
Immersive Rauminstallation im größten Saal des Ludwig-Museums
Eine Kunstausstellung, die schon wenige Wochen nach der Eröffnung für die gesamte Spielzeit ausverkauft ist, das gibt es bei uns im Rheinland auch nicht oft. Anfang Juni konnte ich gerade noch eine Karte für Mitte Juli ergattern. Mittlerweile geht bis zum Ausstellungsende im August gar nichts mehr. Ich spreche von der Ausstellung der legendären Künstlerin Yayoi Kusama (*1929), die sich das Ludwig Museum anlässlich seines 50-jährigen Bestehens gegönnt hat.
Ihre ikonischen Polka Dots, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten Infinity Rooms sind zu einer Art Markenzeichen geworden.Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine spannende Reise durch alle Phasen von Kusamas Schaffensewerk mit über 300 Arbeiten aus einer Vielzahl künstlerischer Medien, wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur.
Auch eine eigens für die Ausstellung konzipierte immersive Rauminstallation mit integriertem Infinity Mirror Room wird gezeigt. Sie füllt den größten Saal des Museums und ist ein absoluter Publikumsmagnet.
Im Zentrum von Kusamas Werk stehen die Natur in ihrem ständigen Wandel, Werden und Vergehen sowie die Unendlichkeit des Universums, in der alles Existierende sich letztlich auflöst. Die Punktemuster (Polka Dots), mit denen die Künstlerin Gegenstände und Menschen überzieht, sind ebenso Ausdruck dieser Weltsicht wie ihre Unendlichkeits-Spiegelräume.

Arbeit auf der Dachterrasse des Museums
Erlebnisse ihrer Kindheit, darunter Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm, durchziehen Kusamas gesamtes Schaffen.
Fragilität und Auslöschung sind gleichermaßen Teil dieser Erfahrungen wie die Teilhabe und Verschmelzung mit einem großen Ganzen. Ihre Kunst ist für Kusama Lebensnotwendigkeit, jedes ihrer Werke auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst in einem immer wieder von Zerrissenheit geprägten Leben.
Seit 1977 lebt die Künstlerin freiwillig in einer psychiatrischen Klinik in Tokio. Ihre dortige Unterbringung dient als Rückzugsort und therapeutische Maßnahme, um mit ihren schweren Depressionen, Zwangsstörungen und den visuellen Halluzinationen umzugehen. Sie nutzt ihre Kunst, insbesondere die Malerei, als eine Form der Selbsttherapie, um ihre Ängste zu verarbeiten.
