War das ein bezaubernder April

War das ein bezaubernder April
Büttgen, 30. April 2026

Sonnenuntergang nach einem herrlichen Frühlingstag

Heute Nacht geht mit einem strahlenden Vollmond ein außergewöhnlicher April zu Ende. Ich kann mich nicht erinnern, wann wir im Ostermonat zuletzt so viel Sonne, blauen Himmel und so wenig Regen hatten. Das Wetter war einfach durchweg bezaubernd, während sich die Natur voll entfaltet hat. Überall blüht es und dazwischen die Vöglein voll am Zwitschern, auch in unserem Garten.

Lange Hochdruckphasen in Verbindung mit trockener Festlandsluft sorgten nicht nur für außergewöhnlich viele Sonnenstunden, sondern in vielen Regionen auch für wenig Niederschlag. Auch bei uns muss es bald mal wieder regnen. Die ersten Bauern haben bereits begonnen, die künstlichen Beregnungsanlagen auf ihren Feldern in Gang zu setzen. Genügend Grundwasser dafür ist nach einem feuchten Winter glücklicherweise vorhanden.

Die Temperaturen in den vergangenen Wochen waren vor allem tagsüber frühlingshaft mild, wohingegen sie nachts bei klarem Himmel deutlich abfielen. Mir ist auf meinen Abendrunden nach Sonnenuntergang manchmal ganz schön frisch geworden. Aber es war herrlich draußen bei uns in den Feldern und den Baumschulen. Auch wenn ich gerade schwer mit Liebeskummer zu kämpfen habe, dieses Aprilwetter konnte ich wirklich genießen.

( Michael Tischer )

Sammlung Scharf

Sammlung Scharf
Düsseldorf, 30. April 2026

Eintritt in die Ausstellung

Nach ihrer viel beachteten Präsentation in der Berliner Nationalgalerie ist die bedeutendste deutsche Privatsammlung des französischen Impressionismus und Post-Impressionismus derzeit im Düsseldorfer Kunstpalast zu sehen – ergänzt um zahlreiche Exponate aus der hauseigenen Sammlung.

Die Scharf Collection geht auf einen Zweig der renommierten Berliner Sammlung Otto Gerstenbergs (1848–1935) zurück. Gerstenberg trug hochkarätige Werke unter anderem von Edgar Degas, Claude Monet und Auguste Renoir zusammen, welche später an die Scharf-Famile verkauft wurden und die Ausrichtung der heutigen Scharf Collection auf den französischen Impressionismus begründeten.

Tatsächlich gibt es kaum einen wegweisenden Namen der Moderne, der nicht in dieser Sammlung vertreten ist, die vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht. Neben Meisterwerken von Claude Monet, Auguste Renoir, Paul Cézanne und Pierre Bonnard werden auch Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec und Henri Matisse gezeigt.

Die Ausstellung in Düsseldorf versammelt mit rund 180 Objekten Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen aus drei Jahrhunderten. Sie zeigt nicht nur eine Bandbreite von Möglichkeiten der Malerei, sondern auch, wie Künstler und Künstlerinnen immer wieder voneinander lernen, aufeinander Bezug nehmen und künstlerische Ideen weiterentwickeln.

( Michael Tischer )

Drei Monate auf Beta-Glucan

Drei Monate auf Beta-Glucan
Büttgen, 29. April 2026

Beta-Glucane sind in der Hülle von Hafer, Gerste und Hefe enthalten

Nahrungsergänzungsmittel sind ein riesiger Markt. Mir fiel das erstmals in den frühen 2000er Jahren auf, als ein Anbieter aus diesem Segment begann, regelmäßig einen der teuersten Werbeplätze im deutschen Print-Bereich mit seinen Anzeigen zu füllen: die Rückseite des ADAC-Magazins.

Durch das wachsende Gesundheitsbewusstsein ist die Nachfrage seitdem noch einmal explosionsartig angestiegen. Der Umsatz mit Nahrungsergänzungsmitteln für das Jahr 2026 wird allein in Deutschland auf 2 Milliarden Euro taxiert.

Ich halte eigentlich nichts davon. Viele versprochene Wirkungen sind medizinisch fragwürdig und in den meisten Bereichen liefert eine ausgewogene und vernünftige Ernährung unserem Körper alles, was er braucht.

Doch nun bin ich selbst auf ein Nahrungsergänzungsmittel gekommen, und zwar auf eines, dessen Wirksamkeit von der EU-Gesundheitsbehörde amtlich testiert ist: Beta-Glucan.

Das ist der Stoff aus der Schale von Gerste, Hefe und Hafer, der maßgeblich zur Gesundheitswirkung eines täglichen Haferfrühstücks beiträgt. Beta-Glucane legen sich wie eine Schutzschicht um die innere Darmwand. Wissenschaftlich nachgewiesen sind die positiven Auswirkungen auf Verdauung, Cholesterinspiegel und Immunsystem,

Das will ich jetzt einmal ausprobieren. Und weil ich nicht frühstücke und Haferbrei deshalb für mich nicht infrage kommt, nehme ich stattdessen täglich 1,5 Gramm Beta-Glucan in Kapselform zu mir. Der nächste große Blut-Check beim Hausarzt wird zeigen, ob sich dadurch tatsächlich eine Veränderung ergibt. Bis dahin bleibe ich in diesem Selbstversuch neugierig, aber skeptisch.

[Update Mai 2026: Jetzt wo ich meine Ernährung umgestellt habe und täglich ein Haferfrühstück zu mir nehme, habe ich das Beta-Glucan wieder weggelassen.]

( Michael Tischer )

Deutsches Röntgen-Museum

Deutsches Röntgen-Museum
Lennep, 28. April 2026

Das Museum residiert in einem ehemaligen Patrizierhaus mit mehreren modernen Anbauten

Lennep ist der Geburtsort des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckte. Die Anwendung dieser „X-Strahlen“ (X für unbekannt) sollte später die medizinische Diagnostik, die Materialwissenschaft und die kosmologische Forschung revolutionieren.

Im Jahr 1901 erhielt Röntgen, ein äußerst bescheidener und gewissenhafter Mensch, für seine Entdeckung den ersten Nobelpreis der Physik. Die durchleuchtete Hand seiner Frau Bertha mit Ring ging als das erste Röntgenbild in die Menschheitsgeschichte ein.

In Lennep steht Röntgens Geburtshaus und hier residiert das Deutsche Röntgenmuseum, das ich bei meinem Rundgang durch die Altstadt von Lennep besucht habe.

In dem historischen Patrizierhaus mit mehreren modernen Anbauten wird Besuchern ein historischer und fachlicher Überblick über das Schaffen des berühmten Wissenschaftlers vermittelt. Außerdem wird die Nutzbarmachung der Röntgentechnik von ihrer Entdeckung bis in die Gegenwart dokumentiert. Zahlreiche interaktive Stationen laden zum Entdecken und experimentieren ein, ein Audioguide vermittelt auf Wunsch Hintergrundwissen.

Zur Sammlung des Museums gehören mehr als 150.000 Objekte, darunter Geräte und Apparate aus einer Zeitspanne von 100 Jahren zur Anwendung der X-Strahlen sowie persönliche Gegenstände aus dem Vermächtnis des Nobelpreisträgers. Zu sehen ist auch der Versuchsaufbau, mit dem Röntgen seinerzeit die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlung gelang.

Ich habe das Museum, das von der Stadt Remscheid betrieben wird, als äußerst bereichernd und die Präsentation als absolut gelungen empfunden. Schön, dass ich diesen Abstecher noch unternommen habe, obwohl ich vom Wandern schon ein wenig k.o. war.

( Michael Tischer )

Paccheri con asparago verde

Paccheri con asparago verde
Büttgen, 27. April 2026

Ein Gericht in den Farben Italiens

Bei mir gibt es heute Riesenmakkaroni mit grünem Spargel und Kochschinken in Sahnesauce. Paccheri sind große Nudelröhren in kurze Stücke geschnitten. Tatsächlich sind sie bei der Verköstigung etwas unpraktisch, weil zu groß, um sie in einem Bissen aufzunehmen, aber ab und zu mag ich sie ganz gerne.

Paccheri con asparago verde

Spargel warmhalten, während die Sauce und die Nudeln fertig kochen

Während die Nudeln für ca. 15 Minuten kochen, wird zunächst der grüne Spargel in kurze Stück geschnitten und in Salzwasser mit etwas Zucker und Butter bissfest gekocht. Anschließend abgießen und dabei eine große Tasse Spargelwasser zurückbehalten.

Unterdessen wird der Kochschinken in kleine Stücke geschnitten und mit Öl in der Pfanne angebraten. Im nächsten Schritt das Spargelwasser und die Schlagsahne hinzugeben.

Das Ganze ordentlich salzen und pfeffern und etwas aufkochen lassen, bis es sich verdickt. Ich habe auch noch etwas Gran Padano gerieben und für einen deftigeren Geschmack zum Schmelzen in die Sauce gegeben.

Dann den warmgehaltenen Spargel unterheben und die Sauce auf dem Teller über die Nudeln geben. Ein schnelles, aber schmackhaftes Gericht mit dem Gemüse der Saison.

( Michael Tischer )

Bergischer Barock in Lennep

Bergischer Barock in Lennep
Lennep, 26. April 2026

Altes Rathaus vor der Stadtkirche am Marktplatz

Nach meiner Wanderung an der Wuppertalsperre besuche ich die historische Altstadt von Lennep.  Als Mitglied der Hanse und preußische Kreisstadt war Lennep lange Zeit eine der wichtigsten Städte des Bergischen Landes.

Bereits 1259 erhielt Lennep, das heute zu Remscheid gehört, Stadtrechte. Es zählt damit zu den ältesten Städten des Bergischen Landes. Neben Wipperfürth, Ratingen und Düsseldorf galt Lennep zudem als eine der vier Hauptstädte des Herzogtums Berg.

Lennep besitzt eine in der Grundstruktur mittelalterliche Altstadt, die zu den ausgewählten 35 historischen Stadtkernen Nordrhein-Westfalens zählt. Der Stadtgrundriss ist nahezu kreisrund.

116 Häuser des Stadtkerns, darunter viele Bauwerke des Bergischen Barocks, die nach dem verheerenden Stadtbrand von 1746 entstanden, stehen unter Denkmalschutz.

Der regionaltypische Architekturstil verbindet barocke Schmuckformen mit dem lokalen Lehmfachwerkbau. Für die bergische Bautradition typisch ist der schwarze Anstrich des Ständerwerkes, der weiße Anstrich der Fenster- und Türrahmen, die Kalkung der Gefache, der grüne Anstrich der Fensterläden und Türen und der Einsatz von rheinischem Schiefer zur Wandverkleidung.

Wenn man sich einen Eindruck verschaffen möchte, wie im 19. Jahrhundert die „heile Welt“ des Bergischen Landes aussah, ist man hier genau richtig.

( Michael Tischer )