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Blätter weg, Knospen bereits da

Blätter weg, Knospen bereits da
Büttgen, 11. November 2025

Jetzt, am 11.11, sind alle Blätter gefallen

Wie lange dauert es im Herbst, bis ein Baum alle Blätter abgeworfen hat? Drei Wochen, vier Wochen, fünf Wochen? Für die große Magnolie in unserem Garten wollte ich es in diesem Jahr einmal genau wissen.

Am 16. Oktober hat sie den ersten größeren Schwung an Blättern verloren, da war die Hälfte des Blattwerks bereits gelb angelaufen. Davor sind täglich immer nur einige wenige zumeist noch grüne Blätter auf dem Boden gelandet. Deshalb ziehe ich den 16.10 als Startpunkt heran.

In den Wochen darauf habe ich das gefallene Laub unter dem Baum alle drei bis vier Tage zusammengekratzt. Und trotzdem war der Rasen jedes Mal aufs Neue mit einem dichten Blätterteppich bedeckt. So wurde es darüber Tag für Tag kahler und kahler.

Aber so richtig leer präsentiert sich unsere Magnolie erst seit Anfang dieser Woche. Heute, am Start der Karnevalssaison, sind lediglich eine Handvoll Blätter an den Ästen übriggeblieben. Dazwischen liegen exakt 26 Tage, dreieinhalb Wochen. Das ist weniger als ich ursprünglich vermutet hatte.

Jetzt ist der Baum wieder beinahe durchsichtig und man erkennt: die Blätter sind vielleicht veschwunden, aber die Knospen fürs kommende Jahr sind bereits alle da. Spätestens im nächsten Mai werden sie sich entfalten und die Natur wieder aufblühen. Der Zyklus des Lebens beginnt dann erneut. Bis dahin heißt es: Herbst und Winter blätterfrei aussitzen.

Blätter weg, Knospen bereits da

Bei uns im Garten

( MITI )

Art Cologne 2025

Art Cologne 2025
Köln, 7. November 2025

Dieser Baselitz ist mit 2 Mio Euro angesetzt

Auch in diesem Jahr hat die Art Cologne nicht enttäuscht. Rund drei Stunden waren Heike und ich auf der größten Kunstmesse Deutschlands unterwegs und hinterher ganz erschlagen von den vielen Eindrücken.

167 Aussteller sind in diesem Jahr auf der Messe vertreten, wie immer mehrheitlich aus Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Diesmal sind viele Galerien aus der Türkei und aus Spanien dabei, das ist mir aufgefallen. Spannend fand ich, eine Reihe von Kunstwerken wiederzusehen, die mir schon im letzten Jahr aufgefallen waren. Es verkauft sich eben nicht alles, nur weil Kunst draufsteht.

Dieses Mal habe ich spaßeshalber ein wenig auf die Verkaufspreise geachtet, sofern sie auf den Objektetiketten genannt wurden. Viele Offerten bewegen sich zwischen 5.000 und 40.000 Euro. Viel günstiger geht es hier auf der Messe vermutlich nicht, angesichts der hohen Kosten für die ausstellenden Galerien.

Nach oben sind die Grenzen offen. Wieder gibt es in Köln spektakuläre Millionen-Objekte renommierter Künstler zu sehen: Ein raumfüllender Anselm Kiefer für 2,45 Mio, ein ebenso großer Baselitz für 2 Mio und ein wesentlich kleinerer Richter für 3,2 Mio. Das erfährt man natürlich nur aus der Presse, aber es zeigt, dass das ganz große Geld immer noch am Start ist.

( MITI )

Rauf zur Saffenburg

Rauf zur Saffenburg
Mayschoß, 5. November 2025

Weinberge unterhalb der Saffenburg

Mehr als vier Jahre nach der großen Flut ist das Ahrtal noch immer eine Baustelle. Vieles wurde wieder hergestellt, aber längst nicht alles. An der zerstörten Bahnstrecke durch das Tal wird beispielsweise weiterhin großflächig gearbeitet.

Ich bin heute mit Doxi in den Weinbergen bei Mayschoß unterwegs, um zur Saffenburg aufzusteigen. Die im 11. Jahrhundert erbaute Höhenburg war fast sechshundert Jahre lang das Zentrum der Herrschaft Saffenburg, einem Kleinstterritorium, gelegen im Oberstift des Erzbistums Köln. Die Herrschaft bestand aus der Burg, den Dörfern Laach, Bongard, Mayschoß, Rech und Dernau, sowie dem Kloster Marienthal.

Die Burg ist umgeben von fruchtbaren Weinbergen. In diesem Jahr war die Weinlese ungewöhnlich früh abgeschlossen und deshalb sind viele Weinstöcke bereits jetzt, Anfang November, zurückgeschnitten und blattlos. Das hatte ich mir anders vorgestellt.

Dennoch eröffnen sich uns schöne und farbenfrohe Blicke über das Ahrtal. Doxi fällt es sichtlich schwer, den steilen Berg hinaufzusteigen. Wir gehen deshalb ganz langsam und kehren am letzten Steilweg unterhalb der Burg wieder um.

Eigentlich wollte ich heute verschiedene Stellen zwischen Ahrweiler und Altenahr ansteuern, doch das ist gar nicht so einfach. Viele Straßen sind wegen Baustellen gesperrt. Bis nach Altenahr kommt man beispielsweise auf der Talstraße gar nicht durch. Deshalb bleibt es bei dieser schönen kleinen Wanderung rund um die Saffenburg. Alles Weitere dann ein anderes Mal.

( MITI )

Herbst auf Dyck 2025

Herbst auf Dyck 2025
Jüchen, 4. November 2025

Auf der Jagd nach dem schönsten Herbstbild

Der Schlosspark Dyck ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Sobald sich das Wetter von seiner freundlichen Seite zeigt, zieht es Menschen aus Nah und Fern in die großzügige Parkanlage. Jetzt im Herbst präsentieren sich die vielen Baumriesen rund um das mittelalterliche Wasserschloss in ihrem schönsten Gewand. Majestätisch sieht das aus.

( MITI )

Fotografieren wie Arthur Tress

Fotografieren wie Arthur Tress
2. November 2025

Alle Bilder erstellt nach meinen Vorgaben

Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Fotografien im Stile des US-Amerikaners Arthur Tress (*1940), die perfekt zu dieser Jahreszeit passen, weil sie Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, Katastrophen und Niedergang thematisieren.

Tress Eltern waren Juden, die aus Europa eingewandert waren. Er wuchs im New Yorker Stadteil Coney Island auf und begann schon als Jugendlicher, dort verfallene Gebäude zu fotografieren. 1962 erwarb er einen Bachelor of Fine Arts am Bard College im Bundesstaat New York.

Nach Reisen durch Europa, Afrika und Asien begann er ab den späten 1960er Jahren, inszenierte Fotos mit surrealer Motiven über Kinderträume zu erstellen. Mit diesen Aufnahmen und realen Motiven von zerfallenden Zivilisationsprodukten wurde er über Fachkreise hinaus bekannt.

( MITI )

Erich Kästner: Der November

Erich Kästner: Der November
1. November 2025

von Erich Kästner, 1955

Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor…
Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben.
Die Wälder weinten. Und die Farben starben.
Nun sind die Tage grau wie nie zuvor.
Und der November trägt den Trauerflor.

Der Friedhof öffnete sein dunkles Tor.
Die letzten Kränze werden feilgeboten.
Die Lebenden besuchen ihre Toten.
In der Kapelle klagt ein Männerchor.
Und der November trägt den Trauerflor.

Was man besaß, weiß man, wenn man’s verlor.
Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen.
Es regnet, Freunde. Und der Rest ist Schweigen.
Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor.
Und der November trägt den Trauerflor.

( MITI )