Blick über das Wuppertal zur Müngstener Brücke von 1897, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands
Ich versuche ja regelmäßig, neue Wanderziele in NRW zu entdecken, aber wenn man eine schöne Tour sechs Jahre nicht mehr gelaufen ist, darf man sich ja auch ruhig einmal wiederholen. So geschehen an diesem Wochenende im Tal der Wupper zwischen Solingen und Remscheid.
Auf einer Länge von 13 km sind wir erst in südlicher Richtung auf den Wupperhängen zur Müngstener Brücke und anschließend weiter zu Schloss Burg gelaufen. Danach ging es auf der anderen Seite der Wupper und etwas näher am Talgrund zurück. Mehr als 400 Höhenmeter galt es dabei zu bewältigen.
Zum ersten Mal bin ich auf halber Strecke der Tour mit dem Sessellift gefahren, der einen von der Wupper, die gerade sehr wenig Wasser führt, ganz bequem hinauf zu Schloss Burg bringt.
Oben am Schloss war natürlich eine Menge los, doch auf den umgebenden Waldwegen hielt es sich noch in Grenzen, insbesondere im ersten Teil der Tour. Eine wirklich reizende Wanderung mit viel bergischem Flair bei schönem Wetter und hohen Temperaturen, aber angenehm frischem Talwind.
Im Hintergrund über der Wupper: Der Aussichtspunkt „Diederichstempel“
Die Heidegräser leuchten aufgrund der anhaltenden Trockenheit schon jetzt lila
Immer wieder schön, im Elfenmaar an der deutsch-niederländischen Grenze kurz vor Roermond unterwegs zu sein. Doch so trocken habe ich das beliebte Naturschutzgebiet im Sommer noch nicht erlebt.
Große Anteile der Flächen mit Farnen sehen bereits jetzt richtig braun aus, weil so lange kein Regen mehr gefallen ist. Auch viele Gräser darben, sofern sie nicht in den Niederungen der Vennseen liegen, die das Gebiet durchziehen. Farblich sieht das interessant aus, aber es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es endlich mal wieder regnen muss.
Sie zählt zu den touristischen Highlights des Saarlandes: Die baumbestandene Saarschleife bei Mettlach. Auf einer meiner ersten großen Womo-Touren vor 11 Jahren war ich schon einmal hier. Damals am Erlebniszentrum, von dem aus man die Schleife wunderbar betrachten kann. Das Zentrum wurde in der Zwischenzeit durch einen Baumwipfelpfad erweitert und ist weiterhin ein echter Besuchermagnet.
Doch heute bin ich auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses unterwegs, auf der von der Saar umflossenen Halbinsel mit ihren steil zum Fluss abfallenden Hängen.
Die Talverengung der Saarschleife zwischen Besseringen und Dreisbach rührt daher, dass die aus dem Buntsandstein des Merziger Beckens kommende Saar dort in einen Abschnitt harten Quarzitgesteins eintritt.
Es ist nicht genau geklärt, warum es der Saar in der Vorzeit nicht gelang, den direkten Weg zwischen Besseringen und Mettlach zu wählen. Eine Möglichkeit wäre, dass die Saar bei ihrem Weg Klüften des devonischen Quarzit, also einer Schwächezone, gefolgt ist, und so die Saarschleife entstand.
Meine Wanderung heute startet am Ortsrand von Mettlach, das überregional als Firmensitz des Porzellanherstellers Villeroy und Boch bekannt ist. Vom Ortszentrum steige ich an der großen Kirche St. Lutwinuskirche vorbei über den Friedhof auf den Bergrücken der Halbinsel auf. Mein Ziel ist die Ruine der Burg Montclair, rund 1.500 Meter von der Spitze der Saarschleife entfernt.
Brombeerblüte im Wald
Die Burg war im Mittelalter eine der bedeutendsten Befestigungen an der unteren Saar und diente der Kontrolle des Flusses als Verkehrsader. Mit annähernd 900 Metern Länge zählte die im Jahr 1351 geschleifte Vorgängeranlage „Alt-Montclair“ zu den größten Burgen des Hochmittelalters in Deutschland.
Die später entstandene und wesentliche kleinere Neuburg „Neu-Montclair“ ist ebenfalls nur noch als Ruine erhalten, doch die Reste wurden im 19. Jahrhundert konserviert und sind heute begehbar. Von den zwei Türmen hat man einen wunderbaren Blick auf die Saar und die gegenüberliegende Seite mit dem Saarschleifen-Besucherzentrum und dem Baumwipfelpfad.
Hinter der Burg geht es für mich über steile und eng bewachsene Wege inmitten des Hangwalds hinunter an die Saar und über die Staustufe Mettlach zurück in den Ort. Eine wirklich vortreffliche 11 km lange Tour, die mich die Saarschleife jetzt auch einmal von der anderen Seite hat erleben lassen.
Auf der Saarhalbinsel im Hintergrund war ich heute unterwegs
Ortsplan Mettlach an der Saar
St. Lutwinuskirche, Pilgerstation auf dem Weg nach Trier
Chor der St. Lutwinuskirche
Infotafel an den Saarhängen
Ein fleißiger kleiner Sammler
Infotafel an der Burg Neu-Montclair
Zugang zur Burg Neu-Montclair
Begehbare Burgtürme
Blick von den Burgtürmen in Richtung der Saarschleife
Unten an der Saar kurz vor Mettlach
Steil sind die Hänge hier und müssen gesichert werden
Ich freue mich immer, wenn ich im Umkreis von 100 km noch Wandergebiete erkunden kann, die mir bislang unbekannt waren. Heute war ich erstmals im Dreieck zwischen Leverkusen, Bergisch Gladbach und Köln-Dellbrück unterwegs.
Die Wanderung startet am Bahnhof von Dellbrück und führt nach wenigen hundert Metern in die Dellbrücker Heide. Sie ist Teil der Bergischen Heideterrasse, die heute zu den artenreichsten Naturräumen Nordrhein-Westfalens zählt. Bis 1993 wurde das Heidegebiet von belgischen Streitkräften militärisch genutzt, seit 2009 steht es unter Naturschutz.
Angrenzend an die Heidefläche führt mich die Tour um den Westrand des Höhenfelder Sees, einem rund 20 Hektar großen Baggersee einer ehemaligen Kiesgrube. Da ich am frühen Morgen unterwegs bin, ist um diese Uhrzeit am See noch nicht viel los, nur ein paar Fische springen auf der Jagd nach Insekten fröhlich aus dem Wasser.
Dahinter geht es in das große Waldgebiet zwischen Dellbrück, Dünnwald und Bergisch Gladbach. Dort ist auch der Wildpark Dünnwald angesiedelt, in dem u.a. Wisente leben. Die stehen auf ihren umzäunten Flächen allerdings gerade ziemlich lustlos in der Gegend herum. Ist wahrscheinlich noch zu früh für Action 🙂
Es folgt eine längere Passage durch den Wald, der um diese Uhrzeit noch ganz von Vogelgezwitscher erfüllt ist. Es geht durch das NSG Diepschrather Wald bis zur Paffrather Mühle am Westrand von Bergisch Gladbach. Von dort sind es nur noch knapp 3 Kilometer zurück bis zum Bahnhof von Dellbrück, den ich nach 13 Wanderkilometern und rund zweieinhalb Stunden wieder erreiche. Eine feine Tour durch den „Open Space“ zwischen drei Großstädten.
Rheinstrand im Himmelgeister Rheinbogen. Gegenüber liegt auf Neusser Gebiet der Ortsteil Stürzelberg.
Nach meinem Besuch im Botanischen Garten Düsseldorf starte ich von dort eine 14 km lange Freestyle-Wanderung in den Himmelgeister Rheinbogen.
Vom Universitätsgelände geht es zunächst am lauschigen Brückenbach entlang, dann weiter zum Fleher Wasserwerk (leider abgesperrt) und zum Ortseingang des Düsseldorfer Stadtteils Himmelgeist. Dort entdecke ich einen kleinen Seitenweg, der mich direkt an den Rhein heranführt.
Genau wie im Düsseldorfer Norden bei Wittlaer und Kaiserswerth stehen auch hier im Düsseldorfer Süden in der ersten Reihe am Rhein einige großzügige, wunderschöne Häuser mit tollen Gärten
Bald erreiche ich die Himmelgeister Fähre die seit Jahrhunderten rüber auf „meine“ Seite des Rheins führte, heutzutage aber nur noch an Wochenenden verkehrt. Gegenüber liegt Uedesheim, das zu Neuss gehört. Der Rheinstrand neben dem Fähranleger Himmelgeist ist bereits ordentlich gefüllt, denn schon am Vormittag sind es heute wieder 28 Grad. Die ersten Menschen baden auch bereits im Rhein.
Ich laufe in südlicher Richtung erst am Stand entlang und später auf dem etwas höher gelegenen Feldweg, der die mit Kühen belegten Uferwiesen im Himmelgeister Rheinbogen umschließt. Bald erreiche ich den asphaltierten Rad- und Spazierweg, der quer durch den Rheinbogen verläuft. Diese Allee mit frisch ergrünten Bäumen soll heute mein Wendepunkt sein.
Wieder am Ortsrand von Himmelgeist angekommen, laufe ich zunächst durch den Park von Schloss Minkel, heute eine Wohnresidenz der Düsseldorfer Universität. Von dort geht es erneut quer durch Himmelgeist bis zur Uni, die ich nach knapp drei Stunden wieder erreiche. Gut, dass ich noch am Vormittag unterwegs war, denn am Ende dieser schönen Tour ist es in der hochstehenden Mittagssonne bereits fast schon ein wenig zu heiß zum Wandern.
Wanderkarte der Tour
Blühstreifen am Ortsrand von Himmelgeist
Der Rhein bei Himmelgeist
Saftige Uferwiesen
Weg durch den Himmelgeister Rheinbogen
Schloss Minkel
Platanen in den Überflutungsflächen des Himmelgeister Rheinbogens
Das fruchtbare Iterbachtal ist reich an lauschigen Plätzen entlang des Flusses
Ich darf das ganze Pfingstwochenende durchstudieren, aber wenn ich bei dem herrlichen Wetter nicht auch ein wenig rauskomme, drehe ich durch. Also bin ich um 5:30 mit der Sonne aufgestanden, habe bis zum Mittag eine Vorlesung durchgearbeitet (Biologische Psychologie 5: Psychoneuroendokrinologie) und bin dann zum Wandern in die Nordeifel gefahren, nach Kornelimünster vor den Toren von Aachen. Hier beginnt auch der beliebte Eifelsteig.
Die 15 km lange Wanderung startet im Ortszentrum am Münsterplatz und führt mich zunächst hinauf zum Gallorömischen Tempelbezirk Varnenum aus der Zeit um Christi-Geburt. Von dort geht es in Richtung des Ortes Hahn und dahinter weiter durch das Naturschutzgebiet Wahlheim. Am Rande des Schutzgebiets steht das hübsche und aufwändig renovierte Schloss Friesenrath.
Kurz dahinter erreiche ich den südlichsten Punkt der Tour. Wieder Richtung Norden geht es durch die Ortsbebauung von Wahlheim ins grüne Tal des Hasbachs, der in Richtung Kornelimünster dem Iterbach zustrebt. Der Wanderweg führt jetzt durch eine Reihe von Kuhwiesen, die teilweise schon mit genüsslich wiederkauenden schwarz-weißen Holsteiner Kühen belegt sind. Der Iterbach nährt hier die saftigen Wiesen und strebt dabei der Inde entgegen.
Nach einer Passage durch die Randbebauung von Kornelimünster erreiche ich nach gut drei Stunden wieder meinen Startpunkt im Herzen von Kornelimünster. Eine schöne Tour mit einem gelungenen Mix aus Wald, Wiesen und Wasser, wobei ich sicher bin, einige Teilstrecken schon mit Doxi gelaufen zu sein. Ist aber bestimmt acht bis zehn Jahre her. Schade, dass mein geliebtes Doxi-Mädchen jetzt alt ist und nicht mehr mitkann.
Wanderkarte der Tour
In Kornelimünster startet der Eifelsteig
Makrplatz mit dem Münster
Unscheinbarer Durchgang zu einer langen Treppe hoch zum Friedholf von Kornelimünster
Die Treppe nimmt kein Ende
Gallo-Römischer Tempelbezirk oberhalb von Korenlimünster
Infotafel am Tempelbezirk
Die Inde kurz hinter Korenlimünster
Inde-Brücke der ehemaligen Vennbahn, heute Vennbahnradweg
Indebrücke kaputt, das ist die Wanderalternative
Alles so schön saftig jetzt
Hier mäandert der Iterbach durch den Wald
Frontseite von Schloss Friesenrath
Querung des Iterbachs
Lange Passage durch Kuhweiden zwischen Hahn und Kornelimünster
Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.