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Glow-Lichtfestival 2023

Glow-Lichtfestival 2023
Eindhoven (NL), 12. November 2023

Lichtinstallation in der Augustinenkerk

Nach 2022 besuche ich zum zweiten Mal das Lichtfestival Glow im niederländischen Eindhoven. Eine Woche lang strömen die Menschen allabendlich durch das Zentrum der 250.000-Einwohner-Stadt, um an mehr als 20 Orten Lichtinstallationen zu bestaunen.

In diesem Jahr bin ich alleine hier, weil mein Schatz gerade auf Sri Lanka weilt. Dort wird heute das hinduistische Lichterfest Diwali gefeiert, einer der höchsten Feiertage im Jahr, vergleichbar mit unserem Weihnachten.

Vielleicht kommt mir das Glow deshalb wie eine Art niederländisches Diwali vor, gewidmet der Heiligen Friturie 🙂

Viele der Installationen sind besinnlich, andere mitreißend und spektakulär. Insgesamt erscheint mir das Festival in diesem Jahr ein bisschen weniger spannend als im vergangenen Jahr. Aber ein tolles Event ist es in jedem Fall.

Fotoaufnahmen können das Erlebnis auch nur unvollständig wiedergeben, weil viele Installationen mit Musik und Geräuschen unterlegt sind, die ganz wesentlich zum Gesamteindruck beitragen, und die man hier gar nicht so umfassend wiedergeben kann.

Glow-Lichtfestival 2023

( Michael Tischer )

See yourself as lovers see you

See yourself as lovers see you
Düsseldorf, 8. November 2023

William N. Copley. Dance of the Hours, 1990

Eine spannende Doppelausstellung ist derzeit in der privaten Sammlung Philara in Düsseldorf-Flingern zu sehen. Gezeigt werden Werke von zwei US-amerikanischen Künstlern, in deren Arbeiten die Themen Freiheit, Selbstbestimmung, Ekstase und körperliche Liebe eine wichtige Rolle spielen.

Dorothy Iannone

In den Malereien und Installationen von Dorothy Iannone (1933 – 2022) wird die sexuelle Befreiung in einem bunten, psychedelisch-ornamentalen Stil thematisiert, Häufig sind die Darstellungen überaus explizit und provokant. Das lässt ihre Werke heute fast zeitgenössisch wirken, obwohl sie größtenteils bereits in den 1960er und 1970er Jahren entstanden sind. Seit 1976 lebte die Künstlerin dauerhaft in Berlin, wo sie auch verstarb.

William N. Copley

William Nelson Copley (1919  – 1996) war ein US-amerikanischer Maler, Kunstsammler, Galerist und Mäzen. Er gilt als ein wichtiger Vermittler zwischen den Surrealisten und der Pop-Art-Bewegung.  In seiner Tätigkeit als Galerist baute er eine die Freundschaft mit Surrealisten wie Marcel Duchamp, René Magritte und Max Ernst auf und wurde durch deren Inspiration selbst zum Künstler.

Copley arbeitete sich kritisch an der amerikanischen Bildwelt seiner Zeit ab. Sein malerisches und zeichnerische Werk setzt sich ironisch und humorvoll mit der Tradition von Dada, Surrealismus und der aufkommenden Pop Art auseinander.

( Michael Tischer )

Tod und Teufel

Tod und Teufel
Kunstpalast Düsseldorf, 31.10.2023

Filmplakate von Horrorfilmen

Äußerst morbide geht es derzeit im Kunstpalast Düsseldorf zu, wo eine medienübergreifende Ausstellung zum Thema „Tod und Teufel. Faszination des Horrors“ gezeigt wird.

Die Schau verdeutlicht, wie die Kunst- und Kulturgeschichte von den Themen Tod und Schrecken durchdrungen ist.

Ihre Exponate schlagen eine Brücke zwischen den fantastischen Dämonen der Renaissance bei Dürer, über morbid-romantische Landschaften der Romantik, bis hin zu den furchteinflößenden Figuren der frühen Horrorfilme aus den 1920er Jahren.

Im Hauptteil bringt die Ausstellung Werke aus den letzten zwei Jahrzehnten zusammen. Die vielfältigen Adaptionen des Horrors beleuchten die Inszenierung des Themas in den Welten von Mode, Musik, Film und Kunst.

Mit ihrem Vorsatz, Angst, Ekel oder Unbehagen zu erzeugen, bilden diese Werke einen Regelbruch, der bewusst gesellschaftliche Normen überschreitet und die Fantasie vor sich hertreibt.

Manchmal kommt der Horror dabei direkt von vorn, manchmal schleicht er sich auch subtil von hinten an und verbirgt sich hinter Szenen, die zunächst ganz harmlos erscheinen. Gänsehaut garantiert!

( Michael Tischer )

Chaim Soutine im K20

Chaim Soutine im K20
Düsseldorf, 26. Oktober 2023

Ausstellungsplakat des K20

Manchmal denke ich ja, mit der Kunst des 20. Jahrhunderts, da kenne ich mich mittlerweile ein wenig aus. Aber dann tauchen große Künstler auf, von denen ich noch nie gehört habe. Und dann weiß ich wieder, dass ich eigentlich nichts weiß 🙂

Chaim Soutine (1893-1943) ist ein solcher Künstler, der in Frankreich und den USA wohl bekannt ist, hierzulande aber außerhalb von Künstlerkreisen bislang wenig Aufmerksamkeit erfahren hat.

Als zehntes Kind eines armen jüdischen Flickschneiders in einem kleinen weißrussischen Stetl geboren, studierte Soutine gegen den ausdrücklichen Willen seiner Eltern Kunst in Minsk und ging 1913 nach Paris.

Dort besuchte er einige Monate die Staatliche Hochschule der schönen Künste und schlug sich anschließend viele Jahre als mittelloser Künstler durch. Zu seinem engsten Freund wurde in dieser Zeit der später weltberühmte Amedeo Modigliani.

Chaim Soutine im K20

Dorftrottel, 1920

Soutine malte figurativ, expressiv und gegen den Srom. Dadurch blieb er in der Künstlerszene von Paris stets ein Außenseiter.

Seine Gemälde wirken auf uns sensibel und drastisch zugleich, in ihren Motiven und durch die explosiven Farbkompositionen mit dickem Farbauftrag.

Mit wankenden Landschaften, mitfühlenden Porträts von gesellschaftlichen Außenseitern und der Darstellung geschlachteter Tiere, schafft Soutine Bilder, die den Zuschauer nicht unberührt lassen.

Internationale Wertschätzung erfuhren seine Werke aber erst 20 Jahre nach seinem Tod. 1964 wurden Arbeiten von ihm auf der documenta III in Kassel gezeigt. Seitdem ging es mit den Preisen für seine Werke stetig aufwärts. Sein Gemälde Le Bœuf von 1923 erzielte 2015 im Auktionshaus Christie’s 28 Millionen US-Dollar.

Gezeigt werden in Düsseldorf jetzt Werke aus den Jahren 1918 bis 1928. Es sind ausdrucksstarke Gemälde, die in Erinnerung bleiben. Einige so drastisch, dass ich sie hier gar nicht wiedergeben mag.

( Michael Tischer )

Wilhelmina Barns-Graham

Wilhelmina Barns-Graham
Kunst aus der KI, 17. Oktober 2023

Alle Werke erstellt nach meinen Vorgaben

Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Kunstwerke in der Art von Wilhelmina Barns-Graham (1912-2004).

Barns-Graham war eine der bedeutendsten modernen Künstlerinnen Großbritanniens des 20. Jahrhunderts. Die Schottin war ein prominentes Mitglied der Nachkriegs-Künstlergruppe St. Ives,

Sie wurde bekannt als Malerin, Zeichnerin, Grafikerin und Kolouristin. In ihren 20ern studierte Graham-Barns Kunst am Edinburgh College of Art, musste das Studium aber 1937 aufgrund einer Krankheit abbrechen.

Seit 1940 lebte Graham-Barns in einer Künstlerkolonie in der Gemeinde St. Ives in Cornwall, die bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der britischen Kunst im 20. Jahrhunddrt nehmen sollte. Zu den prominenten Mitgliedern zählten Peter Lanyon, Terry Frost, Bryan Wynter und Roger Hilton.

Graham sollte dort bis zu ihrem Lebensende 65 Jahre lang ein Atelier in St Ives behalten. In ihren späten Jahren entwickelte sie ihren Malstil ab 1988 weiter und brachte ihn zu neuer Blüte. Bis zu ihrem Tode 2004 erfuhr sie die Anerkennung, die sie in ihren mittleren Schaffensjahren vermisst hatte.

( Michael Tischer )

Die Postmoderne (1967 – 1992)

Die Postmoderne (1967 – 1992)
Bundeskunsthalle Bonn, 12. Oktober 2023

Mitte der 1980er Jahre liebte man es geometrisch bunt

Mit einer interessanten Ausstellung versucht sich aktuell die Bundeskunsthalle Bonn der Postmoderne in Design, Kunst, Architektur und Lebensgefühl anzunähern. Dazu versammelt sie markante Exponate und Ereignisse aus dieser Zeit und stellt sie in einen größeren Kontext.

Auch wenn der Begriff „Postmoderne“ philosophisch schwer zu greifen und bis heute Gegenstand vielfältiger Diskussionen ist, kristallisieren sich in der Ausstellung zahlreiche Trends und Entwicklungen heraus, die für diese Zeit im Vergleich zu dem Davor und dem Danach prägend waren.

Als Kind dieser Epoche kommt mir vieles von dem Gezeigten bekannt vor. Einiges davon hat auch mich in dieser Zeit sehr angesprochen. Doch im Spiegel der Gegenwart wirkt vieles davon deutlich zu aufgetragen, zu „bold“, wie man im Englischen sagt. Doch genau das hat man in diesen Jahren geliebt. Die Moden sind eben weitergezogen …

( Michael Tischer )