf dem Feldweg, die dort definitiv nicht hingehörten. Hinter ihnen eine eingezäunte Wiese, jedoch ohne erkennbaren Durchgang zum Feldweg.

Weil ich Kühe gerne mag und auch genau dort vorbei wollte, habe ich mich vorsichtig genähert und freundlich auf die drei Halbstarken eingeredet. Die schwarzweiß-gemusterte Truppe reagierte erst ein wenig ängstlich, dann aber neugierig auf mich. Nach einem kurzen Moment des Abtastens wollten alle Drei an meiner Hand schnuppern und lecken, wobei sich jeder vordrängelte.

Irgendwann reckte einer aus der Ausreißergruppe den Kopf markant nach vorne und brüllte mit geöffnetem Maul ohrenbetäubend los. Ich zuckte erst zusammen, aber tatsächlich brüllte es kurz darauf aus der Ferne zurück. Irgendwo dort hinten musste das Hauptfeld sein. Ich bin daraufhin losmarschiert, weil ich das so kenne, dass neugierige Kühe einem schon einmal hinterher traben, sofern sie nicht gerade mit Äsen beschäftigt sind. Und so kam es auch.

Nach vielleicht zweihundert Metern auf dem Feldweg haben die Drei vor einem Durchgang durch den Maschendrahtzaun Halt gemacht, aus dem sie vielleicht auch gekommen waren. Einer der Kameraden traute sich erst nicht so recht hindurch, hat es aber schließlich auch geschafft. Sobald sie wieder ihre Home-Zone erreicht hatten, sind die drei Ausflügler regelrecht losgesprintet, schnurstracks in Richtung ihrer Horde, die man in der Ferne am Waldrand ausmachen konnte. Ausflug beendet mit Family Reunion im Rindsgalopp, sozusagen. Ganz süß sah das aus.

( Michael Tischer )

Nur noch 20 Grad: Womo ahoi

Nur noch 20 Grad: Womo ahoi
Gemünd, 18. Juli 2026

Doxi hat sich gleich an ihren Lieblingsplatz unter dem Wohnmobil verzogen

Puh, nach mehreren heißen Sommewochen mit Temperaturen von 30, 35, bis hinauf zu 40 Grad, wird es zu Beginn der Sommerferien in NRW endlich etwas kühler. Die kommende Woche verspricht nur noch Werte um die 20 Grad und deshalb bin ich sofort mt Doxi in See gestochen zu unserem Lieblingswomostellplatz in Gemünd am Nationalpark Eifel.

Vorher war ich noch mit der alten Date beim Tierarzt für eine erneute Librela-Spritze und einen Check-Up. Das, was ihr Beschwerden bereitet, sind alles ganz normale degenerative Alterserscheinungen, wurde mir erneut bestätigt, da kann man nicht mehr viel machen, aber deswegen muss sie auch noch nicht heute oder morgen in den Hundehimmel aufsteigen.

Wir haben Glück und erwischen auf dem fast voll besetzten Stellplatz einen schönen Platz unter Bäumen direkt vor der Kurparkwiese, die mittlerweile zum Disco-Golf-Parcour ausgebaut wurde. Vor uns spielt gerade eine Großfamilie. Jung und Alt wollen mit möglichst wenig Würfen ihren Frisbee in den nächsten Korb bringen, und alle sind mit Eifer bei der Sache.

Ich bin froh, endlich wieder On-the-Road zu sein. Viele zu lange war ich wegen der hohen Temperaturen nicht mehr mit Doxi und dem Womo unterwegs. Aber jetzt ist erst einmal wieder alles gut. Eine Woche soll es schön kühl bleiben, immer auch mit ein bischen Sonne. Ich habe meine Studienunterlagen dabei, meine Gitarre, meine Yogamatte sowieso und ich bin zuversichtlich, das wird eine schöne Woche werden – eine willkommene Erholung von den überhohen Temperaturen.

( Michael Tischer )

Yayoi Kusama im Ludwig-Museum

Yayoi Kusama im Ludwig-Museum
Köln, 17. Juli 2026

Immersive Rauminstallation im größten Saal des Ludwig-Museums

Eine Kunstausstellung, die schon wenige Wochen nach der Eröffnung für die gesamte Spielzeit ausverkauft ist, das gibt es bei uns im Rheinland auch nicht oft. Anfang Juni konnte ich gerade noch eine Karte für Mitte Juli ergattern. Mittlerweile geht bis zum Ausstellungsende im August gar nichts mehr. Ich spreche von der Ausstellung der legendären Künstlerin Yayoi Kusama (*1929), die sich das Ludwig Museum anlässlich seines 50-jährigen Bestehens gegönnt hat.

Ihre ikonischen Polka Dots, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten Infinity Rooms sind zu einer Art Markenzeichen geworden.

Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine spannende Reise durch alle Phasen von Kusamas Schaffensewerk mit über 300 Arbeiten aus einer Vielzahl künstlerischer Medien, wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur.

Auch eine eigens für die Ausstellung konzipierte immersive Rauminstallation mit integriertem Infinity Mirror Room wird gezeigt. Sie füllt den größten Saal des Museums und ist ein absoluter Publikumsmagnet.

Im Zentrum von Kusamas Werk stehen die Natur in ihrem ständigen Wandel, Werden und Vergehen sowie die Unendlichkeit des Universums, in der alles Existierende sich letztlich auflöst. Die Punktemuster (Polka Dots), mit denen die Künstlerin Gegenstände und Menschen überzieht, sind ebenso Ausdruck dieser Weltsicht wie ihre Unendlichkeits-Spiegelräume.

Yayoi Kusama im Ludwig-Museum

Arbeit auf der Dachterrasse des Museums

Erlebnisse ihrer Kindheit, darunter Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm, durchziehen Kusamas gesamtes Schaffen.

Fragilität und Auslöschung sind gleichermaßen Teil dieser Erfahrungen wie die Teilhabe und Verschmelzung mit einem großen Ganzen. Ihre Kunst ist für Kusama Lebensnotwendigkeit, jedes ihrer Werke auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst in einem immer wieder von Zerrissenheit geprägten Leben.

Seit 1977 lebt die Künstlerin freiwillig in einer psychiatrischen Klinik in Tokio. Ihre dortige Unterbringung dient als Rückzugsort und therapeutische Maßnahme, um mit ihren schweren Depressionen, Zwangsstörungen und den visuellen Halluzinationen umzugehen. Sie nutzt ihre Kunst, insbesondere die Malerei, als eine Form der Selbsttherapie, um ihre Ängste zu verarbeiten.

( Michael Tischer )

Rundgang Kunstakademie 2026/II

Rundgang Kunstakademie 2026/II
Düsseldorf, 16. Juli 2026

Man könnte sie für Menschen mit Masken halten, aber nein, es sind Puppen. Sehr gut gemacht!

Wieder einmal geht ein Semester in der Kunstakademie Düsseldorf mit der öffentlichen Präsentation der von den Studenten geschaffenen Arbeiten zu Ende. Die Qualität war in meinen Augen wesentlich höher als am Ende des letzten Semesters im Januar, aber das ist natürlich immer eine sehr individuelle Wahrnehmung.

Aktuell läuft parallel ja die GROSSE Verkaufsausstellung Düsseldorfer Künstler im nur wenige hundert Meter entfernten Kunstpalast. Ich bin sicher, dass man einige der heute präsentierten studentischen Arbeiten aus der Kunstakademie dort in den kommenden Jahren wiederfinden wird.

( Michael Tischer )

Endlich wieder Yoga

Endlich wieder Yoga
Büttgen, 15. Juli 2026

Garten-Yoga am frühen Morgen, wenn die Sonne noch nicht voll auf dem Rasen steht

Zehn Tage durfte ich wegen einer großen Wunde nach einem kieferchirurgischen Eingriff kein Sport betreiben. „Auch kein Yoga“, hatte der behandelnde Arzt auf meine Frage hin geantwortet und mir dabei tief in die Augen geblickt: „Wenn Sie jetzt Kopfstand machen, geht die Wunde wieder auf“. 

Na, gut, habe ich mich dran gehalten. Ist mir aber schwergefallen und hat mir auch nicht gutgetan. Doch nun darf ich wieder. Die Fäden sind gezogen, alles paletti. Und obwohl mich die Sommerhitze derzeit tagsüber ziemlich nervt: spätabends und am frühen Morgen ist es gerade ganz herrlich draußen. Also ab jetzt wieder täglich Yoga. Ich habe ein bisschen was aufzuholen 🙂

( Michael Tischer )

Lauchzwiebeln mit Kartoffeln indisch

Lauchzwiebeln mit Kartoffeln indisch
Büttgen, 14. Juli 2026

Diesmal ist es ziemlich scharf geworden. Beim nächsten Mal besser mit etwas weniger Chilipulver.

Schön, dass es so viele indische Gerichte gibt, die noch nicht auf meiner Kochliste gelandet sind. Heute habe ich mich an Hari Pyaz Subji versucht, der indischen Variante von Lauchgemüse mit Tomaten, Knoblauch, Ingwer und Kartoffeln – ein einfaches und schnelles Rezept.

Die Zubereitung startet wie bei vielen indischen Gerichten mit dem Anschwitzen von Kreuzkümmel in Öl, bis das typische Aroma aufsteigt. Dann kommen der kleingeschnittene Ingwer plus Knoblauch hinzu, und auch das einen Moment bei mittlerer Hitze anbraten.

Im nächsten Schritt werden die kleingeschnittenen Tomaten und die Gewürze hinzugegeben: Korianderpulver, Garam Marsala, Kurkumapulver, Chilipulver (ich bevorzuge den etwas milderen Kashmir-Chili) und etwas Salz.

Das Ganze gut vermischen und umrühren, bis die Tomatenstücke weich gekocht sind. Dann kommen die klein geschnittenen Lauchzwiebeln und die rohen Kartoffelscheiben hinzu. Nun einen Deckel auf die Pfanne geben und die Zutaten bei mittlerer Hitze zehn bis zwölf Minuten garen lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Dann ist das leckere vegetarische Gericht auch schon servierbereit.

( Michael Tischer )