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Streetart-Tour Essen, Teil II

Streetart-Tour Essen, Teil II
Essen, 29. Juni 2026

Bahndamm im Essener Norden an der Dinastraße

Ein weiteres brutal heißes Wochenende. Diesmal purzeln überall in Deutschland die Hitzerekorde: 40,8 Grad, 41,2 usw. Noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es bei uns im Juni so heiß.

Erneut versuche ich, das Angenehme mit dem Schönen zu verbinden, indem ich mich aufs Motorrad schwinge und durch die kühle Fahrtluft in die Ruhrgebietsmetropole Essen rolle, zum Zeiten Teil meiner Street-Art Tour.

Immer nur kurz stehen bleiben, lautet das Motto auf dieser Foto-Tour – an den Ampeln und beim Fotografieren der vielen schönen Motive, sofern ich dabei in die Sonne muss. Immer wieder kann ich den warmen Asphalt unter meinen Füßen regelrecht riechen.

Aber egal, die Tour macht Spaß und es lohnt sich. Diesmal bin ich von der Mitte bis zu den nördlichen Stadtteilen unterwegs, knapp an der Grenze zu Bottrop und Gelsenkirchen. Und auch hier gibt es wieder jede Menge zu sehen, sofern man originelle Street-Art zu schätzen weiß.

( Michael Tischer )

Jeck für Deutschland

Jeck für Deutschland
Essen, 22. Juni 2026

Jetzt zur Fußball-WM ein Flaggenmeer: Die Rullichstraße in Essen Altendorf

Bei meiner Streetart-Tour durch Essen sind mir immer wieder Häuser aufgefallen, die jetzt zur Fußball-WM in den USA komplett mit Deutschland-Fahnen geschmückt sind. Ich vermute, das soll unserer Nationalmannschaft Glück bringen, damit sie nach zwei vergeblichen Anläufen endlich wieder die Vorrunde übersteht – mindestens.

Noch jecker wird es in der Rullichstraße in Essen-Altendorf, die sich auf einer Länge von knapp 200 Metern in ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer verwandelt hat. Vor allem Deutschland-Fahnen hängen dort, aber auch einige Fahnen der Gastgeberländer und der FIFA.

Das Ganze ist das Werk von Achim Klimmeck (70), mittlerweile überregional als „Flaggen-Achim“ bekannt. Er lebt dafür, mit den Leuten den Fußball zu feiern – und die gesamte Nachbarschaft zieht mit. Gerade bei der WM in den USA ist ihm das besonders wichtig: „Wer soll bei den Preisen dahin als Fan? Sind doch nur Reiche dort. Hier kann jeder seine Leidenschaft ausleben. Wir feiern die Weltmeisterschaft für den kleinen Mann.“

Vor 20 Jahren fing alles an – mit drei Fahnen. Heute hat er nach eigener Aussage fast viertausend Fahnen und Girlanden in Essen aufgehängt, denn auch viele Fahnen außerhalb seiner Rullichstraße stammen von ihm. Er sieht darin seine Bestimmung. „Ich mache das hier so lange, bis ich von der Leiter falle.“ Kann man eigentlich nur hoffen, dass unser Team so viel Treue und Hingabe mit tollen Erfolgen belohnt.

( Michael Tischer )

Streetart-Tour Essen, Teil I

Streetart-Tour Essen, Teil I
Essen, 21. Juni 2026

Rückseite des Schauspielhauses

Wenn es für’s Wandern fast schon zu heiß ist, wird’s auf dem Motorrad oft richtig angenehm, sofern man luftig gekleidet ist. Perfektes Wetter, um sich bei mittleren Geschwindigkeiten vom Fahrtwind ein wenig abkühlen zu lassen – heute auf einer StreetArt-Tour durch Essen.

Ich hatte mir 48 sehenswerte Murals und Graffiti herausgesucht, viel zu viele, um sie in einer so großen Stadt wie Essen an einem Tag abzugrasen. Schnell stellte sich heraus: Essen ist ein gutes Pflaster für Kunst im öffentlichen Raum, u.a. weil es so viele Kilometer an Schallschutzwänden hat, die die Bewohner vor dem Lärm der zwei Stadtautobahnen A40 und A52 schützen sollen. Aber auch, weil es immer noch viel verlassene Industriearchitektur gibt, die sich hervorragend als Malfläche eignet.

Und dann scheinen die Menschen dort auch durchaus offen für Kunst am Bau zu sein. Immer wieder sind mir Wohnbauten begegnet, die komplett von StreetArt-Künstlern bemalt waren. Hier meine Ausbeute von vier Stunden kreuz und quer durch die Stadt.

( Michael Tischer )

Parkleuchten Grugapark Essen

Parkleuchten Grugapark Essen
Essen, 28. Februar 2026

Zahlreiche Bäume auf dem riesigen Parkgelände werden jetzt bunt angestrahlt, dazu gesellen sich künstlich geschaffene Lichtobjekte

Am letzten Abend des Essener Parkleuchtens habe ich es doch noch zum Grugapark geschafft, und mit mir tausende weiterer Besucher. War aber auch lange nicht das Wetter dafür und speziell bei mir auch nicht die Zeit, weil ich so viel für die Klausurvorbereitung (Prüfung gestern) lernen musste. Aber dieses Thema ist nun erst mal durch, hurra!

Für mich ist es das erste Grugaparkleuchten ever, aber nicht die erste Lichtveranstaltung überhaupt. Regelmäßig besuchen wir das jährliche Lichterfestival im Gartenpark von Schloss Dyck sowie das Glow!-Festival im niederländischen Eindhoven.

Im Vergleich dazu erstreckt sich das Gelände in Essen über eine noch größere Fläche, so kommt es mir zumindest vor. Allerdings sind hier etwas weniger spektakuläre und bislang ungesehene Lichtinstallationen im Start. Vieles ist ein wenig Standard der Lichtkunst: Bunt angestrahlte Bäume, dazu leuchtende, künstlich geschaffene Pflanzen und Tiere. Aber das soll keine Kritik sein. Der Bummel durch den illuminierten Park macht wirklich Freude und ich kann beobachten, dass die Veranstaltung viele Menschen begeistert – von ganz jung bis ganz alt.

( Michael Tischer )

Blühender Grugapark

Blühender Grugapark
Essen, 22. Juni 2025

Blick zum Hundertwasser-Haus im Park

Ich weiß gar nicht, warum ich erst jetzt, zur Blüte des Titanenwurz, zum ersten Mal den Essener Grugapark besucht habe. Vielleicht, weil Hunde dort an der kurzen Leine geführt werden müssen und ich deshalb immer einen Bogen um den Park gemacht habe.

Auf jeden Fall hätte ich nicht gedacht, dass der Park so groß und vielfältig ist. Eine echte grüne Oase, in der man auf den zahlreichen Wegen mühelos mehrere Kilometer zurücklegen kann.

Der Park ist aus der ersten Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung (GRUGA) im Jahr 1929 hervorgegangen, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört und anschließend wieder aufgebaut. 1965 wurde dort die Bundesgartenschau ausgerichtet.

Das 65 Hektar große Gelände südlich der Essener Stadtmitte bietet für jeden etwas: Liegeflächen, Grill- und Spielplätze, lauschige Teiche und Bachläufe, Mustergärten, Volieren, einen Kleintiergarten, eine Park-Eisenbahn, ein Tropenhaus, einen Japanischen Garten, Bonsais und Sukkulenten, Musikveranstaltungen und mehr als 40 Skulpturen, die über das Gelände verteilt sind. Wirklich schön, hier.

( Michael Tischer )

So ein süßer Riesen-Stinker

So ein süßer Riesen-Stinker
Grugapark Essen, 20. Juni 2025

Titanenwurz im Grugapark Essen

Um 14 Uhr hatte es der Grugapark Essen auf seinen Social-Media-Kanälen vermeldet: „Die Blüte unseres Titanenwurz öffnet sich“. Um 15 Uhr erreichte mich die Nachricht über den DPA-Ticker, um 16 Uhr saß ich auf dem Motorrad und bin nach Essen gebraust.

Einmal einen Blick auf den größten unverzweigten Blütenstand im Pflanzenreich werfen, das wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Und Eile war durchaus geboten: Die gewaltige Amorphophallus Titanum, die vor allem in den Regenwäldern Sumatras beheimatet ist, öffnet sich meist am späten Nachmittag und blüht nur ein bis zwei Tage. Dann ist wieder für mehrere Jahre Pause.

In Essen werden in diesen zwei Tagen nun tausende von Besuchern erwartet. Der Grugapark hat extra seine Öffnungszeiten verlängert.

Die eigentlichen, relativ kleinen Blüten sitzen zu Hunderten an der Basis des Blütenkolbens und sind von einem einzelnen, sehr großen Hochblatt umhüllt. Der obere sterile Teil des Blütenkolbens ist stark verlängert und ragt bis zu 3 Meter in die Höhe.

Ganz so groß wie das rekordverdächtige Exemplar im Botanischen Garten von Bonn ist der Essener Titanenwurz zwar nicht, aber auch dieses Exemplar ist wirklich imposant. Ich würde die Höhe auf etwas über zwei Meter schätzen.

Legendär auch der für Menschen unangenehme Aasgeruch des Titanenwurz. Um Insekten wie Aaskäfer und andere aus großer Entfernung an die vereinzelt im Regenwald stehenden Blumen zu locken, geben die Blütenstände einen intensiven Geruch ab.

Mich hat es an meine Jugend erinnert, wo ich manchmal mit meiner Mutter aus dem Haus geflüchtet bin, wenn meine Oma zu Besuch kam und für meinen Vater Nierchen gekocht hat. Schön, dass ich mal einen leibhaftigen Titanenwurz bei der Blüte erleben durfte. Wunder der Natur.

( Michael Tischer )