Erstes Draußen-Yoga 2026

Alles wie in 2025 (siehe unten), oder doch nicht ganz?

 Büttgen, 25. Februar 2026

Irgendwann am Anfang eines neuen Jahres kommt immer der Tag, an dem ich zum ersten Mal draußen im Garten Yoga praktizieren kann. Heuer war es der 25. Februar und wie ich gerade bei einem Blick in meine Aufzeichnungen feststelle, im letzten Jahr auch, wie lustig. Hat sich die Natur etwa beim Wetter wiederholt? Es wird ein Zufall sein, aber er darf im kommenden Jahr gerne wiederkehren.

So sah die Szene am selben Tag im Jahr 2025 aus. Erkennst Du die Unterschiede?

( MITI )

Durch das Dycker Ländchen

Abstecher auf der Tour durch den Schlosspark Dyck

 Bedburdyck, 24. Februar 2026

Noch zwei Tage bis zur Semesterklausur von Modul M6a, in dem es um die Konstruktion psychologischer Tests geht. Wieder und wieder gehe ich meine rund 100 Seiten umfassenden Aufzeichnungen durch, von den Grundlagen der Testkonstruktion bis zur Normierung neu geschaffener Tests. Aber das kann man ja nicht nur am Schreibtisch, sondern auch beim Wandern draußen in der Natur, indem man sich das Material vom Smartphone vorlesen lässt.

Und weil heute endlich mal schönes Winterwetter herrscht und ich ohnehin am Obstverkauf von Schloss Dyck neue Äpfel (meine geliebten Wellants) besorgen will, starte ich von dort einfach zu einer dreistündigen Tour durch das Dycker Ländchen.

Es geht durch den Park von Schloss Dyck ins Dorf Bedburdyck, weiter nach Hemmerden, Damm und zum Nikolauskloster mit seiner Mariengrotte. Dahinter folgt die ehrwürdige Kastanienallee, die über Jahrhunderte das Kloster mit dem Schloss Bettburdyck verband, heute aber gesperrt ist, weil viele Kastanienbäume morsch sind. Man kann aber am Rande der Bäume die Strecke laufen.

Für die gesamten 100 Seiten meiner Aufzeichnungen hat die 13 km lange Runde zwar nicht gereicht, doch alles, was ich bewusst gehört und wiederholt habe, sitzt nun noch ein klein wenig fester in meinem Gedächtnis. Hoffe ich jedenfalls.

( MITI )

Nelio Biedermann – Lazar

Ein feines Buch, nur warum es das Pferd auf den Titel geschafft hat, wo es doch im Buch bestenfalls eine Nebenrolle spielt, hat sich mir nicht erschlossen

 Büttgen, 22. Februar 2026

Vor lauter Studienmaterial komme ich gar nicht mehr dazu, Belletristik zu lesen. Muss aber ab und zu mal sein, sonst werde ich auf Dauer bekloppt, wie man bei uns im Rheinland sagt. Jetzt bot sich eine schöne Gelegenheit, als mein Schatz mir ein aktuelles Werk geschenkt hat, das derzeit viel Aufmerksamkeit erfährt: Lazar von dem jungen Schweizer Autor Nelio Biedermann.

Das Buch erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie über drei Generationen von der ausgehenden österreichischen Kaiserzeit bis zum Ungarn-Aufstand gegen den Kommunismus 1953. Die Geschichte spielt damit vor dem Hintergrund einer ereignisreichen Epoche und ist wirklich gut erzählt. Man liest das Buch gerne in wenigen Tagen „weg“.

Weithin gelobt wird das Werk auch, weil der 22-jährige Autor eine bemerkenswerte Lebenskunde an den Tag legt, die man von einem solch jungen Menschen kaum erwarten würde. Auch ich war darüber erstaunt, was sich im Nachgang – aber nur – ein klein wenig relativiert hat. Denn der Autor stammt selbst aus einer ehemals vermögenden ungarischen Adelsfamilie, die genau wie seine Romanhelden nach dem Ungarn-Aufstand in die Schweiz emigriert sind. Das Buch ist nicht autobiografisch, aber es steckt dann vielleicht doch ein gutes Stück eigener Familienerfahrungen drin. Ich habe die Lektüre auf jeden Fall sehr genossen, und noch einmal vielen Dank an Heike für die hervorragende Auswahl.

( MITI )

Robert Smithson, Begründer der Nature-Art

Eines von Smithsons bekanntesten Werken: Broken Circle and Spiral Hill, Emmen, Niederlande

 Bottrop, 22. Februar 2026

Als ich in meinen frühen Zwanzigern begann, mich für Kunst zu interessieren, war einer meiner erste Heroen der englische Landart-Künstler Andy Goldsworthy (*1956), der in der Natur vorkommende Materialien zur Erstellung seiner meist schnell vergänglichen Werke einsetzt und diese Arbeiten mit Hilfe der Fotografie dokumentiert. Goldsworthy gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der Natur-Kunst, einer Variante der Land-Art.

Begründet hat diesen Zweig der modernen Kunst der aus den USA stammende Robert Smithson (*1938), der 1973 im Alter von nur 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz tragisch ums Lebe kam. Seinem Werk ist nun eine Ausstellung im Museum Josef Albers in Bottrop gewidmet.

Smithson konstruierte seine Objekte in der Landschaft mit Spiegeln, Scherben, Neonröhren, Asphalt und Steinen. Aus Elementen dieser Kunstorte schuf er wiederum Objekte für Galerien und Museen. 1968 reiste er nach Deutschland, wo er zusammen mit Bernd Becher das Ruhrgebiet besuchte. Im selben Jahr veröffentlichte er seinen Aufsatz „A Sedimentation of the Mind: Earth Projects“, in dem er seine Kopnzeption der Land Art festschrieb.

Die Ausstellung in Bottrop zeigt Fotos und Videos von Smtihsons bekanntesten Werken, aber auch seine theoretischen Schriften und Konzeptzeichnungen. Es ist eine Ausstellung, für die man sich etwas Zeit nehmen muss, aber wer moderne Landart mag, wird hier eindrucksvoll an die Wurzeln dieser Kunstrichtung herangeführt.

( MITI )

Kreuzweg Halde Haniel

Gipfelkreuz oben auf der Halde

 Bottrop, 21. Februar 2026

Heute möchte ich das Josef Albers Museum in Bottrop besuchen und zuvor eine Wanderung in der Region unternehmen, damit sich der weite Weg ins nördliche Ruhrgebiet auch lohnt. Dazu habe ich mir eine 11 Kilometer lange Tour herausgesucht, die am früheren Steinkohlebergwerk Prosper Haniel beginnt, dort dem 1995 eingeweihten Kreuzweg zur Spitze der angrenzenden Halde folgt und schließlich in einer großen Schleife durch den Köllnischen Wald wieder zurück zum Startpunkt führt.

Die 15 Stationen des Kreuzwegs werden von Bergbaugerätschaften der Zeche Prosper-Haniel flankiert, die allegorisch den Leidensweg Christi zeigen. Tafeln mit Zitaten aus der Arbeitswelt verbinden die Bibelgeschichte mit der Moderne und zeigen die enge Beziehung zwischen Bergbau und Kirche in der Region.

Ergänzend gibt es an jeder Station eine traditionelle Darstellung der Passion auf Kupfertafeln. Gestaltet wurden sie nach Rohrfederzeichnungen der Ordensschwester und Künstlerin Tisa von der Schulenburg. Das Wetter heute ist grau und kalt, der Himmel hängt tief, kaum ein Laut ist zu vernehmen und die Natur zeigt sich noch winterlich kahl. Das passt also alles zu einem Kreuzweg.

Oben angekommen eröffnet sich ein weiter Blick ins Ruhrgebiet, das hier seinen nördlichen Abschluss findet. Nach Süden dominieren städtische Siedlungsräume mit Industrieanlagen, Halden und Wohnsiedlungen, soweit das Auge reicht. Nach Norden folgt erst einmal nur noch Wald. Ein spannender Kontrast.

( MITI )

Winterabschiedsbilder aufgehangen

Bildmitte, oben: Kunstwerke im Stile von Nick Veasey (*1962), schön winterlich dunkel.

 Büttgen, 21. Februar 2026

Heute in vier Wochen ist Frühlingsanfang. Man mag es kaum glauben, so grau und melancholisch, wie sich die vergangenen Tage präsentiert haben. Doch für das hoffentlich letzte Aufbäumen des Winters habe ich die richtige Kunst parat: Schwarzweißbilder im Stile von Nick Veasey, einem Pionier der Röntgenkunst. Man achte auf die verrückten Bildinhalte. Mehr davon gibt es auch hier.

Wenn den Toten Blumen aus dem Schädel wachsen …

( MITI )