
Das Luftbrückenmuseum in Faßberg: Untergebracht auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes
Wir sind auf dem Weg, den Naturpark Südheide mit seinen schier endlos wirkenden Wald- und Heideflächen von Ost nach West zu durchfahren. Von Eschede kommend machen wir auf halber Strecke in Faßberg halt.
Hier hatten die Nazis in den 1930-er Jahren mitten in der Heide und unter strikter Geheimhaltung ein militärisches Fluggelände, sowie Siedlungen für 2.000 Militärangehörige und Zivilisten errichten lassen.Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten erst die Briten den Flugplatz, später wurde er an die Bundeswehr übergeben.
Weltpolitische Aufmerksamkeit erlangte der Standard während der Blockade West-Berlins durch die Russen im Jahr 1948.
In West-Berlin lebten zu dieser Zeit mehr als 2 Millionen Menschen, die durch die Sperrung aller Landwege aus den westlichen Besatzungszonen über Nacht von allen überlebenswichtigen Warenlieferungen abgeschnitten waren: Lebensmittel, Steinkohle, Benzin und Diesel, Medikamente und vieles mehr.
Ab diesem Zeitpunkt konnte West-Berlin nur noch durch die Luft versorgt werden. Bereits 1945 waren den Westalliierten durch die Russen drei Luftkorridore zugesichert worden: ein nördlicher von Hamburg aus, ein südlicher von Frankfurt und ein mittlerer von Hannover.
Letzterer nutzte vor allem den Flugplatz Faßberg für tausende von Versorgungsflügen, weshalb hier heute ein Museum an die Zeit der Luftbrücke erinnert, die letztendlich vom 1.4.1948 bis zum 12. Mai 1949 dauerte. Dann gaben die Russen ihre Blockade-Haltung auf. Ihr Erpressungsversuch war gescheitert.
In vier Nissenhütten und zwei geschlossenen Eisenbahnwaggons wird unter Verwendung von Originaldokumenten, Ausstellungsobjekten und alten Filmen gezeigt, wie amerikanische und britische Flugzeuge von Faßberg aus West-Berlin mit insgesamt 539.112 Tonnen Kohle versorgten. Auf dem Freigelände ist außerdem ein Original-Luftbrückenflugzeug vom Typ Douglas C-47 zu sehen, von den Berlinern liebevoll als „Rosinenbomber“ bezeichnet. Ein bedeutendes Stück deutscher Zeitgeschichte, in Faßberg zum Anfassen nahe.







