Heute bin ich zum ersten Mal nach Doxis Krebs-OP vor zwei Wochen wieder mit gewandert. Ganz bewusst habe ich eine kurze Tour gewählt: 6 Kilometer rund um den hübschen Toeppersee im linksrheinischen Teil von Duisburg.
Hier gibt es eine beliebte Wasserski-Anlage mit Strandbereich und Biergarten, ein Stand-up-Paddling-Zentrum und einen Segelverein mit kleiner Marina.
An Wochenenden und nach Feierabend ist in dieser grünen Lunge zwischen Duisburg und Moers richtig was los. Dann zieht der See bis zu 5000 Besucher täglich an, obwohl das Schwimmen hier verboten ist.
Das Seegebiet, das aus dem großen und dem keinen Toeppersee besteht, ist nach der Firma „Emil Toepper“ benannt, die hier ab 1898 Kiesabbau betrieb. Teile des Sees wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit Abraum aus zerbombten Häusern verfüllt.
In Stoßzeiten möchte man hier vermutlich nicht mit Hund unterwegs sein, doch an diesem Donnerstag Vormittag treffen wir nur wenige Spaziergänger auf den Wegen rund um den See an. Und Doxi schafft die Runde ohne Probleme, was mich sehr freut.
Wanderkarte unserer Tour
Der kleine Toeppersee: Ein Eldorado für Wakeboard-Fans
Infotafel an der Wasserski-Anlage
Blick hinüber zur Wasserski-Anlage
Am naturbelassenen großen Toeppersee
Blick hinüber zu einer der zwei Inseln im See
Marina des Segelvereins
Nicht gut in Schuss: Die alte Mühle von Duisburg-Rheinhausen
Ein Industriedenkmal: Der alte Wassertrum von Duisburg-Rheinhausen
Auf der Mercator-Insel zwischen Rhein und Hafenmund
Wasser, Wiesen, Kunst und Industrie, das waren die beherrschenden Eindrücke auf der Wanderung, die ich heute in Duisburg gelaufen bin. Die 19 km lange Tour führt mich vom Rhein bei Duisburg-Homberg zunächst über die Friedrich-Ebert-Brücke auf die Mercator-Insel.
Dort treffe ich auf die markante Skulptur „Echo des Poseidon“. Das von Markus Lüpert geschaffene Kunstwerk blickt über den Hafenkanal auf den Rhein und grüßt die vorbeiziehenden Schiffe.
Über die Karl-Lehr-Brücke erreiche ich bald die schmale Inselzunge Pontwert zwischen der Ruhr und dem Hafenkanal – der Verbindung des größten Deutschen Binnenhafens zum Rhein.
Von der Aakerführbrücke beobachte ich, wie ein Schäfer seine Herde auf die saftig grünen Wiesen an der Ruhr führt. Dann geht es durch die Kleingartensiedlung Neuland, bevor ich kurz dahinter den alten Innenhafen erreiche.
Das frühere Industrieareal wurde in den letzten 25 Jahren neu gestaltet. Aus den alten Lagerhallen wurden Museen und Restaurants, die Brachflächen wurden mit modernen Wohn- und Geschäftsgebäuden bebaut.
Dort ist u. a. das Museum Küppersmühle für moderne Kunst angesiedelt, ebenso das Explorado Kindermuseum, das Kultur- und Stadthistorische Museum Duisburg, das Landesarchiv NRW und die neue Synagoge.
Dr Duisburger Roland am Alter Markt
Entlang der Reste der historischen Stadtmauer von 1130 unternehme ich einen kurzen Abstecher zur Salvatorkirche und dem historischen Rathaus von Duisburg mit dem berühmten Roland am Alter Markt.
Ich folge den Wasserstraßen durch das Industriegebiet zwischen Außenhafen und Parallelhafen und erreiche bald die Rheinwiesen an der Mündung des Parallelhafens in den Rhein. Auf dem Rheindeich laufe ich bis zur Autobahnbrücke der A40.
Dort wechsele ich die Flussseite und laufe nun linksrheinisch immer am Rhein entlang zurück nach Homberg.
Auf der gegenüberliegenden Seite erscheint wieder die Ruhrmündung mit der markanten orangefarbenen Betonstele. Kurz darauf erreiche ich hinter dem Hebeturm Homberg und den angrenzenden Rheinanlagen wieder meinen Startpunkt an der Auffahrt zur Friedrich-Ebert-Brücke.
Viereinhalb Stunden war ich auf dieser Tour größtenteils in der Sonne unterwegs und habe wirklich viel vom Duisburger Hafen gesehen. Das hat sich voll gelohnt, finde ich.
Wanderkarte unserer Tour
Der alte Homberger Hafen mit dem historischen Hebeturm
Schulschiff „Rhein 1“ im Homberger Hafen
Homberger Hafenausfahrt an der Friedrich-Ebert-Brücke
Blick von der Friedrich-Ebert-Brücke auf den Rhein und zur Ruhr-Mündung (orange Stele), wo gerade ein Frachtschiff wendet
Die Skulptur „Echo des Poseidon“ auf der Mercator-Insel gegenüber von Duisburg-Ruhrort
Blick zur Pegeluhr am Duisburger Hafenmund
Im Hintergrund: die letzte Schleuse der Ruhr vor der Mündung in den Rhein
Blick vom Pontwert in den Hafenkanal und der Einfahrt zum Hafenbecken A
Streuobstwiese mit Bienenstöcken auf dem Pontwert an der Ruhr
Strauchblüte nahe der Ruhr
Schäfer mit seiner Herde auf den Ruhrwiesen
Blick von der Aakerfährbrücke auf die Ruhr
Ich erreiche das Ende des Innenhafens
Museum Küppersmühle für moderne Kunst am Innenhafen
Die neue jüdische Synagoge im Innenhafen
Reste der historischen Stadtmauer am Innenhafen
Historisches Stadtmodell am Innenhafen
Mosaik am Gemeindehaus der Karmelkirche
Die ev. Salvatorkirche am Alter Markt
Das historische Duisburger Rathaus am Alter Markt
Nebeneingang am Rathaus
Blick zum Beginn des Innenhafens
Das Landesarchiv NRW im Innenhafen
Blick vom Außenhafen in den Innenhafen
Graffiti am Außenhafen
Rheindeich mit Industrieanlagen auf Homberger Seite
Blick von Homberg hinüber zur Ruhrmündung in den Rhein
Panporamabild von der Mercator-Insel mit dem Rhein (links), der Friedrich-Ebert-Brücke, dem Hafenmund (rechts) und Duisburg-Ruhrort
Der letzte vebliebene Hochofen 5 des ehemaligen Hüttenwerks in Duisburg-Meiderich
Heute war ich mit Heike und Doxi bei herrlichem Vorfrühlingswetter in Duisburg unterwegs.Im Norden und Süden der Industriemetropole am Rhein haben wir zwei beeindruckende Monumente aus Stahl besucht: das 1901 gegründete ehemalige Meidericher Stahlwerk im heutigen Landschaftspark Nord und die Landmarke „Tiger and Turtle – Magic Mountain“ auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe in Duisburg-Angerhausen.
Die einer Achterbahn nachempfundene Großskulptur ist ein Werk von Heike Mutter und Ulrich Genth, das im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 entstand. Derzeit ist der Zugang wg. der Corona-Pandemie versperrt. Doch in „normalen Zeiten“ kann die 20 Meter hohe Skulptur bis auf den Looping vollständig begangen werden.
Zum Flanieren lädt auch der Landschaftspark Duisburg-Nord ein. Das rund 180 Hektar große begrünte Areal erstreckt sich rund um das stillgelegte Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich an der alten Emscher. Der Landschaftspark ist einer der Ankerpunkte der europäischen Route der Industriekultur sowie der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.
Einstmals beherbergte das Werk fünf Hochöfen, die ab den 1970er Jahren nach und nach stillgelegt wurden. In den 84 Jahren seiner Existenz wurden in dem Werk 37 Millionen Tonnen Spezialroheisen verhüttet und in den umliegenden Stahlwerken von Thyssen weiter verarbeitet.
Von 1990 bis 1999 wurden die Hallen, Gebäude und das Außengelände umgestaltet und ab 1994 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seitdem hat sich rund um die Reste des Hüttenwerks eine enorm artenreiche Flora und Fauna entwickelt. Eine tolle Kombination, wie ich finde.
Annäherung an die Großskulptur „Tiger and Turtle“, Ansicht von Südwesten
Irre Windungen auf der Spitze des „Magic Mountains“
Die Alte Emscher am Landschaftspark Duisburg Nord, einst der dreckigste Fluß Europas
Blck zum Hochofen
Rohre gibt es hier genug
Diese riesige Anlage war nur einer von fünf Hochöfen, die hier in Spitzenzeiten in Betrieb waren
Förderaufzug für Kohle und Erzu hinauf zur Spitze des Hochofens
Doxi beim Abstieg von Hochofen
Das frühere Sinterwerk an der Emscher
Blick vom Magin Mountain über die Rheinnahen Stadteile von Duisburg
Blick auf die alte Rheinbrücke von 1907 (Friedrich-Ebert-Brücke), die Homberg mit Ruhrort verbindet
Eine meiner Lieblingsrunden in der Region Niederrhein/Ruhrgebiet ist die Tour entlang des Rheins zur Mündung der Ruhr zwischen Duisburg-Homberg (linksrheinisch) und Duisburg-Ruhrort (rechtsrheinisch).
Bei schönem Wetter kann man auf dieser Tour viel Sonne genießen, während man praktisch die gesamte Zeit am Wasser entlang läuft. Und man erlebt eine ganz besondere Mischung aus Ruhrgebiets-Charme und Natur an den Rheinwiesen und entlang der Ruhr. Ich mag das.
Blick vom Fuße der Rheinbrücke Neuenkamp in Richtung Homberg und Ruhrort mit der Ruhrmündung
Kunstinstallation auf einem alten Industrieausleger am Homberger Rheinufer
Blick von der Rheinbrücke Neuenkamp auf die Rheinweisen gegenüber von Homberg
Hier mündet die Ruhr (rechts) nach 219 Flußkilometern in den Rhein
Blick auf die Ruhr stromaufwärts in Richtung des Duisburger Binnenhofens mit dem Hochlager des NRW-Landesarchivs im Hintergrund
Musuemschuff in Ruhrort
Panoramablick von der Friedriche Eber-Brücke auf den Rhein und die alten Indsutrieanlagen in Ruhrort
Wo sonst, außer in Duisburg kann es diesen Straßennamen geben?
Ich war noch ein Teeny, als der legendäre Tatort-Kommissar Horst Schimanski, verkörpert von Götz George, regelmäßig sonntagabends über die TV-Bildschirme flimmerte. Damals ich habe den ruppigen Charme dieses Charakters und das leicht gammelige Industriemilieu im Hafen von Duisburg geliebt.
Mehr als dreißig Jahre später bin ich auf meiner ersten Wanderung im Jahr 2020 zum ersten Mal mitten im Ort des Geschehens, in der 2014 so benannten „Horst-Schimanski-Gasse“ in Duisburg Ruhrort. Mit Doxi und meiner Wanderfreundin Gabi wandere ich rund um die Mündung der Ruhr in den Rhein.
Wir starten in Duisburg-Homberg und laufen auf der Westseite des Rheins mehrere Kilometer am Rande alter Industrieanlagen am Rheinufer entlang. Es ist grau, kalt und regnerisch. Winter halt, und so sind an diesem Sonntagnachmittag nur wenige Menschen draußen unterwegs.
Auf dem Fußweg der viel befahrenen Autobahnbrücke A40 wechseln wir unter ohrenbetäubenden Verkehrslärm die Rheinseite. Von der Brücke haben wir einen pittoresken Blick auf die Industrie- und Hafenkulisse von Duisburg und die durch einen großen roten Pylonen markierte Mündung der Ruhr in den Rhein.
Anschließend geht es auf den Rheinwiesen zur Ruhrmündung und weiter zum modernen Binnenhafen von Duisburg gleich neben dem historischen Zentrum mit dem prächtigen alten Rathaus.
Ikonisch: Der 2016 verstorbene Götz George als Kommissar Horst Schimanski
Von dort laufen wir nach Duisburg-Ruhrort, wo wir auf der Uferpromenade die Horst-Schimanski-Gasse entdecken. Der Metallpfeiler mit dem Straßenschild ist übersät mit Stickern, darunter auch einer mit dem markanten Konterfei des Kommissars.
Zurück nach Duisbug-Homberg auf der gegenüberliegenden Rheinseite gelangen wir über die Friedrich-Ebert-Brücke, die von den historischen Hebetürmen der einstmaligen „Homberg-Ruhrorter Rheintrajektanstalt“ eingerahmt wird.
Nach 15 Kilometern und dreieinhalb Stunden Wanderzeit erreichen wir reichlich durchnässt wieder unseren Startpunkt. Gabi und ich sind uns einig: Das war eine sehr stimmungsvolle Wanderung, auch wenn das Wetter nicht sehr einladend war. Doch zur Industriekulisse von Duisburg hat es absolut gepasst.
Doxi auf den letzten Metern der Ruhr vor ihrer Mündung in den Rhein
Das abschließende Wehr der Ruhr am Industriehafen von Duisburg
Karte mit den Sehenswürdigkeiten von Duisburg
Modell das mittelalterlichen Zentrums von Duisburg mit der Stadtmauer und dem Marktplatz direkt am Rhein
Blick über das mittelalterliche Stadtmodell zur Rückseite des historischen Rathaus von Duisburg
Portal des historischen Rathaus von Duisburg, noch mit Weihnachtsbeleuchtung davor
Blick in den Binnenhafen von Duisburg mit dem markanten Turm das Landesarchivs NRW
Moderne Bebauung im alten Binnenhafen
Historischer Radschaufeldampfer als Museumsschiff in Duisburg-Ruhrort
Denkmal an der Hafeneinfahrt Duisburg-Ruhrort
Panoramabild vom letzten Wehr der Ruhr vor ihrer Mündung in den Rhein
Die Skulptur „Tiger & Turtle – Magic Mountain“ im Angerpark auf der Heinrich Hildebrand Höhe in Duisburg-Hüttenheim
Wow, eine begehbare Achterbahn in Form einer riesigen Metall-Skulptur auf der Spitze einer ehemaligen Abraumhalde, das habe ich auch noch nirgendwo gesehen. Nach meiner Wanderung an der Ruhr bei Essen-Kettwig bin ich mit Doxi weiter gefahren nach Duisburg-Hüttenheim.
Neben den beiden großen Stahlwerken von Mannesmann und ThyssenKrupp liegt die nach dem Duisburger Heimatforscher Heinrich Hildebrand benannte Halde der früheren Metallhütte Duisburg.
Sie wird seit 2010 von der weithin sichtbaren Skulptur „Tiger & Turtle – Magic Mountain“ gekrönt, die zu den Landmarken der Route Industriekultur im Ruhrgebiet zählt.
Die Skulptur hat eine Grundfläche von 40 mal 40 Metern und ist etwas mehr als 20 Meter hoch. Sie kann bis auf den Looping vollständig begangen werden.
Von dort oben hat man einen wunderbaren Rundumblick über Duisburg und den Rhein. Am Horizont kann man Düsseldorf und sogar die großen Braunkohlekraftwerke bei Grevenbroich in rund 35 km Entfernung erkennen.
Für den Entwurf der Landmarke wurde im Frühjahr 2009 ein Wettbewerb ins Leben gerufen. Aus diesem ging der Entwurf von Heike Mutter und Ulrich Genth als Sieger hervor. Ihr Werk hat eine begehbare Strecke von 200 Metern und ist mit 349 Stufen aus verzinktem Gitterrost belegt, was einen Bezug zur ehemaligen Zink-Metallhütte neben der Halde herstellen soll. Die Skulptur wird nachts durch 880 LED-Lampen in den Handläufen beleuchtet. Ihr Gewicht beträgt fast 90 Tonnen.
Leider ist das Wetter bei meinem Besuch dort nicht wirklich einladend: Es regnet und stürmt. Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, die Skulptur zu begehen. Toll ist das. Ich bin völlig begeistert!
Annäherung an die Halde
Blick auf die Skultptur nach dem Aufstieg auf die Halde
Infotafel an der Skulptur
Nur der Looping in der Mitte ist nicht begehbar. Zwei kleine Tore sperren den Weg ab.
Die Skulptur aus verschiedenen Perspektiven
Einige Liebesschlösser sind auch schon da
Ansicht bei Nacht (Foto LotharHakelberg | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Ansicht bei Nacht (Foto LotharHakelberg | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Blick auf die angrenzenden Stahlwerke von Mannesmann und ThyssenKrupp
Blick in Richtung Duisburg Innenstadt
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