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Heidewanderung zum Heusselberg

Heidewanderung zum Heusselberg
Südheide, 10. April 2026

Heideflächen und Waldflächen wechseln sich ab

Die höchste Erhebung in der mittleren Südheide weit und breit ist der Heusselberg mit einer Höhe von 118 Meter ü.N.N. Für die erstmalige exakte Vermessung Niedersachsens durch den Naturwissenschafter Carl Friedrich Gauß im Jahre 1820 spielte der Berg deshalb eine wichtige Rolle.

Außerdem soll man von dort einen tollen Fernblick in die umliegenden Heideflächen haben, hatte ich gelesen. Deshalb habe ich mich mit Doxi heute zu einer knapp sieben Kilometer langen Wanderung auf den Heusselberg aufgemacht.

Unsere Rundtour startet bei der kleinen Siedlung Gerdehaus. Von dort führen zahlreiche Wander- und Wirtschaftswege durch die Heide.

Und tatsächlich, auf der Spitze des Heusselbergs, den wir nach knapp einer Stunde erreichen, steht ein Gedenkstein an die Landesvermessung, dazu eine Infotafel neben einer Schutzhütte.

Doch von schönen Fernblicken kann leider keine Rede (mehr) sein. Die umliegenden Fichten sind viel zu hoch gewachsen und von einem früher dort vielleicht vorhandenen Aussichtsturm fehlt heute jede Spur.

Haben wir den Weg in gewisser Weise umsonst gemacht, aber eigentlich auch nicht, denn es war eine nette kleine Wanderung durch die typische Landschaft des Nationalparks Südheide. Und ich glaube, Doxi hat es auch gefallen.

( MITI )

Unvergessen: die Rosinenbomber

Unvergessen: die Rosinenbomber
Faßberg, 10. April 2026

Das Luftbrückenmuseum in Faßberg: Untergebracht auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes

Wir sind auf dem Weg, den Naturpark Südheide mit seinen schier endlos wirkenden Wald- und Heideflächen von Ost nach West zu durchfahren. Von Eschede kommend machen wir auf halber Strecke in Faßberg halt.

Hier hatten die Nazis in den 1930-er Jahren mitten in der Heide und unter strikter Geheimhaltung ein militärisches Fluggelände, sowie Siedlungen für 2.000 Militärangehörige und Zivilisten errichten lassen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten erst die Briten den Flugplatz, später wurde er an die Bundeswehr übergeben.

Weltpolitische Aufmerksamkeit erlangte der Standard während der Blockade West-Berlins durch die Russen im Jahr 1948.

In West-Berlin lebten zu dieser Zeit mehr als 2 Millionen Menschen, die durch die Sperrung aller Landwege aus den westlichen Besatzungszonen über Nacht von allen überlebenswichtigen Warenlieferungen abgeschnitten waren: Lebensmittel, Steinkohle, Benzin und Diesel, Medikamente und vieles mehr.

Ab diesem Zeitpunkt konnte West-Berlin nur noch durch die Luft versorgt werden. Bereits 1945 waren den Westalliierten durch die Russen drei Luftkorridore zugesichert worden: ein nördlicher von Hamburg aus, ein südlicher von Frankfurt und ein mittlerer von Hannover.

Letzterer nutzte vor allem den Flugplatz Faßberg für tausende von Versorgungsflügen, weshalb hier heute ein Museum an die Zeit der Luftbrücke erinnert, die letztendlich vom 1.4.1948 bis zum 12. Mai 1949 dauerte. Dann gaben die Russen ihre Blockade-Haltung auf. Ihr Erpressungsversuch war gescheitert.

In vier Nissenhütten und zwei geschlossenen Eisenbahnwaggons wird unter Verwendung von Originaldokumenten, Ausstellungsobjekten und alten Filmen gezeigt, wie amerikanische und britische Flugzeuge von Faßberg aus West-Berlin mit insgesamt 539.112 Tonnen Kohle versorgten. Auf dem Freigelände ist außerdem ein Original-Luftbrückenflugzeug vom Typ Douglas C-47 zu sehen, von den Berlinern liebevoll als „Rosinenbomber“ bezeichnet. Ein bedeutendes Stück deutscher Zeitgeschichte, in Faßberg zum Anfassen nahe.

( MITI )