Edith Oellers im Maxhaus

Werk von Edith Oellers

 Düsseldorf, 20. März 2026

Nicht immer kann man sich auf sein erstes Urteil verlassen. Manchmal lohnt ein zweiter Blick, wie ich heute wieder einmal beim Besuch der Ausstellung von Edith Oellers im Maxhaus, Düsseldorf, erlebt habe.

Oellers Bilder zeigen Menschen in Alltagssituationen, naturalistisch gemalt, teilweise in Aquarell. Eigentlich sind diese Motivwelten und der Stil eher nichts für mich, doch bei ihren Kompositionen steckt mehr dahinter, wie ich nach einer Weile entdeckt habe. Erst hatte ich nur ein leichtes Störgefühl, dann wurde es Bild für Bild immer mehr zu einer Idee und schließlich zur Gewissheit.

Das verbindende Element in ihren Werken ist eine Sphäre des Unbestimmbaren, Entrückten. Die abgebildeten Menschen erscheinen ruhig, oft in sich gekehrt, vor sich hinträumend oder in stille Tätigkeiten vertieft.

Auch wenn sie sich physisch nahe sind, so bleiben sie doch bei sich, in ihrer eigenen Welten. Sie wirken der Zeit entrückt und ziehen den Betrachter hinein in diese besondere Ebene, ohne sich näher mitzuteilen oder Erklärungen abzugeben. Und so ist es auch mit den dargestellten Orten.

Je länger man schaut, desto unergründlicher erscheinen Oellers Bilder und desto heterogener wirkt die Malweise. Die in Düsseldorf ansässige Künstlerin erreicht das u.a. durch einen akzentuierten Umgang mit Schärfe und Unschärfe, Nähe und Distanz, farblich pointierter Akzentuierung und ruhiger Ausdehnung von Farbflächen.

Oft existiert in ihren Bildern auch eine zweite Ebene, die sich inhaltlich der vordergründigen Darstellung entzieht. Die zuvor aus der Distanz verspürte, etwas naiv wirkende „Idealität“ zerfällt. Ich muss sagen, das gefällt mir doch alles richtig gut. Da habe ich mich bei meinem ersten Urteil getäuscht.

( MITI )