Vor einigen Jahren habe ich die große Uecker-Ausstellung in Schwerin leider verpasst. Aber diesmal, im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, am Rhein, kurz hinter Bonn, war ich dabei.
Die umfangreiche Ausstellung mit Werken aus allen Schaffensphasen ist die erste nach dem Tod des Künstlers (1930-2025) und die letzte, an der er noch selbst mitgewirkt hat.
Sie würdigt den international bekannten Kunstschaffenden, der mit seinen ikonischen Nagelbildern und -reliefs Kunstgeschichte schrieb und als prägende Persönlichkeit der Künstlergruppe ZERO die Kunst der Nachkriegszeit revolutionierte.
Uecker war dem Künstlerbahnhof Rolandseck eng verbunden: Das Nagelrelief Bett zum Aufwachen (1965) befindet sich noch heute in der Museumssammlung. Der performative Film Die Treppe (1964) zeigt Uecker, wie er Bahnhofsvorplatz und -gebäude Nagel für Nagel erobert.
In dem architektonisch wunderbar gelungenen Arp Museum werden 45 Werke aus sieben Jahrzehnten gezeigt – von frühen Nagelobjekten über kinetische Installationen bis zu späten Serien, die Ueckers spirituelle Haltung und sein humanistisches Weltbild spiegeln.
Im Zentrum stehen Arbeiten, die „der Verletzlichkeit der Welt gewidmet sind“, so auch der Titel der Ausstellung. Sie sind Ausdruck eines Lebenswerks, das Frieden, Empathie und menschliche Verantwortung reflektiert.
Wie sagte Uecker einmal: „Da muss ein Nagel reingeschlagen werden, damit da Widerstand erzeugt wird, so dass Kunst eindringen kann in die Banalität von Leben.“ Für mich ist er ein Held. Verehrter Günther Uecker, ruhe in Frieden!
Ein Teil der Chronik von Ueckers langem Schaffenswerk
1964: Uecker benagelt den Bahnhof Rolandseck
Günther Uecker, Barrikade, 1968
Günther Uecker, TV auf Tisch, 1963
Günther Uecker, Nagelmaschine, 1965
Günther Uecker, Oval grau, 1957
Günther Uecker, Weiße Kugel, 1961
Günther Uecker, Piano, 1961
Günther Uecker, Hommage an Paul Scheerbart, 1962
Günther Uecker, Rasenmöbel/Stuhl, 1963
Günther Uecker, Feld, 1975
Günther Uecker, Pfeilbild, 1971
Günther Uecker, Hommage an Tatlin, 1963
Günther Uecker, Bett zum Aufwachen, 1965
Günther Uecker, Orgnaische Struktur, 1960
Günther Uecker, Nagelobjekt (Knie), 1968
Günther Uecker, Das Kosmische verbindet alles, 1971
Günther Uecker, Bäume aus einem Stamm, 1975
Günther Uecker, Bäume aus einem Stamm, 1975
Günther Uecker, Weißer Schrei, 1989
Günther Uecker, Hängeplasti, 1978
Günther Uecker, Verletzungen – Verbindungen, 1994
Günther Uecker, Sandmühle, 1969
Günther Uecker, Große Zeichnung, 1994
Günther Uecker, Lichtbogen, 2020
Günther Uecker, Gelb, 1994
Günther Uecker, Fließend, 1994
Günther Uecker, Veretzungen – Verbindungen, 1990
Günther Uecker, Weißer Vogel 1-5, 2000
Hier wird sogar die Verschalung des Aufzugsschacht zum Kunstwerk
Blick aus dem Museum auf den Rhein
Wer hängt denn da in der Luft?
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