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Das gelbe Schloss von Montabaur

Das gelbe Schloss von Montabaur
Montabaur, 15.05.2025

Marktplatz mit neugotischem Rathaus von 1536

Von Flacht bei Limburg fahren wir in nördlicher Richtung nach Montbauer im Herzen des Westerwaldkreises. Die Stadt liegt rund 20 km nordöstlich des Rheintals bei Koblenz in einer Senke des Westerwalds.

Die Geschichte von Montabaur lässt sich bis in das Jahr 959 zurückverfolgen, als das heutige Schloss als „Kastell auf dem Humbacher Hügel“ erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Als der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied um 1217 von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land zurückkehrte, war das Kastell zerstört. Er ließ die Burg wieder errichten und nannte die zugehörige Siedlung aufgrund der Ähnlichkeit des Humbacher Hügels mit dem Berg Tabor im heutigen Israel, Mons Tabor. Daraus wurde Montabaur.

Heute ist Montabaur u.a. bekannt für seine hübsche und gut erhaltene Altstadt, ein überregional bedeutsames Outlet-Center und als Sitz des Telekommunikationsanbieters 1&1.

Das Schloss im Herzen der Stadt befindet sich seit 1969 im Besitz der Deutschen Genossenschaftskasse und dient heute als bundesweites Tagungs- und Ausbildungszentrum für die Führungskräfte von Raiffeisen- und Genossenschaftsbanken. Es ist perfekt in Schuss und das Wahrzeichen von Montabaur, das man schon aus der Ferne von der Autobahn A3 aus wahrnimmt.

( Michael Tischer )

Feldrunde bei Flacht im Aartal

Feldrunde bei Flacht im Aartal
Flacht, 14.05.2025

Unterwegs in den Feldflächen oberhalb unseres Stellplatzes

Man ist das warm heute. Ich brauche einen Stellplatz im Schatten, am besten nicht weit weg von der A3, auf der wir heute Richtung Rheinland unterwegs sind. Doch mein erster Versuch in Bad Camberg scheitert. Auf dem kostenlosen Stellplatz im Ortszentrum stehen wir in der prallen Sonne. Das funktioniert nicht.

Doch 20 km weiter, südlich von Limburg an der Lahn, werde ich fündig. In der kleinen Gemeinde Flacht im flachsten Teil des Aartals (nicht die Ahr mit H) gibt es am Ortsrand einen großen Schotterplatz mit Bäumen.

Wir stehen zwischen einem ehemaligen Fußballplatz und einer stillgelegten Eisenbahnstrecke mit gutem 4G-Empfang und einem schönen Blick aus dem Fahrzeug auf blühende Rapsfelder. Keine Verbotsschilder für Womos weit und breit – hier bleiben wir über Nacht. Wunderbar!

Am Abend erkunde ich mit Doxi die leicht hügelige Umgebung unseres Stellplatzes. Viele Pferdeweiden gibt es hier und Feldflächen mit Weizen. Dazwischen immer wieder einzelne Baumgruppen, aber nur wenige asphaltierte Feldwege. Dafür frisch gemähte Traktorwege und Trampelpfade, denen auf wir auf einer 6 km Runde folgen.

Zwischendurch geht es dabei auch mal ordentlich durch die Brennnesseln, aber dafür werden wir immer wieder mit schönen Fernblicken belohnt. Eine ruhige, in dieser Jahreszeit lieblich wirkende Gegend.

( Michael Tischer )

Abendwanderung Mühlbach

Abendwanderung Mühlbach
Bad Neuhaus, 13. Mai 2025

Blick von der Luitpoldhöhe auf Bad Neustadt an der Saale. Dahinter die Kuppen der Bayerischen Rhön.

Von unserem Stellplatz in Bad Neuhaus habe ich mit Doxi vorhin eine sehr schöne Abendwanderung hinauf zur Salzburg und weiter über die Höhen bei Mühlbach unternommen. Der Panoramablick auf Bad Neustadt an der Saale, dazu die frisch ergrünte Natur und die untergehende, aber noch warme Abendsonne – einfach herrlich.

( Michael Tischer )

Mächtige Burg Salz

Mächtige Burg Salz
Bad Neuhaus, 13.05.2025

Burg Salz oberhalb von Bad Neuhaus

Tausend Meter vor den Toren von Bad Neustadt liegt auf der östlichen Seite der Fränkischen Saale der Stadtteil Bad Neuhaus mit den Kuranlagen von Bad Neustadt. Dort stehen wir auf dem Wohnmobil-Stellplattz mit schönem Blick auf die Saale-Wiesen und die Silhouette der Stadt.

Der Kurbetrieb stützt sich auf vier Heilquellen mit einem erheblichem Gehalt an Bitter- und Glaubersalz. Es gibt einen weitläufigen Kurpark, daran angrenzend ein Park- und Schlosshotel, sowie eine Wandelhalle.

Oberhalb des Ortes erhebt sich die Burg Salz, zu der ich mit Doxi am späten Vormittag hinauflaufe. Bis ins 19. Jahrhundert war der gesamte Berghang frei gerodet und diente im Hochmittelalter dem Weinbau. Von der Burg hatte man dadurch einen weiten Blick in das Saaletal und war auch von Neustadt aus gut zu sehen. Heute liegt die Burg wieder mitten im Wald.

Als ursprünglicher Bauherr in der Mitte des 12. Jahrhunderts wird der Würzbuger Bischof Bischof Gebhard von Henneberg vermutet. Ihm könnte die Burg zum Schutz der Straßenverbindung zwischen Würzburg und den Städten Mellrichstadt und Meiningen gedient haben.

Ab etwa 1170 erfolgte der schrittweise Ausbau der Festung zu einer der größten Ganerbenburgen Mitteleuropas und zum Verwaltungsmittelpunkt des Salzgaues. Ganerbenburgen wurden von regionalen oder überregionalen Herrschern eingerichtet, um die Kontrolle über eine mächtige Burg bewusst nicht in die Hände eines einzigen Vasallen zu geben, der dem Lehnsherren irgendwann gefährlich werden konnte.

Stattdessen teilten sich mehrere Burgmannen die Burg, die dort mit ihren Familien lebten. Hier wurden sie aus dem umliegenden würzburgischen Dienstadel rekrutiert. Um 1258 saßen etwa die Burgmannen Fieger, Brende, Heustreu, Lebenhan, Eichenhausen und Hollstadt auf der Burg Salz.

Wie auch auf anderen Ganerbenburgen kam unter den Burgmannen regelmäßig zu Konflikten, die der Lehnsherr durch einen Burgfrieden zu schlichten suchte. Der erste schriftlich erhaltene Burgfriedensvertrag der Salzburg ist auf den 14. Juli 1434 datiert. Das Hochstift Würzburg als Lehnsherr behielt sich darin das Recht vor, den Torturm bei Gefahr in seine Gewalt zu nehmen und mit eigener Mannschaft zu besetzen.

Im frühen 18. Jahrhundert begann der Niedergang der Salzburg. Erst suchten Bauern auf dem großen Burggelände Schutz, später jüdische Familien, die dort 1723 sogar eine Synagoge errichteten.

Erst die Burgenromantik des 19. Jahrhundert rückte auch die Salzburg wieder in den Blickpunkt der interessierten Öffentlichkeit. Heute ist die mächtige Burg zu einer Hälfte privat bewohnt, während die andere Hälfte öffentlich zugänglich ist.

( Michael Tischer )

Bad Neustadt an der Saale

Bad Neustadt an der Saale
Bad Neustadt a.d.S., 13.05.2025

Marktplatz mit Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Hintergrund

Unsere nächste Station an der Fränkischen Saale nach Bad Kissingen ist Bad Neustadt. Die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Rhön-Grabfeld liegt rund 15 km von der Landesgrenze zu Thüringen entfernt und befand sich dadurch nach dem Zweiten Weltkrieg und bis zur Deutsch-Deutschen Wiedervereinigung in einer Randlage.

Nahe der heutigen Stadt ließ Karl der Große um 790 die Pfalz Salz errichten. Dort empfing er 803 eine Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers Nikephoros I.

Mindestens zehn Aufenthalte karolingischer Herrscher und mindestens fünf der ersten sächsischen Herrscher in der Pfalz Salz sind sicher belegt.

Neustadt an der Saale mit heute 15.000 Einwohnern entstand jedoch erst im 12./13. Jahrhundert. Die junge Siedlung wurde zunächst durch eine hölzerne Befestigungsanlage geschützt. Erst nach der offiziellen Stadtwerdung durfte diese durch eine mittelalterliche Steinmauer ersetzt werden, so das damalige Recht.

Auf 1,5 Kilometer Länge umgibt die Stadtmauer in Herzform die Altstadt von Bad Neustadt. Der Ursprung dieser Herzform wird in einer romantischen Sage verklärt: Karl der Große soll, als er auf der Anhöhe der nahen Salzburg stand und ins Tal blickte, seiner Ehefrau Fastrada versprochen haben: „Als Zeichen unserer Liebe will ich dort unten eine Stadt in Herzform errichten.“ Das hört sich doch gut an, oder?

( Michael Tischer )

Die älteste Weinstadt Frankens

Die älteste Weinstadt Frankens
Hammelburg, 12.05.2025

Blick über den Schlossteich zum Kellereischloss Hammelburg

Wir haben den Main verlassen und sind nun etwas weiter nördlich im Tal der Fränkischen Saale unterwegs. Unsere erste Station ist Hammelburg an den Ausläufern der Bayerischen Rhön, eine der 30 ältesten Städte in Deutschland.

Hammelburg gilt als die Weinstadt Frankens mit der längsten Tradition und wurde urkundlich erstmals im Jahre 716 erwähnt.

Wenn man sich dem Ortszentrum von der Saale her nähert, stößt man gleich auf das ansehnliche Kellereischloss (Rotes Schloss), das zwischen 1726–1731 auf den Fundamenten eines riesigen Weinkellers errichtet wurde. Dort saß der Erbauer, Adolf von Dalberg, Fürstabt von Fulda, buchstäblich auf seinem flüssigen Schatz. Und dort starb er auch.

Gleich dahinter am Marktplatz befindet sich das historische Rathaus von 1526 und der prächtige Marktbrunnen.

Von seiner Sommerresidenz blickte der Fürstabt über die Saale hinweg zum Schloss Saaleck auf einem 280 m hohen Bergsporn über dem Tal. Die Anlage wurde über die Jahrhunderte mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Das einzige noch sichtbare Relikt aus dem 12.–13. Jahrhundert ist der im ursprünglichen Zustand erhaltene Bergfried, der heute als Aussichtsturm erschlossen ist.

Darunter, am Fuße des Schlossbergs, befindet sich das ehemalige Franziskaner-Kloster Altstadt, das – anders als die Stadt Hammelbnurg – noch zur Diözese Würzburg gehörte. Der Bau wurde ab 1649 errichtet und wird heute von der Bayerischen Musikakademie genutzt. Gerne wäre ich mit Doxi zum Kloster und dem Schloss Saaleck hinauf gewandert, aber in der prallen Mittagssonne erspare ich uns das lieber.

( Michael Tischer )