Einen Ort, den ich in Karlsruhe unbedingt besuchen wollte, ist das Zentrum für Kunst und Medien, kurz ZKM. Seit 1989 werden in dem von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg gegründeten Zentrum immer wieder herausragende Ausstellungen präsentiert.
Seit 1997residiert das ZKM in einem denkmalgeschützten Industriebau einer ehemaligen Munitionsfabrik südlich des Stadtzentrums.
Derzeit läuft dort eine umfassende Werkschau von Heinz Mack, einem der Begründer der Künstlergruppe ZERO (zusammen mit Otto Piene und Günter Uecker), die die künstlerische Entwicklung in der Bundesrepublik in den 1950er und 1960er Jahren maßgeblich beeinflusst hat.
Mack hat an der Düsseldorf Kunsthochschule studiert und lebt und arbeitet bis heute in Mönchengladbach. Was für ein Zufall, dass ich als Rheinländer seine Werke hier in Karlsruhe zum ersten Mal in einer umfassenden Retrospektive erleben kann. Das finde ich toll.
Jeden Mittwoch gibt es in meinem Lieblings-Kunstmuseum eine öffentliche Führung durch die aktuelle Wechselausstellung.
Heute waren Heike und ich auch dabei, um eine Werkschau mit rund 80 Gemälden des in Berlin und in Orvieto/Umbrien lebenden Künstlers Christoph M. Gais (*1951) zu erleben.
Gais‘ hat in seiner Heimatstadt Stuttgart und in Berlin studiert. Seine Werke sind nicht ganz einfach zu packen, Sie wirken zeitlos und zeugen von einer hohen malerischen Kultur, die vom Informel mitgeprägt wurde. Dennoch haben sie nichts Liebliches an sich und wollen vielleicht auch gar nicht unbedingt gefallen.
Es ist eine Malerei, die ihren Fokus auf die Materialität der Farbe legt und immer wieder das Dreidimensionale im Zweidimensionalen betont.
Besonders seine großformatigen Werke werden häufig von ornamental gegliederten Oberflächen in Naturtönen bestimmt. Diese werden von figurativen, dreidimensional wirkenden Elementen überlagert. Häufig sind es Masken und Gesichter, aber auch andere, zumeist geometrische Figuren.
Gais selbst spricht von den „durchwühlten Oberflächen“ seiner Bilder und versteht sie als Vorhänge vor Wänden, als Fantasieauslöser und Kultobjekte. In meinen Augen nichts, was ich mir unbedingt an die Wand hängen würde, aber ein konsequenter Weg der Ausarbeitung eines künstlerischen Themas.
„Points of View“, zeitgenössisches Werk von Tony Cragg aus dem Jahre 2007
Wir sind nach Wuppertal gekommen, um den Skulpturenpark Waldfrieden des britisch-deutschen Bildhauers Tony Cragg zu besuchen.
Der 1949 in Liverpool geborene Cragglehrte ab 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf und erhielt dort 1988 eine Professur. Seit 1994 ist er Mitglied an der Royal Academy of Arts in London und seit 2002 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.
Bis zum Brexit war Cragg britischer Staatsbürger, nahm dann aber die deutsche Staatsbürgerschaft an. In Deutschland schmücken sich viele Museen und öffentliche Bauten mit den großformatigen Werken des Bildhauers aus Stein oder Stahl.
Der großzügige Waldpark mit einer im anthroposophischen Stil errichteten Villa geht auf den Chemieunternehmer Kurt Herberts zurück, der dort von 1950 bis zu seinem Tod im Jahr 1989 lebte.
2006 erwarb Tony Cragg die Anlage, um dort in einem Skulpturenpark eigene Werke sowie die Arbeiten anderer Künstler zu präsentieren. Vorbild war der klassische englische Landschaftsgarten und die Kunstrichtung Land Art, die den Skulpturenpark prägen. Diese besondere Mischung aus Kunst und wilder Natur überzieht die Anlage mit einer ganz bezaubernden Atmosphäre.
Tony Cragg, Dancing Column, 2008
Später ließ Cragg auf dem Gelände drei gläserne Ausstellungshallen errichten, Bei unserem Besuch steht die aktuelle Ausstellung unter dem Titel „Home Game“ und feiert das Jubiläum des Parks mit der Wieder-Ausstellung einiger Publikumslieblinge aus den vergangenen fünfzehn Jahren Park-Geschichte.
Besonders eindrucksvoll die Großskulptur „Ouranopolis“ von Anne und Patrick Poirier, die zuletzt im Jahr 2016 gezeigt wurde. Wie ein großes Raumschiff hängt sie als Ring in einer der Ausstellungshallen.
Durch die zahlreichen kleinen Gucklöcher (Spione) entlang der Fassade blickt man in miniaturisierte Räume innerhalb der Skulptur, die sie als eine Ansammlung unterschiedlichster Lebenswelten erscheinen lassen. Faszinierend ist das.
Tony Cragg, To The Knee, 2008
Parkcafe „Podest“
Ausstellungshalle und Konzertsaal
Norbert Kricke, Raumplastik Weiß, 1975
Tony Cragg, Wirbelsäule, 1996
Tony Cragg, Mixed Feelings, 2012
Tony Cragg, Migrant, 2015
Auch das, ein Cragg
Auch das, ein Cragg
Bernhard Luginbühl, Pegasus, 1967
Viilla Waldfrieden
Richard Deacon, Aramis, 2007, Vorderansicht
Richard Deacon, Aramis, 2007, Rückansicht
Not Vital, Tongue, 2010
Im Spiegel der Kunst
Andreas Schmitten, Immaterielles, 2021
Tony Cragg, Distant Cousin, 2006
Art-Shooters unter sich
Eva Hilde, Wave, 2017
Eva Hilde, Irruption, 2011
Thomas Schütte, Mann mit Fahne, 2018
Unverkennbar ein Lüpertz
Heike, Living Tree, 2023
Ausstellungshalle I
Hängende Großskulptur „Ouranopolis“ von Anne und Patrick Poirier von 2015
Neu aus der KI auf meiner Festplatte: Frisch imaginierte Kunstwerke in der Art von Mordecai Ardon (1896-1992).
Mordecai war ein israelischer Künstler und Kunstprofessor, der aus Galizien stammte und am Bauhaus in Dessau ausgebildet wurde. Großen Einfluss auf sein Werk hatten Paul Klee, Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger und Johannes Itten. Von 1930 bis 1933 unterrichtete er an dessen privater Kunstschule in Berlin.
Unter dem Eindruck der beginnen Judenverfolgung emigrierte Ardon 1933 ins Britische Mandatsgebiet Palästina. Dort lehrte er an der Bezalel Academy of Arts and Design, einer Kunst- und Designhochschule in Jerusalem.
Im Jahr 1959 war Mordecai Ardon Teilnehmer der documenta II in Kassel. Seine künstlerische Position basierte auf der anscheinenden Unvereinbarkeit von abstrakter Kunst mit dem Malstil alter Meister. Seine Arbeiten verdanken ihre Tiefe und ihre Reichhaltigkeit der ausgeprägten Qualität seiner „alten“ Maltechnik.
Ardon glaubte an die Macht der „reinen“ Kunst, frei von allen politischen oder gesellschaftlichen Botschaften.
Er war davon überzeugt, dass ein Gemälde ausschließlich nach dessen künstlerischen Elementen wie Farbe, Komposition und interaktiver Ausstrahlung beurteilt werden sollte. Literarische, symbolische oder andere zusätzlichen Elemente in seinen Werken lehnte er ab.
Mir gefällt sein Stil sehr, deshalb habe ich einige Werke durch eine Bilder-KI erzeugen lassen.
Große Scheinwerfer erleuchten den Himmel über der Orangerie im Schlosspark
Immer wieder im Septemberlädt das zwischen Neuss und Grevenbroich gelegene Schloss Dyck zum Lichtfestival. Der großzügige Park und die Schlossgebäude werden dann mit wechselnden Lichtinstallationen und Lichtobjekten bespielt.
In diesem Jahr sind es 14 Stationen entlang eines ausgeschilderten und von Kerzen beleuchteten Besuchswegs.
Nachdem ich im letzten Jahr gemeinsam mit Heike zum ersten Mal das wunderbare Lichtfestival im niederländischen Eindhoven besuchen konnte, liegt die Messlatte hoch.
Doch wir werden nicht enttäuscht. Es sind heuer wirklich einige sehr sehenswerte Installationen auf Schloss Dyck am Start.
Wie ich gehört habe, gab es am Wochenende lange Schlangen am Einlass. Doch mitten in der Woche ist das Festival nach 21:00 zwar gut besucht, es herrscht jedoch kein Gedränge. Dadurch können wir uns Zeit lassen und alle Installationen in Ruhe erleben.
Überall im Park laden Bänke und Stühle zum Verweilen ein. Wenn die mächtigen alten Bäume im Park von den großen Scheinwerfern in ein buntes Licht getaucht werden, sieht das wirklich magisch aus.
Alltagsdinge, groß in Farbe gesetzt, so könnte man viele der Werke von Cornelius Völker beschreiben, die derzeit im Düsseldorfer Kunstpalast gezeigt werden.
Vökers lebt und arbeitet in Düsseldorf. Der frühere Schüler der Kunstakademie Düsseldorf (*1965) und heutige Professor an der Kunstakademie Münster zeichnet sich durch einen temperamentvollen und farbintensiven Malstil aus. Viele Dinge, die gemeinhin als wenig abbildungswürdig gelten, finden regelmäßig Eingang in sein Werk.
Dabei entwickelt Völkers eine kraftvolle, figurative Malerei, in der sich Realismus und ein komplexer Umgang mit Farbe zu einer eigenständigen Bildsprache formen. Vertraute Gegenstände erscheinen inneuem Licht, wobei Völkers immer wieder überraschende Facetten freigelegt.
Meine persönliche Wahrnehmung seiner Werke schwankt zwischen genial und trivial. Auf jeden Fall sehenswert.
Abfluss, 2008
Lache, 2013
Buchkanten, 2019
Wolke, 2022
Herz, 2021
Meerschweinchen, 2003
Crack, Escstasy, Cocain, 2021
Schokilade, 1995
Hals, 2017
Spargel, 2021
Kerze mit Eingekegtem, 2021
Vase, 2022
Blötter, 2022
Blüten, 2020
Papiere, 2018
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