Schlagwort-Archive: kunst

Sammlung Miettinen in der Philara

Sammlung Miettinen in der Philara
Düsseldorf, 24. Juli 2025

Antti Laitinen (*1975), 2D Tree (1) und 2D Tree (2), 2017

Was machen vermögende Menschen, die einfach schon alles haben? Sie investieren in Kunst und schmücken sich mit einer exklusiven Sammlung. Geld für Schönes auszugeben, das macht Freude.

Und da ist auch gar nichts gegen einzuwenden, finde ich, solange Sammler ihre Schätze von Zeit zu Zeit mit der Öffentlichkeit teilen. So wie der Finne Timo Miettinen, Vorsitzender des Familienunternehmens EM Group Oy.

Miettinen hat lange in Deutschland gelebt und unterhält seine Sammlung größtenteils in Berlin. Einige Highlights daraus sind derzeit in Düsseldorf in der Sammlung Philara zu sehen, die ebenfalls auf einen privaten Kunstmäzen zurückgeht.

Miettinens Sammlung umfasst mehr als 400 Künstler, darunter viele große Namen der modernen Kunstgeschichte von Dali bis Warhol. Aber auch weniger bekannte Kunstschaffende sind zahlreich vertreten. Etwa ein Drittel stammt aus Finnland, ein Drittel aus Deutschland, der Rest ist international. Wirklich ein beeindruckender Schatz, an vielen Stellen weitab vom künstlerischen Mainstream.

( MITI )

Kettensägenkunst im Ballhaus

Kettensägenkunst im Ballhaus
Nordpark Düsseldorf, 20. Juli 2025

Blick in den Ausstellungsraum. Vorne links die Werkgruppe „fünf aus einem Stamm.“

Bereits zum vierten Mal stellt der Künstler Jürgen Brockerhoff aus Mettmann seine Kunst im Ballsaal im Düsseldorfer Nordpark aus. Gezeigt werden Arbeiten aus den letzten zwölf Jahren, Gemälde und vor allem Skulpturen aus Holz, die überwiegend mit der Kettensäge entstanden sind.

Brockerhoff ist ein vielseitiger Autodidakt, der seine Arbeiten nicht selten aus Fundstücken erschafft. Besonders angetan hab es mir seine fünf großformatigen Holzköpfe mit dem Titel „Fünf aus einem Stamm“, was hier auch ganz wörtlich im Sinne von „Eichenstamm“ zu verstehen ist. Sie gehören zu der umfangreichen Werkreihe der „Bröckerköpfe“.

Diese Arbeiten sind geprägt durch die sehr spezielle Schnittstruktur der Kettensäge. Symbolhaft zeigt sich darin, dass das Leben nicht an uns vorbeigleitet, sondern tiefe Spuren hinterlässt. Der anschließende Auftrag kraftvoller Acrylfarben hebt dies noch einmal hervor.

Und eine weitere Werkreihe erweckt meine Aufmerksamkeit: Drahtarbeiten, die dreidimensionale Gesichter formen und teilweise als Mobiles ausgelegt sind. Ich bin ja ein großer Fan der Arbeiten von Alexander Calder, und diese Arbeiten von Brockerhoff finde ich auch ganz toll.

Dies gilt insbesondere für das Werk „Yao“, das sich auf die markant durch ihre Haarpracht geformten Antlitze der Yao-Frauen aus dem Süden Chinas bzw. dem Norden Vietnams bezieht. Dieses Werk könnte ich mir wunderbar bei mir zu Hause vorstellen. Schön, dass ich diese wunderbare Ausstellung nicht verpasst habe.

( MITI )

Preisträgerin 2025: Birgit Jensen

Preisträgerin 2025: Birgit Jensen
Düsseldorf, 18. Juli 2025

Werke von Birgit Jensen

Bei der Düsseldorfer Künstlerausstellung „Die Große“ wird jährlich ein Preisträger aus den Reihen der lokalen Künstler ausgezeichnet. In diesem Jahr ist dies Birgit Jensen, die 1957 in Würzburg geboren wurde, in Berlin Malerei studiert hat und seit 1985 in Düsseldorf lebt.

Jensens Werke aus den letzten Jahren sind in den Motiven plakativ und in der Darstellung hintergründig. Sie malt ohne Pinsel und arbeitet ausschließlich mit Siebdruck. Dennoch sind ihre Bilder keine Massenproduktionen, sondern Unikate, die mit der Hand auf Leinwand gedruckt werden. Traditionelle Grenzen verwischen dabei.

Preisträgerin 2025: Birgit JensenMit ihren Landschaftsmotiven zitiert Jensen Klischees dieses Genres. Sie spielt dabei mit der Vorstellung von Schönheit im Allgemeinen. Zumeist sind es klassische Landschaften, die die Betrachtenden mit einer symbolbeladenen Naturidylle konfrontieren: ein Sonnenuntergang am See oder der Halo des Vollmondes hinter kahlen Ästen.

Mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten, klassischen Bildkompositionen und hervorstechenden Farben bezieht sich Jensen auf japanische Holzschnitte des 19. Jahrhunderts. Durch den Einsatz verschiedener Rastern und Siebe fingiert die Künstlerin eine malerische Gestik, die die Nähe zur expressiven Abstraktion sucht.

Ihre Motive sind Konstruktionen, die eine Idee der Natur – und keinen realen Ort – darstellen. Dieser künstliche Charakter wird noch durch die bewusste Sichtbarmachung des technischen Hintergrunds betont. Bei näherer Beobachtung ist die siebdrucktypische Rasterung, die einen Verfremdungseffekt bewirkt und damit die Illusion von Realität unterläuft, deutlich zu erkennen.

Schnell spürt man: Die konstruierte Natur auf der Leinwand hat mit der echten Natur wenig zu tun. Die Realität des Bildes ist eine andere als die Realität der Natur, und wir sind gehalten, die beiden Realitäten nicht miteinander zu verwechseln.

( MITI )

Die Große 2025

Die Große 2025
Düsseldorf, 17. Juli 2025

Skulptur im Innenhof des Geländes

Ein fester Termin in meinem persönlichen Kulturkalender ist „Die Große“, die jährlich im Juli in Düsseldorf stattfindet. Die Kunstausstellung geht auf eine Selbstvermarktungsinitiative Düsseldorfer Künstler zurück, die bis ins Jahr 1902 zurückreicht.

Alle im Kunstpalast und im forum.NRW gezeigten Werke können direkt vor Ort und ohne die Beteiligung von Galerien erworben werden. Die Werkauswahl wird durch eine jährlich wechselnde Jury getroffen.

Im letzten Jahr hatten mich nicht so viele Werke begeistert, doch in diesem Jahr sind in meinen Augen wieder viele tolle Arbeiten dabei. Lustigerweise kleben neben meinen Favoriten fast ausnahmslos bereits rote Punkte, was ja nichts anderes heißt als „bereits verkauft“. Teilweise werden auch die Käufer genannt: vom Landtag NRW über große Unternehmen bis hin zu vermögenden Einzelpersonen.

Die Preise insbesondere für großformatige Werke reichen bis zu 30.000 Euro. Allerdings liegen die Durchschnittsprise deutlich niedriger. Und kleine Kunst für kleines Geld ist auch in jedem Jahr dabei: Hier beginnen die Preise nach meiner Beobachtung bei etwa 300 Euro.

( MITI )

Rundgang Kunstakademie 2025/2

Rundgang Kunstakademie 2025/2
Düsseldorf, 15. Juli 2025

Raumfüllendes Objekt

Kunststudenten wissen, warum sie sich gegen totalitäre Ideologien engagieren. Wieder einmal fallen mir beim diesjährigen Rundgang in der Kunstakademie zum Abschluss des Sommersemesters 2025 die vielen Plakate gegen Rechts auf. Und es stimmt ja auch: Mit der Freiheit der Kunst kann es schnell vorbei sein, wie wir in Deutschland bereits bitter erfahren haben.

Ich hatte mir von diesem Rundgang nicht so viel erwartet, weil ich von der letzten Präsentation vor sechs Monaten nur mäßig angetan war. Doch es kam anders. Diesmal haben mir viele der gezeigten Arbeiten ausgesprochen gut gefallen. Insbesondere im Bereich Bildhauerei waren für mich einige beeindruckende Werke dabei.

Aber auch in den Klassen zur Malerei scheinen mir einige vielversprechende Talente am Start zu sein. Schon beim letzten Rundgang war mir ins Auge gesprungen, wie viele junge Koreaner an der Kunstakademie Düsseldorf eingeschrieben sind. Diesmal habe ich das noch intensiver wahrgenommen. Ob es da eine Verbindung gibt?

( MITI )

Skulpturenpark auf der Mole

Skulpturenpark auf der Mole
Hoorn (NL), 7. Juli 2025

Doxi stärkt sich vor dem Leuchtturm an der Hafenausfahrt

Als ich am Abend noch eine Runde mit Doxi drehe, entdecke ich einen Skulpturenpark auf der 2 km langen seeseitigen Mole des Yachthafens. Diese grenzt das Hafengebiet vom Markermeer ab, das zu dieser Stunde ganz schön aufgepeitscht wirkt.

Ganz am Ende der Mole befindet sich auch der kleine hölzerne Leuchtturm von Hoorn, der auf die Hafeneinfahrt verweist. Dort wagt sich Doxi kurz in das Hafenbecken, um einen Schluck zu trinken.

Der sehenswerte Skulpturenpark wurde durch die niederländische Stiftung „In den Beginne“ errichtet. Erst als ich Hoorn verlasse, stelle ich fest, dass sich der Ausstellungsbereich noch ein ganzes Stück weit entlang der Küstenlinie in die Stadt zieht. Habe ich also nur einen Teil gesehen. Muss ich wohl irgendwann noch einmal wiederkommen 🙂

( MITI )