Gut zwei Drittel aus der KI, nach meinen Vorgaben erstellt, ein Drittel in Museen fotografiert
Die letzten vier Wochen habe ich neben dem Pauken für die anstehende Semester-Klausur regelmäßig mit der Bilder-KI Midjourney herumexperimentiert und für meinen Geschmack einige tolle Bilder produzieren lassen. Da fügte es sich, dass mein bevorzugter Foto-Druckbetrieb im Sommerloch unglaubliche Preise offeriert: Leinwanddrucke im Format 80×60 cm auf Keilrahmen für unfassbare 17 € das Stück. Da musste ich einfach zuschlagen. Zu viel Kunst? Kann doch gar nicht sein 🙂
Sitz des Ludwig-Forums in der ehemaligen Schirmfabrik Brauer von 1928
Heute habe ich zum ersten Mal das Ludwig Forum für Internationale Kunst besucht, das auf die Sammlung des Aachener Unternehmerpaars Irene und Peter Ludwig zurückgeht.
Der Bestand umfasste zum Zeitpunkt des Todes Peter Ludwigs 1996 circa 14.000 Werke, die sich heute als Dauerleihgaben und Schenkungen in über 30 Institutionen auf drei Kontinenten befinden.
In der Sammlung finden sich Arbeiten der modernen Kunst aus allen Stilrichtungen und vielen Ländern. Besonders bekannt ist sie für ihre Pop-Art-Bestände und den Schwerpunkt auf US-amerikanischer Kunst seit den 1960er Jahren.
1970 entstand in Aachen das städtische Museum „Neue Galerie – Sammlung Ludwig“, eines der ersten Museen für Gegenwartskunst in Deutschland. 1988 zog die Sammlung in die Räumlichkeiten der 1928 im Bauhausstil erbauten ehemaligen Schirmfabrik Brauer um.
Dort zeigt das Ludwig Forum für Internationale Kunst seitdem regelmäßig Wechselausstellungen etablierter und aufstrebender Künstler, sowie Werke aus dem eigenen Bestand. Aktuell präsentiert die Sammlung unter dem Titel „Oh, Clock!“ die erste große Einzelausstellung der New Yorker Malerin Amy Sillman (*1955) im deutschsprachigen Raum.
Im ersten Teil der Ausstellung ist eine konzentrierte Auswahl von Sillmans Arbeiten der letzten zehn Jahre zu sehen, darunter 24 Malereien, über 300 Zeichnungen, Grafiken und Collagen, mehrere große Installationen und digitale Animationen.
Beim zweiten Teil handelt es sich um eine kuratorische Sammlungsintervention der Künstlerin: An diagonal verlaufenden, von ihr bemalten Wänden, präsentiert sie mehrere Dutzend, von ihr ausgewählte Werke aus der Sammlung Ludwig. Dies folgt einem Konzept, welches sie 2019 im New Yorker MoMa erstmals umgesetzt hat, und dieser Teil der aktuellen Ausstellung hat mich tatsächlich am meisten fasziniert.
Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Kunstwerke im Stile von Mark Rothko (1903-1970). Der aus Russland stammende und in den USA aufgewachsene Künstler war ein Maler des Abstrakten Expressionismus. Er gilt als Wegbereiter der Farbfeldmalerei.
Rothko gehört seit der Jahrtausendwende zu den teuersten Künstlern der Gegenwart. Auf der Liste der Werke mit den höchsten Auktionspreisen ist Rothko gleich sechsmal vertreten, mit einem Spitzenwert von 85 Millionen US-Dollar.
Und das, obwohl seine Bilder im Grunde genommen nichts darstellen. Es sind großformatige Ölgemälde mit gestapelten, ineinander verschwimmenden, monochromen Farbflächen. Einige dieser Werke erreichen eine Höhe von mehr als 3 Metern.
Ein zentrales Anliegen von Rothko’s Kunst war die intensive Betrachter-Bild-Beziehung, die durch eine rein auf die Wirkung der Farbe ausgerichtete, nicht figurative Malerei erreicht werden sollte. Rothko kommentierte sein eigenes Werk fast nie und lehnte insbesondere nach 1950 jeden interpretatorischen Hinweis ab. Stattdessen bekannte er: „Bilder müssen geheimnisvoll sein.“
Rothko galt als manisch-depressiv und war in seinen späten Jahren Alkoholiker. Psychologen glauben, in den Farben seiner Bilder seine jeweiligen Stimmungen ablesen zu können. 1970 beging er Selbstmord.
Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Kunstwerke im Stile von Nick Veasey (*1962), einem britischen Fotografen, der vor allem für seine röntgenartigen Bilder bekannt geworden ist.
Veasey arbeitete in den 1990er Jahren in der Werbebranche und erstellte vor allem konventionelle Standbilder von Produkten, als er gebeten wurde, eine Cola-Dose für eine Fernsehshow per Röntgenstrahlen zu durchleuchten. Veasey röntgte auch die Schuhe, die er an diesem Tag trug, und als er einem Art Director das fertige Bild zeigte, war dieser überwältigt.
Daraufhin begann Veasey Röntgenbilder von vielen weiteren Objekten anzufertigen. Bald beschloss er, diese mit Hilfe von Bildbearbeitung am Computer zu verfremden und durch Elemente zu ergänzen, der in der Realität gar nicht existieren. Das stand in starkem Kontrast zum Anspruch von Röntgenaufnahmen, die wahren Grundlagen der Realität aufzudecken und schuf eine ganz eigene Ästhetik, für die Veasey heute bekannt ist.
Das bezaubernde Kornelimünster vor den Toren von Aachen beherbergt in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster ein ganz wunderbares Museum, das sich ausschließlich mit Kunst aus Nordrhein-Westfalen beschäftigt. Das „Kunsthaus NRW“ wird vom Landesministerium für Kultur und Wissenschaft getragen. Es zeigt jährlich wechselnde Ausstellungen, der Einritt ist frei.
In den prächtigen Räumen des ehemaligen Klosters begegnen sich Gegenwart und Vergangenheit. Das Aufeinandertreffen von zeitgenössischer Kunst, barocker Architektur und Jahrhunderte alter Kulturgeschichte schafft eine ganz besondere Atmosphäre.
Die aktuelle Ausstellung „Klassenverhältnisse. Lehrende, Lernende, Künstler:innen“ untersucht die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden an den Kunsthochschulen des Landes und zeigt rund 100 Werke aus der eigenen Sammlung.
Viele namhafte Künstlerpersönlichkeiten, die in NRW studiert oder als Professoren gewirkt haben, sind in der Ausstellung vertreten: Von Josef Beuys über Bernd & Hilla Becher, Karl Otto Götz, Jörg Immendorf, Norbert Kricke, Sigmar Polke, Imi Knoebel, Nam June Paik, Gerhard Richter, Thomas Schütte, Günter Uecker – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Eine wirklich hochkarätige und sehr interessant aufbereite Ausstellung.
Thomas Schütte, Hund II, 2004
Günther Uecker, Nagelpyramide, 1971
Otto Pankok, Selbstbildnis, 1964
Bernd und Hilla Becher, Typologie anonymer Industriebauten, 1973
Peter Royen, Kleines Feld, 1978
Günther Uecker, Diagonale Progression, 1976
Beuys als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf
Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Fotografien im Stile von David LaChapelle (*1963), einem vielfach ausgezeichneten amerikanischen Fotografen und Regisseur, insbesondere von Musikvideos.
LaChapelle ist vor allem für seine Arbeiten in Mode und Fotografie bekannt. Er hat einen ganz eigenen, opulenten Stil geschaffen, der häufig als „Kitsch-Pop-Surrealismus“ beschrieben wird. Wiederkehrende Themen in seinen Arbeiten sind Heil, Erlösung, Paradies und Konsum.
Die Aufnahmen und Portraits von Stars wirken häufig sowohl bizarr als auch wunderschön. In ihrer bewusst herbeigeführten Überladenheit haben sie etwas barockhaftes. Der Künstler selbst nannte 2009 die barocken Maler Andrea Pozzo und Caravaggio als zwei seiner Favoriten. Kunstkritiker sehen in seinen Werken Anleihen an Salvador Dali, Jeff Koons, Michelangelo, Cindy Sherman und Andy Warhol.
LaChapelle, der aus Connecticut stammt, hat an der North Carolina School of the Arts Kunst studiert. Er lebte in London und Los Angeles, zog sich aber 2006 in eine abgelegene Gegend der Hawei-Insel Maui zurück, wo er seitdem arbeitet und lebt.
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