
Abbildung der Wirklichkeit oder Fiktion, das fragt man sich bei vielen der ausgestellten Arbeiten
Ein wiederkehrendes Thema in Kunst und Literatur ist das Verhältnis zwischen der Realität und ihrer Abbildung. Die „Karte ist nicht die Landschaft“ formulierte der polnisch-amerikanischen Philosoph Alfred Korzybski schon 1933. „Dies ist keine Pfeife„, betitelte der belgische Surrealist René Magritte eines seiner berühmtesten Werke von 1929, das zwar eine Pfeife zeigt, aber dennoch nur Farbe auf Leinwand bleibt. Rauchen kann man mit dieser Pfeife nicht.
Die Arthena Foundation greift dieses Spannungsfeld in einer sehenswerten Ausstellung in ihren Räumen im Düsseldorfer Medienhafen auf. Zahlreiche Künstler präsentieren originelle Auf- und Verzeichnungen von Reiseerlebnissen, detaillierte Entwürfe erdachter Orte und Länder. Kartographisch anmutende, zeichensprachlich oder ornamental wuchernde Strukturen formen sich zu ganz eigenen Weltentwürfen.Vieles, was in Uncertain Maps zu sehen ist, bleibt uneindeutig: Handelt es sich um die Abbildung einer äußeren Wirklichkeit, von Landschaften und Städten? Sind es Versuche, innere, mentale Zustände aufzuzeichnen – emotionale oder kognitive Karten, die räumliche Informationen im Gedächtnis repräsentieren? Oder werden digitale Datenströme visualisiert und dadurch auf eine künstlerische Ebene gehoben?
Leider hatte ich bislang nicht die Gelegenheit, eine der regelmäßig Sonntags stattfindenden Führungen zu besuchen. Dort hätte ich auf manche meiner Fragen sicher eine Antwort erhalten.
