
Menschen über Menschen und Leiber über Leiber – im wahrsten Sinne des Wortes
In diesen Tagen endet die fünfmonatige Aktion, in der der Kunstverein für das Rheinland und Westfalen die großen Wandflächen in seinem Museum am Grabbeplatz jeweils für vier Wochen einem anderen Künstler’in zum kompletten Bemalen überlassen hat. Anschließend wurden alle Flächen erneut weiß übertüncht und der nächste Maler*in ans Werk gelassen.
Als letzte Künstlerin verwandelt die junge belgische Malerin Joëlle Dubois (1990, Gent) das ganze Haus in ein pornographisches Panoptikum, wie man es sonst vielleicht nur von altindischen Tempeln oder aus den Lusthäusern im untergegangen römischen Pompeji kennt.Auf hunderten von Quadratmetern alles eine riesige Orgie von Mann und Frau, Mann und Mann, Frau und Frau und sehr explizit darstellt. Dabei aber fein gezeichnet.
Menschen weißer und schwarzer Hautfarbe vergnügen sich miteinander. Man gibt sich nackt und es sind zahllose überdimensionale Brüste und Vaginas dargestellt, jedoch keine erigierten männlichen Geschlechtsteile. So etwas hat Düsseldorf noch nicht erlebt.
Die Künstlerin spielt damit explizit auf die fast schon ubiquitäre Präsenz von Sexualität und Pornografie im Internet und in den sozialen Medien an. Wer sich darüber noch aufregen mag, ahnt wohl nicht, was sich Groß und Klein täglich am Smartphone anschauen.
