Heute geht der März zu Ende. Zeit für einen Rückblick, was in diesem Monat bereits geblüht hat. Denn es geht ja immer alles so schnell, und so manche Blüte neigt sich schon wieder dem Ende entgegen. Einige Kirschblüten beispielsweise oder die Blüte der Magnolien, die sich nicht einmal zehn Tage hält. Auch bei den Narzissen lassen schon so manche wieder ihre hübschen gelben Köpfchen hängen, wie ich unlängst gesehen habe – obwohl Ostern doch erst noch bevorsteht. Andere fleißige Märzblüher halten sich dagegen noch einige Wochen, die Forsythien beispielsweise.
Hier einige prachtvolle Blüten, die ich auf meinen Wanderungen und Ausflügen im März aufgenommen habe. Einige davon sind vermutlich im Gewächshaus „vorgewärmt“ worden, weil sie im Freiland erst im April oder Mai ihre Knospen öffnen würden. Doch auch an ihrer farbenfrohen Blüte darf man sich bereits jetzt erfreuen, sofern man den Weg in eine Gärtnerei findet 🙂
Die Forsythien blühen teilweise bis in den Mai
Japanische Lavendelheide
Japanische Kamelie
Purpur-Magnolie: Bereits im Verblühen begriffen
Blut-Johannisbeere
Überall blühende Narzissen
Kirschblüte an der langen Foundation
Die Kirchblüte: Ausdruck des wiedererwachenden Lebens
Australische Kornelikirsche
Krokusse auf Schloss Dyck
Krokusse auf Schloss Dyck
Hornveilchen
Kapkörbchen
Asiatischer Hahnenfuß
Blühende Heide, Erica darleyensis
Großblütige Gämswurz
Unsere Magnolie im Garten
Doxi in den Magnolienblüten, in ihrem 13. Lebensjahr
Wenn das Wetter schön ist und die Vöglein fleißig zwitschern, können auch ganz unspektakuläre Wanderungen durch Wald und Feld ihren Reiz haben. Eine solche Tour bin ich heute auf niederländischer Seite an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Heinsberg und Roermond gelaufen.
Die Grenze verläuft hier entlang eines langgezogenen, bewaldeten Hangs, der den Bruch zum Urstromtal der Maas markiert.
Auf einer Länge von 13 km geht es durch lichtdurchfluteten Wald „Annadaalsbosch“, dann über Feldflächen und schließlich wieder in den Wald in Richtung der deutschen Grenzgemeinde Haaren.
Nach der Tour besuche ich noch den nur wenige Kilometer entfernten Ort St. Odilienburg an der Rur, kurz vor Roermond.
Dort gibt es einen historischen Ortskern rund um zwei Kirchen aus dem 11. Jahrhundert, die auf einem flutsicheren Hügel neben der Rur stehen: eine zweitürmige romanische Basilika, die den Heiligen Wiro, Plechelmus und Otgerus geweiht ist und die kleine „Onze Lieve Vrouwekapel“. Ein malerischer Flecken, fünf Kilometer vor der Mündung der Rur in die Maas im alten Zentrum von Roermond.
Im Annadaalsbosch an der deutsch-niederländischen Grenze
Feldflächen am Rande des Annadaalsbosch, hier brütet schon der Storch
Der Putbeek entwässert die Feldflächen
Gepflege Bauernhöfe am Putbeek
Eine mittelterliche Landwehr mitten in der Landschaft
So große Löcher, so viel Erdaushub: Das kann nur ein Daxbau sein
Im Umkreis von 15 m um den Bau, überall Löcher
Japanische Kamelie
Purpur-Magnolie: Bereits im Verblühen begriffen
Gaststätte an der deutsch-niederländischen Grenze bei Haaren
Niederländische Wegweiser überall entlang der Strecke
Kniefall am Rande des Annadaalsbosch
Kurz vor Haaren: Der Winterraps ist fast schon reif
Die Ausstellung zeigt historische Exponate und aktuelle Arbeiten von Malkasten-Künstliern
Unter dem Titel „Dioniysisches Denken – Die Kunst der Feste“ erinnert der Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten derzeit in einer Ausstellung an die rauschenden Feste, die er seit 1852 jeweils am Karnevalssamstag mit aufwändig gestalteten Festumzügen, Kostümen, Kulissen und Aufführungen veranstaltet hat.
Die historischen Malkasten-Redouten hatten jeweils ein bestimmtes Thema. Die Erste im Jahr 1852 stand unter dem Motto „Aschenbrödels Hochzeit“. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs fanden dieser Feiern in der Tonhalle, Düsseldorfs größtem Festsaal statt, der bis zu 2000 kostümierten Besuchern Platz bot.
Die Feste wurden jeweils als großes Gesamtkunstwerk inszeniert, mit Schauspielaufführungenvor phantasievoller Kulisse und einem Festumzug vor und nach der Veranstaltung. Der Erste Weltkrieg brachte eine Unterbrechung der Tradition, die man ab 1927 fortsetzte.
Doch da brachte der zunehmend konservativer und nationaler werdende Zeitgeist bereits Einschränkungen, die auch zu Friktionen innerhalb der Künstlergemeinschaft des Malkastens führte. Mehr als ein Drittel der Mitglieder trat damals unter Protest aus dem Verein aus. Unter den Nazis war dann schnell Schluss mit Lustig.
Nach dem Zweiten Weltkrieg veranstaltete man ab 1949 wieder regelmäßig die Redouten, doch die Festspieltradition mit Bühnendarbietungen nahm man nieder wieder auf. Bis zum Anfang der 1990er Jahre richtete der Malkastenverein jährlich eine Redoute aus.
In diesem Jahr 2026 wurde die ehrwürdige Tradition unter dem Motto „Multiversum“erstmals wieder fortgesetzt, initiiert vom Künstler Alex Wissel und ausgestaltet vom Künstlerkollektiv FORT der Kunstakademie Kiel. Heike und ich hatten die Gelegenheit, bei dieser Party dabei zu sein, und es war wirklich ein tolles Erlebnis. Aber nie hätten wir gedacht, dass diese Tradition mehr als 170 Jahre zurückreicht. Von daher fand ich es sehr spannend, diese Hintergründe in der aktuellen Ausstellung im Malkasten erleben zu können.
Plakat zum 6. Deutschen Amateur Jazz-Festival in Düsseldorf 1960
Jazz in Düsseldorf, das sind für mich vor allem die mitreißenden Konzerte in der Jazz-Schmiede, wo ich seit bald 20 Jahren Vereinsmitglied bin, aber auch die kostenlosen Hofgarten-Konzerte im Sommer oder die pulsierende Jazz-Rallye. Dass die Geschichte viel länger zurückreicht, zeigt derzeit eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Düsseldorf, die den Jazz in den Partnerstädten Düsseldorf und Palermo feiert.
Vor der Naturkulisse des Speeschen Grabens erzählen zahlreiche Exponate aus Malerei, Grafik, Fotografie, Musikinstrumente, Video und Audio urbane Jazz-Geschichten. Kostenlose Live-Konzerte jeweils donnerstags 18:00 machen die Ausstellung einmal im Monat zur Bühne.
Jazz war in Düsseldorf seit Mitte der 1920er Jahre präsent und stieß als musikalische Revolution in der live-gespielten Tanzmusik vor allem beim jungen Publikum auf enthusiastische Begeisterung.
In den Wilden Zwanzigern hieß das vor allem Feiern, Tanzen, Alkohol, Drogen und sich gehen lassen, wie es auch in den Bildern des italienischen Malers Alessandro Bazan zum Ausdruck kommt.
Doch nach 1933 verschwand der von den Nazi als ‚undeutsch‘, ‚entartet‘ und ‚Negemusik‘ diffamierte Jazz wieder aus der Öffentlichkeit, um erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wiederzukehren.
Bereits im Januar 1948 wurde der Hot Club Düsseldorf ins Leben gerufen, in dem Jazz gespielt und über Jazz diskutiert wurde. Bald machten auch die amerikanischen Stars bei ihren Europatourneen Station in der Landeshauptstadt.
Mit dem 1955 begründeten Amateur Jazz-Festival legte Düsseldorf den Grundstein für eine bis heute anhaltende Tradition regelmäßiger Veranstaltungsformate im Jazz. Dazu gehört der kostenlose Jazz im Hofgarten (seit 1988) oder die eng mit Klaus Doldinger verbundene Jazz-Rally (ab 1993).
Seit 1995 hat der Jazz in der mit Unterstützung der Stadtverwaltung begründeten Jazz-Schmiede auch von Amts wegen eine feste Adresse in Düsseldorf. In der Spielzeit bin ich ganz oft einmal in der Woche dort, um einem live-Konzert zu lauschen. Ich liebe es!
„Jazzer“ von Carl Barth, 1973
Viele US-Jazz-Helden gastierten in den 1950er und 1960er Jahren auch in Düsseldorf
Local Hero mit Weltruhm: Klaus Dolgdinger und seine Band Passport
„Nightclub (Billie Holday)“ von Konrad Kapheck, 2005
„Tomorrow ist the question (Orette Colemand)“ von Konrad Klapheck, 2011
„Solo (Anthony Braxton)“ von Konrad Klapheck, 2010
Deutsche Hardcover-Ausgabe aus dem Dumont-Verlag von 2019
Obwohl ich gerade Semesterferien habe, bin ich schon wieder am Vor-Lernen. Doch parallel treibt mich das Gefühl, ich müsse die nur scheinbar freie Zeit ebenfalls nutzen, um endlich Mal wieder ein wenig Belletristik zu lesen – damit mir nicht immer nur dieser ganze „fachspezifischen Kram“ vor die Linse kommt (pardon).
Meine Wahl ist auf „Serotonin“ von Michel Houellebecq gefallen, einem viel diskutierten französischen „Skandalautor“, der nicht nur in seinem Heimatland, sondern auch international hohe Auflagen erzielt und bereits zahlreiche Literaturpreise gewonnen hat. Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. So muss es bei einem guten Schriftsteller sein, finde ich 🙂
Ich habe die Lektüre von Serotonin in weiten Teilen genossen, denn Houellebecqs Sprache und Erzählweise ist schön drastisch und explizit, sein 47-jähriger Protagonist radikal in der Ablehnung seines bisherigen Lebens und dem Streben, die bürgerliche Existenz hinter sich zu lassen und in die vollständige Bezugslosigkeit zu entschwinden. Nur das Antidepressiva Captorix muss bleiben, sonst geht sein Serotonin zu stark runter.
Parallelen zu Houellebecq selbst sind dabei unverkennbar. Im Mittelteil hätte der Autor die Handlung nach meinem Geschmack etwas mehr vorantreiben können, doch das sei ihm verziehen. Ich glaube, ich werde demnächst auch seinen Romane „Elementarteilchen“, „Karte und Gebiet“ und „Unterwerfung“ eine Chance geben, denn ich bin neugierig geworden. Aber erst, wenn ich das nächste Mal wieder Semesterferien habe. Bis dahin muss ich „Serotonin“ erst einmal verdauen.
Während Heike mit einer Freundin über das Wochenende die Ewige Stadt Rom heimsucht 😉 ,halte ich die Stellung am Niederrhein und nutze den wunderbaren Frühlingssonntag für eine ausgedehnte Wanderung rund um Brüggen. Das beliebte Ausflugsziel nahe der niederländischen Grenze in Höhe von Roermond hat mit seiner Altstadt, der historischen Burg und der angrenzenden Wassermühle viele pittoreske Ecken zu bieten.
Vor allem wird der Ort von der Schwalm und ihren Nebenarmen durchflossen, die in mehreren Seen aufgestaut werden.
Ich laufe vom Ortszentrum zunächst in östlicher Richtung zum Nachbardorf Born und dem Borner See. Dabei folge ich dem Narzissenweg, der jetzt, kurz vor Ostern, von unzähligen gelb blühenden Narzissen gesäumt wird.
Anschließendorientiere ich mich entlang der Schwalm in westlicher Richtung zurück zum Ortskern und laufe darüber hinaus. Diesmal leitet mich der Planetenweg über den Dahmensee zum Venekotensee, nur wenig Kilometer vor der Deutsch-niederländischen Grenze.
Der hübsche See ist heute mein Wendepunkt. Anschließend geht es durch die Felder zurück zu meinem Startpunkt an der Burg Brüggen, den ich nach 16 km Strecke und etwas weniger als drei Stunden wieder erreiche. Eine ganz bezaubernde Wanderung, gerade zu dieser Jahreszeit mit den vielen Narzissen am Wegesrand.
Startpunkt an der historischen Wassermühle im Ortskern von Brüggen
Das Mühlrad dreht sich noch
Die historische Burg Brüggen
Der Fluss Schwalm prägt die Region
Uferwege an der Schwalm
Blut-Johannisbeere
Hier hat sogar der Kindergarten seinen eigenen Teich
Kirche von Born
Blick über den Borner See
Typische Niederrheinische Feuchtlandschaft
Überall blühende Narzissen
Zurück im Ortszentrum
Allles Narzissen, oder was?
Weiter geht es auf dem Planetenweg
Am Dahmer See
Pfade entlang der Schwalm
Der Venekotensee ist heute mein Wenderpunkt
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