Schlagwort-Archive: wandern

25 km Heimatrunde bei 32 Grad

25 km Heimatrunde bei 32 Grad
Neuss, 14. Juni 2025

Blick über die Felder zwischen Büttgen und Grefrath

Heute durfte ich mal wieder erleben, wie anstrengend es sein kann, bei heißem Wetter längere Strecken zu wandern.

Von zu Hause bin ich zunächst in südlicher Richtung zur Langen Foundation zwischen Neuss und Kapellen gelaufen. Von dort weiter zur Museum Insel Hombroich, wo ich eine Runde über das herrliche Areal mit seinen Natur- und Kunstschätzen gedreht habe.

Anschließend ging es ran an die Erft und dieser folgend über die Eppinghover Mühle, Weckhoven und den Selikumer Park bis zum Neusser Kinderbauernhof.

Eigentlich wollte ich von dort noch weiter ostwärts bis zur Erftmündung in den Rhein bei Neuss-Grimlinghausen laufen. Doch als die Mittagssonne ihren Zenit erreicht, wird mir klar, dass so eine 30 km-Tour angesichts der Temperaturen heute etwas zu viel würde.

Also drehe ich nach Norden ab und folge der Obererft bis zur Neusser Stadthalle. Dort beginnt der Nordkanal, der mich entlang des Neusser Stadtgartens weiter nach Norden führt.

An der Rheydter-Straße verlasse ich den Nordkanal und schwenke nach Westen ein, um über den Neusser Zentralfriedhof, die Bauerbahn und die Felder zwischen Büttgen und Neuss wieder nach Hause zu gelangen.

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit hatte ich auf dieser Tour tatsächlich etwas zu trinken dabei, und das habe ich heute auch dringend gebraucht. Ich war froh, als ich nach fünfeinhalb Stunden vollkommen verschwitzt und leicht dehydriert zu Hause endlich unter der Dusche stand.

( Michael Tischer )

Wo die Fichten fehlen

Wo die Fichten fehlen
Freudenberg, 17. Mai 2025

Ginster erobert die freigewordenen Flächen

Im Bergischen Land, im Siegerland, im Sauerland und in der Eifel werden bei uns in NRW seit einiger Zeit großflächig abgestorbene Fichtenbestände abgeholzt.

Dort, wo man nicht gleich aufwändig wiederaufforstet, rücken zügig andere Pflanzen auf die freigewordenen Flächen nach – aber nicht etwa Bäume, sondern schnell wachsende Büsche und Sträucher, wie etwa der zurzeit gelb blühende Ginster.

Dadurch kann man diese Flächen im Frühling bereits von weitem ausmachen, wie ich heute bei unserer Abendrunde durch das schöne Gumbachtal bei Freudenberg erlebt habe. Sieht zwar schön aus, ist aber nicht das, was man auf Dauer haben möchte. Doch Wiederaufforstung mit neuen, anderen Baumarten kostet richtig viel Zeit und Geld.

( Michael Tischer )

Fachwerkensemble Freudenberg

Fachwerkensemble Freudenberg
Freudenberg, 17.05.2025

Blick vom Kurpark hinunter auf die Altstadt

Die Altstadt von Freudenberg gehört zu den meistfotografierten Architekturmotiven in NRW. So viele gleichmäßig angeordnete, gut erhaltene und uniform schwarz-weiße Fachwerkhäuser gibt es sonst nirgendwo.

Die Stadt im Siegerland liegt im äußersten Südosten von NRW an der A45, unmittelbar an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz. Nördlich liegt Olpe, östlich Siegen.

Urkunden geben Hinweise darauf, dass Freudenberg sehr früh als „Flecken“ gegründet wurde. Bis heute trägt der historische Stadtkern auf einem nach Südwesten ansteigenden Hügel den Namen „Alter Flecken“.

Er gilt als einzigartiges Baudenkmal von internationaler Bedeutung und vermittelt einen Eindruck von einer typischen Kleinstadt aus dem 17. Jahrhundert.

Die Evangelische Kirche auf der Spitze des Hügels wurde ab 1602 als Wehr- und Schutzkirche errichtet. Ihr Glockenturm und ein Mauerrest am Schlossberg sind die einzigen Zeugnisse der früheren Burganlage, die die Stadt im Mittelalter schützte.

( Michael Tischer )

Zwischen Tierpark und Basaltpark

Zwischen Tierpark und Basaltpark
Bad Marienberg, 16.05.2025

Doxi trifft Zicklein im Tierpark von Bad Merienberg

Meine letzte Station heute ist Bad Marienberg in einem Talkessel des Westerwalds auf halber Strecke zwischen Limburg an der Lahn und Siegen. Die Nister, die zum Einzugsbereich der Sieg gehört, fließt in Ost-West-Richtung durch die Stadt. Auch der Westerwaldsteig kreuzt das Ortszentrum.

Ich stehe mit dem Wohnmobil auf einem Parkplatz oberhalb der Stadt, mit schönem Ausblick auf Felder und Wiesen, die bereits den ersten Grünschnitt hinter sich haben.

Am Abend unternehme ich mit Doxi eine zweistündige, sehr abwechslungsreiche Wanderung hinunter in die Stadt und auf der anderen Seite wieder hinauf, erst zum Basaltpark und dann weiter zum Tierpark mit angrenzendem Aussichtsturm.

Beim Basaltpark handelt es sich um einen stillgelegten Basaltbruch, der mit Wanderwegen, Hinweistafeln zur Geologie und Ausstellungsstücken aus dem Basaltabbau öffentlich zugänglich ist.

In unmittelbarer Nähe oberhalb des Basaltparks befindet sich der Wildpark Bad Marienberg. Auf einer Fläche von 20 Hektar sind rund 100 Tiere untergebracht, darunter Alpakas, Wisente, Nandus, Rot- und Schwarzwild. Ein vier Kilometer langer Rundweg führt durch das Wald- und Wiesengelände des Wildparks.

Im Eingangsbereich des Wildparks wurde 2008 der Hedwigsturm aufgestellt, ein 17,3 Meter hoher Aussichtsturm. Von oben kann man den Fernblick in den Westerwald, das Siebengebirge, den Taunus und die Eifel genießen. Die offene, sechseckige Stahlbauweise soll an sechseckige Basaltsäulen erinnern, wie sie auch unten im Basaltpark zu sehen sind.

Nachdem meine ersten drei Ausflugsziele heute nur so mittel spannend waren, ist das noch einmal ein echtes Highlight am Ende eines langen Tages.

( Michael Tischer )

Rauf zum Leyenbach-Wasserfall

Rauf zum Leyenbach-Wasserfall
Nenderoth, 16. Mai 2025

Rückweg auf offiziellen Pfaden. Im Hintergrund: Der Steinbruch bei Arborn.

Das war mal eine aufregende Wanderung. Vom Friedhof in Nenderoth sind wir auf verwachsenen Pfaden zum Geotop „Leyenbach-Wasserfall“ aufgestiegen. Mehrmals mussten wir uns durch den Wald schlagen und zweimal unbenutzte Weiden mit Stacheldrahtzäunen überwinden.

Erst habe ich Doxi vorsichtig über den stachelspitzigen Zaun gehievt und dahinter wieder herabgelassen. Dann habe ich mich selbst über den Stacheldraht geschwungen, leichte Blessuren an den Händen inklusive. Glücklicherweise nur die Hände 🙂

Endlich am Ziel angekommen, wurde schnell klar, dass es auch einen gut befestigten Wanderweg gegeben hätte. Und von Odersberg wären wir auch viel schneller dorthin gekommen. Na, man kann ja nicht alles wissen …

Der Leyenbach-Wasserfall überwindet eine Höhe von rund 10 Metern, mit einem Hauptfall von 4 Metern. Es ist der einzige Wasserfall an der Westerwälder Basalthochfläche mit dem „Knoten“ als höchsten Berg.

Nachdem es seit drei Wochen im Westen von Deutschland nicht mehr geregnet hat, konnte ich kaum damit rechnen, dass uns ein tosendes Schauspiel erwartet. Und so war es dann auch. Reichlich erschöpft vom langen Durst tröpfelt der Wasserfall lustlos vor sich hin. Der Wasserfluss reicht gerade einmal aus, dass sich Doxi und ich daran stärken können. Na, so ist es dann wohl.

( Michael Tischer )

Westerwälder Seenplatte

Westerwälder Seenplatte
Dreifelden, 15.05.2025

Doxi testet die Wasserqualität des Dreifelder Weihers

Das Schöne, aber zuweilen auch herausfordernde beim Womo-Reisen ist ja, dass man ständig neu entscheiden muss, wohin man sich als Nächstes wenden will. Nach meinem Besuch in Montabaur stand ich heute vor der Frage, soll mich der Weg nun nach Westen hinunter ins Rheintal führen, oder nach Osten in den Westerwald.

Ich habe mich nach einigem Hin und Her für den Westerwald entscheiden. Einfach weil ich dort mehr Schatten vermute, als im engen Rheintal, wo der Platz häufig knapp ist und Bäume auf den Stellplätzen deshalb eher die Ausnahme. Und Schatten ist bei der aktuellen Wetterlage (viel Sonne) für uns wichtig.

Gelandet bin ich im kleinen Ort Dreifelden auf einem kostenlosen Wanderparkplatz in unmittelbarer Nähe des Dreifelder Weihers. Er ist der größte See der im Mittelalter künstlich geschaffenen Westerwälder Seenplatte.

Der etwa zwei Kilometer lange und ein Kilometer breite Teich entstand am Ende des Dreißigjährigen Kriegs im Auftrage des Grafen Friedrich III. zu Wied (1634–1698) zum Zwecke der Fischzucht. Wie auch die anderen Teiche kann er deshalb für die Fischernte abgelassen werden, was auch regelmäßig im Herbst geschieht.

Weite Teile des Dreifelder Weihers und seiner Umgebung sind aufgrund ihrer Verlandungszonen mit seltenen Pflanzen- und Tierarten als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Sie befinden sich seit 2019 im Besitz der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Nur rund ein Drittel des Uferbereichs ist deshalb frei zugänglich. Dort residiert auch ein beliebter Campingplatz.

Am Abend laufe ich mit Doxi auf einer sieben Kilometer langen Wanderung einmal um den See. Passenderweise ist die Runde durch Schilder mit der Aufschrift 7 ausgewiesen. Nicht überall kommt man direkt an den See heran, aber dafür geht es auch durch schönen Wald.

( Michael Tischer )