
Zufahrt zur Burg Hardegsen, der früheren Sommerresidenz der Welfen
Ich bin dabei, den Solling zu verlassen. Auf dem Weg von meinem Übernachtungsort Uslar zur nächsten Station in Northeim mache ich spontan in Hardegsen halt, das sich selbst als „Tor zum Solling“ bezeichnet.
Die Kleinstadt mit 7.000 Einwohnern ist bekannt für ihre Fachwerkhäuser und die Burg Hardeg, die dem Welfengeschlecht 200 Jahre lang als Sommerresidenz diente.Hardegsen liegt westlich der Leine und östlich des Sollings, direkt am südwestlichen Rand des Höhenzuges Weper. Der Ort wird von der Espolde durchflossen, in die im Stadtgebiet der Schöttelbach mündet.
Wie so viele Orte wurde Hardegsen im Mittelalter immer wieder Opfer von Brandkatastrophen. Der letzte Großbrand vom 24. Dezember 1678 gilt als das einschneidendste Ereignis. Weil der Brand zum Zeitpunkt der heiligen Messe begann, kam kein Mensch zu Schaden, doch ein Großteil des Stadtkerns fiel der Feuersbrunst zum Opfer.
Das große Geld ist hier bis heute nicht zu Hause, und so sind nicht alle Häuser im historischen Ortszentrum perfekt gepflegt bzw. renoviert. Doch dadurch kann man sich einen Eindruck verschaffen, wie es in den Dörfern und Kleinstädten der strukturschwachen Region des Sollings früher aussah. In dieser Hinsicht hat sich der Abstecher deshalb absolut gelohnt.
