Folgt man von Rostock der Küstenlinie in östlicher Richtung, kommt erst einmal eine Weile keine Siedlung, sondern die Rostocker Heide, der große Stadtwald von Rostock.
Am Rande des ausgedehnten Waldgebiets habe ich mit Doxi die Nacht verbracht und bin mit ihr dort auch noch ein wenig gewandert.
Östlich der Rostocker Heide erstreckt sich das Ostseeheilbad Graal-Müritz mit seinem kilometerlangen, feinen Ostseestrand. Weil ich ohnehin weiter nach Osten in Richtung Darß möchte, machen wir dort früh am Morgen als erstes Station.
Eigentlich dürfen Hunde dort an den Strand, doch um kurz vor halb Acht am Morgen schert das auch die Einheimischen Hundegänger wenig.
Leider ist kein schönes Wetter, alles ganz grau und bewölkt, doch man kann sich vorstellen, dass sich hier bei Sonnenschein ein wunderschönes Bade- und Wassersportrevier erstreckt.
Rostock, du schöne Hansestadt, ich dachte, wir seien uns schon einmal begegnet. Doch nun muss ich feststellen, das war nur Rostock-Warnemünde, der Küstenort mit dem Badestrand und dem großen Seehafen.
Das eigentliche Rostock liegt fast zwölf Kilometer weiter im Inland am Oberlauf der Warne, die sich bei Warnemünde ins Meer ergießt. Und die Keimzelle von Rostock, die historische Altstadt, habe ich mir heute einmal angeschaut.
Das historische Rostock wurde durch die Lage am Meer, den Hafen und die Universität geprägt, die 1419 gegründet wurde.
Seine Stadtrechte erhielt Rostock jedoch bereits zwei Jahrhunderte zuvor, am 24. Juni 1218. Und seit 1283 Mitglied der Hanse, blühte die Stadt im frühen Mittelalter rasch auf.
Bis heute sind aus dieser Zeit eine Reihe von Bauten der Backsteingotik erhalten. Viele weitere Baudenkmäler in Rostock zeugen von der überregionalen Bedeutung der Stadt bis in die frühe Neuzeit.
Lange war das städtische Leben im 19. und 20. Jahrhundert durch den Schiffbau und den Hafen geprägt. In der DDR-Zeit wurde Rostock zum bedeutendsten Hafen der DDR ausgebaut und die Stadt systematisch durch neue Stadtgebiete erweitert. In der Spitze hatte die Stadt eine Viertelmillion Einwohner.
Typische Backsteingotik in der Haupteinkaufstraße
Doch nach dem Ende der DDR und dem Niedergang der Schiffbauindustrie verlort Rostock zwischen 1990 und 2000 rund ein Fünftel seiner Einwohner durch Abwanderung,
Heute ist die Universität mit der Universitätsklinik größter Arbeitgeber der Stadt. Viele weitere Arbeitsplätze entstanden im Tourismus und im Dienstleistungssektor.
Ich muss feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, mit dem Wohnmobil nahe an das historische Zentrum von Rostock heranzukommen. Also parke ich ein wenig außerhalb und mache mich mit dem Fahrrad auf ins Zentrum.
Als erstes begegnet mir das imposante frühere Ständehaus, heute Sitz des Oberlandesgerichts, daneben das prächtige Steintor. Dann fahre ich hinunter zum Binnenhafen und von dort in einer Schleife entlang der früheren Wehrmauern einmal rund um und durch das Zentrum. Das hatte ich bei meinem ersten Besuch in der Region vor einigen Jahren tatsächlich alles noch nicht gesehen. Habe ich wohl was verpasst …
Wanderkarte unserer Tour
Früheres gotisches Standeshaus, heute Oberlandesgericht
Was für eine Fassade
Rosengarten auf den früheren Wallanlagen
Musikhochschule am Rosengarten
Steintor, Stadtansicht
Oberlandesgericht und Stadttor
Nikolaikirche mit Wohnungen im ausgebauten Dachgeschoss
Altes Pfarrhaus neben der Nikolaikirche
Historisches Kuhtor
Stadtmauer am Kuhtor
Stapelhaus in Hafennähe
Mittelalterlicher Stapelkran
Historischer Hof an der Marienkirche
Marienkirche
Südfassade der Marienkirche
Mitten in der Altstadt
Häuser zwischen Binnenhafen und Langer Straße
Häuser zwischen Binnenhafen und Langer Straße
Häuser zwischen Binnenhafen und Langer Straße
Hochhaus an der Langen Straße im Stil eines backsteingotischen Giebelhauses
Man, ist das nett hier. Auch in der Provinz kann man zuweilen richtig positiv überrascht werden – so wie in Güstrow.
Die siebtgrößte Stadt von Mecklenburg-Vorpommern begeistert mich mit ihrer gut erhaltenen und restaurierten Altstadt und einem imposanten Stadtschloss, das gerade komplett renoviert wird.
Das historische Zentrum fühlt sich für mich an, als hätte es den Zweiten Weltkrieg und anschließend die DDR niemals gegeben.
Das Schlossanlage geht auf eine wendische Burg zurück, die wohl im Jahre 1219 am Standort des jetzigen Schlosses inmitten sumpfiger Wiesen erbaut wurde.
Güstrow war für lange Zeit das wirtschaftliche Zentrum des mecklenburgischen Kernlandes. Die Stadt wurde geprägt durch Handwerker und Kaufleute, Bierbrauer und Wollweber. Weithin bekannt im deutschsprachigen Raum war das Kniesenack-Bier, ein Starkbier, das ursprünglich in einem Haus am Güstrower Markt gebraut wurde.
Von 1556 bis 1695 war Güstrow Residenzstadt der Herzöge von Mecklenburg. In dieser Zeit wurde das Schloss mehrmals erweitert und umgebaut, bis es sein heutiges Antlitz im Stile der Renaissance erhielt.
Eng verbunden ist die Stadt mit dem berühmten Bildhauer Ernst Barlach (1870-1938). Er lebte und arbeitete seit 1910 für viele Jahre in Güstrow und schuf hier einige seiner bis heute bedeutendsten Werke, darunter das Ehrenmal „der Schwebende“ für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, von dem eine Kopie im Güstrower Dom zu sehen ist.
Bärlach wurde 2010 posthum zum Ehrenbürger von Güstrow ernannt. Die Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow bewahrt und pflegt wesentliche Teile des Barlach-Nachlasses und macht sie durch museale Präsentation der Öffentlichkeit zugänglich.
Wanderkarte unserer Tour
Der Armesünderturm
Restauriertes Fachwerk
Fachwerkhaus in Marktnähe
Häuser in Marktnähe
Häuser in Marktnähe
Rathaus am Marktplatz
Pfarrkirche St. Marien am Markt
Haus am Markt
Postamt und Borwinbrunnen
Restaurierte Wohnbebauung
Frühere Wache vor dem Schloss
Residenzschloss Güstrow
Schlossgarten
Gedenksäule an an die Befreiungskriege 1813 vor dem Amtsgericht
Güstrow ist eine Stadt, in der man es bei den Türen eher rechteckig mag. Rundbögen, so wie oben bei einem mittelalterlichen Fachwerkhaus, sind eher selten. Hier die Ausbeute eines ausgiebigen Stadtspaziergangs mit Doxi.
99.999: Die letzten 1000 Meter bis zur Schallmauer sind angebrochen. Jetzt kann es nur noch Sekunden dauern.
„Zwischen Teterow und Güstrow habe ich meine Unschuld verloren“, so höre ich mein feines Wohnmobil leise seufzen. Es war auf der B238 in der Mecklenburgischen Provinz, als der Kilometerzähler von 99.999 auf 100.000 umgesprungen ist.
Nach 14 Jahren, die wir gemeinsam unterwegs waren. Doch das soll noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. Hoffe ich wenigstens. Geliebtes Womo, bitte fühle dich heute ganz besonders gedrückt!
Bevor wir die Urlaubsregion Mecklenburgische Schweiz verlassen, besuchen wir noch den Hauptort Teterow am Teterower See.
Teterow ist überregional bekannt für seine Altstadt mit vielen Baudenkmalen. Ein wiederkehrendes Highlight ist das traditionsreiche Pfingst-Motorradrennen auf dem Bergring, das Tausende von Besuchern anzieht.
Teterow rühmt sich, den geografischen Mittelpunkt von Mecklenburg-Vorpommern zu bilden. Seit 2017 trägt die Stadt den Beinamen „Bergringstadt“.
Nicht sichtbar, aber zeithistorisch interessant sind die Aktivitäten der DDR-Staatssicherheit in einer als „Erholungsheim Bergring“ getarnten Ausbildungsstätte am Stadtrand.
Seit den 197er Jahren wurden dort insgesamt mehr als 1000 Kämpfer des südafrikanischen African National Congress im Guerilla- und Nahkampf ausgebildet. Viele der Absolventen stiegen nach 1994 in leitende Positionen der südafrikanischen Streitkräfte auf.
Rostocker Tor
Malchiner Tor
Rekonstruierte Huserzeile
Stadtmühle Tetewrow am Mühlenteich
Stadtkirche St. Peter und Paul
Altes Pfarrhaus
Rathaus am Marktplatz
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