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Aschau und Aschauer Teiche

Aschau und Aschauer Teiche
Eschede, 10.04.2026

Einer von rund 50 Fischteichen an der Aschau bei Eschede

Von Hannover bin ich 60 km in nordöstlicher Richtung weitergefahren, in den Naturpark Südheide, dem südlichen Teil der Lüneburger Heide. Wir stehen auf einem süßen kleinen Stellplatz in der Natur am Ortsrand von Eschede, bekannt geworden durch das fürchterliche ICE-Zugunglück mit 100 Toten im Jahre 1998.

Unmittelbar am Stellplatz fließt die Aschau vorbei, ein 20 km langer Nebenfluss der Lachte, die in die Aller mündet. Drei Kilometer flussaufwärts wird die Aschau in den Aschauer Teichen aufgestaut. In den rund 50 künstlich angelegten Becken werden seit Anfang des 20. Jahrhundert kommerziell Forellen, Karpfen, Schleie, Hechte, Goldorfe, sowie Signal- und Edelkrebse gezüchtet.

Normalerweise würde ich Doxi die Strecke von 6 km hin und zurück gar nicht mehr unbedingt zumuten, doch in der letzten Woche hat sie noch einmal eine Librela-Spritze bekommen und in den letzten Tage ist sie gut und problemlos gelaufen. Tatsächlich schafft sie die Strecke ohne große Anstrengung. Einmal knickt sie in den Vorderläufen weg und muss sich wieder aufrappeln, zeigt aber danach weder Schmerzen noch Humpeln.

Es ist eine schöne Tour durch Wald und Feld, fast immer am Fluss entlang, der hier lieblich durch die Landschaft mäandert. Wir begegnen keiner Menschenseele, dafür mehreren Rehen, die uns neugierig anstarren, bevor sie weglaufen. Auch Wölfe soll es rund um Eschede wieder geben, doch die kreuzen heute glücklicherweise nicht unseren Weg.

( MITI )

Hannover vom Fahrrad aus gesehen

Hannover vom Fahrrad aus gesehen
Hannover, 9.04.2026

Das Neue Rathaus, Rückseite am Maschpark

Fast zwanzig Jahre lang bin ich im Frühling regelmäßig nach Hannover gefahren, um die Computermesse CeBit zu besuchen. Doch von der Stadt habe ich außer den Messehallen nie etwas gesehen. Ein echtes Versäumnis, wie ich heute festgestellt habe.

Eigentlich wollte ich heute vor allem die berühmten Herrenhäuser Gärten im Norden der Stadt erkunden. Aber nachdem ich festgestellt hatte, dass es von dort nur 4 km bis ins Zentrum sind, bin ich ganz gemütlich für zwei Stunden mit dem Fahrrad durch das Herz der niedersächsischen Landeshauptstadt gecruised. 

Ich hatte mir gar nicht so wahnsinnig viel davon versprochen, doch ich muss sagen: Hannover ist reich an interessanter Architektur, schönen Parks und viel Kunst im öffentlichen Raum.

Die architektonische Bandbreite reicht von historischen Wehrmauern, mittelalterlichem Fachwerk, Klassizismus, Bauhaus, Neue Sachlichkeit bis hin zu hypermodernen Bauten.  Gleich neben dem riesigen, imposant-verschnörkelten Neuen Rathaus aus Wilhelminischer Zeit ragt der futuristische Gebäudekomplex der Nord LB in den Himmel,

Und mit dem großen Maschsee hat man viele Freizeitmöglichkeiten quasi direkt vor der Haustür. Sicher hätte ich noch mehr entdecken können, doch ich wollte Doxi nicht so lange im Wohnmobil allein lassen. Manchmal kann man eben nicht alles haben, doch jetzt bin ich von Hannover „angefixt“. Muss ich wohl wiederkommen, wenn ich erneut in der Gegend bin.

( MITI )

Im Großen Garten von Hannover

Im Großen Garten von Hannover
Hannover, 9. April 2026

Blick vom Barockgarten zum Schloss

Ich bin ja ein Fan von großzügigen Parks und schönen Gartenanlagen. Deshalb bin ich nach Hannover gekommen, um die berühmten Herrenhäuser Gärten im Norden der Stadt zu besuchen. Dass ich zusätzlich einen Abstecher ins Stadtzentrum unternehmen würde (siehe oben), war gar nicht geplant und eine schöne Überraschung.

Die von den Welfen angelegten Herrenhäuser Gärten bestehen aus vier Bereichen: Dem eintrittspflichtigen Großen Garten als Barockgarten mit Wasserspielen, angrenzend an das Welfen-Schloss Herrenhausen, dann einem Berggarten mit mehr als 12.000 Pflanzen aus aller Welt, sowie den Georgengarten und den Welfengarten als öffentliche Parkanlagen, die bis ins Stadtzentrum reichen.

Der Große Garten zählt zu den bedeutendsten Barockgärten in Europa. Die von einer Graft umschlossene Gartenfläche stellt das historische Kernstück der Herrenhäuser Gärten dar. Sein Ausbau ist mit dem Aufstieg der hannoverschen Linie der Welfen verbunden, denn die Erschaffung und Pflege großer Gartenanlagen besaßen einen hohen Rang im System der barocken fürstlichen Repräsentation. Und sie verschlang enorme Summen.

Drei Regenten prägten die Glanzzeit des Großen Gartens zwischen 1680 und 1755: Ernst August (1679–1698), der 1692 zum Kurfürsten von Braunschweig-Lüneburg ernannt wurde, sein Sohn Georg Ludwig, der 1714 als Georg I. zum König von England gekrönt wurde, und Georg II, der 1683 in Schloss Herrenhausen geboren wurde.

Im Großen Garten von HannoverIhrer Zeit entsprechend, wurde der Große Garten ab 1665  Schritt für Schritt um Wasserspiele, Grotten, Irrgärten, Skulpturen und eine große Fontäne erweitert, die bis heute die Menschen beeindruckt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Anlage in den Besitz der Stadt Hannover über.

2001 statteten Mitarbeiter von Niki de Saint Phalle die Innenräume der Grotte nach den Entwürfen der Künstlerin aus. Damit setzte die Stadt noch einmal ganz eigene künstlerische Akzente in dem barocken Umfeld setzen.

Das Schloss beherbergt heute unter anderem ein Museum mit Ausstellungsgegenständen aus dem Besitz der Welfen, darunter vier goldene Prunkkutschen. Ein Besuch des Großen Gartens hat also viel zu bieten. Für mich eine wirklich beeindruckende Anlage.

( MITI )

Blumenpracht im Berggarten

Blumenpracht im Berggarten
Hannover, 9. April 2026

Der Berggarten von Hannover liegt nördlich des Großen Gartens auf der anderen Seite der Herrenhäuser Straße. Er zählt zu den ältesten botanischen Gärten Deutschlands.

Die Anlage wurde ab 1666 von Herzog Johann Friedrich als Küchengarten für den Gemüseanbau angelegt. Als Standort diente ein abgetragener Sandberg nördlich des Herrenhäuser Schlosses.

Später wandelte Kurfürstin Sophie den Berggarten in einen Garten für exotische Gewächse um. 1686 wurde dafür ein erstes Gewächshaus errichtet, weitere sollten im Laufe der Zeit folgen.

Nach der Zerstörung der Anlage bei einem Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs im begann man in der Nachkriegszeit schrittweise mit der Wiederherstellung des Berggartens unter der Regie der Stadt Hannover.

In den Schauhäusern und Themengärten sind gegenwärtig 12.000 verschiedene Pflanzenarten aus verschiedenen Klimazonen zu finden, darunter die größte Orchideensammlung Europas, außerdem eine umfangreiche Sukkulentensammlng, sowie tropische Pflanzen. Ein größerer Bereich im Norden des Geländes widmet sich Heide und Mooren und den darin wachsenden Pflanzen. Für Pflanzenliebhaber ist dieser Garten ein echtes Highlight.

( MITI )

1.000 Nächte im Wohnmobil

1.000 Nächte im Wohnmobil
9. April 2026

Jetzt ist es geschehen: Ich habe die eintausendste Nacht im Wohnmobil verbracht. Hört sich nach viel an, doch ich habe dafür nicht weniger als 17 Jahre benötigt. Dazwischen liegen mehr als 1.400 Orte und 110.000 km, die ich in dieser Zeit zurückgelegt habe (nur gut, dass der Sprit nicht schon immer so teuer war, wie seit Beginn des Iran-Kriegs).

Und mein feines Womo läuft immer noch, auch wenn es gerade eine neue Kupplung und möglicherweise ein neues Getriebe benötigt. Wird vermutlich kein günstiges Vergnügen, weil dafür der Motor ausgebaut werden muss. Aber egal, das ist mir die Sache wert. Bitte halte noch ein wenig durch, meine so geschätzte auto-mobile Luxus-Sänfte. Ich möchte noch ein paar Jahre mit Dir unterwegs sein.

( MITI )

Unterwegs im Leinebergland

Unterwegs im Leinebergland
Northeim, 8.04.2026

Brauereiturm, das frühere östliche Eingangstor zur Stadt

Zwischen dem Solling im Westen und dem Harz im Osten erstreckt sich das Leinebergland, eine Mittelgebirgslandschaft entlang des Flusses Leine zwischen den Großstädten Göttingen und Hannover.

Ein bedeutendes Mittelzentrum in dieser Region ist die ehemalige Hansestadt Northeim mit knapp 30.000 Einwohnern.

Die Stadt verfügt nicht nur über eine sehenswerte mittelalterliche Altstadt, sie hat bei mir auch die langgehegte Frage gelöst, wofür das KFZ-Kennzeichen „NOM“ wohl stehen mag.

Die Altstadt besteht hauptsächlich aus Fachwerkhäusern des 16. bis 18. Jahrhunderts, dazu sind große Teile der ehemaligen Stadtmauer erhalten. Auf aktuellen Karten kann man noch den typisch mittelalterlichen Grundriss der Stadt erkennen.

Nach einem großen Brand 1892 entstanden aber auch zahlreiche Steinbauten im damals üblichen Wilhelminischen Stil. Auffallend ist, dass sich nahezu alle Bauten in den historischen Kernbereichen in einem exzellenten Erhaltungszustand befinden. Das macht Northeim zu einem lohnenden Ausflugsziel.

( MITI )