Offener Landtag NRW

Offener Landtag NRW
Düsseldorf, 5. Juli 2026

Blick in den Plenarsaal, sozusagen das Herz des Landtags

Heute habe ich den Tag der offenen Tür im Landtag NRW genutzt, um mir das architektonisch markante Gebäude unmittelbar am Rheinknie einmal von Innen anzuschauen. Denn so einfach und ohne Voranmeldung kommt man dort sonst gar nicht hinein. Das wollte ich ausnutzen.

Besonders viel los war im Landtag zur Mittagszeit nicht, auf jeden Fall kein Vergleich zu dem in unmittelbarer Nähe stattfindenden Frankreich-Fest mit zahlreichen Imbiss- und Verkaufsständen entlang der Rheinuferpromenade. Doch das war mir und einigen anderen Hobbyfotografen ganz Recht, denn dadurch konnte man im Landtag relativ ungestört Fotos machen.

Das aktuelle Landtagsgebäude wurde ab Beginn der 1980er Jahre errichtet und 1988 bezogen. Zuvor hatte der Landtag seit 1949 im ehemaligen Ständehaus am Schwanenteich getagt, das heute das Museum K21 beherbergt, jedoch für die parlamentarischen Anforderungen von Beginn an zu wenig Platz bot.

Den Entwurfswettbewerb für den neu zu schaffenden Landtagskomplex gewann 1981 das Architekturbüro Eller, Moser, Walter + Partner. Das dem Entwurf zugrunde liegende „Spiel mit Kreisen“ soll zum Ausdruck bringen, dass im Parlament die Räder ineinandergreifen wie bei einem Uhrwerk.

Offener Landtag NRWBeim Blick auf das Landtagsmodell im Foyer zeigt sich, wie Kreise und Kreissegmente die Architektur des Gebäudekomplexes prägen: In der Mitte steht der kreisrunde Plenarsaal. Drumherum gruppieren sich wie Satelliten die ebenfalls kreisrunden Sitzungs- und Fraktionssäle.

In weiteren kreisförmigen Elementen sind dazwischen Besucheraufzug, Abgeordnetenrampe und Ausschusssäle eingesetzt. Und schließlich öffnet sich der Haupteingang des Landtags als Dreiviertelkreis zu einem Vorplatz, der fließend in die Rheinuferpromenade überleitet.

Der Gegensatz zwischen großflächigen transparenten Fassaden aus Glas und Kupfer sowie von massiv wirkenden Pfeiler- und Mauerstrukturen, die mit Sandsteinplatten verkleidet sind, kennzeichnet das äußere Erscheinungsbild.

Auch vierzig Jahre nach seiner Errichtung wirkt der Bau auf mich luftig und modern. Nur an den vielen Kupferoberflächen erkennt man meiner Ansicht nach den vergangenen Design-Geist der Achtzigerjahre. Ich vermute, das würde man heute etwas anders machen. Aber immer noch ein gelungener, harmonischer Baukörper, in dem auch viel Kunst aus NRW präsent ist.

( Michael Tischer )